, ,

Unser Konvent

,

Unsere Mitarbeiter

Schon seit vielen Jahren sind uns unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unentbehrliche Stützen bei der Arbeit. In großer Loyalität halten sie durch „Dick und Dünn“ zu uns und gehören so im weiteren Sinne zur klösterlichen Familie.

 

Mitarbeiter im KlosterFrau Annelie Walter arbeitet im Klosterladen, und das seit 1997. Ihr Bereich ist der Wein- und Dinkelverkauf. Durch ihre Fachkenntnis in Sachen Wein und ihre fröhliche, gewinnende Art ist sie die allerbeste Werbung für unsere „edlen Tropfen“.

 

 

ziesingFrau Johanna Ziesing ist seit Mai 2015 Leiterin unseres Klosterladens. Sie ist seit  30 Jahren leidenschaftliche Buchhändlerin und hat viel Freude an dem umfangreichen und vielfältigen Sortiment des Klosterladens. Sie liebt den Kontakt mit Menschen und gibt ihre Begeisterung für die vielen schönen Dinge im Klosterladen gerne an die Kunden weiter.

 

 

hunfeldFrau Petra Hunfeld, die seit 2013 in unserem Klosterladen mitarbeitet, ist gelernte Buchhändlerin und war nach einem Studium mehrere Jahre lang im Verlagswesen tätig. Sie liebt es, nah am Buch und nah an den Menschen zu sein und ist gleichermaßen vor und hinter den Kulissen des Klosterladens präsent. Sie ist Mutter von drei Söhnen, die auch schon hin und wieder Buchempfehlungen abgeben.

 

Frau Petra Biala ist gelernte Bankkauffrau und hat ihren Beruf wegen eines Familiennotfalls 2014 aufgegeben. Seit 2016 ist sie in unserem Klosterladen tätig und für den Wareneingang zuständig. Besonders viel Freude macht ihr auch der sporadische Einsatz in der Vinothek. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

  

 

Mitarbeiter im KlosterFrau Bettina André-Kunz unterstützt unsere Gastschwestern und trägt viel zu einer offenen und gastfreundlichen Atmosphäre an der Pforte bei. Schon ihr Vater, Herr André, arbeitete in den fünfziger Jahren bei uns, und seine Tochter war einst eines der ersten „Klimperkinder“ unserer Sr. Gertrud, die einer großen Schar von Jungen und Mädchen Gitarrenunterricht gab.

 

 

steinheimer_150pixel

Herr Arnulf Steinheimer arbeitet seit 1990 als Winzermeister in Weinberg und Weinkeller. Er ist mit sichtbarer Freude und mit großem Erfolg immer darauf bedacht, die Qualität unserer Weine noch zu verbessern. 6,5 Hektar bearbeitet Herr Steinheimer, und es kann passieren, dass er bei der Rückkehr aus dem Weinberg sagt: “Schade, dass man heimkommen muss, weil man nichts mehr sieht.“

 

 

kornHerr Paul Korn aus Aulhausen ist seit Februar 2013 der Leiter unserer Klosterküche. Nach 15 Jahren Tätigkeit in der Gastronomie bringt er viel Erfahrung und Kreativität in der Zubereitung der Speisen und in der Teamleitung mit. Seine fröhliche Art und seine Kochkünste erfreuen gleichermaßen uns Schwestern, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere Gäste.

 

 

Herr Daniel Vaszi kommt aus Aulhausen und ist seit 1. April 2016 Stellvertreter unseres Küchenleiters. Er ist gelernter Koch und hat trotz seines fast jugendlichen Alters schon 10 Jahre Berufserfahrung. Besondere Freude bereitet es ihm, zusammen mit Herrn Korn neue Brot- und Kuchenrezepte für unser Klostercafé zu kreieren.

 

 


Frau Kathrin Meyer leitet seit 1. März 2017 unser Integratives Klostercafé. Sie ist Staatlich Geprüfte Fachkraft für Arbeit und Berufsförderung und arbeitet seit 15 Jahren mit beeinträchtigten Menschen – mit dem Ziel, diese in den normalen Arbeitsalltag zu integrieren. Frau Meyer lebt in Lorch, ist verheiratet, hat eine Tochter und zwei Enkel.

 

 

Frau Rika Kohli, geb. 1968 in Afghanistan, lebt seit 25 Jahren in Deutschland und liebt ihre neue Heimat, den Rheingau, sehr. Viele Jahre pflegte sie mit viel Liebe und Engagement unsere Gästezimmer. Heute arbeitet sie mit ebensolchem Engagement mit in der Restaurierungswerkstatt.

 

Besonders gerne stellen wir Ihnen drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, die tagtäglich aus den Rheingauwerkstätten für behinderte Menschen kommen und bei uns einen sogenannten ausgelagerten Arbeitsplatz haben: Herr Stefan Houda ist seit 2004 bei uns und arbeitet in der Küche; Frau Dara Grujic hilft im Klosterladen und in unserer Firma Dinkel und Frau Simone Fuchs schließlich ist unsere hauptamtliche Spülerin und verstärkt damit das Küchenteam. Alle drei sind uns eine große Hilfe – und ein ebenso großes Vorbild. Mit welchem Eifer und welcher Freude tun sie ihre Arbeit!
Mitarbeiter im KlosterMitarbeiter im KlosterMitarbeiter im Kloster
 
, , ,

Oblatengemeinschaft

1. Was ist ein Oblate?
Oblaten sind im Bereich des Benediktinerordens Christen, die in der Welt leben, sich aber in besonderer Weise vom Geist des Ordensgründers Benedikt angezogen fühlen und ihn in enger Anbindung an ein ganz konkretes Kloster in ihr Alltagsleben hinein übersetzen wollen.

2. Wer kann Oblate werden? Was sind die Voraussetzungen?
Jeder Christ kann Oblate werden. Voraussetzung ist eine Sehnsucht nach spiritueller Vertiefung und die Bereitschaft sich in einem Versprechen an den benediktinischen Weg eines konkreten Klosters verantwortlich zu binden. De facto wird der Weg zur Oblation ein Weg wachsender Verbundenheit mit einem Kloster sein, der sich über einen längeren oder gar langen Zeitraum hinzieht. In dieser Zeit werden sich die notwendigen Klärungen, ob eine Oblation vielleicht der geistliche Weg für die Zukunft sein könnte, fast natürlicherweise ergeben.

