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Arte: Der Rhein von oben

ein Ausschnitt des Filmes "Der Rhein von oben" von Heike Nikolaus über Sr. Christophora Janssen

Arte: Der Rhein von oben

Säulen

Säulen zu den Visionen der hl. Hildegard im Buch der Lebensverdienste

Säulen
Feier zur Erhebung der Heiligen Hildegard zur Kirchenlehrerin

Unser Konvent

 

Sr. Agatha Huba, geb. 1963, Profess 1987, ist als Infirmarin verantwortlich für die Betreuung unserer alten und kranken Mitschwestern. Nebenbei ist sie literarisch sehr interessiert und spielt außerdem leidenschaftlich gern Cello.
Sr. Agnes Hubig, geb. 1931, Profess 1979, war vor ihrem Klostereintritt lange Jahre Krankenschwester. Im Kloster war sie einige Jahre Küchenchefin und hat bis vor kurzem für unseren Blumenschmuck in der Kirche gesorgt. Heute arbeitet sie mit demselben Engagement in der Bibliothek und sorgt weiterhin für die Blumen im Refektorium.
Sr. Ancilla Ferlings, geb. 1940, Profess 1975, war mehr als 20 Jahren Sekretärin der Äbtissin und bedient sowohl Schreibmaschine wie auch Computer mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Sie erledigt mit ihren flinken Fingern alle möglichen und unmöglichen Schreibarbeiten in der Abtei.
Sr. AndreaStadermann, geb. 1964, Profess 1990, ist ein Kind des Rheingaus. Sie ist unsere Hausmeisterin und als solche für technische Defekte und Reparaturen aller Art in unserem großen Haus verantwortlich. Zusätzlich managt sie noch den gesamten Einkauf und ist auch zuständig für unsere Fahrzeuge.

Sr. Angela Carlevaris, geb. 1921, Profess 1946, ist unsere Altmeisterin der Hildegard-Forschung. Sie hat die Hildegard-Werke „Scivias“ (zusammen mit Sr. Adelgundis Führkötter +) und „Liber vitae meritorum“ textkritisch ediert und ist trotz ihrer Erblindung nach wie vor wissenschaftliche Beraterin für Hildegard-Forscher aus aller Welt.
Sr. Anna Stillger, geb. 1937, Profess 1966, war viele Jahre lang unsere treue Hausmeisterin. Seit 2012 ist sie in den wohlverdienten „Halbruhestand“ gegangen,  restauriert aber weiter mit großer Liebe unsere alten Möbel und pflegt mit viel Liebe ein Blumenbeet vor dem Haus.
Sr. Barbara Schneider, geb. 1974, Profess 2005, stammt aus dem Fränkischen und war vor ihrem Klostereintritt Altenpflegerin. Sie arbeitet mit viel Freude und großem Engagement in unserer Krankenstation. Darüberhinaus singt sie in unserer Scola und interessiert sich sehr für Literatur und für die heilige Hildegard von Bingen.
Sr. Beatrix Wischerath, geb. 1946, Profess 1970, ist unsere Gartenmeisterin und als solche verantwortlich für unser vier Hektar großes Außengelände, für die Blumen und für den Obstbau. Sie hat den Garten in den letzten Jahren z.T. neu gestaltet und in eine wahre Parklandschaft verwandelt. Seit Neuestem widmet sich Sr. Beatrix auch den Bränden und Likören aus eigenem Obstanbau.
Sr. Candida Tooten, geb. 1924, Profess 1948, ist seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Pflege unseres Friedhofs und des Kreuzgartens (eines der Innengärten unseres Klosteranlage) betraut. Die Gräber sind ihr ein Herzensanliegen, ebenso wie die Liturgie und das Stundengebet, bei dem sie niemals fehlt.
Sr. Christiane Rath, geb. 1951, Profess 1979, war bis 2004 in vielen Bereichen verantwortlich: als 1. Kantorin und 1. Organistin, als Novizenmeisterin und Infirmarin, als Begleiterin des Freundeskreises und als Begleiterin vieler, vor allem junger Menschen. Seit sieben Jahren leidet sie unter einer fortschreitenden Alzheimerdemenz und trägt diese in großer Würde. Für uns alle ist sie damit zu einem großen Segen geworden.
Sr. Christophora Janssen, geb. 1965, Profess 1988, ist Künstlerin. In den Jahren 1998 bis 2002 erwarb sie an der Hochschule für Künstlerische Keramik in Höhr-Grenzhausen ihr Diplom. Seither hat sie eine eigene Keramikwerkstatt und fertigt Großskulpturen und Reliefs zu religiösen Themen. Ihre Werke waren inzwischen schon in vielen Ausstellungen zu sehen.
mClementia Mutter Clementia Killewald, geb. 1954, Profess 1979, ist seit 2000 Äbtissin unseres Klosters und damit die 39. Nachfolgerin der hl. Hildegard. Mutter Clementia hat vor ihrem Klostereintritt Kirchenmusik studiert und war vor ihrer Wahl für die Betreuung unserer kranken und alten Mitschwestern verantwortlich. Ihr äbtlicher Dienst steht unter dem Leitwort „Dominus ipse faciet“ – Der Herr selbst wird es tun.
Sr. Dominica Wozny, geb. 1944, Profess 1970, stammt aus der Pfalz und ist ihrer Heimat sehr verbunden. Sie arbeitet seit vielen Jahren in der Klosterverwaltung und sorgt darüberhinaus als guter Geist für die alten und kranken Mitschwestern. Ein besonderes Herz hat sie für die Armen und für die Kinder.
Sr. Dorothea Flandera, geb. 1952, Profess 1982, ist seit 2004 Priorin unseres Konventes und in dieser Funktion für alle „äußeren“ und organisatorischen Belange der Gemeinschaft zuständig. Sie ist außerdem Leiterin unserer Restaurierungswerkstatt für kirchliche Archivalien.
Mutter Edeltraud Forster, geb. 1922, Profess 1951, war in der Zeit von 1978 bis 1998 Äbtissin unseres Klosters. In ihre Amtszeit fällt u.a. die Gründung unseres Priorates in Marienrode bei Hildesheim. Seit ihrer Amtsniederlegung ist Mutter Edeltraud vor allem in der geistlichen Begleitung von Menschen aller Generationen tätig.
Sr. Elisabeth Hubrich, geb. 1970, Profess 2002, arbeitet in der Celleratur und in der Buchhaltung. Sr. Elisabeth ist zudem äußerst musikalisch. Sie gehört unserem Organistinnenteam an und spielt auch wunderbar Klavier.
Sr. Emmanuela Jörgensen, geb. 1938, Profess 1961, ist unsere „Frau für alle Fälle“. Über 30 Jahre lang hat sie die Buch- und Kunsthandlung geleitet und uns als Zeremoniärin die „sancta morum elegantia“ gelehrt. Heute ist sie unsere Bibliothekarin und koordiniert alle Anfragen von Besuchergruppen. Zudem ist sie Ansprechpartnerin für unseren Freundeskreis und geschätzte Gesprächspartnerin für viele Menschen.
Sr. Fidelis Hoffmann, geb. 1938, Profess 1965, hat bis zu ihrer Pensionierung 2005 im Rüdesheimer Krankenhaus als Krankenseelsorgerin gearbeitet. Heute ist sie verantwortlich für unsere Innensakristei und pflegt die Paramente und alles heilige Altargerät. Sie hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kirchenbesucher und hält auch Besuchergruppen regelmäßig Vorträge über unser klösterliches Leben.
Sr. Fides Brücklmayer, geb. 1942, Profess, 1969, ist schon seit ihrem 15. Lebensjahr mit unserer Abtei in Verbindung. Sie arbeitet in der Buchbinderei und im Gästebereich. Mit viel Freude und Kompetenz sammelt und sortiert sie Briefmarken und fertigt kunstvolle Scherenschnitte.
Sr. Francesca Redelberger, geb. 1960, Profess 1986, ist unsere 1. Kantorin und als solche verantwortlich für den Chorgesang und die Schola. Sie ist Chefin unseres Gastbereichs und engagiert sich sehr in der geistlichen Begleitung vor allem jüngerer Menschen. Als "Zelatrix" ist sie außerdem für die äußere Ordnung im Noviziat zuständig.
Sr. Gisela Happ, geb. 1951, Profess 1975, war viele Jahre Cellerarin unseres Klosters. Von 1998 bis 2000 leitete sie die Gemeinschaft als Priorin-Administratorin. Danach ging sie im Auftrag unseres Ordens als Generalsekretärin der AIM (Alliance Inter-Monastère) nach Paris, wo sie die internationale Hilfe für die benediktinischen Klöster in aller Welt koordiniert.
Sr. Hiltrud Gutjahr, geb. 1941, Profess 1971, war in vielen verschiedenen Bereichen unseres Klosters eingesetzt. Schon lange hat sie sich mit Leben und Werk der hl. Hildegard beschäftigt. Seit 2001 ist sie für die Pilger und Wallfahrer verantwortlich, die zum Schrein der hl. Hildegard in der Eibinger Pfarrkirche kommen, und hält dort Vorträge, Meditationen und Andachten.
Sr. Innocens Nolte, geb. 1940, Profess 1965, stammt aus dem Sauerland und war einige Jahre in unserer Neugründung in Marienrode. Ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten hat sie jahrelang als Leiterin unserer Klosterküche eingesetzt. Heute ist sie verantwortlich für die Sakristei und für die Wäsche.
Sr. Josepha Dreckmann, geb. 1930, Profess 1965, spricht seit mehr als 30 Jahren mit nie erlahmender Begeisterung Pilger- und Besuchergruppen an. Sie war viele Jahre lang Innensakristanin und hat dieses Amt nun aus Altersgründen an Sr. Fidelis weitergegeben. Als Hobby betreibt sie nebenbei Seidenmalerei und fertigt sehr schöne bunte Tücher und Schals.
Sr. Judith Nessel, geb. 1945, Profess 1972, war früher OP-Krankenschwester und wechselte im Kloster vom OP-Besteck zum Goldschmiedewerkzeug. Sie ist diplomierte Meisterin ihres Fachs und fertigt sowohl sakrale Kunst wie auch Schmuck. Ihre Arbeiten können in unserem Klosterladen bewundert, erworben oder in Auftrag gegeben werden.
Sr. Jutta Lorenz, geb. 1963, Profess 1991, ist unsere zweite Rheingauerin und kann aus dem Fenster auf ihr Elternhaus schauen. Schon als 14-jährige nahm sie regelmäßig an unserer Komplet teil. Sie leitet unsere Waschküche, arbeitet in der Restaurierungswerkstatt und übernimmt viele  Arztfahrten mit unseren alten und kranken Mitschwestern.
Sr. Katharina Drouvé, geb. 1961, Profess 1985, ist seit 2011 Subpriorin und als Novizenmeisterin für die Ausbildung und die Begleitung unseres Nachwuchses zuständig. Sie ist Ansprechpartnerin für viele junge Menschen und arbeitet zudem im Klosterladen mit. Sie liebt zeitgenössische Literatur und ist damit eine kompetente Beraterin für das Buchsortiment.
Sr.Klara Sr. Klara Antons, geb. 1962, Profess 1985, ist Kantorin und begeistert für die Liturgie. Sie arbeitet im Klosterladen und ist dort verantwortlich für die Faktura und den Versand. Nebenbei erstellt sie neue Hefte für die Liturgie, die uns den Umgang mit den Chorbüchern wesentlich erleichtern. Außerdem interessiert sie sich sehr für die Beuroner Kunst.
Sr. Lydia Stritzl, geb. 1959, Profess 1991, ist unsere  erste Organistin. Sie ist Chefin der Klosterküche und ist außerdem in verschiedenen Seelsorgebereichen tätig: sie ist verantwortlich für unsere Oblatengemeinschaft, arbeitet im Bereich der Militärseelsorge und begleitet viele Gäste in ihren Exerzitien. Zudem ist sie seit 2012 Mitglied im Ordensrat des Bistums Limburg.

Sr. Maria-Agnes Dollwet, geb. 1930, Profess 1959, ist zwar offiziell im Ruhestand. Da sie aber unsere fleißige Hausfrau par excellence ist, backt sie an Festtagen für uns weiter Brot, Torten und Kuchen. Ein besonderes Herz hat sie für unseren Mariengarten (der 2. Innengarten unseres Klosters), den sie mit grünem Daumen hegt und pflegt.
Sr. Maria-Hildegard Heller, geb. 1926, Profess 1956, ist vielen Menschen durch ihre frühere Tätigkeit an der Klosterpforte und in der Sakristei bekannt. Mit ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art leistet sie unseren hilfsbedürftigen Mitschwestern viele kleine Dienste, die ihnen das Leben erleichtern. Trotz ihres Alters arbeitet sie noch mit in der Restaurierungswerkstatt.
Sr. Maria-Magdalena Tikvic, geb. 1966, Profess 2002, stammt aus Kroatin, lebt aber schon sehr lange in Deutschland. Sie leitet als Schneidermeisterin unsere Hausschneiderei und hat gerade den Theologischen Fernkurs Wien mit Erfolg abgeschlossen. Viele Besucher unserer Abtei sind ihr bereits an der Klosterpforte begegnet, an der sie ebenfalls mitarbeitet.
Sr. Maria-Regina Jaster, geb. 1960, Profess 1987, war vor ihrem Eintritt Postbeamtin. Sie arbeitet schon seit vielen Jahren in unserer Hausschneiderei und singt mit großem Eifer in der Schola. Dank ihrer akribischen Hauskalender können wir keinen Festtag bei uns und in Marienrode vergessen.
Sr. Marion Lange, geb. 1953, Profess 1977, ist die rechte Hand von Sr. Dorothea in der Restaurierungswerkstatt. Im Nebenberuf betreut sie unseren kleinen hauseigenen „Tante-Emma-Laden“, und hilft zeitweise in der Sakristei.
Sr. Martina Spindler, geb. 1933, Profess 1961, stammt aus Eltville im Rheingau. In den vielen Jahren, in den sie unsere Hausschneiderei geleitet hat, gingen unzählige Gewänder, Schleier und Kukullen durch ihre Hände. Und auch heute noch näht sie mit Fleiß und Akribie. Nebenbei kümmert sie sich rührend um unsere alten Mitschwestern mit ihren kleinen Sorgen und Nöten.
Sr. Maura Zátonyi, geb. 1974, Profess 2001, ist Ungarin. Sie studierte Altphilologie in Budapest und promovierte 2011 zum Doktor der Philosophie an der Universität Mainz. Sie ist schon jetzt eine anerkannte Hildegard-Expertin und hat bereits ihren ersten Lehrauftrag an der Theologisch-philosophischen Hochschule Frankfurt/St. Georgen. Ihre Liebe gilt auch der Musik und der Orgel.
Sr. Michaela Loch, geb. 1955, Profess 1980, verbindet eine große Liebe mit ihrer Heimatstadt Essen und dem Ruhrgebiet. Seit nunmehr zehn Jahren gehört sie zum „lebenden Inventar“ unseres Klosterladens und ist mit ihrer immer freundlichen Art sehr beliebt bei Kunden und Besuchern.
Sr. Mirjam Kämpf, geb. 1981, Profess 2011, hat in Göttingen und in Dijon Geschichte, Politikwissenschaft und Erwachsenenbildung studiert.  Derzeit absolviert sie in Wiesbaden an der „Wiesbaden Business School“ den seit knapp zehn Jahren bestehenden Studiengang „Business & Law“ , der in einem in Deutschland einzigartigen achtsemestrigen Bachelorstudiengang die Bereiche Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht und Steuerrecht kombiniert.
Sr. Petra Knauer, geb. 1959, Profess 1982, war bis zu ihrem Austritt 1995 Kantorin und Zelatrix. Von 1995 bis 2011 arbeitete sie als Missionarin in Bolivien. Im Jahr 2012 trat sie wieder in unsere Gemeinschaft ein und ist seither im Gästebereich und in der Elektrizitätswerkstatt tätig.
Sr. Philippa Rath, geb. 1955, Profess 1992, ist als Stiftungsvorstand verantwortlich für unsere „Klosterstiftung Sankt Hildegard“. Als Theologin und Logotherapeutin begleitet sie Menschen in Konflikt- und Krisensituationen und ist außerdem Ansprechpartnerin für die Presse, die Homepage und für unseren Freundeskreis. Seit neuestem beschäftigt sie sich auch wieder schwerpunktmäßig mit unserer Klosterpatronin Hildegard von Bingen.
Sr. Placida Robertz, geb. 1981, Profess 2007, stammt wie Mutter Clementia vom Niederrhein. Sie hat gerade die Gesellenprüfung zur Buchbinderin erfolgreich abgeschlossen und arbeitet jetzt in unserer Restaurierungswerkstatt für kirchliche Archivalien sowie in der Klosterküche.
Sr. Raphaela Brüggenthies, geb. 1980, Profess 2011, ist Dipl.-Theologin und stammt aus dem Erzbistum Paderborn. Sie arbeitet mit in unserem Klosterladen. Außerdem gibt sie Kurse im Gästehaus und hält Besuchergruppen Vorträge über die heilige Hildegard und unser benediktinisches Leben.
Sr. Scholastica Steinle, geb. 1949, Profess 1976, ist seit 2006 Cellerarin und damit verantwortlich für die Wirtschaft und die Finanzen unseres Klosters. Ihre ganze Leidenschaft gilt dem Bauen, deshalb ist sie inzwischen auch Fachfrau für Immobilien. Nebenbei verbindet sie eine große Liebe mit ihrer Heimatstadt Köln – und zum Fußball.
Sr. Simone Weinkopf, geb. 1931, Profess 1965, war viele Jahre Novizenmeisterin, Subpriorin und Priorin. Der Garten war und ist ihre Leidenschaft. Die Gesetze des Säens, des Wachsenlassens und Erntens haben ihre Arbeit und ihr Sein geprägt. Heute hilft sie Sr. Philippa bei der Betreuung von Sr. Christiane und begleitet viele Menschen auf ihrem geistlichen Weg.
Sr. Susanna Dietmeier, geb. 1915, Profess 1936, ist die Seniorin unserer Gemeinschaft. Sie die einzige, die die Kriegszeit und das Exil noch erlebt hat und den Jüngeren heute aus dieser Zeit noch lebendig erzählen kann. Sie hat nach wie vor eine große Korrespondenz und betet für viele Menschen in Nah und Fern.
Sr. Teresa Tromberend, geb. 1925, Profess 1957 leitete viele Jahre unsere Restaurierungswerkstatt. Ihre Akribie und Korrektheit haben auch in ihrer archivarischen Sammelleidenschaft ihren Niederschlag gefunden. Im Hauptberuf ist sie heute in der geistlichen Begleitung tätig und in der Koordination der Dienste an unserer Telefonzentrale.
Sr. Thekla Baumgart, geb. 1965, Profess 1994, ist eine „waschechte“ Bremerin. Obwohl sie als Norddeutsche eigentlich Bier bevorzugt, hat sie im Kloster den Beruf der Winzerin erlernt. Heute leitet sie unser Klosterweingut und arbeitet halbtags im Klosterladen mit. Als Zeremoniärin ist sie außerdem für die äußeren Abläufe in der Liturgie zuständig
Sr. Ursula Bonin, geb. 1963, Profess 1992, ist gebürtige Berlinerin. Sie arbeitet als Klinikseelsorgerin am SCIVIAS-Krankenhaus St. Josef in Rüdesheim. Im Nebenberuf ist sie Computer-Fachfrau. Sie kann PCs nicht nur reparieren, sondern auch aufrüsten und selbst bauen.
Sr. Veronica Erichsen, geb. 1938, Profess 1961, ist aus Dänemark zu uns gekommen. Sie ist seit mehr als 20 Jahren im Weinverkauf tätig und begleitet von der Ladentheke aus viele Menschen auf ihrem Weg. Sie ist eine gesuchte Exerzitienmeisterin in unserem Gästehaus und ist „geistliche Mutter“ vieler Menschen, die zu uns kommen.
Sr. Walburga Storch, geb. 1930, Profess 1954, hat Jahre lang im Obstbau und in der Gemüseküche gearbeitet und unsere Bienen versorgt. Ihre Lateinkenntnisse haben in vielen Übersetzungsarbeiten, hauptsächlich von Werken der hl. Hildegard, ihren Niederschlag gefunden. Heute ist Sr. Walburga bei Lieferanten und Fahrern allseits beliebte Hüterin unseres Gartentores.
Unser Konvent

Führung durch das Kloster

Unsere Klosteranlage wurde in den Jahren 1900 bis 1904 erbaut. Stifter des Klosters war Karl Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, eine bekannte Persönlichkeit des deutschen Katholizismus im 19.Jahrhundert. Das Baumaterial - ein von Quarzit durchsetzter Sandstein - wurde aus dem Felsen oberhalb des Bauplatzes gewonnen. Planung und Durchführung des Baus standen unter Leitung des Architekten P. Ludger Rincklake, einem Mönch der Abtei Maria Laach. Am 17.September 1904 zogen 14 Schwestern aus der Benediktinerinnenabtei St.Gabriel in Prag als Gründungsgruppe in das neue Kloster ein. 1908 wurde unser Kloster zur Abtei erhoben und mit allen Rechten der ehemaligen Klöster der hl. Hildegard ausgestattet.

