Keine öffentlichen Gottesdienste mehr in unserer Kirche

Um einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus zu begegnen, finden in unserer Kirche keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt. Unser Gotteshaus bleibt aber weiterhin zwischen 9.00 und 17.00 Uhr (sonntags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr) für das persönliche Gebet geöffnet. In der Mittagszeit bleibt die Kirche von 11.45 – 13.00 Uhr ebenfalls geschlossen.

Wir folgen damit dem eindringlichen Aufruf unseres Bischofs Dr. Georg Bätzing, der in einem Brief an alle Gläubigen schreibt:

“Als Christinnen und Christen haben wir Verantwortung für unsere Mitmenschen und für unsere Gesellschaft. Wir müssen alles tun, um eine weitere und schnelle Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Der Verzicht auf Gottesdienste ist damit auch ein Dienst, den wir insbesondere denen erweisen, die durch eine Infektion besonders gefähret wären. Ausdrücklich will ich Sie ermutigen, jetzt andere Formen des Gebets und des Gottesdienstes zu pflegen: Regelmäßig werden Gottesdienste im Fernsehen und Internet übertragen, die Sie von zu Hause aus mitfeiern können. Auch lade ich Sie ein, sich Zeit zu nehmen für das persönliche Gebet und das Lesen der Heiligen Schrift.

Die Verbreitung des Corona-Virus fordert uns geistlich und konkret heraus. Sie ist gewiss keine Strafe Gottes, vor der wir Angst haben müssen und der wir nicht entkommen können. Gott liebt uns bedingungslos und er möchte, dass es uns gut geht. Dieser Liebe Gottes können wir uns ganz gewiss sein. Sie wird uns durch die kommenden Wochen und durch diese herausfordernde Zeit tragen. Lassen Sie uns eine betende, glaubende und hoffende Gemeinschaft bleiben. Lassen Sie uns achtsam, umsichtig, solidarisch und hilfsbereit sein. Denken wir an unsere kranken und gefährdeten Nächsten und bitten Gott für sie um seinen Segen.”

Wir Schwestern von St. Hildegard werden unser Stundengebet stellvertretend für Sie alle weiterhin beten und jede und jeden einzelnen, besonders die Erkrankten, alle in der Versorgung und Betreuung der Kranken Engagierten und alle, die jetzt in Angst und Sorge sind, in unser Beten einschließen.

Unser Bistum Limburg bietet täglich um 10 Uhr einen Livestream des Gottesdienstes aus der Kapelle des Bischofshauses auf www.bistumlimburg.de zum Mitfeiern an. Der Livestream wird auch auf dem Youtube- und Facebook-Kanal der Diözese zu sehen sein. 

 

Anregungen für gottesdienstlose Zeiten

Viele Gläubige vermissen zur Zeit die Möglichkeit, die heilige Messe oder andere Gottesdienste mitfeiern zu können. Es geht Ihnen da nicht anders als z. B. Teilhard de Chardin, der zwar Priester war, aber auf seinen Forschungsreisen in den Wüsten Chinas nicht zelebrieren konnte. In seinen Büchern „Der Göttliche Bereich“ und „Lobgesang des Alls“ finden sich Texte, die davon sprechen, wie er mit diesem Mangel umgegangen ist und Gott die „leere Patene“ hingehalten hat. Diese haben unsere Sr. Klara inspiriert, in der Gestalt eines Hochgebetes, Gott die Welt zur Wandlung hinzuhalten.

Ebenso anregend sein kann das Krankengebet, das unsere Mitbrüder in St. Stephan, Augsburg, zusammengestellt haben. Es will Gemeinschaft stiften und Freiraum öffnen in Krankheit, gegen Unsicherheit und Angst.

Zum Nachdenken und Meditieren anregen möchten dagegen die “Zehn Gebote für die Corona-Zeit”, die Dr. Thorsten Latzel, Direktor, Pfarrer und Studienleiter für Theologie & Kirchean der Evangelischen Akademie Frankfurt, verfasst hat.

 

Anregung 1: Die Messe über die Welt

Herr, mein Gott, ich stehe vor dir.

Du hast unsere Welt geschaffen vor aller Zeit.

Du hast den Menschen erschaffen nach deinem Bild und ihm Freiheit geschenkt.

Ich preise dich, dass du auch mich erschaffen hast und mir die Gnade geschenkt hast, dich zu erkennen.

 

Denn du bist die Liebe.

Du hast dich uns in Jesus zu erkennen gegeben.

Ihn hast du gesandt, uns zu erlösen.

Er ist Mensch geworden wie wir.