3. Durch wen erfolgt eine Oblation?
Die Entgegennahme des Oblationsversprechens geschieht in der Regel durch die Äbtissin des jeweiligen Klosters. Gegebenenfalls wird die Entgegennahme der Oblation an die Oblatenrektorin delegiert. Die Oblatenrektorin ist die von der Äbtissin mit der regelmäßigen Begleitung der Oblaten beauftragte Mitschwester.

4. Gibt es eine sogenannte “Ausbildung” zum Oblaten? Falls ja, wie sieht diese aus, die konkreten Inhalte?
Eine reguläre „Ausbildung zum Oblaten“ gibt es nicht. Etwas anderes ist die spirituelle Weiterbildung des Oblaten. – Vor der Ablegung des Oblationsversprechens ist eine mindestens einjährige Probe- und Prüfungszeit vorgesehen. In ihr nimmt der Aspirant an den Treffen der Oblatengemeinschaft seines Klosters teil. Inhalte einer individuellen Weiterbildung ergeben sich z.T. aus den persönlichen Begleitgesprächen mit der Oblatenrektorin. Normal ist eine intensive Beschäftigung mit der Heiligen Schrift, besonders den Psalmen, und mit der Regel Benedikts.

5. Welcher Religionszugehörigkeit muss der Oblate angehören?
Die Oblation setzt in der Regel die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche voraus. In manchen Klöstern ist die Entwicklung inzwischen dahin gegangen, dass die Konfessionszugehörigkeit keine entscheidende Rolle mehr spielt.

6. Kann ein Oblate gleichzeitig Oblate in zwei verschiedenen Klöstern sein?
Der Oblate bindet sich an ein Kloster. Die Entscheidung für dieses Kloster und seine Interpretation des Benediktinischen ist Schritt zur konkreten Verbindlichkeit. Es ist nicht sinnvoll, überall „herumzugeisten“, ohne sich irgendwo zu beheimaten.

7. Was bedeutet 1., 2., 3. Orden und zu welchem Orden gehören die Oblaten?
Die Unterscheidung 1., 2., 3. Orden taucht erstmals durch den hl. Franziskus in der Ordensgeschichte auf. Er schrieb eine Regel für Ordensmänner, eine für Ordensfrauen und eine dritte für Menschen, die sich ihm anschlossen, aber, z.B. weil sie verheiratet waren, nicht in einen Orden eintreten wollten/konnten. Die hl. Elisabeth von Thüringen lebte beispielsweise als „Franziskaner-Tertiarin“.
Da der Benediktinerorden nur eine Regel kennt, kann man die Oblaten theologisch und spirituell nicht in diese Dreierkategorie einordnen. Kirchenrechtlich ist es so, dass die Aussagen über die „dritten Orden“ auf die benediktinischen Oblaten angewandt werden.

8. Dürfen Oblaten kirchliche Handlungen, wie z. B. Kommunion, Gottesdienste durchführen?
Diese Aufgaben haben nichts mit dem Oblatentum zu tun. Für sie bedarf es eine besondere kirchliche Hinführung und Beauftragung, für die der jeweilige Ortsbischof zuständig ist. Dass auch Oblaten diese Beauftragung erhalten können, versteht sich von selbst, aber sie ist unabhängig von der Frage nach dem Oblatentum.

9. Dürfen Oblaten kirchliche Symbole, wie z. B. eine Stola, tragen?
Oblaten dürfen insoweit kirchliche Symbole tragen, wie das jeder Christ kann. Zeichen, die an ein kirchliches Amt gebunden sind, wie die von Ihnen genannte Stola, sind an dieses Amt gebunden. Insofern dürfen die Oblaten sie als Oblaten nicht verwenden.

10. Wie sieht die Oblation aus?
Die Oblation geschieht in einer klösterlichen Feier, in der ein eigenhändig geschriebenes Versprechen verlesen und vom Abt angenommen wird. Einzelheiten der Feier können durchaus variieren. Die verlesene Urkunde wird im Archiv des Klosters aufbewahrt.

11. Bekommen Oblaten Nachweise ihrer Oblation? Falls ja, in welcher Form?
Heute werden die Oblaten wahrscheinlich überall eine Fotokopie der gerade genannten Urkunde erhalten. Hinsichtlich weiterer schriftlicher „Nachweise“ gibt es unterschiedliche Usanzen

12. Können Oblaten an Treffen von Oblaten anderer Klöster oder Abteien teilnehmen? Falls ja, sind sie da Gast oder schon Angehöriger des besuchten Klosters oder Abtei?
Da manchmal durchaus weite Entfernungen der Oblaten zu ihren Anbindungsklöstern zu überwinden sind, ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Oblate sich häufiger in ein näher gelegenes Kloster begibt. Er bleibt aber Oblate „seines“ Klosters. In dem anderen Kloster und seiner Oblatengemeinschaft ist er Gast.

13. Kann die Oblation entzogen werden? Falls ja, unter welchen Voraussetzungen? Wo wird dies vermerkt?
Ein Oblate kann sich seinem einmal eingegangenen Versprechen entfremden. Es gibt also den „stillen Tod“ des Oblationsversprechens, den seine Oblations-Abtei meist durch den geringer und geringer werdenden Kontakt bemerkt. – Klare Entlassregeln aus der Oblation seitens des Klosters hat man in der Vergangenheit für überflüssig gehalten. Die Arbeitsgemeinschaft der Benediktineroblaten empfiehlt heute, eine jährliche Oblationsbestätigung durch den Oblaten, deren Form in den lokalen Usanzen geregelt werden kann. Wenn er diese Bestätigung seines Versprechens nicht gibt, würde das als geschwundenes Interesse am Oblatentum verstanden und der betreffende Oblate aus dem Verzeichnis der Oblaten gestrichen.

14. Leben Oblaten im Kloster, der Abtei?
Die Oblaten, über die ich im Bisherigen gesprochen habe, leben nicht im Kloster. Es gibt allerdings auch Christen, die sich so eng an ein Kloster anschließen wollen, dass sie mit und in der Klostergemeinschaft leben möchten. Ihre kirchenrechtlichen Verpflichtungen und Rechte werden in den Konstitutionen der einzelnen benediktinischen Kongregationen geregelt. Mit diesen sog. Klaustral- oder Regular-Oblaten werden zivilrechtliche Verträge geschlossen, die die beiderseitigen Verpflichtungen und Einlassungen auch vor dem Zivilrecht klären. Die Zahl dieser Klaustraloblaten ist in Deutschland sehr gering.