Als sogenannte "exemte" Abtei untersteht unser Kloster nicht dem Ortsbischof von Limburg, sondern unmittelbar der römischen Kongregation für die Ordensleute bzw. dem Abt-Präses der Beuroner Benediktinerkongregation, einem Zusammenschluß von zehn Frauen- und zehn Männerklöstern im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1988 besiedelten wir das ehemalige Zisterzienserkloster Marienrode bei Hildesheim wieder neu. Zehn unserer Mitschwestern gingen damals in den Norden, um dort das klösterliche Leben wieder zu beginnen. 1998 wurde das Kloster Marienrode, ein von unserer Abtei unabhängiges, selbständiges Priorat.



Klosterpforte

Will man als Gast unser Kloster besuchen, so meldet man sich zunächst an unserer Klosterpforte bei einer unserer Gastschwestern. Die Gäste wohnen im Gastbereich außerhalb der Klausur und nehmen in der Kirche am Stundengebet teil. Eine Besichtigung der Klosteranlage ist im allgemeinen nicht möglich, um unserer Gemeinschaft ihren geschützten Lebensraum, den jede klösterliche Familie braucht, zu erhalten. Unsere Schwestern Agatha, Ancilla und Fides sowie unsere Mitarbeiterin Frau Bettina André-Kunz sind für das Wohl der Gäste zuständig und tun nach ihren Möglichkeiten alles, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

 



Klausurtür

Das Innere des klösterlichen Lebensbereiches erreicht man durch die Klausurtür, die in der Regel geschlossen ist. Wer neu ins Kloster eintritt, gelangt durch diese Tür hinein.

Auch bei anderen besonderen Anlässen benutzt unser Konvent diese Tür, z.B. bei feierlichen Einzügen in die Kirche an Weihnachten und Ostern sowie am Fest der hl. Hildegard am 17. September.

 



Kreuzgang

Die Kreuzgänge eines Klosters sind Räume der Stille, der Sammlung und des Gebets. Die lichtdurchfluteten ( viermal 100 m langen) Kreuzgänge unseres Klosters lassen den weiten Atem Gottes spüren und laden dazu ein, in Ruhe zu verweilen und auf die Stille zu hören.

Im Kreuzgang vor der Türe zum Nonnenchor versammelt sich unsere Gemeinschaft jeden Tag vor dem Hochamt und vor der Vesper, um dann paarweise in den Chor einzuziehen.

 



Nonnenchor

Der Nonnenchor der Kirche ist wie auch alle regulären, d.h. allgemeinen Räume des Klosters direkt vom Kreuzgang aus zu begehen.
Hier versammelt sich die Gemeinschaft siebenmal am Tag, um gemeinsam das Stundengebet zu feiern.

 



Refektorium

Nach der Mittagshore und nach der Vesper zieht der Konvent gemeinsam ins Refektorium, um die Hauptmahlzeiten einzunehmen. Das Refektorium eines Klosters ist mehr als ein bloßer Speisesaal.
Hier wird die gemeinsame Feier des Abendmahls in den Alltag hinein fortgesetzt. Die Mahlzeiten werden schweigend eingenommen; eine Tischleserin trägt mittags neueste Nachrichten aus der Presse vor; abends wird fortlaufend aus einem Buch gelesen.

 



Kapitelsaal

Der Kapitelsaal des Kosters ist der Raum für offizielle Anlässe im Leben einer klösterlichen Gemeinschaft. Hier findet die Aufnahme der Postulantinnen in das Noviziat (Einkleidung) statt, hier legen die Novizinnen ihre erste Profeß für drei Jahre ab; hier finden Kapitelsitzungen zu wichtigen Fragen und Themen, die die ganze Gemeinschaft betreffen, statt, hier wird die Äbtissin gewählt - und schließlich werden hier die verstorbenen Schwestern vor der Beerdigung für drei Tage aufgebahrt. Der Kapitelsaal umfasst also das ganze klösterliche Leben einer Gemeinschaft und der Einzelnen - vom Beginn bis zum Tod.

 



Bibliothek

Die Bibliothek unserer Abtei ist wie die Kirche ganz im Stil der Beuroner Kunstschule ausgemalt und ist einer der wertvollsten Räume im ganzen Kloster. Unsere Bibliothek umfasst ca. 50.000 Bände, die aus Platzgründen z.T. in andere Räume ausgelagert sind. Prachtstück der Bibliothek ist der Rupertsberger "Scivias"-Kodex der hl.Hildegard von Bingen mit seinen 35 farbigen Miniaturen.

 



Konventzimmer

Im sogenannten Konventzimmer trifft sich unsere Gemeinschaft zu Zeiten der Rekreation und Erholung. Hier finden auch die Klosterfeste zu besonderen Anlässen und Festtagen im Jahr statt. Das Konventzimmer lädt ein zu ungezwungenem Beisammensein, wird aber auch genutzt zum gemeinsamen Musizieren oder für Vorträge und Gesprächsrunden.

 



Gästerefektorium

 



Klosterzelle

Gänzlich dem Privatbereich zugeordnet ist die Zelle (lat. cella: Raum) einer jeden Schwester. Sie ist der Wohn- und Gebetsraum jeder Einzelnen und darf von anderen nur im Ausnahmefall betreten werden. Die Zelle ist ein bevorzugter Ort des Alleinseins; wir lieben sie als Stätte, in der jede unter den Augen Gottes bei sich selbst zu Hause sein kann.

 



Gästezimmer

 



Klostergarten

Der etwa vier Hektar große private Klostergarten rund um die Abtei ist ein Naturparadies und Refugium für die Schwestern in einem. Er ist sehr vielgestaltig angelegt und beherbergt sowohl ein Stück Wald als auch verschiedene Obstfelder, Gemüseanlagen und viele viele Sträucher und Blumen.

 



Friedhof

Im Ostteil des Gartens befindet sich unser Klosterfriedhof. Hier haben inzwischen über 200 Schwestern ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ein Gang über den Friedhof erinnert uns immer wieder an die Vergänglichkeit und Vorläufigkeit des Lebens und lässt uns Ausschau halten nach der Ewigkeit bei Gott.
Er lässt uns aber auch dankbar allzeit derer gedenken, die uns die Tradition des benediktinischen Lebens hier in St.Hildegard durch inzwischen 100 Jahre weitergegeben haben und auf deren Schultern wir an der Zukunft weiterbauen.

 



Gründungssäule

Im Kreuzgarten, einem der Innengärten unserer Klosteranlage, befindet sich das Gründungskreuz unserer Abtei. Hier an dieser Stelle versammelt sich die Gemeinschaft alljährlich am 2. Juli, um den Gründungstag unseres Klosters im feierlichen Singen des "Magnifikat" zu begehen und derer zu gedenken, die uns im klösterlichen Leben bereits zu Gott vorausgegangen sind. Im Jahr 2000 feierten wir den 100. Jahrestag der Grundsteinlegung unseres Klosters und danken Gott für seine Führungen und Fügungen durch fünf Generationen hindurch.

Führung durch das Kloster

Die Abteikirche

Die Kirche der Abtei St.Hildegard wurde in den Jahren 1900-1908 im Auftrag des Fürsten Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1834-1921), einer der führenden Persönlichkeiten des deutschen Katholizismus im 19.Jahrhundert, errichtet.Fürst zu Löwenstein, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, an historischer Stätte die Tradition der Klöster der hl.Hildegard neu zu beleben, beauftragte P.Ludger Rincklake (1850-1927), Mönch der Abtei Maria Laach und von Beruf Architekt, mit Planung und Durchführung des Kirchenbaus. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2.Juli 1900; eingeweiht wurde die Kirche am 7.September 1908. Die Innenausmalung nahm mehrere Jahre, 1907-1913, in Anspruch und stand unter der Leitung von P.Paulus Krebs (1849-1935), Beuron, eines Schülers des berühmten Malermönches P.Desiderius Lenz (1832-1928), des Begründers der Beuroner Kunstschule. Die Eibinger Klosterkirche gilt als sein Hauptwerk und als eine der gelungensten Gesamtkompositionen der Beuroner Kunstschule.

Die Abteikirche St. Hildegard ist nach dem Vorbild der alten Basiliken im romanischen Stil erbaut. An das Presbyterium der Kirche schließt sich nach Norden hin der Nonnenchor an, in dem die Benediktinerinnen siebenmal am Tag zum Chorgebet zusammenkommen. Der Chor wie auch die ihm gegenüberliegende südliche Chorwand wurden in den sechziger Jahren restauriert. Die Wandmalereien wurden in diesem Teil der Kirche übermalt, so daß die Gesamtkomposition der Kirchenausmalung in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr erhalten ist.
Den Besucher der Abtei werden zunächst die beiden mächtigen, 48 Meter hohen Türme der Kirche beeindrucken. Wie die gesamte Kloster- und Kirchenanlage sind sie aus Bruchstein erbaut, der aus dem Steinbruch innerhalb des Klostergartens gewonnen wurde.

Die Abteikirche

Film: Nonnenpower für die Seele

Film über unsere Abtei
"Nonnenpower für die Seele" von Susanne Grüter, spectrafilm

Video- und Fernsehproduktionen GmbH & Co. KG
Kaiserstrasse 237, 53113 Bonn

 

Film: Nonnenpower für die Seele

Der Rupertsberger Scivias-Kodex

Zur Bekanntheit des Liber „Scivias“ (Wisse die Wege), der ersten Visionsschrift Hildegards von Bingen, haben die 35 Miniaturen in erheblichem Maße beigetragen. Diese Bilder befinden sich in der sogenannten Illuminierten Prachthandschrift und sind inzwischen vielleicht populärer als der geschriebene Text des Werkes selbst. Über das Entstehen und das Wesen der Miniaturen gibt es noch keine endgültigen Forschungsergebnisse. Allgemein anerkannt ist die Datierungszeit der Handschrift zu Lebzeiten Hildegards, also vor 1179. Auch das Kloster Rupertsberg als Entstehungsort erscheint unstrittig. Obwohl die Originalhandschrift des Scivias-Kodex seit 1945 verschollen ist - aus Sicherheitsgründen wurde er kurz vor Kriegsende aus der Nassauischen Landesbibliothek Wiesbaden nach Dresden verlagert - verfügen wir dank der akribischen Arbeit unserer Mitschwestern, die die Handschrift in den Jahren 1927-1933 aufs Getreuste handkopiert haben, über ein wertvolles Faksimile. Naturgemäß ging bei dem feinen Nachmalen der Bilder etwas von der Lebendigkeit und Ursprünglichkeit verloren. Dennoch gibt dieses Faksimile einen genauen Eindruck des Originals wieder, besonders was die Vielfalt der Farben betrifft.

Sr. Maura Zátonyi OSB

Bildmeditationen zu den Miniaturen finden Sie hier >> 

Der Rupertsberger Scivias-Kodex

Lucca-Kodex (Liber divinorum operum)

Zu den wichtigsten Handschriften der hildegardischen Werke gehört der Lucca-Codex des Liber divinorum operum, der  bis heute unversehrt erhalten ist.

Die Handschrift ist mit reichen Miniaturen illuminiert und gibt Zeugnis von der hohen Kunst mittelalterlicher Buchmalerei. Die 10 Tafeln des Lucca-Codex entstanden erst in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, vermutlich in der Schreibstube eines mit dem Kloster Rupertsberg in Verbindung stehenden Klosters. Den Malern dieser Miniaturen standen als Vorlage nur die Texte Hildegards zur Verfügung.

Allen Miniaturen gemeinsam ist, dass sie dem Betrachter einen außergewöhnlichen Einblick in den Reichtum der in Bilder umgesetzten Visionen Hildegards gewähren.

Lucca-Kodex (Liber divinorum operum)

Hören: Hildegard-Musik

Antiphon "O magne Pater"

Antiphon "O aeterne Deus"

Die Musik der hl. Hildegard ist ohne den Hintergrund ihrer benediktinischen Lebensform nicht zu verstehen. Schon mit acht Jahren begann für Hildegard das klösterliche Leben im Schatten eines Mönchskonventes. Mit 16 Jahren entschied sie sich auf Lebenszeit für die benediktinische Lebensform. Die heutige Interpretation der Hildegard-Musik ist häufig gelenkt von der Suche nach "Außergewöhnlichem". Hier nun ein anderer Ansatz: Ihre benediktinische Lebensform, ihr Alltag, der zunächst der gewöhnliche in einem benediktinischen Kloster war. weiter lesen

Hildegard von Bingen CD - O Vis aeternitatis

O vis aeternitatis

Gesänge der Hl.Hildegard, gesungen von der Choralschola unserer Abtei.
NEUAUFLAGE!

Antiphon "O magne Pater"
Antiphon "O aeterne Deus"

Preis: 18,80 EUR
(inkl. Versandkosten)
Hildegard von Bingen CD - O Vis aeternitatis
Menge:
Hildegard von Bingen CD - Gregorianische Gesänge

Gregorianische Gesänge aus Messe und Offizium
Schola und Chor der Benediktinerinnenabtei St.Hildegard, Eibingen
NEUAUFLAGE!

Preis: 18,80 EUR
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Hildegard von Bingen CD - Gregorianische Gesänge
Menge:
Hildegard von Bingen CD - Prophetin und Heilkundige

"Prophetin und Heilkundige"

Sprecher:
Sr. Hiltrud Gutjahr OSB (Hildegard)
Sr. Andrea Stadermann OSB (Zeitzeuge)
Eberhard Wolf (Erzähler)

Gregorianische Gesänge aus Messe und Offizium
Schola und Chor der Benediktinerinnenabtei St.Hildegard, Eibingen
Leitung: P.Johannes B. Göschl OSB, Sr. Christiane Rath OSB
NEUAUFLAGE!

Preis: 18,80 EUR
(inkl. Versandkosten)
Hildegard von Bingen CD - Prophetin und Heilkundige
Menge:
Hören: Hildegard-Musik

Hören: Der Gregorianische Choral

Introitus Dilexisti

Kyrie "Pater cuncta Gloria"

Lat. Lesung aus dem Buch der Weisheit (M. Clementia)

Alleluia mit Vers "Specie tua"

Communio "Notas"

 

Der Stellenwert des Gregorianischen Chorals in unserer Liturgie
Die älteste musikalische Tradition des Christentums ist der Gregorianische Choral. Die Wurzeln liegen schon in der Frühzeit der Kirche. Das Repertoire ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt, obwohl es damals noch keine Notenschrift gab. Aber die Melodien waren dem Gedächtnis der Kantoren anvertraut. Die ersten Notationen sind bereits aus dem 9. Jahrhundert bekannt. mehr lesen >>

Hören: Der Gregorianische Choral

Hören: Das Stundengebet (Vesper/Komplet)

Vesper in der Abtei


Komplet in der Abtei

Hören: Das Stundengebet (Vesper/Komplet)
Domradio Heilige Hildegard von Bingen

hr3: Klosterleben (Gottesdienst)

von Kerstin Müller hr3
Aufnahmen im Herbst 2003

hr3: Klosterleben (Gottesdienst)

hr3: Klosterleben (Vesper)

von Kerstin Müller hr3
Aufnahmen im Herbst 2003

hr3: Klosterleben (Vesper)

hr3: Klosterleben (Weinkeller/Klosterladen)

von Kerstin Müller hr3
Aufnahmen im Herbst 2003

Weinkeller/Klosterladen 

hr3: Klosterleben (Weinkeller/Klosterladen)

hr3: Klosterleben in Rüdesheim

von Kerstin Müller
Aufnahmen im Herbst 2003

hr3: Klosterleben in Rüdesheim

hr3: Klosterleben (Weinlese)

von Kerstin Müller hr3
Aufnahmen im Herbst 2003

hr3: Klosterleben (Weinlese)

hr3: Noviziat

Klosterleben in Rüdesheim 

von Kerstin Müller hr3
Aufnahmen im Herbst 2003 

hr3: Noviziat

Spiegel-TV: Weingut

Spiegel-TV
gesendet am 10. und 13. April 2009

Film über die Arbeit im Weinkeller, Interview mit Sr. Thekla

Spiegel-TV: Weingut

Spiegel-TV: Im Namen des Herrn

Im Namen des Herrn
Leben hinter Klostermauern
Spiegel-TV, gesendt am 10. und 13. April 2009

Spiegel-TV: Im Namen des Herrn

Weinkeller

Die Arbeit im Keller

Die hohen Ansprüche, die wir an die Weinbergsarbeit stellen, gelten ebenso für den Ausbau der Weine. Moderne und Tradition werden in der Weinbereitung sinnvoll miteinander verknüpft. Es gilt, die Qualität des Lesegutes aus dem Weinberg zu erhalten und optimal auf die Flasche zu bringen.

