Liebe Mitschwestern und Mitbrüder, liebe Verwandte und Freunde der Abtei St. Hildegard!

Das Jahr geht zu Ende, und seine noch verbleibenden Tage sind gezählt! Was jedoch die Tage angeht, die nun der Vergangenheit angehören, – was sie uns „brachten, was sie weinten, was sie lachten“, so Mörike, so soll hier versucht werden, einiges davon auf ein paar Seiten Papier einzufangen, um allen, die uns nahe stehen, ein wenig Anteil an den kleinen und größeren Ereignissen unseres klösterlichen Lebens zu geben. Nichts Großartiges gibt es da, – eben nur das Handgreifliche. Das „Nicht-Greifbare“ kann nicht eingefangen werden, und dennoch hoffen wir darauf, dass es uns trägt. Es ist wohl das Bedeutsamere.

In der Darstellung des Jahresablaufs bei uns haben wir diesmal eine etwas andere Form gewählt, insofern die einzelnen Mitschwestern aus ihrem Lebensumfeld, insbesondere aus den Arbeitsbereichen, selbst berichten. Dabei ergibt sich jeweils ein Überblick im Zusammenhang. Diese Berichte wurden dann gleichsam wie große Blumen zu einem Strauß zusammengetragen und die sonstigen Ereignisse hineingefügt wie kleinere Blüten und Blätter. Der so entstandene „Strauß“ sei nun allen, die sich uns verbunden fühlen, dargereicht als dankbares Zeichen der Teilgabe an unserem Leben. Wie es Anton Bruckner mit seiner 9.Symphonie hielt, so sei, wenn der Vergleich nicht anmaßend ist, auch dieser „Strauß“, zunächst „dem lieben Gott gewidmet,wenn er ihn annimmt . . .“

Das neue Kirchenjahr stellte M. Clementia zum 1. Advent unter das Motto: „Visitare nos in pace“ – „Suche uns heim in Frieden, o

Gott!“, wobei das Wort „Frieden“ in seiner weitesten Dimension verstanden werden will: von jenem Frieden, der nach der Weisung Benedikts jedes einzelne Glied der Klostergemeinde beseelen soll,bis hin zu dem Frieden, der in unserer Welt zwar tief ersehnt wird,aber doch immer bedroht ist. – Insgeheim konnten bei diesem Jahresmotto aber auch Assoziationen aufkommen zu der für den Mai angekündigten „Kanonischen Visitation“.

weiterlesen Chronik PDF download