Monastische Spiritualität in der Welt: die Benediktiner-Oblaten

In wachsender Zahl suchen Menschen aller Altersstufen heute Verbindung mit benediktinischen Klöstern. Das geschieht auf ganz unterschiedliche Weise: als Gottesdienstbesucher, als Einzelgäste, als Teilnehmer an Besinnungstagen und Exerzitien oder durch stille Tage im Kloster. Sie alle gelangen dadurch in das Kraftfeld benediktinischen Lebens und spüren, daß die menschliche und geistliche Erfahrung des Mönchtums auch für ihr Leben in der Welt Wegweisung, Ordnung und Hilfe sein kann. Ihr Ziel ist es, an dem Platz, an den sie gestellt sind, „wahrhaft Gott zu suchen“ und ihr Leben nach seinem Wort auszurichten. Durch häufigere Kontakte lernen sie die Regel des hl.Benedikt näher kennen und dringen so immer tiefer in die benediktinische Spiritualität ein. Schließlich kann dieser Weg am Ende dazu führen, daß sie ihrer geistlichen Verbundenheit mit einem Kloster die Form der Oblation geben möchten.

Grundwerte der Regula Benedicti für ein Leben in der Welt

Die Benediktusregel ist sichtbarer und gelebter Ausdruck einer Mönchsspiritualität. Dennoch wurde sie im christlichen Abendland in ihren Grundhaltungen schon sehr früh auch als richtungweisend für eine Laien- bzw. Weltspiritualität erkannt. Unverwechselbares Zeichen dafür sind die Oblaten der Klöster.

Ein Oblate versucht, mit Hilfe und in Verbundenheit mit seinem Kloster die Elemente der Mönchsspiritualität, wie sie in der Benediktusregel grundgelegt sind, schöpferisch auf seine konkrete Lebenssituation hin zu übersetzen. Seine Berufung in der Welt läßt ihm einen gewissen freien, charismatischen Raum, der z.B. gerade auch verheirateten Menschen die Möglichkeit eines öffentlichen kirchlichen Aktes der Hingabe an Gott gibt.

Wie vom Klosterkandidaten, so wird auch vom Oblaten als Grundvoraussetzung erwartet, daß er bereit ist, in allen Dingen „wahrhaft Gott zu suchen“ (RB 58,7), d.h. daß er überall und in jeder Lage Gott auf der Spur bleiben muß. Der Novizenmeister bzw. der Oblatenrektor/die Oblatenrektorin wird prüfen, ob der Kandidat Eifer für den Gottesdienst hat, für den Gehorsam und für das „Widerwärtige“, was ihm auf seinem Weg begegnet (RB 58,7). Ein Oblate stellt sich vor allem die Frage, ob er dem Gebet und der Teilnahme am kirchlichen, sakramentalen Leben Priorität einräumen und so dem Gottes-Dienst nichts vorziehen will (RB 43,3). Er verlangt danach, ein hörender Mensch zu werden, um in allen Geschehnissen und Wechselfällen des täglichen Lebens das einladende und einfordernde Wort Gottes vernehmen zu können und sich im Gehorsam daran zu binden. Dabei hilft ihm die Kraft innerer und äußerer Schweigsamkeit, die ihn hör- und empfangsbereit macht und auch zu einer Kultur des rechten Redens führt. Schließlich sollte er sich auch prüfen, ob er im Vertrauen auf die Hilfe Gottes das Kreuz Christi in die Mitte seines Lebens setzen möchte, d.h. ob er Schmerz, Verzicht, Verlust, Loslösung und alles Widrige im Leben in der Nachfolge seines Meisters Jesus Christus anzunehmen und womöglich lieben zu lernen bereit ist.

Da die Mönchsgelübde nichts anderes darstellen wollen als die gelebte Ganzheit des Evangeliums, können die benediktinischen Gelübde der Stabilitas (Beständigkeit), der Conversatio morum (Umkehr) und der Oboedientia (Gehorsam) auch für ein konsequentes christliches Leben in der Welt richtungweisend sein. Dem Oblaten ist es deshalb zunächst ein Anliegen, aus diesem Geist heraus die Beständigkeit, die alle Kräfte der Hingabe und Treue in Bewegung setzt, zum Fundament seines Lebens zu machen. Er weiß, daß er eine Erdung braucht, eine Heimat, Wurzeln, ohne die er sich den Grundfragen des Lebens nicht stellen kann. Er möchte fähig werden, sich mit sich selbst zu konfrontieren, nicht auszuweichen oder seine Lebenserfüllung in dauernder Abwechslung oder Flucht vor sich selbst zu suchen. So lernt er, das tägliche Einerlei anzunehmen und seine Durchhaltekraft in den Anstrengungen und Einforderungen des Alltags unter Beweis zu stellen. Entscheidend für seinen Weg ist es, seinen zentralen Angelpunkt zu finden, um von dort ausgehend ganz bei sich und bei Gott zu wohnen. Dies alles ist Sache des Herzens und damit nicht an einen bestimmten Ort oder ein bestimmtes Kloster gebunden.

Wenn ein Oblate das Gelübde der beständigen Umkehr in sein Leben integrieren möchte, dann wird er darüber hinaus nach und nach in der Flexibilität des Gehorsams die Bereitschaft zu ständigem Wandel und ständigem Neubeginn entwickeln – als Gegengewicht zu einer falsch verstandenen Stabilität, die zur Erstarrung und zum Beharren verführen kann. Er bleibt beständig auf dem Weg und stellt sich so in der „Gymnastik des Augenblicks“ den Forderungen von Wachstum und Reifung. Das schließt Korrekturen, Einsicht in das eigene Fehlverhalten und eine Kultur der Buße mit ein.