Das zügige Keltern des Lesegutes geschieht möglichst schonend. Mit dem Vorklären der Moste durch natürliche Sedimentation in Edelstahlgebinden beginnt der reduktive Ausbau der Weine. Unter beständiger Überwachung durch unseren Winzermeister Herrn Steinheimer, vollzieht sich die gezügelte Gärung. Hier gilt es die wertvollen Aromastoffe, die das Jahr über im Weinberg gebildet wurden, in den künftigen Weinen zum Vorschein zu bringen bzw. sie im Wein zu erhalten. Aus diesem Grund sollte die Gärung in aller Ruhe und gemächlich vonstatten gehen. Dem Wein die Zeit und Ruhe zu geben, sich in seiner Art entfalten und entwickeln zu können ist oberstes Ziel.

Die Bereitung der Spätburgunder-Weine erfolgt über eine offene Maischegärung, das Vergären im Edelstahlgebinde und den anschließenden biologischen Säureabbau.

Weinkeller

Weinberg

Die Arbeit im Weinberg ist für uns nicht nur eine Arbeit wie jede andere. Weinstock und Rebe sind ein Bild für das Leben selbst, für ein erfülltes Leben, das Frucht bringt – nicht aus eigener Kraft und durch eigenes ‚Machen’, sondern weil Gott es ist, der wachsen lässt und zur Reife bringt.

Der Boden, die Reben, die Lage - dies sind die wichtigsten Faktoren für den Weinbau, die mit wachem Verstand ausgesucht und gepflegt werden müssen, um so jeder Traubensorte den optimalen Standort zuordnen zu können. Bei der Bearbeitung und Pflege der Weinberge hat sich unser Kloster dem Konzept des Rheingauer Weinbauverbandes angeschlossen und sich dem umweltschonenden Anbau verschrieben. Sorgsame Bodenbearbeitung durch Begrünung und Kompost, Bodendüngung mit z.B. Stallmist, sowie alle 4-5 Jahre eine Bodenuntersuchung gehören dazu. Ein weiterer Bestandteil der umweltschonenden Maßnahmen ist der integrierte Pflanzenschutz, demzufolge chemische Mittel auf ein notwendiges Minimum reduziert werden, um die Nützlinge im Weinberg zu schonen.

Befallskontrollen der Weinberge helfen bei gezielten Bekämpfungsmaßnahmen. Die ständige Beobachtung der Natur lässt an den Wetterdaten ablesen, welche Maßnahmen für die Weinbergsbearbeitung jeweils notwendig sind. Weiterhin bilden Anschnittsbegrenzung bei Rebschnitt, das Ausdünnen nach der Blüte und zeitgerechtes Entblättern in der Traubenzone die Grundlage für die Weinqualität. Nur wer hier konsequent vorgeht und auf Masse verzichtet, kann dauerhafte Qualität ernten.

Während der Weinlese wird auch noch einmal entscheidend die Qualität des Weines beeinflusst. Oberstes Gebot ist die 100% Handlese, an der sich neben den Schwestern viele Gäste und freiwillige Helfer beteiligen. Fingerspitzengefühl, langjährige Erfahrung und stabiles Wetter sind für ein optimales Lesegut erforderlich. Auch eine gezielte Selektion bei der Lese gehören dazu.

Weinberg
Edith-Stein-Skulptur

Hören: Die Liturgie der Karwoche/Ostern

Novi Diluculo - Neu ist an jedem Morgen deine große Treue

Schola der Abtei St. Hildegard  unter der Leitung von Johannes Berchmanns Göschl

Der Karsamstag gilt weithin als liturgiefreier Tag. Dennoch verströmen gerade die Stundengebete des Karsamstags, Matutin, Laudes und Vesper, eine Atmosphäre großer Ruhe. Vor allem die Antiphonen mit den dort auftretenden biblischen Gestalten bereiten auf das Geschehen des Ostermorgens vor. Von dieser Atmosphäre des Übergangs vom Dunkel des Karfreitags zur Morgendämmerung das Ostertags ("Novi diluculo" neu ist an jedem Morgen) sind nicht zuletzt die Stundengebete das Karsamstag geprägt.

ANTIPHON Salvator mundi

PRECES PATER NOSTER - ORATI

ANTIPHON Christus factus

ANTIPHON Vespere autem sabbat

CD Novi Diluculo - Neu ist an jedem Morgen deine große Treue

Schola der Abtei St. Hildegard
unter der Leitung von Johannes Berchmanns Göschl

Preis: 19,80 EUR
(inkl. Versandkosten)
CD Novi Diluculo - Neu ist an jedem Morgen deine große Treue
Menge:

 

Hören: Die Liturgie der Karwoche/Ostern

Hildegard-Darstellungen Abteikirche

Hildegard-Darstellungen Abteikirche

Bildmeditation Kreuzweg

mit Abbildungen der Bronzereliefs von Max Faller

Seit nunmehr zwölf Jahren hängt im Kreuzgang unserer Abtei ein von dem bekannten Würzburger Künstler Max Faller gestalteter Kreuzweg. Unsere Altäbtissin, M. Edeltraud Forster, hat diesen zu ihrem 70.Geburtstag 1991 von unserem Konvent geschenkt bekommen. Die vierzehn Kreuzwegstationen sind als Bronzereliefs gestaltet. Besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht und die Sonne diesen Teil des Kreuzgangs erleuchten, spürt der Betrachter, wie ausdrucksstark die einzelnen Stationen gearbeitet sind. Die nachfolgende Meditation möchte dazu einladen, den Spuren Jesu zu folgen und sie im eigenen Leben wiederzuentdecken.

Einführung
Lies nicht mehr - schau. Schau nicht mehr - geh!
Ein Kreuzweg will schauend gegangen werden. Im Mitgehen erfährt der Betrachter Deutung seines eigenen Lebensweges.

Leben wird immer und überall begelitet vom Tod in seinen vielfältigen Schattierungen. Tod zu begreifen als Weg durch Schmerz und Dunkelheit zur Fülle des Lebens, als Weg durch die Engen des Lebens zur Freiheit, zur Erlösung, ist Sinn des Mitgehens.
Deshalb sind auch diese Ausdeutungen von Maximilian Fallers Kreuzwegstationen notwendigerweise subjektiv - auf dem Hintergrund sher persönlicher Lebenserfahrungen entstanden. Vielleicht ist auch geschehen, was schickslashaft mit jeglichem Kunstwerk geschehen kann: Es kann anders verstanden werden, als es gemeint ist. Verständnis ist auch immer Mißverständnis. Aber vielleicht ist das nicht wichtig im Gedanken daran, daß wahre Kunst, zumal religiöse, bedrängt und zur Stellungnahme zwingt. Man muß sich ihr immer und immer wieder aussetzen, jedes Detail auf sich wirken lassen. Nie wird der Betrachter zu einer endgültigen Deutung kommen, auch weil er in jedem Augenblick ein anderer ist. Hinzu kommt, daß für Reliefs in besonderer Weise gilt, was alle darstellende Kunst betrifft: sie stellt sich in verschiedenen Lichtverhältnissen jeweils anders dar. Zu jeder Tageszeit, mit dem Stand der Sonne, legt sich eine neue Deutung nahe - fast schon ein Symbol unseres Lebensweges.
Diese Meditationen sind also nur Momentaufnahmen, die sich in jedem Augen-blick relativieren. Sie sind entstanden während eines dreijährigen Mitgehens des Weges - in hellen und dunklen Stunden. Sie bleiben Fragmente, weil die wirkliche Tiefe der Bilder nie ganz auszuschöpfen ist und maches, was entdeckt wurde, ungesagt bleiben muß. Aber vielleicht scheint etwas durch von der Last, von den Engen, vom Schmerz dieses Weges, aber auch von seinem Mut, seiner Hoffnung und seiner Weite.

Sr. Christiane Rath OSB

1. Station
Jesus wird zum Tod verurteilt

"Mein Königreich ist nicht von dieser Welt" (Joh 18,36)
Das Urteil ist gefallen.
Kaum sichtbar ist das Kreuz schon aufgerichtet. Im Schnittpunkt der Balken erscheint das Bild des römischen Kaisers, dort wo später die Inschrift stehen wird: Jesus von Nazareth, König der Juden. Der Betrachter wird unmittelbar in das Wechselspiel von Macht und Ohnmacht hineingezogen. Der Blick des Kaisers wendet sich ab vom Verurteilten, schneidet ihn Kraft seiner Macht ab vom Leben dieser Welt, und wendet sich hin zu Pilatus, der ihm als Werkzeug der Macht dient.
Jesus sagt im Verlauf des Prozesse zu Pilatus: "Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre" (Joh 19,11).
Damit deutet er an, daß er das Spiel der Macht durchschaut. Pilatus läßt sich ganz auf dieses Spiel ein. Seine äußere Erscheinung verrät ihn: aggressiv und hilflos zugleich geht er auf Jesus zu, läßt sich als Werkzeug der Macht mißbrauchen, ängstlich besorgt um seine eigene, kleine Macht:"Wenn du ihn freiläßt, bist du kein Freund des Kaisers" (Joh 19,12) haben ihm die Menschen zugerufen. Doch wie haltlos macht diese ängstliche Sorge. Das Streben nach scheinbarer Größe, nach Ehre und Ansehen löst sich gleichsam in nicht auf; der Nimbus der Welt verblaßt. Wirklich groß ist, wer das Spiel um die Macht in dieser Welt nicht mitspielt. Jesus steht souverän und in sich gesammelt da, mit beiden Füßen auf der Erde. Gelassen läßt er den Urteilsspruch über sich ergehen. "Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, ... so tat auch er seinen Mund nicht auf" (Jes 53,7). Sein Zepter ist das Vertrauen auf den, der ihn durch den dunklen Weg führen wird, der vor ihm liegt: "Dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht" (Ps 23,4). In dieser Glaubensgewißheit findet er die Kraft und den Mut zum Weg der Ohnmacht, und es erhebt sich ein anderes Reich, das nicht von dieser Welt ist, das Reich Gottes.

Geh, deine Stunde
Hat keine Schwestern, du bist -
bist zuhause. Ein Rad, langsam,
rollt aus sich selber, die Speichen
klettern,
klettern auf schwärzlichem Feld, die Nacht
braucht keine Sterne, nirgends
fragt es nach dir.

Paul Celan

2. Station
Jesus nimmt das Kreuz auf sich

"Christus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein" (Phil 2,6)
Groß und übermächtig steht das Kreuz im Mittelpunkt des Geschehens.
Jesus nimmt es bewußt an; er läßt es sich nicht auferlegen, sondern umfaßt es mit starken Händen. "Du gutes Kreuz, getrost und freudig komme ich zu dir", heißt es in der Liturgie am Fest des heiligen Andreas, jenes Apostels, der nach der Legende als erster Jesus auf dem Kreuzweg folgte.
Noch hält Jesus der Last fast gelassen stand. Aber der Weg liegt schon steil vor ihm. Die Balken des Kreuzes zeigen die Richtung an: ein steiniger Weg, voller Stolpersteine, die ihn zu Fall bringen können, ein Weg in die abgrundtiefe Einsamkeit.
Schon wirft die große, freie Bildfläche Schatten, Schatten des Todes. Und doch leuchtet die andere, die neue Wirklichkeit auf: Christus, das Licht, der verklärte Christus, das Leben. Wie anders läßt sich die scheinbare Leichtigkeit erklären, mit der der Verurteilte die Last annimmt?

3. Station
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

"Seht, hier ist euer Gott!" (Jes 35,4)

Erstes Anzeichen des nahen Zusammenbruchs.
Jesus wird von der übergroßen Last niedergedrückt. Nur unter einem Strom von Schweiß hält er noch stand. Der Weg kostet ihn alles, die letzte Kraft. Der Weg wird zunehmend steiler. DIe Stolpersteine haben sich in Felsblöcke verwandelt. Die Kraft des Schweren und Dunklen und Schweren zieht ihn in den Abgrund.
Dennoch liegt auch über diesem Bild ein Schimmer von Hoffnung und Schwerelosigkeit. Ein übergroßer Nimbus, der wie eine Sonne im Herzen des Geschehenen steht, fesselt den Blick des Betrachters. Wieder begegnet uns darin schon der erhöhte Christus, die Sonne, die jedem Untergang einen Aufgang zu neuem Leben verheißt. "Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott!"
(Jes 35, 3.4).

4. Station
Jesus begegnet seiner Mutter

"Mir geschehe!" (Lk 1,38)

Hier geschieht Begegnung inmitten tiefster Einsamkeit.
Es ist ein Augenblick, der den schweren Weg Jesu noch einmal leichter macht. Das geteilte Leid vermindert die Last, läßt das Kreuz kleiner werden. Ganz dem Licht zugewandt steht Maria, die Mutter Jesu. Sie ist ganz Zuwendung. Sie weiß, was wahre Liebe ausmacht: das rechte Verhältnis von Distanz und Nähe, der Respekt vor der letzten Einsamkeit des anderen. Als Mutter weiß sie, daß sie nicht mehr tun kann und darf, als ihrem Sohn nahe zu sein und ihn für seinen schweren Weg freizugeben. Ihre Arme und Hände umklammern nicht, sie lassen los, wollen ihm nicht die Last entreißen.
Leben kann nur wachsen und reifen in Freiheit, im Zulassen des Unabwendbaren, auch und gerade in den dunkelsten Stunden.
Und der Sohn? Auch er kennt das Gesetz der Freiheit, das Gesetz des Weizenkorns, das untergehen muß, um Leben zu ermöglichen.
Nur mit dem Fuß des Kreuzes berührt er das Gewand seiner Mutter - eine zarte Berührung, Begegnung der Herzen.

5. Station
Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

"Wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Lk 9, 23).

Richtungsänderung
DIe Aufmerksamkeit Jesu wendet sich in den folgenden Szenen mehr denen zu, die am Wegrand stehen. Da ist zunächst Simon von Cyrene. Von ihm berichten die Evangelien, daß er nicht freiwillig den Weg Jesu teilte, sondern daß ihn die Soldaten zwingen mußten, Jesus das Kreuz nachzutragen. Lukas fügt noch hinzu, daß Simon gerade vom Feld kam (Lk 23, 26). Er wird in seinem Alltag vom Kreuz Jesu überrascht und mitten im Leben zur Richtungsänderung gezwungen.
Seine gebeugte Haltung läßt spüren, wie sehr er an dem, was ihm zugemutet wird, trägt. So ist es denn Jesus, der ihm diese unerträgliche Last abnimmt, aufrecht und standfest. Er läßt ihm Zeit, seinen eigenen Schritt, sein eigenes Tempo auf dem Weg der Zumutungen zu finden. Nur die Gesichtszüge Jesu veraten den Schmerz der noch nicht gefundenen Annahme.

Der Blick Simons jedoch läßt ahnen, daß er auf dem Weg ist, zu begreifen, daß ihm die geheimen Zusamenhänge mit jedem Schritt klarer werden: "Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll" (Röm 8,18).

6. Station
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch


"Jetzt schauen wir in den Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht" (1 Kor 13, 12)

Veronika stellt sich Jesus in den Weg.
Eine Frau, die fest im Leben steht. Sie tut das Naheliegende. Der Blick der Liebe schärft den Blick für die letzte Möglichkeit zu helfen. Selbst in Mitleid und Schmerz verliert sie diesen Blick nicht. Ihre Liebe überwindet Felsblöcke und macht diese zu unscheinbaren Kieselsteinen. Jesus spürt ihre ganzheitliche Zuwendung. Wie in der Begegnung mit seiner Mutter mindert auch diese Frau seine Kreuzeslast; die Balken sind kleiner gewaorden. Jesus sntwortet auf diese Liebe, die ihm geschenkt wird. Er schenkt sich dieser Frau zurück.
Das Schweißtuch, dem seine Gesichtszüge eingeprägt sind, ist Symbol dafür.
Die Liturgie faßt das Geschehen einmal in der Bitte zusammen: "Präge unser Herz nach deinem Herzen."

7. Station
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

"Als Jesus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden" (Heb 5,7)

Der zweite Zusammenbruch unter der Last des Kreuzes bringt das Erliegen.
Es ist ein Sturz in Einsamkeit, Leere und Ungewißheit. Und doch: Selbst an diesem äußersten Tiefpunkt eröffnet sich für Jesus ein Raum der Zweisamkeit mit dem Vater. Betend, mit erhobenen Händen, richtet er sich auf den aus, von dem allein ihm noch Hilfe kommen kann. "Nimm mich auf, damit ich lebe, wie du es verheißen hast. Laß mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!" (Ps 119,116)
In solcher Hoffnung können die Stolpersteine zur Seite gelegt werden; sie sind nebensächliches Geröll. Nicht die Steine haben das letzte Wort, sondern Gott, dem sich der Sohn ganz anheim gibt. Gottes Wille ist Wille zum Leben.
In der am Boden liegenden Gestalt scheint schon der erhöhte Christus auf, ganz eingehüllt in den Glanz zukünftiger Herrlichkeit.

8. Station
Jesus begegnet den weinenden Frauen


"Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal" (Offb 21,4)

Tränen gehören zum Geheimnis des Menschen. Tränen können Ausdruck des Mitleidens, des Angerührtwerdens durch fremdes Leid sein. Sie zeigen, daß der Mensch verwundbar ist, sein Herz noch nicht gefühllos und abgestumpft ist. Die Tränen der Frauen am Straßenrand sprechen wortlos aus: "Uns ist dein Elend nicht gleichgültig, wir möchten es dir abnehmen, aber wir können es nicht." Die weit geöffneten Augen JEsu vermitteln dem Betrachter eine unerwartete Antwort. Inmitten der klagenden Frauen wird Jeus zum Propheten. Sein eigentliches Leid ist nicht der körperliche Schmerz, sondern das Schicksal seines Volkes und aller, die ihm anvertraut sind.
Er ist über sein eigenes Schicksal erhoben und schaut mit prophetischem Blick das, was kommen wird. Er sucht nicht das Mitleid der Menschen, er will, daß sie umkehren und sich dem Reich Gottes öffnen.
Und genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister.