Du hast ihn auf diese Erde gesandt, damit er sie heiligt.

So ist er umhergezogen, hat deine Vaterliebe verkündet,

und die Menschen geheilt.

Um seine Liebe zu uns zu vollenden,

hat er den Tod angenommen und durchlitten,

ist in die äußerste Erniedrigung hinabgestiegen,

und ist dort, am Ende, wo alles aussichtslos war,

für uns zum neuen Leben geworden und auferstanden.

 

Um uns in dieses Geheimnis hineinzunehmen,

hat er uns bei seinem letzten Mahl auf Erden sein Testa­ment hinterlassen:

Er nahm das Brot, sagte Dank, reichte es seinen Freunden und sagte dazu:

Nehmt und esst!

Das ist mein Leib, für euch dahingegeben.

Und nachdem sie gegessen hatten, nahm er den Kelch, dankte dir noch einmal, gab den Kelch seinen Freunden und sagte:

Nehmt und trinkt alle daraus!

Das ist der Kelch meines Bundes mit euch.

Das ist mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Und er sagte:

Tut dies zu meinem Gedächtnis!

 

Herr, eingedenk deines Vermächtnisses stehe ich nun vor dir.

Ich lege auf meine Patene alles, was heute wachsen wird, alle Frucht, die deine Erde heute bringt.

Segne du unsere Welt und verwandle sie.

Sage zu allem, was Form und Gestalt annimmt aus der Kraft der Natur und aus menschlichem Tun,

sage zu allem Leben, das an diesem Tag keimen, wachsen, blü­hen und reifen wird:

Das ist mein Leib!

Und ich sammle in meinen Kelch den Saft all der Früchte, die heute zermalmt werden.

Alles, was heute stirbt und vergeht.

Die getöteten Menschen, die Sterbenden, alle begrabenen Hoffnungen, alle Krankheit und alles Leid.

Und über alles, was abnimmt und zu nichte wird,

über alles, was welkt, sage du:

Das ist mein Blut!

 

Herr, Gott, ich bitte dich,

sende uns deinen Geist, der uns zur Kommunion fähig macht.

Der uns hilft, nichts in der Welt auszuschließen.

Der uns zur Versöhnung bereit macht.

In dieser Kraft lass uns deinen Leib und dein Blut genießen, eins werden mit dir und mit der ganzen Schöpfung,

und führe uns so einen neuen Schritt auf dich zu,

hinein in die kommende Welt.

Denn durch Christus, mit ihm und in ihm, ist dir Gott, allmächtiger Vater, alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Von Sr. Klara Antons

 

Anregung 1: Messe über die Welt (PDF)

Anregung 2: Krankengebet aus St. Stephan, Augsburg (PDF)

Anregung 3: Zehn Gebote für die Corona-Zeit (PDF)

 

 

“Wohnen in sich selbst” Brief des Abtpräses an alle Klöster der Beuroner Kongregation

Rundbrief des Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, Dr. Albert Schmidt OSB, zum Benediktsfest am 21. März 2020. Für alle Schwestern und Brüder in den Klöstern der Beuroner Kongregation und für alle, die sich unseren Klöstern verbunden wissen.   

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Corona-Pandemie verändert und verunsichert die Welt, auch die Kirche und die Klöster. In dieser Situation, die manches bisher Selbstverständliche außer Kraft setzt, möchte ich Ihnen ein Wort schreiben. So unterschiedlich unsere Klöster auch sind, viele Herausforderungen und Sorgen teilen wir in diesen Tagen und Wochen; ich erwähne nur das Ende des öffentlichen Gottesdienstes, die Schließung unserer Gästehäuser und Klosterläden, die Einschränkung der Kontakte von und nach außen.

Die Oberen und die Seniorate sowie die in der Verwaltung und in den Krankenstationen Tätigen sehen sich in besonderer Weise grundsätzlichen und organisatorischen Fragen gegenüber, deren Rahmenbedingungen sich ständig wandeln. Jede und jeder einzelne muss sich auf die staatlichen, kirchlichen und örtlichen Entscheidungen einstellen. Ich wünsche Ihnen allen „den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ und danke Ihnen für alle Verantwortung und allen Verzicht, die Sie persönlich und gemeinsam auf sich nehmen. Dieser Dank gilt auch den Angestellten der Klöster und den Angehörigen der Pflegedienste, die zu uns kommen.