Benediktinische (Welt-)Spiritualität führt in ganz besonderer Weise zur Haltung der Ehrfurcht allem und jedem gegenüber. Darin liegt die Schönheit und Einzigartigkeit, aber auch die bleibende und allgemeingültige Aktualität der Benediktusregel. Es geht dabei nicht nur um das rechte Verhältnis zum Mitmenschen, sondern auch um den ehrfürchtigen Umgang mit den Dingen der Schöpfung und der Welt. Alles soll – so der hl.Benedikt – wie heiliges Altargerät betrachtet (RB 31.10) und mit Ehrfurcht, Liebe und Güte behandelt werden. Eine andere geistliche Grundhaltung, die der Benediktusregel über Jahrhunderte hinweg ihre Vitalität bewahrt hat, ist die weise Maßhaltung. Sie befähigt den Menschen, in allen Situationen das rechte Augenmaß zu bewahren und durch die Prüfung und Unterscheidung der Geister in der Komplexität des Lebens die richtigen Entscheidungen zu treffen. Schließlich betont der hl.Benedikt die Demut als grundlegende Geisteshaltung, um die sich der gottsuchende Mensch bemüht, und in der er auch die ganz gewöhnlichen Dinge des Alltags gesammelt und aufmerksam zur Ehre Gottes verrichtet. So wird auch der Oblate auf vielfältige Weise bereitet, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und vertrauensvoll in die Hände Gottes zu legen. Die Ordensregel, nach der er sein Leben ausrichten möchte, vermittelt ihm dabei nicht so sehr ein Wissen als vielmehr eine Kraft, die aus dem Gebet und dem Schweigen unserer Vorväter und Altväter erwachsen ist.

Jede Laienspiritualität ist eine Sendung in sich. Der Oblate erfährt sich als Gerufener und legt Zeugnis von seinem Glauben ab, wohin immer er gestellt ist. Er wird seine Kräfte vor allem in den Dienst der Kirche stellen, der er sich zutiefst verbunden fühlt und die er als die eigentliche Mater et Magistra erfährt.

Der Weg zum Benediktiner-Oblaten/zur Benediktiner-Oblatin

Der Name Oblate stammt vom lateinischen Wort oblatus, d.h. der Hingegebene, der Aufgeopferte, der Dargebrachte, der An-Gott-Verschenkte. Schon in diesem Namen liegt also ein grundlegendes christliches Programm. Der Christ möchte seine Taufgelübde in der Nachfolge Christi bewußt leben, um so zur immer volleren Einheit mit Gott zu gelangen, auf daß er, Gott, schließlich alles in allem werde.

Benediktiner-Oblaten/Benediktiner-Oblatinnen gehen den Weg der Nachfolge in bewußter Bindung an ein bestimmtes Kloster und lassen sich dabei von der Benediktusregel führen und prägen. Sie verstehen sich als eine Ausweitung der klösterlichen Gemeinschaft und setzen ihrerseits in ihrem jeweiligen Lebensbereich die Sendung des Klosters in die Welt hinein fort. Untereinander sind sie aufgrund der gleichen Berufung durch Bande der Freundschaft und Geschwisterlichkeit verbunden, ohne daß sich dies in vereinsrechtlichen Strukturen niederschlagen würde.

Die Berufung zum Oblaten darf jedoch nicht als ein verkürztes Mönchsleben oder als Mönchtum mit weniger Verpflichtungen, sondern muß als eigenständige Form der Berufung betrachtet werden. Der Oblate bindet sich in der Oblation nicht so sehr an den Gesamtorden, sondern an „seine Abtei“; die Oblation ist dabei ein öffentlicher kirchlicher Akt. Die Verbundenheit zwischen dem Oblaten und „seinem Kloster“ besteht vor allem in der Gebetsgemeinschaft, wobei der Oblate nach Maßgabe seiner Lebensumstände einen Teil des kirchlichen oder monastischen Stundengebetes mitvollzieht. Das Kloster seinerseits bietet durch den/die OblatenrektorIn und andere Mitbrüder/-schwestern Einkehrtage, regelmäßige Kontakte durch Rundschreiben und eine kontinuierliche geistliche Begleitung an und wird seinerseits durch die Verbundenheit mit seinen Oblaten auf vielfältige Weise beschenkt.

Wer kann Benediktiner-Oblate werden? Grundsätzlich besteht dieses Angebot für alle katholischen Christen, Verheiratete und Unverheiratete, Priester oder Diakone. Die Hinführung zur Oblation erfolgt in verschiedenen Schritten: Wer Oblate oder Oblatin werden möchte, sucht zunächst die Möglichkeit, mit dem Oblatenrektor Kontakt aufzunehmen. Zur gegebenen Zeit kann mit Zustimmung des Abtes/der Äbtissin durch einen kurzen Aufnahmeritus eine Probezeit von etwa einem Jahr beginnen. In diesem „Noviziatsjahr” wird der Kandidat mit der Regel des hl.Benedikt und mit den Grundzügen der monastischen Spiritualität vertraut gemacht . Stimmt der Abt nach Rücksprache mit dem Oblatenrektor dann der Bitte des Kandidaten zu, kann die Oblation stattfinden. Die Oblation ist also eine Berufung durch Gott, die beiderseitig geprüft wird. Sie wird so zur ganz persönlichen Lebensentscheidung und bedeutet nicht nur die Aufnahme in den „Freundeskreis“ einer Benediktinerabtei.
Benedikt hat keine Regel für einen „Dritten Orden“ geschrieben. Das Oblatentum hat sich aus dem Text des 59.Kapitels der Regel entwickelt und ist damit eine in der Benediktusregel selbst verankerte Lebensweise. Gerade heute, in einer Zeit allgemeiner Orientierungslosigkeit kann ein Leben als Oblate allen, die nach der Benediktusregel fragen und in ihr eine erprobte Schule des Glaubens suchen, Weisung, Halt und ein Zuhause bei Gott schenken.

P.S. Wer weitere Informationen sucht oder direkt mit unserer Oblatenrektorin Kontakt aufnehmen möchte, möge sich bitte an
Sr. Lydia Stritzl wenden.
Tel: 06722 / 499 – 114
Email: oblatengemeinschaft@abtei-st-hildegard.de

, , ,

Verein der Freunde unserer Abtei

“Benediktinerinnen und Benediktiner haben die abendländische Kultur entscheidend geprägt. Ihre Klöster sind auch heute Zentren gelebten Glaubens und gesellschaftsprägender Kraft. Gerade in unserer Zeit sind viele Menschen auf der Suche nach einer gemeinsamen, von Glaube und Werten geprägten Zukunft und nach Orten, die Ankerplätze sein können, um wieder neu aus den Quellen der Tradition zu schöpfen.