9. Station
Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz 


"Er ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist" (Apg 4, 11) .
Die Übermacht der Last zwingt Jesus ein drittes Mal zu Boden.
Vergebens kämpft er gegen das Übergewicht an. Dieses Kreuz ist für ihn Vorwegnahme der Todeserfahrung - begraben unter der Last der Balken, eingezwängt in tödliche Enge, in einen Abgrund der Verlassenheit. Unwillkürlich erinnert man sich an das Wort Jesu:
"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fallt and stirbt, bleibt es allein" (Joh 12, 24). Zermahlen zwischen Holz and Stein, zermahlen in der Mühle des Lebens - nur so wird sein Leben fruchtbar fur die Welt.
Nur so kann er zum Grundstein werden, auf dem sich das Reich Gottes aufrichtet. "Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt" (Hebr 5, 8).

10. Station
Jesus wird seiner Kleider beraubt

"Er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave. Er erniedrigte sich und war gehorsam" (Phil 2, 7.8).

Jesus wird das Letzte genommen, er wird entblößt.
Das Evangelium berichtet von dieser Szene in der Passivform. Das Bild jedoch zeigt die paulinische Deutung, wie sie im Philipperbrief zum Ausdruck kommt: Jesus erleidet nicht passiv sein Schicksal, sondern willigt bewußt ein. In der Übergabe seines Gewandes nimmt er zeichenhaft seine Selbstübergabe vorweg. Diese Hingabe ist Fleischwerdung seines absoluten Glaubensgehorsams. Gebeugt im Leid, dennoch aufrecht stehend, feststehend im Glauben, gibt er aus freiem Willen dem Vater seinen letzten Besitz.
Jesus erfüllt am Ende seines Leidensweges die Worte, die Hiob hochgemut sprach, als ihn sein Weg noch nicht in die letzte Nacht des Glaubens geführt hatte:
"Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter, nackt kehre ich dahin zurück Der. Herr hat gegeben, der, Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn" (Hiob,1, 21).

11. Station
Jesus wird ans Kreuz genagelt

„Es ist vollbracht!" (Joh 19, 30).

Hier wird schon die Frucht der totalen Selbstübergabe geerntet.
Freiheit, Gelöstheit, Offenheit and Gelassenheit prägen das Bild. Obwohl der Schrecken des Todes jetzt den Höhepunkt erreicht, hat Jesus den Schritt in das neue Leben bereits getan. Sein eigentlicher Schmerz war ja nicht der körperliche, sondern sein Ringen um den Willen Gottes. Überall, wo das Ja zu diesem Willen gesprochen ist, leuchtet das Licht des neuen Lebens auf, wächst Freiheit. „Wo der Geist des Herrn weht, da ist Freiheit" (2 Kor 3,17). Gegen solche Freiheit kann alle menschliche Anstrengung nichts ausrichten:
Mit ganzer Kraft treibt der Soldat den Nagel in die Hand Jesu and stemmt das Kreuz in die Höhe. Nocheinmal wird der Betrachter in das Wechselspiel der Macht einbezogen. Gegen die Macht der Freiheit vermag kein Mensch sich zu stemmen. „Tod, wo ist dein Stachel?" (1 Kor 15, 55). Vergebens bäumt sich der Mensch auf gegen die Übermacht seines ohnmächtigen Gottes.

12. Station
Jesus stirbt am Kreuz

„Siehe, deine Mutter ! " (Joh 19, 27)

Die Stunde Jesu ist auch die Stunde seiner Mutter und unsere Stunde.
Die Stunde seiner Erhöhung, seines Hinübergangs zum Leben ist auch die Stunde der Verheißung an uns:
„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen" (Joh 14, 18). Mit diesen Worten hatte Jesus seine Jünger im Abendmahlssaal getröstet. So steht selbstverständlich nun die als letzte unter dem Kreuz, die sich als erste wleder mit den Jüngern im Abendmahlssaal versammeln wird: Maria, seine Mutter, Urbild der Kirche. „Sie verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit Maria, der Mutter Jesu" (Apg 2, 14). Maria wird fortan den Jüngern and uns vorangehen und den Weg zu ihrem Sohn weisen.
Stellvertretend für die vielen, die sich ihr unsichtbar anschließen, erhebt sie die Hände zum Gebet and lehrt uns so, das zu tun, was allein uns am Ende bleiben wird: die freie Selbstübergabe, die Rückgabe des Lebens an ihn, den Urheber allen Lebens.
Stellvertretend für uns, für die ganze Kirche, empfängt sie die Frucht des Kreuzes: die Hoffnung auf Erlösung, auf die Fülle des Lebens für alle, die glauben.

13. Station
Jesus wird vom Kreuz abgenommen


„Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen" (Joh 12, 32).

In der Geschichte der Spiritualität hat die Erzählung von der Kreuzabnahme immer wieder einen besonderen Platz eingenommen. In ihr sah man ein Bild für den Gipfel aller Christusmystik: die Vereinigung mit Christus, der sich vom Kreuz herabneigt. Diese liebevolle Umarmung des Menschen mit dem Gekreuzigten war die Erfüllung, nach der die mittelalterliche Chri- stusmystik strebte. Von diesem Gedanken ist die Darstellung ganz geprägt.
Dem Betrachter fällt zunächst eine überdimensional große Leiter ins Auge. Mit den Kreuzesbalken ragt sie über den Bildrand
hinau in jene Höhen, die für das Auge unsichtbar sind. Die Leiter ist von je her ein Symbol des geistlichen Weges zu Gott.
So erschien Gott dem Jakob im Traum auf der obersten Sprosse der Himmelsleiter, um ihm seinen Segen zu verheißen (Gen 28, 12 ff.).
Im Bild der Leiter weist der heilige Benedikt seinen Mönchen den Weg der Demut als Aufstieg zu Gott.
So darf vielleicht Josef von Arimathäa als der Mensch des geistlichen Lebens gedeutet werden.

Von ihm berichten alle vier Evangelien übereinstimmend, daß er ein Jünger Jesu, also einer war, der sich mit Jesus auf den Weg zum Vater gemacht hat. Die Anstrengung, die ihn dieser Weg kostet, ist ihm anzusehen. Die Last Jesu scheint ihn beinahe auszurenken, wie auch Jakob, dessen Hüftgelenk sich im Kampf mit Gott ausrenkte (Gen 32, 26). Und gerade diese fast übermäßige Anstrengung läßt ihn zur innigsten Einheit mit seinem Herrn gelangen. Gleichsam angeschmiegt an den Leib des Gekreuzigten wird er von Christus angezogen and getragen. So ist nicht eindeutig festzustellen, wer der Tragende and wer der Getragene ist. Zusammen können sie ihren schweren Weg weitergehen, gehalten von den B anden der Liebe, wie es die vom Kreuz herabhängenden Seile zu symbolisieren scheinen. Indem Josef von Arimathäa seinen Weg mit Christus geht, mit ihm in die gleiche Richtung schaut, beginnt sein Gesicht zu leuchten, wird es in ihm hell, strahlt in ihm schon jetzt ewiges Licht auf. So kann für ihn das Wort wahr werden: „Nichts ist schwer, sind wir nur leicht" - leicht in der Gemeinschaft mit Christus.

14. Station
Jesus wird in das Grab gelegt

„Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung" (Röm 8, 24) .

Der Tod ist das letzte Geheimnis unseres Lebens.
Wer hätte nicht schon am Grab eines geliebten Menschen empfunden, was hier dargestellt ist. Nirgendwo spüren wir stärker unsere Solidarität mit der ganzen Schöpfung. Und Gott hat selbst seinen eigenen Sohn nicht davor bewahrt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein. Er erniedrigte sich and war gehorsam bis zum Tod" (Phil 2, 6.8). Wirklich zu verstehen ist diesess Geheimnis nicht. Was bleibt, ist das schweigende Warten auf Antwort. Auch in ihrer schweigenden Haltung ist Maria für den suchenden Menschen Stütze im Glauben. Ihre Hände haben losgelassen. Wer dies nicht wie sie im Leben gelernt hat, von dem fordert es der Tod. Der Tod der anderen und spätestens der eigene. Aber es ist nicht ein Loslassen in Verzweiflung oder ein Loslassen aus Resignation vor der Unabänderlichkeit unseres „Daseins zum Tode", sondern wer alles gelassen hat, dessen Hände sind leer und bereit zu empfangen.

Er kann „hoffen gegen alle Hoffnung" (Röm 4, 18) and mit Paulus sagen: „Deshalb gilt: 'aus Glauben', damit auch gilt: 'aus Gnade"` (Röm 4, 16). Was könnte besser am Ende unseres Lebens stehen?

Bildmeditation Kreuzweg

Bildmeditation Weihnachtskrippe

Menschen auf dem Weg nach Bethlehem -
"Vorbildgestalten" im Glauben

Die Krippe, die wir alljährlich in der Klausur im Kreuzgang unserer Abtei aufstellen, ist den Besuchern unseres Klosters in der Regel nicht zugänglich.

Deshalb möchten wir sie Ihnen auf diesem Wege gerne zeigen. Die Krippe stammt aus dem Benediktinerinnenkloster Ozon in der Provence - alle Figuren sind Unikate, d.h. wurden eigens für unsere Abtei hergestellt. Unser Konvent liebt unsere Krippe sehr, nicht zuletzt deshalb, weil jede einzelne sich auf irgendeine Weise mit einer der Figuren identifizieren kann. Vielleicht wird es Ihnen ebenso gehen.

Machen wir uns also gemeinsam auf den Weg nach Bethlehem!

Sr. Philippa Rath OSB

Die alte Bäuerin: 
Wer wartet und wacht, ist immer schon da

Die alte Bäuerin in unserer Krippe erinnert an die hochbetagte Prophetin Hanna, die - wie es im zweiten Kapitel des Lukasevangelium heißt - "gerade zu dieser Stunde kam, Gott pries und über das Kind mit allen redete, die auf die Rettung Jerusalems warteten". Hanna war noch eine ganz und gar alttestamentliche Gestalt, die aus der erinnerten Vergangenheit des Exodus-Ereignisses lebte und daraus den Maßstab für die Erwartung der Zukunft gewann.

Auch unsere alte Bäuerin hat offenbar Zeit ihres Lebens auf den Erlöser gewartet, wohlwissend und unerschütterlich glaubend, daß sich ihre Erwartung eines Tages erfüllen würde. Sie ist eine einfache und wohl auch arme Frau, mit einem vom Wind gegerbten und vom Leben durchfurchten Gesicht. Sie gehört nicht zu den Gebildeten, wohl aber zu den Weisen.
Sie weiß um das Wesentliche, sie ist ganz wach: ihre gerunzelte Stirn, ihre klaren, hellwachen Augen und ihr heiteres, gütiges Lächeln verraten es. In Ruhe und Gelassenheit kommt sie herbei, kraftvoll zupackend, eine Gans in der linken Hand.
Sie bringt Gaben ihres alltäglichen Lebens zur Krippe - wertvolle Gaben, fast so wie die arme Witwe, die ihren ganzen Lebensunterhalt in den Opferkasten warf. Aber was noch wichtiger ist: die alte Bäuerin bringt sich selbst - mitten heraus aus ihrem einfachen alltäglichen Leben. Mit der ganzen Sehnsucht und Aufmerksamkeit ihres Herzens hat sie auf den Herrn gewartet. Und jetzt ist sie da. Sie hat den rechten Zeitpunkt erwischt, den Kairos, von dem im Alten Testament allein 196 mal die Rede ist. Jenen Augenblick, der vom Menschen begriffen und ergriffen werden will. So kann sie uns lehren, da zu sein, wenn der Augenblick kommt und beherzt zu antworten, wenn der Blick oder der Ruf Gottes uns treffen.

"Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm' ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht."
(Andreas Gryphius)

Der Flötenspieler:
Spielen zur Ehre Gottes

Ein wunderbarer Kontrast zu der alten Bäuerin ist der Hirtenjunge, der auf seiner Flöte spielt. Fast noch ein Kindergesicht hat er - mit Stupsnase und aufgeblasenen Backen. Die Schafe drängen sich dicht an ihn heran, suchen bei ihm Schutz und Halt und Wärme. Oder ist es vielleicht umgekehrt?
Die Augen des Jungen verraten seine Scheu und Unsicherheit. Was mag dort geschehen sein - im Stall von Bethlehem? Was bedeutet die Botschaft der Engel? Der Junge bleibt zurück bei den Tieren, den Schal fest um den Hals gebunden - zum Schutz gegen die Kälte und vielleicht auch gegen die eigene Angst. Aber er spielt. Er spielt die uralten Weisen der Hirten, Melodien, die Zeit und Ewigkeit ineinander verschmelzen lassen.
Hirten sind Menschen des Advent - sie haben Geduld und sie können warten. Sie sind zeitlos sozusagen, immer wachsam und bereit. Nicht umsonst tauchen Hirten in allen Religionen als Prototypen des Wärters auf. Warten, so sagt das Grimmsche Wörterbuch, bedeutet, seinen Blick unverwandt auf etwas richten. Der Hirtenjunge richtet seinen Blick nach vorn und nach innen zugleich. Er ist ganz dem Spiel hingegeben und gleichzeitig ganz dem, für den er spielt.

Dem Liebenden schlägt keine Stunde, heißt es. Dem Spielenden wohl ebenfalls nicht. Im Spiel der Flöte, in der Musik wird dem Neugeborenen ein Lied gesungen, ganz zweckfrei, einfach nur so.

Der Schäfer: 
Teilen macht froh

Freudig-bewegt schaut er drein, der Schäfer mit dem grauen, ein wenig abgegriffenen Schlapphut, der wohl auch schon bessere Tage gesehen hat. Sein fröhliches breites Lächeln um das unrasierte Kinn wirkt fast schon ein wenig kess. Er scheint glücklich zu sein und strahlt das auch aus. Die Freude über die Botschaft der Engel hat ihn zur Krippe getrieben - und als Zeichen seiner Liebe bringt er mit, was er hat: ein halbes Brot, sauber geschnitten, ohne Verpackung und ohne viele Umstände. Die Armen teilen leichter als die Reichen, und sie teilen nicht nur das wenige Materielle, das sie haben, sondern vor allem die Freude und das Glück, das ihnen zuteil geworden ist: "Ich verkünde euch eine große Freude - heute ist euch der Heiland geboren". Und auch er wird eines Tages im Zeichen des geteilten Brotes unter uns sein. Teilen stiftet Gemeinschaft. Das gilt für das Brot, das wir zum Leben brauchen, das gilt aber auch für die Zeit, die wir einander schenken. Verschenkte Zeit kehrt wie durch ein Wunder stets zum Gebenden zurück. Drum lasst uns teilen wie der Schäfer - froh und ohne zu rechnen.

"Teilst du dein Brot ängstlich
ohne Vertrauen, ohne Wagemut, überstürzt,
wird es dir fehlen. Versuch es zu teilen,
ohne in die Zukunft zu denken, ohne zu rechnen,
als ein Sohn des Herrn über alle Ernten der Welt.
Dann wirst du wahre Freude erfahren."
(Helder Camara)

Der junge Mönch:
O wie staunenswert sind die Wunder Gottes

Staunen gehört zu den Urerfahrungen des Menschen. Wer nicht mehr staunen kann, hat aufgehört zu leben. Er ist wahrhaft armselig, weil er die täglichen Wunder Gottes nicht mehr sieht.

Der junge Mönch an der Krippe kann noch staunen. Er erscheint fast wie ein leibhaftiges O - O sapientia, O Adonai, O radix Jesse, O clavis David, O oriens, O Rex gentium, O Emmanuel.

Weit geöffnet ist der Mund des Jungen - voller Bewunderung, voller Ehrfurcht. Ob er selbst versteht, was sein Mund schon ausdrückt?
Die unschuldigen, fast noch kindlichen Augen verraten leichtes Zögern, unsicheres Abwarten, aber auch naive Neugier. Mund und Herz haben scheinbar schneller erkannt als Geist und Verstand. Die Hände sind weit nach oben hin geöffnet zur Orante-Haltung.

Der junge Mönch ist bereit zu empfangen - er öffnet sich für das Wunder, das da im Stall von Bethlehem geschehen ist und immer wieder geschieht. Da, wo alle Worte versagen, öffnet sich sein Mund zum stummen O zur Anbetung des Kindes in der Krippe.

Der Kantor: 
Singet und lobet den Herrn

Wie die alte Bäuerin, so ist auch der Kantor über das lebenslange Warten auf den Herrn alt und grau und wohl auch ein wenig müde geworden. Ein seltsamer Ernst schaut aus seinen Augen. Nachdenklich wirkt er und auch ein wenig skeptisch. "Ist es der, auf den wir gewartet haben oder müssen wir auf einen anderen warten?", scheint er sich mit Johannes dem Täufer zu fragen. Und doch. "Die Zeit - das ist die Spanne meines Lebens, in der wird, was werden soll", hat Karl Rahner einmal gesagt. Und so weiß auch unser Kantor tief in seinem Inneren: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, jetzt ist er da, der Tag des Heils. Und so wird er wach und greift zum Buch. Wie oft mag er die Melodien in seinem Leben schon gesungen haben. Sie sind ihm inwendig vertraut; nun kann er sie auswendig singen. Wer singt, vergisst sich selbst und gibt sich ganz dem Größeren hin. Lobpreis und Dank, Ehre und Anbetung werden dem Kind in der Krippe zuteil. Heute ist uns der Retter geboren, Alleluja.

"Die Musik ist unsere Wahrheit. Wenn sie von Herzen kommt, ist die Schönheit, die wir aus ihr hervorbringen, vielleicht der einzige wirkliche Wegweiser, die einzige Quelle der Erneuerung. Wo andere hadern, können wir heiter sein. Wo andere Spiele betreiben, können wir Herzen bewegen. Wo die Habgierigen raffen, können wir schenken... Vielleicht ist es überhaupt nur die Musik, die das Mystische mit dem Rationalen versöhnen und darin fortfahren kann, die Allgegenwart Gottes der Menschheit vor Augen zu führen." (Leonard Bernstein)

Joseph:
"... und seine Treue währet ewiglich"

Was ist diesem Mann nicht alles abgefordert worden. Doch er hat sich bewährt - im Glauben und im Gehorsam, in der Treue und in der Liebe. Ein wenig in sich versunken steht Joseph da: aufrecht, kraftvoll und wachsam. Sein rauhes, gegerbtes Gesicht zeigt, daß das Leben nicht spurlos an ihm vorüber gegangen ist. Aber er hat standgehalten und stellt sich nun schützend an die Seite Mariens. Er ist der Lichtträger, der Hüter der Flamme, die die göttliche Herrlichkeit aufleuchten läßt, die Licht schenkt und Wärme. Liebevoll, auch ein wenig stolz und zufrieden schaut er auf Maria und das Kind. Behutsam hat er die rechte Hand erhoben, um das Licht und das Kind zu schützen. Ob er weiß, daß da das "Licht für die Völker" in Windeln gewickelt in der Krippe liegt? Sein Sohn, der Gottes Sohn ist. Das Mysterium der Menschwerdung - wer kann es begreifen. Nur der, der täglich neu auf die Stimme Gottes hört, der dem Ruf folgt, der sich auf den Weg macht und seinen Weg in Treue bis zum Ende geht. "Die Treue", so sagt Gabriel Marcel, "ist der Sieg über die Zeit." Nur die Treue verleiht der Zeit Dauer und Bestand. Sie schenkt einen Vorgeschmack auf die Ewigkeit und lässt erahnen, was Gottes Liebe und Treue bedeuten.