Ich möchte zum Fest des heiligen Benedikt und an der Schwelle zu Ostern eine Erfahrung dieser Tage und einige Gedanken mit Ihnen teilen. Beim Stundengebet erlebe ich, wie Worte aus den Psalmen in neuer Unmittelbarkeit sprechen, an Leuchtkraft und Wärme, aber auch an Wucht gewinnen. „Furcht und Zittern erfassten mich … mein Elend ist aufgezeichnet bei dir … an einen sicheren Ort möchte ich eilen … du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst … birg mich im Schatten deiner Flügel … von deiner Güte, Herr ist die Erde erfüllt“ – dieses vielstimmige Lied habe ich am vergangenen Dienstag allein bei der Morgenhore und Terz aus den Psalmen herausgehört.

Das gemeinsame und persönliche Beten vor Gott und für die Welt ist in der gegenwärtigen Situation mehr denn je unser Auftrag und für uns selbst ein „Anhaltspunkt“: Wir halten in unserem Tageslauf an, und wir halten und wenden uns an den lebendigen Gott. Selbst unsere unauffällige tägliche Bitte am Ende unserer Horen, Gottes Hilfe möge auch „mit unseren abwesenden Brüdern und Schwestern“ bleiben, erhält jetzt eine tiefere Bedeutung: Über die eigenen Mitbrüder und Mitschwestern hinaus können wir damit auch all jene Menschen Gott ans Herz legen, die wegen der notwendigen Nicht-Öffentlichkeit unserer Gottesdienste nicht mehr mit uns zusammen beten und feiern können.

Wir stehen vor dem Hochfest des heiligen Benedikt. Drei Szenen und Worte aus seiner Vita sind mir in diesen Tagen in den Sinn gekommen: Benedikt sieht in der nächtlichen Vision (Dialoge 2,35) kurze Zeit vor seinem Tod „die ganze Welt wie in einem einzigen Sonnenstrahl gesammelt“. Gregor deutet diese Erfahrung so: „Hat die Seele auch nur ein wenig vom Licht des Schöpfers erblickt, wird ihr alles Geschaffene verschwindend klein.“- In der globalen Corona-Krise erleben wir, wie die Welt zusammenschrumpft und zum Spielball eines Virus wird, der – aufgrund der menschlichen Mobilität – die Grenzen von Ländern und Kontinenten überspringt. Wenn wir durch spürbaren Verzicht auf die gewohnte Bewegungsfreiheit dazu beitragen, die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen, dann ist unser Glaube an den Schöpfer, vor dem alles Geschaffene, auch ein Virus, „verschwindend klein“ wird, keine billige Ausflucht, sondern Grund zu demütiger Hoffnung.

Etwa in der Mitte der Vita lesen wir von einem Besucher Benedikts, der ihn bitter und ohne Ende weinend antrifft – „nicht wie er es bisweilen beim Beten tat, sondern aus großem Kummer“. Benedikt sieht den Untergang des Klosters Montecassino voraus, das er erbaut hat, und sagt seinem Gast: „Nur mit Mühe habe ich erreichen können, dass mir das Leben der Brüder zugestanden wurde“ (Dialoge 2,17).- Die Pandemie führt die Menschheit an ihre Grenzen und in Erfahrungen der Ohnmacht; sie wirft Pläne über den Haufen, kostet Menschen das Leben oder bedroht ihre wirtschaftliche Existenz. In dieser Not ist unser fürbittendes Gebet, das keine Ansprüche stellt, aber nicht aufhört, Gott anzusprechen und anzurufen, ein unschätzbarer Dienst und Beitrag für die Welt und die Kirche.

Wir müssen unsere Sozialkontakte reduzieren, auf Reisen verzichten und uns auch auf Ausgangssperren gefasst machen. Der überwiegende Aufenthalt in den eigenen vier Wänden, der Verlust an geselligen Begegnungen und kulturellen, sportlichen und anderen sozialen Erlebnissen, bei den Familien die Sorge für die Kinder, deren Kindergärten und Schulen geschlossen sind: je nach den äußeren Umständen und den persönlichen Einstellungen tragen die Menschen unterschiedlich schwer daran. Für die Herausforderung und Fähigkeit, es mit sich selbst auszuhalten, kennen wir aus der Lebensbeschreibung des heiligen Benedikt das Wort habitare secum, „wohnen in sich selbst“, wie er es nach seinem Scheitern in Vicovaro und der Rückkehr nach Subiaco geübt hat (Dialoge 2,2).