In unserem Land zählt die Abtei St. Hildegard in Rüdesheim zu den großen Klöstern, die Tradition und Moderne miteinander verbinden. Tag für Tag legen die Schwestern Zeugnis ab für die geistige Weite und Menschenfreundlichkeit, für die Glaubenskraft und das mutige Engagement, die einst den heiligen Benedikt und die heilige Hildegard geprägt haben.

Der Verein der Freunde der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard e.V. will die Schwestern in ihren vielfältigen Aufgaben unterstützen. Umgekehrt bieten wir den Mitgliedern des Vereins jedes Jahr ein umfangreiches und anspruchsvolle Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Vorträgen und Einkehrtagen. Schließen Sie sich unserem Freundeskreis an. Wir sind offen für jedermann und freuen uns auf Ihr Kommen.”

Sophie Gräfin zu Eltz
Vereinsvorsitzende

 

 

 

 

 

 

Verein der Freunde der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard e.V. 

1. Vorsitzende: Sophie Gräfin zu Eltz
2. Vorsitzende: Äbtissin Dorothea Flandera OSB
Schriftführerin: Dr. Katrin Lege
Schatzmeisterin: Susanne Zeidler
1. Vorsitzender des Beirats: Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein
2. Vorsitzende des Beirats: Barbara Lehnard

 

 

Geschäftsstelle: Sr. Philippa Rath OSB

Telefon: 06722/499-143
Telefax: 06722/499-178
E-Mail: freundeskreis@abtei-st-hildegard.de

freundeskreis2016

Beitrittserklärung (PDF) downloaden
freundesk_2016_august_low

 

Vereinfachter Zuwendungsnachweis

Liebes Mitglied,
liebe Spenderin, lieber Spender,
Ihr Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung Ihres Kreditinstitutes genügen gem. § 50 Abs. 2 Nr. 2 b) EStDV bei Zuwendungen (Mitgliedsbeiträge oder Spenden) bis 200 Euro als Nachweis Ihrer Zuwendung, wenn diese gemeinsam mit unserem “Beleg gemäß § 50 Abs. 2 Nr. 2 b) EStDV” (siehe Download) dem Finanzamt vorgelegt werden.
Ab einer Einzelzuwendung von 200 Euro erhalten Sie von uns eine gesonderte Zuwendungsbestätigung.
Für Ihre Bereitschaft, den Freundeskreis der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard bei seiner Arbeit durch Ihre Zuwendung zu unterstützen, danke ich Ihnen – auch im Namen der Benediktinerinnen – sehr herzlich.

Susanne Zeidler
Schatzmeisterin

Beleg gemäß § 50 Abs. 2 Nr. 2 b) EStDV downloaden:
Download pdf
Feststellungsbescheid – Finanzamt Rheingau-Taunus downloaden:
Download pdf

 

Ansprache von Äbtissin Clementia Killewald OSB
anlässlich der Gründung des
“Vereins der Freunde der Benediktinerinnenabtei St.Hildegard e.V.”
am 11. Oktober 2001

Sehr verehrte, liebe Gäste, liebe Freunde unseres Hauses,

in einer Zeit, die sich erschreckend feindselig präsentiert, in der Terror und Krieg schon fast zum Alltag gehören, eine Zeit, in der ein schmerzhafter Riss zerstörten Vertrauens durch die Völkergemeinschaft geht, sind Sie heute zu uns gekommen, um einen Freundeskreis der Abtei St.Hildegard zu gründen. Von Herzen danke ich Ihnen für Ihr Kommen, auch im Namen unserer ganzen Gemeinschaft. Ich danke Ihnen für Ihr Wohlwollen, Ihre Bereitschaft mit uns zu gehen, Ihre Freundschaft, die zum Teil schon über mehrere Generationen währt. Sie ist für uns nichts Selbstverständliches, sondern ein kostbares Geschenk.

Warum, so habe ich mich gefragt, gründen wir erst heute, fast 100 Jahre nach unserem Einzug in dieses Haus, fast 100 Jahre nach der Neugründung unserer Abtei einen Freundeskreis? “Die Geschichte eines Hauses ist die Geschichte seiner Bewohner. Die Geschichte seiner Bewohner ist die Geschichte ihrer Zeit. Und die Geschichte ihrer Zeit ist die Geschichte Gottes.”, sagt Wilhelm Raabe. Eine Abtei war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ähnlich wie eine Familie eine kleine Welt für sich. Eine Ecclesiola innerhalb der großen Kirche, von ihr getragen und doch selbständig, exemt. Eine monastisch-kontemplative Gemeinschaft war eine geschlossene Gemeinschaft, und in dieser Geschlossenheit lag auch ihre Kraft.

Geschlossen bedeutet nicht verschlossen. Wir haben, wenn ich das richtig sehe, immer sehr herzliche und gute Beziehungen zu unserer Stifterfamilie, den Fürsten zu Löwenstein, gehabt, noch vertieft durch den Eintritt unserer Schwester Monika zu Eltz, der Enkelin des Stifters. Wir waren immer in Verbindung mit unseren Bischöfen, der Ortsgemeinde und der Abtei Maria Laach. Und wir hatten auch viele Freunde, die wir unter dem Namen Wohltäter – Benefactores – mit ihren Anliegen in Dankbarkeit vor Gott brachten und denen wir bis heute viel zu danken haben. Die Geschichte unserer Zeit brach auch in die Geschlossenheit unseres Monasteriums ein, als die Gemeinschaft 1941 von der Gestapo vertrieben wurde. Sie fand schwesterliche Aufnahme bei verschiedenen apostolischen Gemeinschaften, und die Verbundenheit mit den Armen Dienstmägden Jesu Christi in Dernbach, den Franziskanerinnen in Waldbreitbach und den Borromäerinnen in Bingen ist bis heute geblieben. 1945 kehrten unsere Mitschwestern zurück und nahmen das monastische Leben wieder auf.