"So sollst du denn erkennen, dass Jahwe, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Huld bis auf tausend Geschlechter denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten." (Dt 7, 9)

Maria: 
" ... mir geschehe nach deinem Wort"

Maria ist hier zunächst einmal die ganz und gar liebende und fürsorgende Mutter. Ihr Kind liegt auf ihrem Schoß, aus dem es geboren wurde. Heitere Ruhe strahlt sie aus, Sanftmut und seliges Glück. Ihr Gesicht leuchtet von innen; die zarten und feinen Gesichtszüge sind durchlässig für IHN, für das Licht. Fenster zu IHM, das will und das wird sie sein. Schon hier und heute wird das sichtbar. Ihre Augen sind gesenkt; sie schaut auf ihr Kind, hat gleichsam nur Augen für IHN. Die Liebe versteht auch ohne Worte; die Hände sprechen ihre eigene Sprache: bergend und haltend, schützend und freilassend zugleich. Sie kann ihren Sohn nicht festhalten - so wenig wie wir Gott festhalten oder festlegen können. Loslassen will eingeübt werden von Anfang an. Maria sitzt da wie eine Pietà. Später, viel später wird sie ihren gekreuzigten und gestorbenen Sohn genauso auf ihrem Schoß tragen. Ob sie darum heute schon weiß? Vielleicht ahnt sie es tief innen in ihrem Herzen. Dennoch lässt sie sich nicht beirren und ist ganz da in diesem ersten Augenblick. Eine gütige und sanfte, eine starke und mutige Frau, die ihr FIAT spricht zu allem, was Gott ihr zumutet. Das Leben ist die Spanne, in der wird, was werden soll. Im Vertrauen darauf geht Maria ihren Weg.

"Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort...
Selig, die geglaubt hat, dass sich an ihr erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ." (Lk 1, 38.45)

Das Kind: 
Die Zeit ist erfüllt

Zuletzt und doch eigentlich als Erstes liegt da das Kind in seiner Mutter Schoß: kahlköpfig, fast noch einem Embryo gleichend - der Mensch in seiner Urform und Vollendung zugleich.

In IHM hat die Zeit sich erfüllt, hat eine neue Zeit begonnen, begegnen sich Zeit und Ewigkeit. Selbstbewußt schaut es aus, ganz in sich ruhend, ganz bei sich. Ob es seiner Sendung schon gewahr geworden ist?
Den Kopf hat es leicht nach oben gerichtet, hinauf zu seiner Mutter. Aber es blickt sie nicht an, sondern schaut über sie hinaus und durch sie hindurch: "Wußtet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?" Die rechte kleine Hand liegt auf dem Herzen, so als ob es einen Eid zu schwören gelte: "Ich bin in die Welt gekommen, Euch zu erlösen. Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist da."

"Denn ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt;
die Herrschaft ruht auf seinen Schultern.
Man nennt ihn wunderbarer Ratgeber,
starker Gott, Fürst des Friedens."
(Jes 9, 5)

Bildmeditation Weihnachtskrippe

Neue Skulpturen

Der Aufbau und die Farbgebung der keramischen Großskulpturen

Jede Figur wird mit Ton hohl in der sogenannten Rollentechnik langsam aufgebaut. Nach jeweils 80 – 100 cm Aufbauhöhe muss der Ton verstrichen und in Form gebracht werden, danach braucht er eine Zeit des Trocknens und sich Verfestigens. So kann man mit einen sehr grobkörnigen (60 % Schamotte) Ton sehr hohe Figuren langsam aufbauen .
Nach dem Modellieren einer Figur muss diese je nach Größe ein- drei Wochen trocknen. Vor dem ersten Brand auf 950°C werden die Objekte mit einer weißen oder farblosen Fertigglasur bestrichen und dann zwischen 12- 16 Stunden lang gebrannt. Nach dem Abkühlen, das ca. einen Tag dauert, werden mit dem Pinsel eine oder zwei farblich unterschiedliche, selbst entwickelte Ascheglasuren, aufgelegt, um diese ein weiteres Mal zu brennen, diesmal bis ca. 1100°C. Je nach dem farblichen Ergebnis wird eine weitere Ascheglasur aufgelegt, um die Figur ein drittes Mal zu brennen. Durch das Auflegen der Glasuren mit dem Pinseln und das anschließend wiederholte Brennen mischen sich die Farben in der Hitze nur bedingt und so entstehen ungewöhnliche und nicht vorhersehbare Farbeffekte und Kombinationen. Die Ascheglasur bewirkt im Brand das Kristallisieren der Glasuren, was zusätzlich das Farbspiel intensiviert.

Diese Technik des wiederholten Auflegens der ungemischten Glasur stammt aus der Lasurtechnik in der Kaltbemalung mit Acrylfarben: durch das lasierende (dünne) Auftragen der ungemischten Farben entsteht z. B. bei einem Blau über einem Rot nicht ein Lila, sondern ein vielfältiges Farbspiel von Rot bis Blau. Diese Technik in das Glasieren von Skulpturen zu übernehmen, ist wesentlich komplizierter als bei der sogenannten Kaltbemalung mit Acrylfarben. Die Glasuren sind viel schwerer auf das Objekt zu streichen als Farben. Mit jedem Brand wird die Oberfläche des Objektes dichter, so dass die Glasur beim Auftragen ablaufen oder abblättern kann. Je nach der Mischung ist das Oxid und/ oder der Farbkörper in unterschiedlicher Stärke vorhanden, was aber erst nach dem Brand optisch sichtbar wird.
Das Zusammenwirken von bewusst angewandten Möglichkeiten mit der Unvorhersehbarkeit vieler Komponenten, insbesondere der des Brandes, machen das Arbeiten mit Ascheglasuren in unterschiedlicher Einfärbung so spannend.
Glasierte Arbeiten sind wetterfest, putzmittelresistent und säurebeständig und deshalb gut für den Außenbereich geeignet.

Neue Skulpturen
Lebenssäule Kloster Neustift
Papstrelief
Ausstellung Schweiklberg
Martin Relief, Bad Homburg

Neue Portraits

Das Gesicht eines Menschen als Abbild Gottes zu sehen und seine Charakterisierung in Farbe wiederzugeben, bilden künstlerisch eine der interessantesten und herausforderndsten Aufträge.

Neue Portraits
Frauenkreuzweg

gefasste Arbeiten

Gefasste (polychromierten) Arbeiten

Die keramischen Werke (Skulpturen, Reliefs und Kreuze) wollen in ihrer Art den Betrachter ansprechen und der religiösen Sammlung dienen. Auffälligste Merkmale sind die großen Augen, die Frontalität und die Farben in ihrer subtraktiv- optischen Mischung. In der Verbindung von keramischer Plastik und Fassmalerei, die sich durch die weiße Grundierung (Kreidegrund) und die darauf folgenden verschiedenen Farb- und Schutzschichten auszeichnet, lebt ein altes, heute fast vergessenes Kunsthandwerk wieder auf. Die Fassmalerei bietet die Möglichkeit, die Farben nuanciert zu gebrauchen und schenkt ihnen eine innere Kraft, die das Geistige des jeweils dargestellten am ehesten zur Geltung bringt. Die Themen sind aus dem klösterlichen Alltag heraus religiös motiviert und in der Ausführung besonders von romanischen Vorbildern inspiriert.

gefasste Arbeiten
Suchen
Arbeiten glasiert

Warten

Figurengruppe zum auf die Zeit bezogenen Thema: "Warten", jetzt im Innenhof des Gästehauses der Dominikanerinnen auf dem Arenberg stehend

Warten
Freuden Mariens

Bleibende


BLEIBEN
Das Wort „Bleiben“ findet sich in der Bibel 864 x in den verschiedensten Formen. Bleiben scheint somit ein Urwort des menschlichen und geistigen Lebens zu sein.

Vor einiger Zeit habe ich eine „Installation der Bleibenden“ geschaffen. In ihrer künstlerischen Form symbolisiert die Figurengruppe als Raum bildende Säulen: Treue, Feststehen, Ausrichtung nach oben, Aushalten, Geradheit und Ruhe. Sie will in einer Welt, die sich nicht um das Bleibende, sondern um das das Flüchtige, Wandelbare, Sich- stets- Verändernde dreht, einen Raum schaffen, der nicht nur zum Bleiben und Schauen anregt, sondern auch zum Suchen nach dem Bleibenden und dem Wesentlichen.

Im Nachdenken über die Frage nach dem Bleiben und dem Bleibenden bin ich immer tiefer hineingeraten in die grundsätzlichen Fragestellungen unseres Lebens. Die Frage eines jeden Menschen nach seiner Person, nach Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis ist immer die Frage nach dem Grund unseres Daseins, nach dem Wesen, dem Bleibenden , nach Gott also.

Wir sind auf dem Weg zum bleibend Ewigen, aber wir haben es noch nicht erfasst. Jeder Schritt muss von jedem einzelnen von uns selbst getan und gewagt werden. Suchen, was Bleibt, ist Suchen nach Gott, ist Sehnsucht nach Gott.

Unser Ordensvater, der hl. Benedikt, hätte sicher nicht die Stabilitas, die Beständigkeit zu den monastischen Gelübden gezählt, wenn uns das Bleiben, der Bestand, die Festigkeit, die Heimat, oder welche Umschreibung wir auch für dieses vielschichtige Wort nehmen mögen, von Geburt an mitgegeben oder durch den Glauben in Fleisch und Blut übergegangen wäre.

Von Natur aus sind wir unbeständige, unruhige Wesen. Die Selbstentfremdung ist etwas, was uns wesentlich ist. Wir spüren es täglich im Alltag, in den Beziehungen, in der Arbeit: wir sind irdisch, und sind geistig orientiert. Bleibend ist uns dieser Zwiespalt, zwischen Himmel und Erde zu leben. Wohl uns, wenn wir diese Unruhe wie einst der hl. Augustinus nutzen, um sie in Sehnsucht und in die Suche nach Gott umzuwandeln.

Denn da, wo wir das Haus, die Ordnung, die Beständigkeit zu sehr lieben, neigen wir oftmals dazu, starr und unbeweglich zu werden. Dann wird die Alltäglichkeit zur Ewigkeit stilisiert, die unverrückbar ihre Ordnung will. Dann kann das Leben auch zur Qual werden. Die Suche nach dem Bleibenden ist uns Notwendigkeit und Not, die Sehnsucht ist uns bleibend eingeprägt.

Während im Altgriechischen mit „Bleiben“ ein eher statisches, d. h. unbewegliches, festes Verhalten gekennzeichnet ist, ist der Bedeutungsgehalt im Hebräischen eher dynamisch, d. h. in Bewegung, zu verstehen. In beiden Fällen ist „Bleiben“ ein Verb, das in der Frühzeit hauptsächlich auf Gott und die Götter angewandt wird und als ein göttliches Prinzip gilt. „Bleiben“ als eine besondere göttliche Eigenschaft, drückt im Griechischen wie Hebräischen das Bewusstsein aus, was Menschen positiv als Sicherheit, Klarheit, Stärke und Heimat verstehen und suchen. Der Mensch strebt nach dieser Festigkeit und sucht es Gott und den Göttern gleich zu tun, um in der Unbeständigkeit des weltlichen Lebens Sicherheit zu finden.

Im Johannesevangelium ist das Wort „bleiben“ das prägende Wort und spiegelt die Verbindung von griechischem und hebräischem Denken, das darin göttliche Eigenschaften sieht, die uns Menschen durch Jesus Christus vermittelt werden.
Auch in der Weisheitsliteratur des Alten Testamentes spielt der Begriff „Bleiben“ eine wichtige Rolle und ist eng mit dem Johanneischen „Bleiben“ verknüpft. Die Sophia, die Weisheit, um die sich die Weisheitsliteratur in den verschiedensten Formen dreht, setzt als eine Form der Weisheit das Bleiben bei sich selbst voraus. Auch der hl. Benedikt greift diesen weisheitlichen Begriff in seiner Regel auf. Bei sich bleiben und bei Gott bleiben bilden dabei eine untrennbare Einheit.

Der hl. Augustinus schrieb in seinen Bekenntnissen (10, 26):

„Wo also habe ich Dich gefunden– [gemeint ist Gott] - , dass ich Dich kennen lernte? Denn in meinem Gedächtnis warst Du ja nicht, ehe ich Dich kennen lernte. Wo also habe ich Dich gefunden, dass ich Dich kennen lernte? Wo anders als in mir, über mir? Nirgends ist der Ort; wir gehen weg, wir gehen hin; und nirgends ist der Ort. O Wahrheit, allenthalben ist Dein Stuhl für alle, die Dich fragen, und an alle, die so vielerlei Dich fragen, ergeht Dein Antwortspruch zumal. Klar gibst Du Antwort, aber nicht hören alle es klar. Alle fragen dich, was sie wissen wollen, aber nicht immer hören sie, was sie hören wollen. Der ist dein bester Diener, der nicht das von dir zu hören trachtet, was er sich selber wünscht, sondern das zu wollen, was er von dir hört.“

Die Sehnsucht nach dem Bleiben und dem Bleibenden lässt uns Bilder schaffen, oder Bilder suchen. Bilder des Ewigen, des Bleibenden. Bilder von Gott oder von Menschen, von denen wir Glauben, dass dieses Bleibende in ihnen Bestand gewonnen hat. “Alle tiefe Erkenntnis, sogar die eigentliche Weisheit“, so sagt Schopenhauer, „wurzelt in der anschaulichen Auffassung der Dinge. Alles Urdenken geschieht in Bildern“.

So habe auch ich mir und anderen immer wieder solche Bilder und Figuren geschaffen.

Zunächst ging es mir bei der Figurengruppe der Bleibenden um das Finden eines Begriffes, der unsere menschliche Disposition auf Gott hin anzeigt. „Bleiben“, mit seinem räumlichen Aspekt schien mir sehr passend zu sein. Besonders, da die Figuren, im Kreis angeordnet, durch ihre säulenartige Form einen Raum, der das Bleiben als Wohnen, als Ort mit seiner räumlichen Dimension, gut zum Ausdruck bringen.

Ein kurzes Wort zu den Figuren im einzelnen:

Die Säule der hl. Hildegard: Mystik- Bleiben als Standhalten
sie ist hellblau, sie hebt als einzige ihr Gesicht nach oben, sie schreibt, was sie hört und sieht. In ihrer Standhaftigkeit gegenüber einer misstrauischen männlichen Umwelt bleibt sie sich und ihrer Aufgabe treu.

Die Säule des hl. Benedikt: Leben- Bleiben als Beständigkeit
dunkelblau ist sie die einzig sitzende Figur. Als Verfasser der Benediktusregel, unserer Lebensregel, hat Benedikt das „Bleiben- an- einem Ort“ zu eines der drei benediktinischen Gelübde gemacht: nur wer feststeht und bleibt, kann sich selbst, Gott und den Menschen finden.

Die Säule der Maria mit dem Engel: Glauben- Bleiben als Bereitschaft
die Frau steht vor dem Engel. Maria kann ihn nicht sehen, aber die Bereitschaft zu Hören zeigt sich in den offenen Händen. Sie ist nach Oben ausgerichtet, auf Gott hin.

Die Säule des hl. Joseph: Gehorsam- In einer Gesinnung bleiben
er schaut nach unten, eine Taube in der Hand. Von dieser Gestalt der Bibel wissen wir, dass er aus seinen Träumen heraus handelte. Ein Mann, der seine Träume ernst nahm. Gradheit und Eindeutigkeit zeichnen ihn aus.
Die Säule des hl. Johannes: Liebe- Bleiben als Ausharren
die braune Glasur wird, wo sie dick aufgetragen ist, violett. Seine Hände umfassen ein Buch, das Johannesevangelium. Die ganze Gestalt ist in sich gekehrt: zu Bleiben und auch sich selbst auszuhalten ist nicht immer leicht, ist manchmal schwer, wie diese schwere Glasur.

Die Säule der hl. Maria: Einheit- Bleiben als Feststehen.
die zusammengeschlossenen Hände sind ein völlig in sich gesammeltes Stehen, ein Bleiben in der Ruhe, ein In- sich- Ruhen. Die marmorne Glasur verstärkt den Eindruck der Geschlossenheit.

Alle sechs Figuren verkörpern also einen Aspekt des Bleibens. Zugleich stehen sie für das Ganze, denn auch im Fragment kann das Wesentliche und Ganze erfasst werden – eben so, wie auch Gott selbst in allem Geschaffenen erkannt werden kann. Noch einmal möchte ich am Schluss den hl. Augustinus zitieren:

„Was ist es, was ich liebe, wenn ich liebe meinen Gott?...Ich fragte die Erde , und sie sagte mir, ich bin es nicht; und alles was in ihr ist, gestand mir das gleiche.. Ich fragte das Meer und seine Tiefen und das Gekrieche seiner Lebewesen, und sie gaben mir die Antwort: wir sind dein Gott nicht; such droben über uns. Ich fragte die wehenden Winde, und es sprach der ganze Luftbereich mit seinen Bewohnern...ich bin nicht Gott. Ich fragte den Himmel und die Sonne, Mond und Sterne,: auch wir sind nicht der Gott, den du suchst. Und ich sagte zu allen Dingen, die um mich her sind vor den Toren meines Fleisches: so saget mir von meinem Gott, weil nicht ihr selbst es seid, saget mir von ihm doch etwas. Und sie erhoben ein Rufen mit lauter Stimme: „Er ist es, der uns erschaffen hat.“... Und ich wandte mich auf mich und sprach zu mir: wer bist nun du? Und gab zu Antwort: Mensch.“ (Augustinus, Bekenntnisse 10,6).