„Wohnen in sich selbst“: Könnte das eine konstruktive Umschreibung dessen sein, was die Worte „Quarantäne“ und „Ausgangssperre“ beim ersten Hören so bedrohlich und negativ klingen lässt? Machen wir uns nichts vor: Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit fällt auch uns nicht leicht, und die eigene Zelle erweist sich nicht immer als willkommene und friedvolle Zuflucht. Dass Benedikt nach den Worten Gregors „an die Stätte seiner geliebten Einsamkeit“ zurückkehrte und es dort aushalten konnte, ist nicht einfach die Leistung eines Lebenskünstlers. „Allein, unter den Augen Gottes, der aus der Höhe herniederschaut, wohnte er in sich selbst“: Diesen Blick zu suchen und zu erwidern, gibt unserem Leben auch in Zeiten der Krise Sinn und Grund.

Liebe Schwestern, liebe Brüder, in drei Wochen feiern wir Ostern, diesmal ohne Gäste und ohne Gemeinde. Das Evangelium am Zweiten Ostersonntag werden wir dieses Jahr mit anderen Ohren hören: „Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: ‚Friede sei mit euch!‘“ (Joh 20,19). Im Vergleich zu den Jüngern zwingt uns eine ganz andere Furcht, die Türen zu unseren Kirchen zu verschließen. Doch derselbe Herr, der das Grab, die verschlossenen Türen und die Furcht seiner Jünger überwand, kommt auch in unsere Mitte und eröffnet uns und allen – drinnen und draußen – Seinen Frieden.

Wir teilen und verkünden diesen Glauben und diese Hoffnung. Begehen und gehen wir, ermutigt durch das Wort des heiligen Benedikt und durch sein Leben, den Weg unseres Herrn zum Kreuz und zur Auferstehung! Durch Seinen Geist sind wir im Gebet miteinander verbunden. Ich grüße Sie alle von Herzen.

Ihr fr. Albert

Einladung zu einem Psalmen-Gebetsnetz

In diesen Wochen, da keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden, laden wir Sie herzlich ein, gemeinsam ein Gebetsnetz zu knüpfen, das durch diese schwierigen Zeiten hindurchträgt und miteinander verbindet. Auf diese Weise bleiben wir in betendem Kontakt und können alle Sorgen und Anliegen gemeinsam vor Gott tragen.

Seit 16. März beten wir jetzt jeden Tag einen der insgesamt 150 Psalmen. Die Psalmen gehören für uns zum täglichen Brot. Aus ihnen leben wir und schöpfen Kraft. Die Psalmen stärken das Vertrauen und zeigen verschiedene Wege, mit Gott zu sprechen. Diese uralten Gebetsworte umfangen alle Lebenssituationen und können gerade in der jetzigen Situation suchende, ängstliche und verzweifelte Menschen miteinander verbinden. Sie tun dies seit Tausenden von Jahren.

Wir folgen dabei dieser Gebets- und Leseordnung:

16. März: Psalm 1

17. März: Psalm 2

18. März: Psalm 3

etc. etc. etc.

30. März: Psalm 15

31. März: Psalm 16

1. April: Psalm 17

2. April: Psalm 18

3. April: Psalm 19

4. April: Psalm 20

etc. etc. etc.

Wer keine Heilige Schrift zuhause hat, kann den jeweiligen Psalm auch problemlos im Internet finden und sich den Text auch gegebenenfalls ausdrucken. Möglich wäre es auch, sich den jeweiligen Tagespsalm abzuschreiben. Damit verinnerlicht man/frau das Gebet. Und wer weiß: vielleicht lernt die ein oder der andere sogar einen der Psalmen auswendig. In Zeiten der Not hat das schon unendlich vielen Menschen geholfen.

In diesem Sinne grüßen Sie in betender Verbundenheit

Ihre Schwestern von St. Hildegard

 

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Fasten in der Benediktsregel

Im 49. Kapitel der Regel des heiligen Benedikt gibt dieser seinen Rat, wie Mönche und Nonnen die Fastenzeit verbringen könnten. Er befiehlt nicht, er rät. Vielleicht sind seine Ratschläge auch für andere hilfreich.

Die 40 Tage

Der lateinische Ausdruck, den Benedikt für die Fastenzeit  verwendet, heißt Quadragesima. Es sind die 40 Tage auf Ostern hin, die uns an Mose und Elija denken lassen und an Jesus selbst. Für Mose waren es in Ex 34,28 die 40 Tage auf dem Sinai, in denen er kein Brot aß und kein Wasser trank und die unmittelbare Erfahrung der Gegenwart Jahwes machen durfte. Er kam vom Berg herunter und die Haut seines Gesichtes strahlte Licht aus. Elija hat zunächst noch gegessen und getrunken(1 Kön 19,8) und dann ging er in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte zum Gottesberg Horeb, wo er Gottes Gegenwart erfuhr, im sanften, leisen Säuseln. Jesus, den der Geist in die Wüste trieb, begegnete in den Versuchungen nicht nur dem Versucher, sondern er wurde sich über seine Sendung durch den Vater klar. In seiner Fastenzeit begegneten ihm Engel, die ihn stärkten. Wir gehen die 40 Tage hindurch mit Jesus den Weg nach Jerusalem, hin zum Ölberg, in den Abendmahlsaal, auf Golgotha und feiern an Ostern seine Auferstehung. Weiterlesen