Doch die Gemeinschaft war eine andere geworden. Unter unserer 2.Äbtissin, Mutter Fortunata Fischer, wurde die Trennung zwischen Chorfrauen und Laienschwestern aufgehoben und 1967 kirchlich bestätigt. Nach dem Konzil wurden die Beziehungen zwischen den Abteien der Beuroner Kongregation immer freundschaftlicher und offener. Hatten wir bis dahin in freundlicher Distanz nebeneinander hergelebt, jede Gemeinschaft bedacht auf ihre Eigenart, so brachten Äbtekonferenzen, Treffen der Ökonominnen und jährliche gemeinsame Studientage für die Novizinnen eine ganz neue Annäherung unserer Klöster. In einer neuen Weise nahmen und gaben wir teil an den Fragen der Gegenwart, an Sorgen, Nöten und notwendigen Entscheidungen. Die Eigenart eines jeden Klosters blieb bewahrt, was sich vor allem in der Gestaltung der Liturgie niederschlug. Aber diese Unterschiede trennten uns nicht mehr.

Unsere Gemeinschaft entschloss sich, beim lateinischen Chorgebet zu bleiben und durch die Erstellung eines deutsch-lateinischen Psalteriums und eigener Faszikel für die Gäste die Vorgaben des Konzils einzubringen und die “participatio actuosa” zu ermöglichen. So sind wir in eine größere Offenheit hineingewachsen, in die Einsicht, dass wir keine kleine, autarke und geschlossene Welt mehr sind, dass die Geschichte unserer Zeit auch unsere Geschichte ist, dass wir Freunde brauchen, um in dieser Welt bestehen zu können.

Auch die Welt hatte Erwartungen an uns. Zunächst anfanghaft im Hildegard-Jubiläumsjahr 1979 – entscheidend aber seit dem 900. Geburtsjubiläum unserer Klosterpatronin 1998 und seiner Vorbereitung – sind neue Anfragen und neue Aufgaben an uns herangetragen worden. Durch die zahlreichen Besucher, die in diesem Jahr zu uns kamen, 200.000 allein im Hildegard-Jubiläumsjahr 1998, erfuhren wir von der Verunsicherung und Suche nach Orientierung der heutigen Menschen. In Vorträgen und Seminaren versuchten wir, Hilfen anzubieten und benediktinische Werte wie Beständigkeit, “Discretio” (weise Maßhaltung), Ehrfurcht und eine bewusste Lebensordnung und Lebensgestaltung aus der Liturgie den fragenden Menschen nahe zu bringen. Die Hildegard-Forschung wurde vorangetrieben und mehrere Mitschwestern beschäftigten sich intensiv mit dem Leben und den Werken Hildegards, um ihre erstaunlich zeitgemäße Lehre ins Heute zu erschließen. Aus dieser Zeit stammen auch viele Kontakte mit unserer Ortsgemeinde und über den Rhein nach Bingen bis nach Mainz. Wir freuen uns daher sehr, dass wir hier und heute an diese Kontakte anknüpfen können und alte Freunde und “Mitkämpfer” aus dem Jubiläumsjahr unter uns haben.

Im Jahr 2000 waren wir im Christuspavillon der EXPO sechs Monate lang engagiert und haben dort nicht nur reiche ökumenische Kontakte geknüpft, sondern auch festgestellt, dass der Kirche Fernstehende sich heute ganz neu für unsere benediktinischen Werte interessieren. Seit nunmehr drei Jahren veranstalten wir im September “Tage der offenen Tür”, an denen wir den Menschen teil geben an unserem Beten und Arbeiten. Eine Mitschwester von uns ist inzwischen als Krankenhausseelsorgerin tätig, eine andere arbeitet in der Militärseelsorge. Regelmäßig folgen unsere Hildegard-Expertinnen Einladungen zu Vorträgen auf Symposien und anderen Veranstaltungen. Den zunehmenden Bitten nach geistlicher Begleitung und Exerzitien versuchen wir hier vor Ort nachzukommen. Über unsere Homepage hat sich seit einem Jahr sozusagen ein virtueller Freundeskreis begründet. Viele Menschen, mit denen wir via Internet in Kontakt sind, warten schon auf die offizielle Gründung des Freundeskreises und möchten Mitglied werden.

Wie verstehen wir einen solchen Freundeskreis? Mir kam das Symbol der Brücke in den Sinn. Die Brücke verbindet getrennte Ufer, dient der Einheit, vermag das Entfernte anzunähern – sie ist somit ein Zeichen der Hoffnung auf Zukunft. Wir brauchen eine Brücke, die uns mit der modernen Welt verbindet, damit wir unseren eigenen Weg in die Zukunft gehen können. Im Letzten sehen wir unseren Auftrag ganz einfach darin, die Welt an Gott zu erinnern, ihr mit unseren schwachen Kräften, in aller Angefochtenheit auch einen Weg in die Zukunft zu zeigen.

Wir gründen einen Freundeskreis. “Einen anderen Grund vermag niemand zu legen als den, der gelegt ist, und das ist Jesus Christus” (1 Kor 3,11). Auf diesem Grund wollen wir es wagen, unsere Geschichte fortzuschreiben – mit Ihrer Hilfe.

Ich danke Ihnen sehr.

 

 

Satzung des Vereins der Freunde der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard e. V. 

§1 Name, Sitz, Geschäftsjahr 
(1) Der Verein führt den Namen “Verein der Freunde der Benediktinerinnenabtei St.Hildegard e. V.”
(2) Der Verein hat seinen Sitz in Rüdesheim am Rhein.
(3) Der Verein wird in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rüdesheim eingetragen.

§ 2 Aufgabe und Zweck des Vereins 
(1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnitts ,.Steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung in der jeweils gül-tigen Fassung (zur Zeit §§ 51 ff. der Abgabenordnung und Anlage 7 Ziffer 5 der Ein-kommenssteuerrichtlinien).
(2) Zweck des Vereins ist, die Benediktinerinnenabtei St.Hildegard, Rüdesheim/Eibingen bei der Erfüllung der kulturellen, geistlichen und seelsorglichen Aufgaben ideell und materiell zu unterstützen. Dazu gehören: die Förderung der Liturgie und des Gregorianischen Chorals sowie deren Vermittlung in unsere Zeit; die Pflege der benediktinischen Werte und Tradition und deren Weitergabe an die Menschen von heute; die Bewahrung und Weitergabe des Erbes der hl. Hildegard von Bingen Er tut dies insbesondere dadurch, dass er Mittel für die Erhaltung, Restaurierung und den zeitgemäßen Ausbau der Abteikirche und der Klostergebäude, für die festliche Durchführung der Kirchenmusik, für die Bibliothek, für die Erforschung der Werke der hl. Hildegard und der Geschichte der Abtei St.Hildegard sowie deren Publikationen zur Verfügung stellt. Ansonsten berät der Verein die Abtei St.Hildegard unentgeltlich und uneigennützig bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.
(3) Die zur Erfüllung des Vereinszwecks erforderlichen finanziellen Mittel werden aufgebracht durch Beiträge der Mitglieder, Spenden, Erlöse von Veranstaltungen, Leistungen und Zu-wendungen von dritten Personen bei Veranstaltungen.