In diesen Worten spiegelt sich unsere Sehnsucht nach Gott und Gottes Sehnsucht nach uns: unsere Sehnsucht nach dem Bleibenden- um bleiben zu können.
Sr. Christophora Janssen OSB

Bleibende

Im Atelier

Im Atelier

Kreuzweg

Kreuzweg

Die Geschichte

Die Abtei St. Hildegard, von manchen irrtümlicherweise für ein romanisches Bauwerk gehalten, wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, näherhin in den Jahren 1900 bis 1904 erbaut. Wir verstehen uns dennoch als Gründung der hl. Hildegard, knüpft die Tradition unseres Hauses doch unmittelbar an deren altes Kloster Eibingen im Rheingau an.

Im Jahr 1150 hatte Hildegard von Bingen ihr erstes Kloster Rupertsberg an der Nahemündung erbaut. Als die Zahl der Ordensberufungen stetig zunahm und immer mehr junge Frauen sich um sie scharten, erwarb Hildegard im Jahr 1165 das ehemalige Augustiner-Doppelkloster Eibingen bei Rüdesheim. Sie übernahm auch die Leitung der Eibinger Neugründung und fuhr bis zu ihrem Tod zweimal wöchentlich über den Rhein, um ihr Tochterkloster zu besuchen. Nach dem Tode der hl. Hildegard am 17. September 1179 entwickelten sich die Klöster Rupertsberg und Eibingen ganz gemäß dem Gezeitenlauf der Geschichte: Blütezeiten klösterlichen Lebens wechselten sich mit Zeiten des Niedergangs ab.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster Rupertsberg 1632 durch die Schweden zerstört. Die Nonnen mussten fliehen, kehrten aber 1636 auf den Rupertsberg zurück. Die Klostergebäude waren jedoch in einem so schlechten Zustand, dass an einen Wiederaufbau nicht zu denken war. So sahen sich die Rupertsberger Nonnen gezwungen, im Kloster Eibingen Zuflucht zu suchen. 1642 legte die letzte Rupertsberger Äbtissin, Anna Lerch von Dürmstein, ihr Amt nieder. Die folgenden 150 Jahre waren von vielerlei Nöten geprägt. Hungersnot, Pest, Kriege und Verwüstungen suchten das Kloster Eibingen heim. Im Jahre 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben; sämtliche Besitzungen gingen verloren. Das klösterliche Leben in Eibingen war damit erloschen. Die Klosterkirche wurde von der Pfarrgemeinde übernommen. Noch heute werden deshalb die Reliquien der hl. Hildegard in der Pfarrkirche in Eibingen verehrt. Um die Pilger und Wallfahrerseelsorge in Eibingen kümmert sich seit dem Jahr 2002 eine Schwester der Abtei St.Hildegard. Auf diese Weise sind das alte und das neue Kloster Eibingen heute wieder ganz konkret miteinander verbunden.

Plan einer Neugründung

Der Plan zur Gründung eines neuen Klosters, welches das alte Kloster Eibingen wieder beleben und zugleich auf das im Jahr 1632 von den Schweden zerstörte Kloster Rupertsberg zurückgreifen sollte, ist Bischof Peter Josef Blum von Limburg (1842 – 1883) zu verdanken. Durch ihn und durch Ludwig Schneider, der von 1840 bis 1864 Pfarrer in Eibingen war, erhielt die Verehrung der hl. Hildegard im 19. Jahrhundert neue und entscheidende Impulse. Bischof Blum, der während des Kulturkampfes in den Jahren 1876 bis 1883 seines Bischofssitzes enthoben war, fand damals Aufnahme bei Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auf Schloß Haid in Böhmen. Auch sein Nachfolger, Bischof Dr. Karl Klein, war der fürstlichen Familie eng verbunden und weihte sie von Anfang an in seine Pläne zur Wiederbelebung des alten Klosters Eibingen ein. Der Fürst griff den Gedanken begeistert auf, denn es lag ihm daran, das säkularisierte Kirchengut, das seiner Familie durch den Reichsdeputationshauptschluß im Jahr 1803 zugefallen war, auf diese Weise zurückzuerstatten. Seine älteste Tochter Benedicta, Nonne der Abtei St. Cécile in Solesmes/Frankreich, sollte die erste Äbtissin der wiederzugründenden Abtei werden. Als sie am 2. Juli 1896 im Alter von nur 36 Jahren unerwartet starb, blieb Fürst Löwenstein dennoch bei seinem Vorhaben und scheute für die Wiedererrichtung des Klosters keine finanziellen und persönlichen Opfer.

Die Abtei St. Hildegard sollte auf der Anhöhe über dem Dorf Eibingen neu entstehen. Das Baumaterial – ein von Quarzit durchsetzter Sandstein – wurde aus dem Felsen oberhalb des Bauplatzes gewonnen. Planung und Durchführung des Neubaus standen unter Leitung von P. Ludger Rincklage, einem Mönch der Abtei Maria Laach, der früher Architekt gewesen war. Am 2. Juli 1900 fand die Grundsteinlegung des neuen Klosters durch Erzabt Placidus Wolter aus Beuron statt, der in Vertretung des erkrankten Bischofs Dominikus Willi an den Rhein gekommen war.

Beginn des klösterlichen Lebens

Nach vier Jahren war der monumentale Bau im wesentlichen fertiggestellt. Am 17. September 1904 zogen 12 Benediktinerinnen aus der Abtei St. Gabriel in Prag, dem ersten Frauenkloster der Beuroner Kongregation, in die Neugründung ein. Das Kloster wurde am selben Tag zu einer vollgültigen Abtei erhoben und mit allen Rechten und Privilegien des ehemaligen Klosters der hl. Hildegard ausgestattet. Als „exemte“ Abtei untersteht es nicht dem Ortsbischof, sondern unmittelbar dem Hl. Stuhl in Rom. Am 7. September 1908 war die Ausmalung der Kirche durch P. Paulus Krebs, Beuron, und seine Schüler so weit vorangeschritten, dass die Kirche durch den Limburger Bischof Dominikus Willi geweiht werden konnte. Am Tag nach der Kirchweihe, am 8. September 1908, wurde die bisherige Priorin des Kloster, Regintrudis Sauter, zur ersten Äbtissin der klösterlichen Gemeinschaft geweiht. Sie war damit die 36. Nachfolgerin der hl. Hildegard, unter deren besonderen Schutz Abtei und Kirche gestellt wurden.

In den folgenden Jahren nahm die Zahl der Ordensfrauen stetig zu. Den Ersten Weltkrieg 1914 – 1918 und die Nachkriegszeit mit der Inflation überstand die Gemeinschaft mit Gottes Hilfe und dank der klugen Leitung des Hauses relativ gut. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg (1918 – 1939) wurde der bis dahin nur im Rohbau vorhandene Ostflügel der Abtei endlich fertiggestellt. Noviziatstrakt und Kapitelsaal konnten ihrer Bestimmung übergeben werden.

Die Abtei St. Hildegard im Zweiten Weltkrieg

Die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und der Zweite Weltkrieg brachten für die klösterliche Gemeinschaft der Abtei St. Hildegard schwere Prüfungen mit sich. Schon im Mai 1941 hatte Äbtissin Regintrudis Sauter einen Teil der Abtei als Lazarett sowie 20 Mitschwestern zur Pflege der Verwundeten und für Verwaltungsarbeiten der Wehrmacht zur Verfügung gestellt – in der Hoffnung, so die Abtei vor der Auflösung retten zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Am 2. Juli 1941, dem 41. Jahrestag der Grundsteinlegung, erfolgte die Ausweisung der 115 Nonnen durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo). Unsere Mitschwestern mussten ihr Kloster verlassen, der Klosterbesitz wurde enteignet.

Der größte Teil der Gemeinschaft fand Aufnahme in caritativen Ordenseinrichtungen, vor allem bei den Kongregationen von Waldbreitbach und Dernbach sowie bei den Borromäerinnen in Bingen. In deren Krankenhäusern waren die Eibinger Schwestern während der verbleibenden Kriegsjahre auf Pflegestationen und in anderen Arbeitsbereichen tätig. Ein kleiner Teil unseres Konventes blieb in St. Hildegard, um als Rote-Kreuz-Helferinnen Verwundete zu pflegen bzw. um die hauswirtschaftlichen Arbeiten des Lazaretts mit seinen 100 – 130 Verwundeten zu besorgen. Im November 1944 wurde Rüdesheim durch einen Bombenangriff weitgehend zerstört, das Kloster blieb jedoch verschont. Da aber das Hauptlazarett und der Operationssaal in Eibingen ein Opfer der Bomben geworden waren, erhöhte sich die Bettenzahl im „Teillazarett Kloster Eibingen“ auf 325. Wenige Wochen vor Kriegsende, am 19. März 1945, wurde das Lazarett im Kloster Eibingen aufgelöst. Einige Tage später zogen amerikanische Truppen in Rüdesheim ein. Bald darauf erfolgte die Rückerstattung des Besitzes an die Abtei. In einem Teil des Klosters fanden ältere, durch die Bombardierung Rüdesheims obdachlos gewordene Bürger der Stadt sowie Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten für zehn Jahre Unterkunft.

Die Entwicklung der Abtei nach 1945

Bis zum 2. Juli 1945 – wiederum dem Jahrestag der Grundsteinlegung – waren die Gebäude der Abtei von vereinzelt bereits heimgekehrten Schwestern und vielen freiwilligen Helfern so weit instandgesetzt, dass auch die letzten der vertriebenen Schwestern heimkehren konnten. Am 2. Juli wurde das klösterliche Leben unter Leitung der inzwischen 80jährigen, aber immer noch tatkräftigen Äbtissin Regintrudis Sauter wieder aufgenommen. Manche junge Frau bat nun um Aufnahme in die Abtei, so dass durch den steten Zuwachs auch der innere Aufbau der Gemeinschaft neu beginnen konnte. Für die während des Krieges konfiszierten Glocken konnten am 1. Juli 1952 vier neue Glocken durch den Abt von Maria Laach, Basilius Ebel, gesegnet werden.

Am 4. August 1955 legte Äbtissin Regintrudis Sauter nach 47 Amtsjahren 90-jährig ihr Amt nieder. Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 8. August Frau Fortunata Fischer gewählt. Sie erhielt am 17. September 1955 durch Weihbischof Walther Kampe, Limburg, die Weihe für ihr Amt. Die Amtszeit von Äbtissin Fortunata Fischer war durch einige wesentliche Neuerungen gekennzeichnet. Im Jahr 1967 wurden die bisherigen beiden Konvente der Chorfrauen und Laienschwestern zu einer Gemeinschaft vereinigt. Der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprechend wurden Altarraum und Nonnenchor der Kirche umgestaltet. Beides fand seinen Abschluss in der feierlichen Altarweihe am 7. September 1967. Im darauffolgenden Jahr konnte eine neue Orgel eingebaut werden. Die hohen schmiedeeisernen Gitter, die bis dahin die Klausurgrenze zwischen Chor und Kirche sowie in den Sprechzimmern markiert hatten, wurden entfernt.

Am 8. August 1978 legte Frau Äbtissin Fortunata Fischer ihr Amt nieder. Als dritte Äbtissin von „Neu-St. Hildegard“ folgte ihr am 17. August 1978 durch Wahl der Gemeinschaft Sr. Edeltraud Forster, die damit die 38. Nachfolgerin der hl. Hildegard war. Die kirchliche Weihe für ihren Dienst empfing sie am 15. September 1978 durch Bischof Dr. Wilhelm Kempf, Limburg. Eines der wichtigsten Daten ihrer Amtszeit war der 5. Mai 1988. An diesem Tag besiedelten zehn Schwestern des Eibinger Konventes die ehemalige Zisterzienser-Abtei Marienrode bei Hildesheim und nahmen nach 180-jähriger Unterbrechung eine lange monastische Tradition in Niedersachsen wieder auf. 84 Jahre nach Wiederbegründung der Abtei St. Hildegard haben das benediktinische Leben und die Geistes- und Gedankenwelt der hl. Hildegard damit für unsere Zeit erneut Früchte getragen. Zehn Jahre später, am 5. Mai 1998, wurde das Tochterkloster Marienrode in die Selbständigkeit entlassen und Sr. Maria-Elisabeth Bücker von Äbtissin Edeltraud Forster für die Dauer von vier Jahren zur Priorin-Administratorin ernannt. Im selben Jahr, am 21. September 1998, nach Abschluss des großen, ereignis- und segensreichen Jubiläumsjahres zum 900. Geburtstag der hl. Hildegard, trat Äbtissin Edeltraud Forster aus Altersgründen von ihrem Amt zurück. Am 1. Oktober erfolgte daraufhin die Wahl von Sr.Gisela Happ zur Priorin-Administratorin.

Am 23.August 2000 wurde Sr. Clementia Killewald zur Äbtissin und damit zur 39. Nachfolgerin der hl. Hildegard gewählt. Ihre Weihe empfing sie am 3.Oktober 2000 durch Bischof Dr. Franz Kamphaus., Limburg. Ihr Wahlspruch lautet: „Dominus ipse faciet“ (Der Herr wird es fügen). Am 28. Mai 2002 wählte der Konvent im Tochterkloster Marienrode Sr. Maria-Elisabeth Bücker zur Konventualpriorin für 12 Jahre. Wir vertrauen, dass sich damit der Wahlspruch von Äbtissin Clementia für beide Klöster in der Tradition der hl. Hildegard schon ansatzweise erfüllt hat.

Sr. Philippa Rath OSB

Die Geschichte

Unsere Mitarbeiter

Schon seit vielen Jahren sind uns unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unentbehrliche Stützen bei der Arbeit. In großer Loyalität halten sie durch „Dick und Dünn“ zu uns und gehören so im weiteren Sinne zur klösterlichen Familie.

Mitarbeiter im Kloster Frau Annelie Walter arbeitet im Klosterladen, und das seit 1997. Ihr Bereich ist der Wein- und Dinkelverkauf. Durch ihre Fachkenntnis in Sachen Wein und ihre fröhliche, gewinnende Art ist sie die allerbeste Werbung für unsere „edlen Tropfen“.
Mitarbeiter im Kloster Frau Bettina André-Kunz unterstützt unsere Gastschwestern und trägt viel zu einer offenen und gastfreundlichen Atmosphäre an der Pforte bei. Schon ihr Vater, Herr André, arbeitete in den fünfziger Jahren bei uns, und seine Tochter war einst eines der ersten „Klimperkinder“ unserer Sr. Gertrud, die einer großen Schar von Jungen und Mädchen Gitarrenunterricht gab.
Mitarbeiter im Kloster Herr Peter Moussong wirkt nun schon seit 1988 im Haus und im Garten. Er ist begeisterter Gärtner und geschickter Hausmeister, aber in seinem Element ist er als gelernter Schreiner vor allem bei Holzarbeiten. Nur am Rande sei erwähnt, dass der Vater von vier Kindern auch ein begnadeter „Kinderbetreuer“ ist. Besonders beliebt ist seine Kinderbaustelle bei unseren Tagen der Begegnung.
Mitarbeiter im Kloster Herr Arnulf Steinheimer arbeitet seit 1990 als Winzermeister in Weinberg und Weinkeller. Er ist mit sichtbarer Freude und mit großem Erfolg immer darauf bedacht, die Qualität unserer Weine noch zu verbessern. 6,5 Hektar bearbeitet Herr Steinheimer, und es kann passieren, dass er bei der Rückkehr aus dem Weinberg sagt: “Schade, dass man heimkommen muss, weil man nichts mehr sieht.“
  Frau Rika Kohli, geb. 1968 in Afghanistan, lebt seit 25 Jahren in Deutschland und liebt ihre neue Heimat, den Rheingau, sehr. Seit 2012 pflegt sie mit viel Liebe und Engagement unsere Gästezimmer und sorgt sich als guter Geist im Hintergrund um alles, was das Wohlbefinden unserer Gäste betrifft.
Herr Kumar Kohli arbeitet seit Dezember 2011 in unserer Küche. Seine freundliche und ruhige Art sowie seine Erfahrung aus der Gastronomie sind ein großer Gewinn für unser Küchenteam.
Besonders gerne stellen wir Ihnen vier junge Mitarbeiter vor, die tagtäglich aus den Rheingauwerkstätten für behinderte Menschen kommen und bei uns einen sogenannten ausgelagerten Arbeitsplatz haben: Herr Stefan Houda ist seit 2004 bei uns und arbeitet in der Küche; Frau Dara Grujic hilft im Klosterladen und in unserer Firma Dinkel, Frau Simone Fuchs ist unsere hauptamtliche Spülerin und FrauHelen Nadathro verstärkt nun auch unser Küchenteam. Alle vier sind uns eine große Hilfe – und ein ebenso großes Vorbild. Mit welchem Eifer und welcher Freude tun sie ihre Arbeit!
Mitarbeiter im Kloster Mitarbeiter im Kloster
Mitarbeiter im Kloster
Unsere Mitarbeiter

Beuroner Kunst

Die Beuroner Kunstschule

Die Beuroner Kunst ist mystische, liturgische und damit zugleich auch monastisch-benediktinische Kunst. Sie dient ausschließlich der Bestimmung, Gott zu verherrlichen, und ist Ausdruck der Gesinnung der Künstler. Sie will einladen zum bloßen Schauen, zur Anbetung, zur Versenkung in Wesen und Geheimnis Gottes. Die Beuroner Kunst atmet Frieden und ist zugleich auf wunderbare Weise zeitlos. Darin kommt sie ihrem großen Vorbild, der alten ägyptischen Kunst, besonders nahe. Architektur und Malerei, die eng aufeinander bezogen sind, strahlen eine unwandelbare Ruhe und Majestät aus. Die Abstraktion von allem Bewegten ist bis ins Letzte folgerichtig ausgeführt: in der Architektur bestimmen die geraden Linien das Bild; in der Malerei herrscht das streng Stilistische und Stilisierte vor; die Farbgebung ist harmonisch und einheitlich.
Es gibt wohl kaum eine Kunstrichtung, die das Ruhen in Gott, jenen Grundzug mystischer Beschauung, klarer zum Ausdruck bringt als die Beuroner. Für viele moderne Menschen, die die Kunst nur um der Kunst willen schätzen, mag es heute schwierig sein, diese „l'art pour Dieu“ (Kunst um Gottes willen) zu erfassen. Einem Menschen jedoch, dem die Kunst Gedankeninhalt ist - abgründiger als ein Wort -, und der bereit ist, zu hören und zu schauen, sich anregen und in das Geheimnis führen zu lassen, dem werden sich diese Malereien aufschließen wie ein kostbarer Schatz. Er wird hinausgelenkt über sich selbst und hineingeführt in die unendlichen Weiten der Ewigkeit.