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Meditation zur Fastenzeit

Meditation zur Fastenzeit (PDF)

Zu einem Kreuzweg gehört, dass die einzelnen Stationen mit einem Holzkreuz versehen sind. Diese Vorgabe hat die verwendeten Materialien bestimmt: angeschwemmtes Holz (meist aus dem Rhein), das völlig unbearbeitet so wie es vom Wasser geformt war, aufgeklebt wurde; aus holzfaserigem Papier gedrehte Kordel, die als Kreuzbalken auf mehreren Stationen wiederkehrt; getrocknete Blätter, bei denen nach einem Winter im Garten nur noch die Holzrippen stehen.

Die 14 gleichgroßen Bretter wurden mit Baumwollgewebe bespannt und grundiert, gemalt mit Acrylharz und Echtgoldpulver.

Entstanden 2005. Sr. Klara Antons

Betrachtung zum Kreuzweg

Mit Abbildungen der Bronzereliefs von Max Faller

Im Kreuzgang unserer Abtei hängt ein von dem bekannten Würzburger Künstler Max Faller gestalteter Kreuzweg. Die vierzehn Kreuzwegstationen sind als Bronzereliefs gestaltet. Besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht und die Sonne diesen Teil des Kreuzgangs erleuchten, spürt der Betrachter, wie ausdrucksstark die einzelnen Stationen gearbeitet sind. Die nachfolgende Meditation unserer Sr. Christiane Rath möchte dazu einladen, den Spuren Jesu zu folgen und diese im eigenen Leben wiederzuentdecken. Weiterlesen

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Das Gebet der Versöhnung

Betrachtung zum „Miserere-Psalm“ 50/51
Es gibt viele Wege, sich dem Thema „Schuld, Umkehr und Versöhnung“ zu nähern. Ein Weg, der vielleicht besonders nahe liegt, ist der „Miserere-Psalm“ 51, der an so herausragender Stelle Eingang in die Liturgie gefunden hat. In einem kleinen Buch hat Kardinal Carlo Maria Martini den Miserere-Psalm einmal als Weg der Versöhnung bezeichnet. In diesem Sinne spiegelt er in gewisser Weise auch den österlichen Weg von Aschermittwoch über Karfreitag bis Ostern wieder. Schuld, Umkehr und Versöhnung als der Weg durch den Tod der Gottferne hin zur Auferstehung, zu neuem Leben. Weiterlesen

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Convers(at)io morum – Der Weg der Umkehr nach Bernhard von Clairvaux

Zu den großen Gestalten der benediktinischen Ordensgeschichte gehört neben dem hl. Benedikt ohne Zweifel der hl. Bernhard von Clairvaux. Er lebte uns in seiner Zeit überzeugend vor, was uns in jeder Fastenzeit aufgegeben ist: neu auf das Wort Gottes zu hören, sich ihm neu zuzuwenden und ihm in Wort und Lebenswandel zu folgen. Wie zentral das Thema “conversio – und conversatio für Bernhard war, zeigt bereits die elektronische Konkordanz, die im Umfeld des 900. Geburtstags Bernhards erarbeitet wurde. In seinem umfangreichen Werk erwähnt Bernhard das Wort “conversio” 397 Mal, das Wort “conversatio” 341 Mal.

Bernhards Weg der Umkehr war sicher auch eines seiner Motive, den klösterlichen Lebensweg zu beginnen. Jean Leclercq berichtet in seinem Lebensbericht über Bernhard anschaulich davon: “Bernhard machte sich, wie die Legende berichtet, auf den Weg nach Deutschland, aber bald geriet er in eine innere Krise; er ging in eine Kirche, um dort zu beten. So überwand er seine Zweifel und fasste den Entschluss, Mönch zu werden, mehr noch: Er wollte alle seine Brüder zum gleichen Schritt bewegen. Er kehrte um und begann, sie für diese Idee zu begeistern. Weiterlesen

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Ist das ein Fasten wie ich es liebe?

Im 58. Kapitel des alttestamentlichen Buches Jesaja steht der Satz:

„Ist das ein Fasten wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht:
Wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?
Nein, das ist ein Fasten wie ich es liebe: …“ Weiterlesen