§ 3 Gemeinnützigkeit 
(1) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke,
(2) Einrichtungen, die nicht Zweckbetriebe im Sinne des § 65 AO sind, sollen nicht unterhal-ten werden.
(3) Es darf keine Person durch Ausgaben, die den Zwecken des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
(4) Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

§ 4 Mitgliedschaft 
(1) Mitglieder des Vereins können Einzelpersonen, juristische Personen und sonstige Körper-schaften werden. Über die mit rechtsverbindlicher Unterschrift beantragte Aufnahme entscheidet der Gesamtvorstand mit einfacher Mehrheit.
(2) Der Austritt aus dem Verein kann unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres erfolgen. Der Austritt ist dem Gesamtvorstand schriftlich zu erklären. Bei Körperschaften und juristischen Personen endet deren Mitgliedschaft mit ihrer Auflösung; die Mitgliedschaft natürlicher Personen endet mit deren Tod.
(3) Auf Antrag des Gesamtvorstandes kann ein Mitglied nach Anhörung durch Beschluss der Mitgliederversammlung aus dem Verein ausgeschlossen werden, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt. Der Antrag auf Ausschluss ist dem auszuschließenden Mitglied drei Wochen vor der Versammlung mitzuteilen. Der Ausschluss wird mit Beschlussfassung wirksam. Ist das ausgeschlossene Mitglied nicht anwesend, so teilt der 1. Vorsitzende unverzüglich durch eingeschriebenen Brief diesen Ausschluss dem ausgeschlossenen Mitglied mit.
(4) Ein Mitglied scheidet außerdem durch Streichung der Mitgliedschaft aus dem Verein aus. Die Streichung erfolgt, wenn das Mitglied mit 2 Jahresbeiträgen im Rückstand ist und diese Beiträge nach schriftlicher Mahnung durch den 1. Vorsitzenden nicht innerhalb von drei Monaten von der Absendung der Mahnung an voll entrichtet. Die Mahnung muss mit eingeschriebenem Brief an die letzte dem Verein bekannte Anschrift des Mitgliedes ge-richtet sein. In dieser Mahnung muss auf die bevorstehende Streichung der Mitgliedschaft hingewiesen werden. Die Streichung wird auch vorgenommen, wenn die Mahnung als unzustellbar zurückkommt. Die Streichung der Mitgliedschaft erfolgt durch Beschluss des Gesamtvorstandes und braucht dem betroffenen Mitglied nicht bekannt gegeben zu werden.
(5) Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile in ihrer Eigenschaft als Mitglieder; auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
(6) Bei Erlöschen der Mitgliedschaft oder bei Aufhebung oder Auflösung des Vereins haben die Mitglieder keinerlei Ansprüche gegen den Verein.
(7) Der Gesamtvorstand kann in besonderen Fällen Beiträge ganz oder teilweise erlassen oder stunden.

§ 5 Ehrenmitgliedschaft 
Der Verein kann Personen, die sich um die Abtei St.Hildegard besonders verdient ge-macht haben, die Ehrenmitgliedschaft verleihen.

§ 6 Mitgliedsbeitrag 
(1) Es ist ein jährlicher Mitgliedsbeitrag zu zahlen, dessen Höhe und Fälligkeit auf Vorschlag des Gesamtvorstandes durch die Mitgliederversammlung bestimmt wird. Im Einzelfall kann der Gesamtvorstand den jährlichen Mitgliedsbeitrag erlassen.
(2) Förderbeiträge und Spenden sind erwünscht.

§ 7 Organe des Vereins 
Organe des Vereins sind:
a) die Mitgliederversammlung,
b) der Gesamtvorstand,
c) der Beirat § 8 Mitgliederversammlung

(1) Die Mitgliederversammlung ist oberstes Organ des Vereins. Sie regelt die Angelegenheiten des Vereins, soweit sie nicht vom Gesamtvorstand wahr-genommen werden. Aufgaben der Mitgliederversammlung sind insbesondere:
a) Wahl der von der Mitgliederversammlung zu benennenden Gesamtvorstandsmitglieder und der Rechnungsprüfer,
b) Beschlussfassung über die Jahresrechnung und den Haushaltsplan,
c) Entgegennahme der Berichte des Gesamtvorstandes und der Rechnungsprüfer,
d) Entlastung des Gesamtvorstandes nach Rechnungslegung,
e) Festsetzung der Mitgliedsbeiträge,
f) Änderung der Satzung,
g) Auflösung des Vereins,
h) sonstige gesetzliche Aufgaben.
(2) Die Mitgliederversammlung wird vom 1. Vorsitzenden schriftlich einberufen, bzw. bei Verhinderung durch dessen Stellvertreterin
a) sooft das Interesse des Vereins es erfordert, mindestens jedoch einmal im Jahr,
b) wenn mindestens ein Zehntel der Vereinsmitglieder die Einberufung verlangt unter Angabe der Zwecke und der Gründe,
c) beim Ausscheiden eines Gesamtvorstandsmitgliedes binnen angemessener Frist.
(3) Die Einladung zur Mitgliederversammlung muss schriftlich unter Angabe der Tagesord-nungspunkte mit einer Frist von zwei Wochen erfolgen. Die Mitgliederversammlung wird von dem 1. Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung durch die Stellvertreterin geleitet. Ist auch diese verhindert, so bestimmt die Mitgliederversammlung aus den anwesenden Gesamtvorstandsmitgliedern den Versammlungsleiter .