Ausstellung zur Beuroner Kunst und zur Ausmalung der Abteikirche

Aus Anlass des 100-jährigen Kirchweihjubiläums am 7. September 2008 haben wir im Seitenschiff unserer Kirche ein halbes Jahr lang eine Ausstellung präsentiert, die sich mit der Beuroner Kunst, der Ausmalung unserer Abteikirche sowie mit der Baugeschichte der Kirche beschäftigte. Die Ausstellung erfreute sich außerordentlicher Beliebtheit und wurde mit so großem Interesse aufgenommen, dass wir uns entschlossen haben, diese nun jedem Interessierten auf unserer Homepage zugänglich zu machen. Wie bereits in der Chronik berichtet, hatten Sr. Teresa, Sr. Emmanuela, Sr. Philippa und Sr. Benedicta, maßgeblich unterstützt durch Herrn Hans-Georg Kunz, bereits 2007 mit der Planung und Vorbereitung der Ausstellung begonnen.

Die Ausmalungen unserer Abteikirche gelten als eines der wenigen noch erhaltenen Hauptwerke der Beuroner Kunstschule. Diese lange Zeit fast vergessene und heute wieder sehr beachtete Kunstrichtung entstand im letzten Drittel des 19. Jh. und war bis Mitte der zwanziger Jahre weit verbreitet. Die Künstler übernahmen Formen und Motive aus ägyptischer und byzantinischer Zeit, sowie aus dem sich gerade entwickelnden Jugendstil. Die Malereien wirken durch ihre Stilisierung fast zeitlos modern. Leider wurden wesentliche Teile der Kirche in den sechziger Jahren übermalt.
Die Ausstellung zeigt nun, wie es einmal ausgesehen hat. Zu sehen sind hauptsächlich Reproduktionen der originalen Entwürfe, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Diese erlauben auch einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Ausmalungen, in die die verschiedenen Entwürfe und die einzelnen Phasen der Ausmalung. Neuere Funde in den Archiven der Erzabtei Beuron und unseres Hauses ermöglichten es uns außerdem, eine getreue Rekonstruktion in Form von 3D-Fotosimulationen vorzunehmen. Für die 3D-Fotosimulation wurden auf Basis alter Pläne der Nonnenchor und das Presbyterium samt Apsis im Computer nachgebildet. Die Wände, Böden und Decken wurden anhand der Vorlagen aus der Beuroner Malschule maßstabsgerecht rekonstruiert. Die virtuelle Ausführung erfolgte dann anhand der Original-Farbvorlagen, Konturzeichnungen und alter Schwarz-Weiß-Fotos, die in digitaler Form vorlagen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim „Rundgang“ durch die Ausstellung!
Ihre Schwestern der Abtei St. Hildegard

Beuroner Kunst

Bildmeditation “Der Kosmosmensch”

 

Gott, der Vater und Schöpfer aller Dinge, mit bärtigem Antlitz, überragt die Welt. Er sprengt den Rahmen des Bildes, denn er ist der Herr über alles, was ist. An seiner Brust trägt er das gewaltige Schöpfungsrad, das von der Kraft der Liebe, einer feurigen Christus-Gestalt gehalten und gleichsam umarmt wird. Die gestaltgewordene Liebe sagt von sich: "Ich habe jeden Lebensfunken entzündet. Mit Weisheit habe ich das All geordnet. ich bin das heile Leben. Alles hat seine Wurzel in mir."
In der Mitte des Kosmosrades steht der Mensch. Der Blick des Betrachters bleibt zunächst wie gebannt auf diese androgyne Gestalt gerichtet, die den Menschen schlechthin symbolisiert. DerMensch steht aufrecht, ganz aufgerichtet, mit ausgebreiteten Armen, mitten im Fadenkreuz des Kosmos. Durch seinen Leib ist er eingeästet in die gesamte Schöpfung wie die Zweige in einen Baum. Seine Fingerspitzen berühren einen der Kreise, die sich um ihn herum befindet.
Nur langsam nimmt man auch die anderen Dinge wahr. Blaue und weiße Kreise sind da zu sehen, Schichten, die von außen nach innen den Äther, das Wasser, die Luft mit Wolken und Regen symbolisieren. Nach mittelalterlicher Vorstellung waren dies die Urelemente der Schöpfung. Genau in der Mitte des Bildes sehen wir eine braune Kugel. Sie steht für die Erde, auf der alles Leben sich ereignet.
Dann sind da, feine, goldene Linien, die die Kreise und auch den Menschen durchziehen und die unterschiedlichen Bereiche und Teile des Bildes mitenander verbinden. Ein geheimes Netzwerk entsteht, das Himmel und Erde, Mensch und Natur - ja alles Leben miteinander in Beziehung setzt. Jedes Geschöpf, so sagt Hildegard, ist von einem anderen abhängig, alles ist miteinander verbunden und aufeinander angewiesen, alles antwortet einander und hält einander in Spannung. Das Geheimnis des göttlichen Schöpfungsplanes, nach dem jeder Mensch in einem dreifachen Beziehungsgeflecht steht: nach oben zu Gott, nach rechts und links zu den Mitmenschen und nach unten zur Tier- und Sachwelt.
Im Übergang von den blauen zu den beiden roten Kreisen ist symbolisch das Windsystem dargestellt. Aus allen vier Himmelsrichtungen entsteigen Tierköpfe: Leopard, Wolf, Löwe und Bär. Von den Sternen rundum gehen Strahlungen aus, die wiederum alle Elemente des Kosmos erfassen. Ein Lichtnetz durchdringt so die ganze Schöpfung. Der Mensch aber hält das Weltennetz in seinen Händen. Er ist Geschöpf, aber auch Mitschöpfer Gottes.
"O Mensch", sagt Hildegard, "du bist mir verantwortlich". Jeder einzelne ist also existentiell in diese Verantwortung gerufen. Durch sein unterscheidendes Wissen um Gut und Böse kann er die Welt gestalten und aufbauen - sie aber auch ins Chaos stürzen. Die Entscheidung liegt bei ihm. Die Kraft zum rechten Tun aber muß er sich von Gott erbitten.
Hören wir zum Schluß einen Auszug aus dem Originaltext Hildegards zum Bild des Kosmosmenschen:

Mitten im Weltenbau steht der Mensch. Denn er ist bedeutender als alle übrigen Geschöpfe. An Statur ist er zwar klein, an Kraft seiner Seele jedoch gewaltig. Sein Haupt nach oben gerichtet, die Füße auf festem Grund, vermag er alles in Bewegung zu setzen. Was er mit seinem Werk bewirkt, das durchdringt das All. Wie nämlich der Leib des Menschen das Herz an Größe übertrifft, so sind auch die Kräfte der Seele gewaltiger als die des Körpers, und wie das Herz des Menschen im Körper verborgen ruht, so ist auch der Körper von den Kräften der Seele umgeben, da diese sich über den gesamten Erdkreis erstrecken. So hat der gläubige Mensch sein Dasein im Wissen aus Gott und strebt in seinen geistlichen wie weltlichen Bedürfnissen zu Gott. Immer richtet sich sein Trachten auf Gott, dem er in Ehrfurcht entgegentritt. Denn wie der Mensch mit den leiblichen Augen allenthalben die Geschöpfe sieht, so schaut er im Glauben überall den Herrn. Gott ist es, den der Mensch in jedem Geschöpf erkennt. Weiß er doch, daß Er der Schöpfer aller Welt ist."

Sr. Philippa Rath OSB

Bildmeditation “Der Kosmosmensch”

Buch der Lebensverdienste (Liber vitae meritorum)

Darstellungen zum Buch der Lebensverdienste Hildegards von Bingen
Die Werke Hildegards verdanken ihre Berühmtheit nicht zuletzt den Bildern, die die Visionen auf beeindruckende Weise darstellen. Die großartigen Miniaturen zu Scivias und zum Buch der göttlichen Werke sind weithin bekannt. Man soll an das Bild des sogenannten Lucca-Kodex denken, auf dem der Mensch in der Mitte des Kosmosrades steht, oder an die minuziöse Ausarbeitung der Engelchöre sowie an das mandalaförmige Gebilde des Weltalls in der Rupertsberger Prachthandschrift. Während diese Illustrationen bereits im Mittelalter entstanden sind, hat man zum Buch der Lebensverdienste, zum zweiten Hauptwerk Hildegards, bis lang keine Darstellungen geschaffen. mehr lesen

Buch der Lebensverdienste (Liber vitae meritorum)

The Side Walls – The Story of Salvation in the Old and the New Testament

Scenes from the Old Testament are shown on the five panels above the arches on the southern (right) side wall. Viewed from back to front, the following motifs are shown:

1) Noah's Ark, which was seen as a symbol for the church and was the preferred place of God's promise.

2) God's visit to Abraham and Sarah, when Abraham is told that he is to be the progenitor of God's people.

3) Jacob's dream of the ladder coming down from heaven, which is shown here as stairs between heaven and earth, with angels ascending and descending.

4) The procession of the priests with the Ark of the Covenant. This does not represent a certain procession but rather the Old Testament tradition to process with the Ark of the Covenant in general.

5) The altar, which is dedicated to "ignoto deo", the unknown God. This picture expresses the idea of God also dwelling amongst the heathen and refers to the apostle Paul's speech at the Areopagus in Athens (cf. Acts 17:22-31).

The middle frieze above the arches on the northern (left) side wall depicts five scenes, mainly from New Testament times, of God's revelation to man. Again, from back to front these are:

 

1) Adam and Eve in Paradise. This picture is the first of the New Testament ones, as Christ's redemptive work has Paradise as its starting point and wants to restore the inseparable union of God with man before the fall of man.

2) Christ's incarnation in the manger at Bethlehem. In a unique way, the Word of God makes its dwelling with man through his Son.

3) The last supper with the disciples on Maundy Thursday and the institution of the Holy Eucharist.

4) The coming down of the Holy Spirit at Pentecost and the sending out of the disciples into the whole world.

5) The relationship between Christ and his church shown in the three symbolic images: bride and bridegroom, shepherd and flock and vine and branches.

The Side Walls – The Story of Salvation in the Old and the New Testament

Scenes Depicting the Life of St Hildegard

The paintings in the arches of the northern (left) side wall of the nave are dedicated to the Abbey's patron, St Hildegard of Bingen (1098-1179). As Fr Paulus Krebs considered himself the "painter of St Hildegard", the paintings were executed with a special love and devotion. The five-part cycle of pictures shows important scenes from the life of the saint. Viewed from back to front these are:
1) St Hildegard goes to St Jutta to Disibodenberg. At the age of 14, Hildegard was sent to Jutta of Sponheim for education. From then on she lived with her in a cell, which was adjoining the monastery of Disibodenberg. During the course of the years the cell developed into a convent. At the age of 15 Hildegard took her vows. Later, after Jutta's death, she was elected to be the spiritual mother of the community.

2) St Hildegard moves to Rupertsberg. In the year 1150 Hildegard of Bingen moved from Disibodenberg to Rupertsberg, where a larger house had been built on her instructions. Rupertsberg became her real monastic home - this is where she wrote her main visionary works. From here she founded the convent at Eibingen.

3) St Hildegard speaks to the Emperor Barbarossa at Ingelheim. Hildegard was not only an abbess and a prophetess, but also an advisor to many of her contemporaries. She corresponded extensively with well known and lesser known influential persons, and also went on several journeys in order to teach and to give advice. Up-river on the left bank of the Rhine at Ingelheim, the Emperor Barbarossa held court while his army was encamped there. He wished to meet the famous abbess. It is not known in detail what exactly the two discussed. But it is certain that the Emperor was obviously favourably inclined towards Hildegard and her monastery, and he issued a letter of safe-conduct for her in 1163.

4) St Hildegard founds the monastery at Eibingen and heals a blind boy in Rüdesheim. St Hildegard's fame led more and more young women to the convent at Rupertsberg. But this house had originally been built for only 50 nuns.Soon it was too small and in the year 1165 Hildegard purchased the former Augustinian double monastery in Eibingen near Rüdesheim in order to re-settle the site. Hildegard remained abbess at Rupertsberg, but crossed the Rhine to Eibingen twice a week with a small boat. On one of these occasions she is said to have restored sight to a blind boy by moistening his eyes with Rhine water.

5) Signs appearing in the heavens on the death of St Hildegard. St Hildegard of Bingen died on the morning of September 17th, 1179. According to tradition, a wonderful light shone in the sky after her death, with a red shimmering cross being seen in the bright light.

The wall paintings in the side aisle are also dedicated to St Hildegard as well as other important women saints of the Benedictine order. Above the sacristy door on the eastern wall St Hildegard herself is shown with a quill in her right hand. Opposite, on the western wall, five holy women can be seen: Margareth of Rupertsberg, Hiltraud of Rupertsberg, Jutta of Sponheim, Ida of Rupertsberg and Elisabeth of Schönau. All five saints are stylized and have evenly proportioned faces. On the long wall between the windows more paintings of holy Benedictine women can be found.

They too, are not painted in a historically realistic way, but rather stylized, as a sign that the artist was not concerned with historical religious painting, but with symbolic character and its message of faith. On leaving the church one notices an inscription above the main door. This is dedicated in gratitude to the founder of the convent and builder of the church and monastery, Prince Karl zu Löwenstein. He laid the foundation to something still bearing rich fruit to this day. Every year many thousands of pilgrims and visitors come to the Abbey Church of St Hildegard. They come to Eibingen following the footsteps of the great saint and to praise God together with the nuns of the Abbey.

 

Scenes Depicting the Life of St Hildegard

Exhibit of Beuronese Art and Murals of the Abbey’s Church

The occasion of the centennial celebration of the consecration of our church on September 7, 2008, inspired us to present an exhibition in the lateral nave which lasted six months and was dedicated to Beuronese Art, the history of the construction of our church as well as the murals found therein. As the exhibition received such positive resonance and was visited by an exceptional number of guests showing great interest in the subject, we have decided to make it available for viewing on our homepage. Sr. Teresa, Sr. Emmanuela, Sr. Philippa and Sr. Benedicta, with the inestimable support of Mr. Hans-Georg Kunz, began making preparations in 2007, as reported in our annual Chronicle.


The murals of our abbey church are regarded as one of the few remaining major and comprehensive works of the Beuronese School of Art. This style, which was almost forgotten, has recently experienced a modest renaissance and is receiving increased attention. It was developed in the last decades of the 19th Century and spread widely well into the mid-20th Century. The artists utilized forms and motifs from the classical Egyptian and Byzantine eras as well as elements of Art Nouveau which was developing at that time. The paintings have an almost timeless modernity due to their stylization. Unfortunately, significant portions of the church were painted over in the course of the 1960’s.
The exhibition shows how the church appeared originally.Displayed are mainly reproductions of original drafts which were previously unavailable to the public. They permit an exciting peek into the development of the paintings which can be seen in various drafts and in each phase of the process. New discoveries in the archives of the Archabbey of Beuron and in our own house permitted us, in addition, to create authentic, computer-generated photographic 3-D simulations. These computer simulations were constructed according to old plans of the nun’s choir and the presbyterium including the apse. The walls, floors and ceiling were reconstructed to scale measurements using submittals from the Beuronese School of Art. The virtual presentation was realized by utilizing original color sketches, contour drawings and old monochrome photographs which had been preserved in digital form.
We wish you great pleasure during your “walk” though the exhibition.

Your Sisters of the Abbey of Saint Hildegard

Exhibit of Beuronese Art and Murals of the Abbey’s Church

Interview zum Hildegard von Bingen-Film “Vision”

Hildegard von Bingen gilt als deutsche Prophetin und bedeutende Predigerin, als erste deutsche Ärztin und Naturforscherin. Vor 900 Jahren lebte diese Ordensfrau. 2009 ist ein  Film über Hildegard in die Kinos gekommen. Er heißt „Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" und wurde von Margarethe von Trotta gedreht. Beraten wurde sie bei ihren Dreharbeiten von Schwester Philippa Rath aus der Abtei St. Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim. Für sie ist Hildegard ein von Gott begeisterter Mensch mit einer engen Gottesbeziehung, der den Glauben in solch bildhafter und verständlicher Sprache verkündet, dass auch Menschen des 21. Jahrhunderts wieder auf die Benediktinerin vom Rhein aufmerksam werden und von ihr an Gott erinnert werden. Moderation/Redaktion: Christian Turrey
Sendung vom Sonntag, 01.11.2009

Interview zum Hildegard von Bingen-Film “Vision”

Goldschmiede – Schmuck

Armreife, Colliers, Ohrschmuck und Ringe

Goldschmiede – Schmuck

Goldschmiede – Kirchliche Kunst

Kelche, Hostienschalen, Hostiendosen und Kreuze

Goldschmiede – Kirchliche Kunst

L’Ecole d’Art de Beuron

A peine entré dans l’église, le visiteur se sent immergé dans une atmosphère de recueillement et de méditation. Il tombe directement sous le charme de l’élévation, de la symétrie, de la pureté des lignes de l’espace aménagé et sous celui des peintures murales aux couleurs vaporeuses, paisibles et empreintes de mystère. Celui qui perçoit cette impression dominante et particulière de paix et de sérénité a déjà saisi les grandes lignes et caractéristiques de l’école d’art de Beuron.

L’art Beuronien est un art mystique, liturgique et donc, en même temps, un art monastique bénédictin. Il invite tout simplement le visiteur à voir, à contempler la nature et le Mystère de Dieu, à s’y plonger. L’art de Beuron respire la paix, ce qui le rend merveilleusement intemporel. Cet aspect montre une certaine affinité pour l’ancien art égyptien, son modèle. L’abstraction du mouvement est consciencieusement respectée jusque dans le moindre détail. L’architecture est caractérisée par la pureté des lignes. Le style rigoureux et la stylisation dominent dans les peintures. Le choix des couleurs est harmonieux et uniforme.

Il n’y a quasi aucun autre mouvement artistique capable d’exprimer avec autant de clarté la quiétude, la paix, trait essentiel de la contemplation mystique

Il est peut être difficile aujourd’hui pour la plupart des gens d’apprécier cet «Art pour Dieu» sans vouloir directement en discerner sa valeur artistique. Mais à quelqu’un pour qui l’art exprime une pensée – plus profonde qu’un mot – et qui est prêt à écouter, regarder, à se laisser inspirer et guider à l’intérieur du Mystère, ces peintures dévoilent un trésor précieux. Il se détache de lui-même et est transporté dans l’espace infini de l’éternité.

L’Ecole d’Art de Beuron

Les Peintures de l’Abside

L’intérieur de l’église se caractérise par une représentation monumentale du Christ, au-dessus de l’autel de l’abside. Peinte sur fond doré, elle fait penser à une mosaïque byzantine – une association tout à fait intentionnelle des artistes. Le Christ apparaît en Pantocrator, en roi et maître sublime de l’univers mais en même temps comme un frère accueillant et recevant les hommes à bras ouverts. Cette position du Christ avec les bras grand ouverts est profondément symbolique : celui qui est invité vient là librement et non par force. Chacun est invité à n’importe quel moment et peu importe l’endroit où il se trouve. C’est ainsi que le regard du Christ suit son visiteur et il n’y a aucun endroit où celui-ci peut s’y soustraire. Cet effet est dû à la courbure intérieure de l’abside, un avantage pour les artistes qui ont su l’exploiter.

En bas, la peinture du Christ est bordée d’une fresque de 13 agneaux, un motif déjà très répandu dans de nombreuses églises, au début du christianisme. Les 13 agneaux symbolisent le Christ et les 12 apôtres : généralement, cette représentation du Christ renvoie à l’eucharistie, célébration du sacrifice du Christ. L’agneau ne peut pourtant pas avoir, ici, la même signification puisque les apôtres sont déjà eux-mêmes représentés de la même manière. C’est pourquoi, on pense plutôt à l’évangile de Saint Luc (Lc 10,3) qui dit : «Je vous envoie comme agneaux au milieu des loups.» Les apôtres et par conséquent chaque chrétien doit répandre la Bonne Nouvelle et construire le Royaume des Cieux non par la puissance et la force humaine mais au contraire : «… Dieu a choisi les choses faibles pour confondre les fortes, Dieu a choisi les choses folles pour confondre les sages» (1 Cor 1,27). L’Amour divin ne se mesure pas d’après ce qui est grand et important dans l’univers. Il est particulièrement présent dans ce qui est simple, faible et effacé. Voici donc le message que les 13 agneaux essaient de transmettre au visiteur.

Une deuxième fresque bordant celle des agneaux représente 8 anges. Les anges, strictement alignés de face et debout sont revêtus d’une tunique blanche ceinturée (ancien vêtement romain dont s’est inspiré l’ordre bénédictin pour son habit). Au-dessus de leurs ailes, on peut apercevoir les lettres suivantes «SCTS»: Sanctus (Saint), signe de la louange éternelle de Dieu.

Les Peintures de l’Abside

Tabernaculum Dei cum hominibus – thème essentiel des fresques de la nef centrale

La nef centrale comprend 4 espaces peints: les murs latéraux, l’arcade du chœur et le mur arrière. La surface de l’arcade du chœur est dominée par l’image de la Cité de Dieu, par les murs de la Jérusalem céleste, flanqués de deux tours de chaque côté

L’inscription en ocre lumineux sur fond bleu saphir indique l’idée de base de toutes les représentations et le thème de l’ensemble des peintures murales de l’église «Tabernaclum Dei cum hominibus» - «La maison (le tabernacle) de Dieu parmi les hommes » (Révélations, 21,3). L’idée exprimée dans «Maison de Dieu» trouve son origine dans l’Ancien testament. L’endroit où se rassemblaient les Israélites, peuple de Dieu – endroit aussi de la rencontre de Dieu – était, à l’époque des nomades et avant la construction du temple de Jérusalem, une tente appelée tabernacle, le «tabernacle de la rencontre». Là, dans «Sa Cité» et dans «Sa Maison», les Israélites célébraient et ressentaient la présence de Dieu et Son soutien. Cette référence à l’Ancien Testament est représentée symboliquement sur le mur arrière de l’église, au-dessus de la grande fenêtre de l’entrée. Au Mont Sinaï, Dieu montre à Moïse le plan de Sa Maison parmi les hommes : «Inspice et fac secundum exemplar, quod tibi in monte monstratum est» – (Regarde et fais d’après le modèle qui t’est montré sur la montagne) (Ex 25,40). Moïse dans ce plan voit, la céleste Jérusalem représentée sur l’arche du chœur. L’architecture de l’Église dans l’Ancienne et la Nouvelle Alliance repose sur celle-ci.

De même pour Jésus et pour les premières communautés chrétiennes du Nouveau Testament, le Temple est considéré comme Sanctuaire et «Maison du Père». Mais une nouvelle dimension s’y ajoute à présent : Jésus Lui-même, par Sa mort et Sa résurrection, devient le lieu final et universel de la rencontre de Dieu et de la présence de Dieu. Les Évangiles parlent ainsi de Son Corps comme du vrai Temple et les textes de Saint Paul poursuivent en mentionnant le corps mystique de l’Église dont la tête est le Christ. Tous les croyants se représentent donc le «Temple Sacré du Dieu Vivant» de cette manière. La véritable place de Sa présence est donc l’Église en tant que sacrement originel du Christ, en tant que peuple du Dieu de la Nouvelle Alliance. Celui-ci s’y rassemble pour écouter la parole de Dieu, pour prier et participer au repas du Seigneur et donner ainsi à l’édifice de l’église une notion,un sens de «lieu de la rencontre avec Dieu». «Inhabitatio Dei cum Hominibus» – la Maison de Dieu parmi les hommes devient le symbole de la véritable histoire de «Dieu avec l’homme».

De chaque côté de l’arcade du chœur figurent les fondateurs de l’ordre Bénédictin: Saint Benoît et sa sœur Sainte Scholastique. Saint Benoît est placé au nord (côté gauche de l’arcade) et prend ainsi la tête de la procession des saints hommes représentés sur la partie supérieure du mur septentrional tandis que la procession des saintes femmes se termine avec Sainte Scholastique. Les deux cortèges sont décorés de rameaux de palmier, symbole de la vie éternisée dans ces hommes et ces femmes. Sous les fondateurs de l’ordre, figure d’un côté Saint Pierre, de l’autre Moïse avec les Tables de la Loi. Pierre et Moise complètent chacun un rang de personnages représentés sur les parois latérales de l’église. Moïse complète la rangée des 4 grands prophètes : Daniel, Ezéchiel, Isaïe et Jérémie et Pierre, celle des 4 Evangélistes : Mathieu, Marc, Luc et Jean.

Tabernaculum Dei cum hominibus – thème essentiel des fresques de la nef centrale

Les murs latéraux – Histoire du Salut dans l’Ancien et le Nouveau Testament

Des scènes de l’Ancien Testament sont représentées sur 5 panneaux, au-dessus des arcades du mur latéral sud (droite). En remontant vers le chœur :

1. L’Arche de Noé, considérée comme symbole de l’Église et emplacement choisi de la promesse de Dieu.

2. Dieu, se fait connaître à Sarah et Abraham et demande à celui-ci de devenir le progéniteur de Son peuple.

3. Le songe de Jacob de l’échelle céleste représentée, ici, par des marches reliant le ciel et la terre, empruntées par des anges.

4. La procession des prêtres avec l’Arche d’alliance : cette image ne représente pas une simple procession mais plutôt la tradition dans l’Ancien Testament de défiler avec l’Arche d’alliance.

5. L’autel dédié à l’«ignoto deo», le Dieu inconnu. Cette peinture exprime l’idée de Dieu demeurant également parmi les gentils (paiëns) et se rapporte au sermon de l’apôtre Paul à l’aréopage d’Athènes (Actes des Apôtres 17,22-31).

Sur le mur latéral nord (gauche) de la nef centrale, la fresque du milieu représente 5 scènes – principalement du Nouveau Testament – de la Révélation de Dieu à l’homme.

En remontant vers le chœur :

1. Adam et Eve au paradis. Cette image est la première des images du Nouveau Testament, parce que l’œuvre de Rédemption du Christ débute directement au paradis, désirant rétablir l’inséparable union originelle de Dieu et de l’homme avant la chute de celui-ci.

2. L’Incarnation du Christ dans l’étable de Bethléem. De manière unique, la parole de Dieu prend place parmi les hommes en la personne de Son Fils.

3. Jésus et Ses disciples, lors de la dernière Cène, la veille de la Passion, au cours de laquelle Il institue l’Eucharistie.

4. La descente de l’Esprit Saint, à la Pentecôte, et l’envoi des apôtres à travers le monde.

5. L’union du Christ et de son Église symbolisée par l’époux et l’épouse, le berger et son troupeau, le pied de la vigne et ses branches.

Les murs latéraux – Histoire du Salut dans l’Ancien et le Nouveau Testament

Scènes de la Vie de Sainte Hildegarde

Les peintures sous les arcades du mur latéral nord (gauche) de la nef sont dédiées à Sainte Hildegarde de Bingen (1098–1179), patronne de l’abbaye. Comme P. Paulus Krebs se considérait lui-même «Peintre de Sainte Hildegarde», il réalisa ses peintures avec un soin et une dévotion toute particulière. Une série de cinq peintures représente des scènes importantes de la vie de la sainte.

En remontant vers le chœur :

1. Sainte Hildegarde arrive chez Sainte Jutta, au Disibodenberg. A l’âge de 14 ans, Hildegarde est confiée à Jutta de Sponheim, pour son éducation et son instruction. Elle va vivre désormais en sa compagnie dans un couvent dépendant du monastère de Disibodenberg. Le couvent va très vite se développer au fil des années. A 15 ans, Hildegarde prononce ses vœux. Plus tard, à la mort de Jutta, Hildegarde est élue mère spirituelle de la communauté conventuelle.

2. Sainte Hildegarde part s’installer au Rupertsberg près de Bingen. En 1150, Hildegarde de Bingen quitte le Disibodenberg pour aller s’installer au Rupertsberg où elle a fait construire un plus grand cloître. Le Rupertsberg devient sa vraie maison monastique. C’est là, qu’elle rédigera ses grandes œuvres inspirées de ses visions. A partir du Rupertsberg, elle fondera aussi le couvent d’Eibingen.

3. A Ingelheim, Sainte Hildegarde parle à l’empereur Barberousse. Hildegarde n’était pas seulement abbesse et prophétesse mais aussi conseillère auprès de beaucoup de ses contemporains. Elle entretint une large correspondance avec de grands personnages de l’époque, et d’autres moins illustres et entreprit différents voyages, pour enseigner et prodiguer ses conseils. En amont du Rhin, à Ingelheim sur la rive gauche, l’empereur Frédéric Barberousse avait installé son armée et en même temps sa cour. Il souhaita rencontrer la célèbre abbesse. Le sujet et le détail de leur conversation restent inconnus mais ce qui est certain, c’est que l’empereur traita Hildegarde et son monastère manifestement avec déférence et lui octroya en 1163, un sauf-conduit.

4. Sainte Hildegarde fonde Eibingen et guérit un jeune aveugle. La renommée de Sainte Hildegarde attire de plus en plus de jeunes filles au couvent de Rupertsberg. Celui-ci ayant été construit pour héberger une cinquantaine de religieuses devient très vite trop petit. Hildegarde acquiert, alors, en 1165, un ancien double monastère augustin à Eibingen, près de Rüdesheim et le réoccupe. Hildegarde reste abbesse au Rupertsberg et traverse le Rhin en bateau, 2 fois par semaine, pour se rendre à Eibingen. Lors d’une de ces traversées, on raconte qu’elle aurait rendu la vue à un jeune garçon aveugle en lui humectant les yeux avec de l’eau du Rhin.

5. Les signes qui apparaissent dans le Ciel, à la mort de Sainte Hildegarde. Sainte Hildegarde meurt le matin du 17 septembre 1179. On rapporte qu’après sa mort, une merveilleuse lumière apparut dans le ciel et l’on put apercevoir, au milieu de cette lumière ardente, une croix rouge étincelante.

Les peintures murales du bas-côté sont également dédiées à Sainte Hildegarde ainsi qu’à d’autres saintes femmes de l’ordre bénédictin. Au dessus de la porte de la sacristie, sur le mur est, Hildegarde est représentée avec une plume dans la main droite. Sur le mur ouest, en face, sont représentées 5 saintes femmes : Margareth de Rupertsberg, Hiltraud de Rupertsberg, Jutta de Sponheim, Ida de Rupertsberg et Elisabeth de Schönau. Toutes les cinq saintes présentent les mêmes traits stylisés et réguliers du visage et de la silhouette.

Le long du mur entre les fenêtres, nous apercevons plusieurs peintures de saintes bénédictines. Leur aspect ne correspond pas à la réalité historique et est, lui aussi, volontairement stylisé par l’artiste pour montrer qu’il ne s’agit pas ici de peindre uniquement l’histoire religieuse mais plutôt d’en discerner le caractère symbolique et le message de foi.

En quittant l’église, on aperçoit une inscription au dessus du portail. Celle-ci est dédiée, en reconnaissance, au fondateur et constructeur de l’abbaye et de l’église, Prince Karl de Löwenstein. Ce qu’il a fondé en 1900 a déjà, jusqu’à nos jours, largement porté ses fruits. L’église abbatiale de Sainte Hildegarde est, chaque année, visitée par des milliers de pèlerins qui, sur les pas de Sainte Hildegarde, viennent célébrer, ensemble avec nos sœurs, la louange de Dieu.

Scènes de la Vie de Sainte Hildegarde

The Beuron School of Art

On entering the church a unique atmosphere embraces visitors, inviting them to reflection. The spacious interior, designed in a symmetrical and serene form captivates, as does the muted, tranquil and seemingly mysterious colouring of the murals. Whoever perceives this unusually peaceful mood, has a fair understanding of the major characteristics of the "Beuron School of Art".
The art of Beuron is a mystical, liturgical and therefore at the same time also a monastic-Benedictine art form, inviting the viewer to merely behold, adore and contemplate the nature and mystery of God. The art of Beuron breathes peace and, in a wonderful way, is timeless. In this respect, it has an affinity with its great model, the ancient Egyptian art. Architecture and painting, which are closely related, transmit an unwavering tranquility and majesty. The abstraction of all motion is executed consistently to the last detail: straight lines determine the appearance of the architecture; the strictly stylistic and stylized dominate the painting; the choice of colour is harmonious and uniform.
There is hardly a direction in art, which expresses resting in God, that essential feature of mystical contemplation, more clearly than Beuron. It may be difficult for many people nowadays, who appreciate art only for art's sake, to grasp this "l'art pour Dieu" (art for God). But someone, for whom art is content of thought - with more depth than the word - and who is willing to listen and to see, who lets himself be stimulated and be led into the mystery, to such a person these paintings will open up as a precious treasure-trove. He will be guided beyond himself and led into the infinite expanse of eternity.

The Beuron School of Art

The Painting in the Apse

The interior of the church is characterized by the monumental figure of Christ above the altar in the apse. Painted on gold ground it reminds the viewer of a Byzantine mosaic - an association, which was definitely intended by the artist. Christ appears as Pantocrator, as sublime king and ruler of the universe, but at the same time man's brother who receives him with open arms. The outstretched arms suggest the deep symbolism of this figure of Christ: The one who is invited comes out of his own free will and not by force. The relationship between Christ and man is a relationship of friendship and love. All are invited at any time and any place regardless of where they may be. In such a way, this figure of Christ is looking at each viewer; there is no place where he could withdraw to, to evade this gaze. This effect is due to the curve of the dome-shaped apse, which the artist at the Abbey of St Hildegard took full advantage of.
Below this image of Christ there is a frieze with thirteen lambs, a motif, which was already used in many churches in early Christian times. The thirteen lambs are a symbol for Christ and the twelve apostles. As a rule, this representation of Christ is considered a reference to the Eucharist, a celebration of Christ's sacrifice. But here, the lambs cannot have this meaning as the picture is also a symbol for the apostles. Therefore a connection to Lk 10:3 suggests itself, where it says: "I send you out as lambs in the midst of wolves". The apostles and consequently all Christians are not to bring the Good News and to build the Kingdom of Heaven with human power and strength, on the contrary: "…but God chose what is foolish in the world to shame the wise, God chose what is weak in the world to shame the strong" (1 Cor 1:27). The standards of divine love do not correspond to that which the world considers to be of rank and importance, but God works particularly in the inconspicuous and the weak: This is the message, which the thirteen lambs try to impress on the viewer.
Below the frieze of lambs is a second frieze showing eight complete figures of angels, who are aligned in a strictly forward position and are clothed in white girded tunics (ancient Roman dress, on which the habit of the Benedictine order was based). Above their wings one can see the letters "SCTS" - sanctus (holy), as a sign for the perpetual praise of God.

The Painting in the Apse

Tabernaculum Dei cum hominibus – Basic Idea of the Murals in the Nave

The nave has four areas of wall paintings: both side walls, above the choir arch and the back wall. The space above the choir arch is dominated by the image of the City of God, by the walls of the heavenly Jerusalem, bordered by two towers each on both sides. The inscription in glowing ochre on sapphire-blue ground points to the basic idea of all the paintings and the theme of the murals in the church: "Tabernaculum Dei cum hominibus", "the house of God amongst men" (Rev 21:3).
The thought expressed here, God living amongst men, originates in the Old Testament. The place where the Israelites, the people of God, assembled - and therefore the very place of encountering God - was at the time of their wandering through the desert the "tent of meeting", later the temple at Jerusalem. There, in "his city" and "his house", the Israelites celebrated and experienced God's helpful presence. Symbolically, this Old Testament reference is also depicted on the back wall of the church over the great arched window above the portal. In the vision on Mount Sinai, God shows Moses the plan for his dwelling amongst men: "Inspice et fac secundum exemplar, quod tibi in monte monstratum est." (And see that you make them after the pattern for them which is shown you on the mountain.) (Ex 25:40). Moses saw the heavenly Jerusalem, which is depicted above the choir archway, on the plan. Ecclesiastical architecture in the Old and New Covenant is based on it.
In the same way, Jesus and the early Christian community regarded the temple as sacred and the "House of the Father". But a new dimension was now added: Jesus himself through his death and resurrection became the final and universal place of encountering God and of God's presence. Thus the Gospel speaks of his body as the true temple, and this is developed further in Pauline texts with the mystical body of the church, whose head is Christ. All the faithful therefore make up "the holy temple of the living God". So the real place of his presence is the church as Christ's original sacrament, as God's people of the New Covenant. They gather to hear the Word of God, to pray and to come to the Lord's Supper and thus turn the church building itself into the place of encountering God. This closes the circle. "Inhabitatio Dei cum hominibus" (The in-dwelling of God with man) therefore becomes the symbol of the very history of God with man.
On either side of the choir arch we find St Benedict and his sister St Scholastica, the founders of the Order of St Benedict. St Benedict has his place at the northern (left) side of the arch and at the same time leads a procession of holy men in the upper area of the northern side wall. As a counter balance, the procession of holy women ends with St Scholastica. Both processions are decorated with palms, a symbol of life, which continues to be felt through these men and women into our present day. Beneath the founders of the order one can see on one side St Peter and on the other Moses with the Tables of the Law. Peter and Moses in turn complete a row each of figures on the side walls of the church: with Moses ends the row of the four great prophets - Daniel, Ezekiel, Isaiah and Jeremiah; with Peter ends the row of the four evangelists - Matthew, Mark, Luke and John.

Tabernaculum Dei cum hominibus – Basic Idea of the Murals in the Nave