§ 9 Beschlussfähigkeit
(1) Beschlussfähig ist jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung unabhängig von der Anzahl der erschienenen Mitglieder.
(2) Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der erschienenen Mitglieder.
(3) Zur Beschlussfassung über die Änderung der Satzung ist die Anwesenheit von einem Drittel der Vereinsmitglieder erforderlich, eine solche von zwei Dritteln bei der Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins. Ist die einberufene Mitgliederversammlung beschlussunfähig, so ist eine neue Mitgliederversammlung einzuberufen, die ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig ist. Auf diesen Tatbestand ist in der Einladung hinzuweisen. Diese Versammlung darf frühestens einen Monat nach dem ersten Versammlungstag stattfinden, hat aber jedenfalls spätestens drei Monate nach diesem Zeitpunkt zu erfolgen. Beschlüsse über eine Satzungsänderung sowie der Beschluss über die Auflösung des Vereins erfordern eine Mehrheit von zwei Dritteln der erschienenen Mitglieder.
(4) Es wird durch Handzeichen abgestimmt. Die Abstimmung muss geheim durchgeführt werden, wenn ein Fünftel der erschienenen Mitglieder dies wünscht. In Personalangelegenheiten genügt der Wunsch eines einzelnen Mitglieds zur Durchführung einer geheimen Abstimmung.
(5) Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist eine Niederschrift anzufertigen, in der Ort und Zeit der Versammlung sowie die Anträge und das jeweilige Abstimmungsergebnis festgehalten werden. Das Protokoll ist von dem jeweiligen Versammlungsleiter, sowie dem Protokollführer zu unterschreiben. Wenn mehrere Versammlungsleiter tätig waren, unterzeichnet der letzte Versammlungsleiter die gesamte Niederschrift gemeinsam mit dem Protokollführer. Jedes Vereinsmitglied ist berechtigt, die Niederschrift einzusehen.

§ 10 Gesamtvorstand 
(1) Der Gesamtvorstand des Vereins besteht aus sechs Mitgliedern, nämlich dem ersten Vorsitzenden, der jeweiligen Äbtissin, bzw. der jeweiligen Oberin der Abtei St.Hildegard oder einer von ihr benannten Stellvertreterin aus dem Konvent der Abtei St. Hildegard als geborene Stellvertreterin, dem Schriftführer, dem Schatzmeister, sowie dem Vorsitzenden des Beirats und dessen Stellvertreter. Der erste Vorsitzende, Schriftführer und Schatzmeister werden von der Mitgliederversammlung für die Dauer von drei Jahren gewählt. Sie bleiben auch nach Ablauf der Amtszeit bis zur Neuwahl des Gesamtvorstandes im Amt. Wiederwahl ist zulässig. Zu Gesamtvorstandsmitgliedern können nur Mitglieder des Vereins bestellt werden. Die Wahl erfolgt einzeln offen oder geheim, falls ein Mitglied dies wünscht.
(2) Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich im Sinne des § 26 BGB durch den 1. Vorsitzenden zusammen mit der Stellvertreterin oder durch einen dieser beiden zusammen mit dem Schatzmeister vertreten. Im Innenverhältnis wird bestimmt, dass der Schatzmeister nur handeln darf, wenn der 1. Vorsitzende oder die Stellvertreterin verhindert ist.
(3)) Verschiedene Vorstandsämter können nicht in einer Person vereinigt werden.

§ 11 Aufgaben des Gesamtvorstandes 
(1) Dem Gesamtvorstand obliegt die gesamte Geschäftsführung und die Verwaltung des Vereins-vermögens.
(2) Der 1. Vorsitzende oder dessen Stellvertreterin beruft die Sitzungen des Gesamtvorstandes unter Bekanntgabe der Tagesordnung ein.
(3) Der Gesamtvorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens drei Mitglieder anwesend sind. Er beschließt mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des 1. Vorsitzenden. Ist der 1. Vorsitzende nicht anwesend, so entscheidet bei Stimmengleichheit die Stimme der Stellvertreterin.
(4) Die Beschlussfassung kann durch schriftliche Zustimmung aller Gesamtvorstandsmitglieder erfolgen (Umlaufverfahren).
(5) Die Buchführung und die Erstellung des Jahresabschlusses werden vom Schatzmeister wahrgenommen.
(6) Dem Vereinsvorsitzenden und seiner Stellvertreterin obliegen gemeinsam die Berufung der Mitglieder des Beirates.

§ 12 Geschäftsführer 
Der Gesamtvorstand kann zur Wahrnehmung seiner Aufgaben einen Geschäftsführer ernennen. Er ist an die Weisungen des Gesamtvorstandes gebunden.

§ 13 Geschäftsjahr und Rechnungsprüfung 
Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Kasse und Rechnung des Vereins sind mindestens einmal jährlich durch zwei von der Mitgliederversammlung beauftragte Personen zu prüfen.

§ 14 Beirat 
(1) Zur Förderung der Zwecke des Vereins erfolgt die Berufung eines Beirates, der maximal aus 20 Vereinsmitgliedern besteht. Die Berufung erfolgt auf einen Zeitraum von drei Jahren. Wiederberufung ist möglich.
(2) Der Beirat soll sich, sooft es die Geschäfte erfordern, jedoch mindestens einmal im Jahr versammeln. Der Vereinsvorsitzende beruft den Beirat ein.
(3) Der Beirat bestellt seinen Vorsitzenden und dessen Vertreter auf die Dauer von vier Jahren.
(4) Der Beirat ist vom Gesamtvorstand laufend über alle wichtigen Belange zu unterrichten. Der Beirat ist berechtigt und verpflichtet, den Gesamtvorstand zu beraten und ihm Anregungen zu geben. In diesem Fall kann der Beirat vom Gesamtvorstand Auskunft über den Stand der Vereinsangelegenheiten verlangen. Hierzu kann der erste Vorsitzende des Beirats den Beirat einberufen.

§ 15 Verwendung des Vereinsvermögens bei Auflösung oder Aufhebung 
Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an den Träger der Benediktinerinnenabtei St.Hildegard e.V. bzw. deren Rechtsnachfolger, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden haben.

§ 16 Schlussbestimmung 
Sollten im Zuge von Eintragungsverfahren, durch das Registergericht oder das Finanzamt angeregt, redaktionelle Satzungsänderungen erforderlich werden, so ist hierzu der Gesamtvorstand berechtigt. Der Vorsitzende hat darüber der nächsten Mitgliederversammlung zu berichten.

§ 17 Inkrafttreten der Satzung 

Vorstehende Satzung wurde von der Gründungsversammlung am 11.10.2001 beschlossen: Sie tritt in Kraft, sobald der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rüdesheim eingetragen ist.