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Die Regel des heiligen Benedikt

Die Regel des heiligen Benedikt (verfasst um 540 in dem von ihm gegründeten Kloster Montecassino) ist nach der Heiligen Schrift für uns Nonnen und Mönche bis heute das wichtigste Buch (übrigens ist es nach der Bibel auch das weitverbreitetste Buch in der ganzen Welt überhaupt). Aus ihr schöpfen wir die Quellen unseres klösterlich-monastischen Lebens, aus ihr leben wir als einzelne und als Gemeinschaft. Wir möchten Ihnen den spirituellen Reichtum dieses Werkes nicht vorenthalten, sondern Sie ermuntern, sich darin zu vertiefen und Wege gelebten Glaubens zu entdecken. Wer sich über die Lektüre hinaus mit der Benediktusregel beschäftigen möchte, dem empfehlen wir den jüngst erschienenen Kommentar zur Benediktusregel, herausgegeben im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz, Eos-Verlag, St.Ottilien 2002).

Prolog

Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat! So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast. Weiterlesen

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REGULA SANCTI BENEDICTI

Prologus

Obsculta, o fili, praecepta magistri, et inclina aurem cordis tui, et admonitionem pii patris libenter excipe et efficaciter comple,
ut ad eum per oboedientiae laborem redeas, a quo per inoboedientiae desidiam recesseras.
Ad te ergo nunc mihi sermo dirigitur, quisquis abrenuntians propriis voluntatibus, Domino Christo vero regi militaturus, oboedientiae fortissima atque praeclara arma sumis.
In primis, ut quicquid agendum inchoas bonum, ab eo perfici instantissima oratione deposcas,
ut qui nos iam in filiorum dignatus est numero computare non debet aliquando de malis actibus nostris contristari.
Ita enim ei omni tempore de bonis suis in nobis parendum est ut non solum iratus pater suos non aliquando filios exheredet,
sed nec, ut metuendus dominus irritatus a malis nostris, ut nequissimos servos perpetuam tradat ad poenam qui eum sequi noluerint ad gloriam. Weiterlesen

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Tageslesungen aus der Benediktsregel


Die Benediktsregel ist für uns Benediktinerinnen und Benediktiner kein “toter Buchstabe”, sondern ein im wahrsten Sinne des Wortes täglich gelesenes Buch des konkreten und alltäglichen Lebens. In allen Klöstern – so auch bei uns – wird von jeher täglich ein Abschnitt aus der Regel bei Tisch laut von der Tischleserin vorgelesen. Deshalb wurde der Regeltext schon früh in einzelne Tagesabschnitte eingeteilt.
Die 72 Kapitel wurden dabei so gegliedert, dass die ganze Regel pro Jahr dreimal gelesen wird – jeweils beginnend mit dem 1. Januar, dem 2. Mai und dem 1. September. Jeder Mönch und jede Nonne hört den Text also viele Male und immer wieder in seinem/ihren Leben, so dass er uns im Laufe der Jahre inwendig vertraut ist und die meisten von uns ihn auch auswendig im Kopf und im Herzen haben. Vielleicht möchten sich manche von Ihnen unserer täglichen Lektüre anschließen. Deshalb bieten wir Ihnen hier neben der “normalen” Regel-Ausgabe auch die Ausgabe an, die nach der Tageslesung geordnet ist. Wir wünschen Ihnen ein aufmerksames und hörendes Herz – Sie werden sehen, welcher Reichtum an geistlicher Erfahrung und menschlicher Weisheit in diesem Text verborgen ist.
JanuarFebruar 
 
 
 
 
           
MärzApril
 
 
 
          
MaiJuni
 
 
 
 
          
JuliAugust
 
 
 
 
         
SeptemberOktober
 
 
 
 
          
NovemberDezember
 
 
 
 
          
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Leben im Geist der Benediktusregel

“Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat. Darüber wollen wir uns freuen und jubeln!” Dieses Wort aus Psalm 118 singen wir hier im Benediktinerinnenkloster St. Hildegard in Rüdesheim/Eibingen jeden Sonntag in der Frühe. Sie alle sind täglich in dieses Gotteslob eingeschlossen, denn das, so glauben wir, ist unsere Aufgabe: stellvertretend für die ganze Welt vor Gott zu stehen, ihn zu loben, ihm zu danken und für alle Menschen Gottes Segen und Heil zu erbitten.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt: Was suchen eigentlich Menschen in einem Kloster? Warum gehen auch heute noch junge Menschen ins Kloster? Was bewegt sie, wie vor ungefähr 1400 Jahren Benedikt von Nursia, ein so ganz anderes Leben zu wählen? Aber was ist da anders? Denn auch Klosterleute sind doch nur Menschen. Bei uns zum Beispiel leben ganz normale, alltägliche Menschen miteinander. Ist es nicht bei Vielen gängige Meinung, daß nur nostalgische Sehnsucht die einen heute in Sekten oder esoterische Zirkel, die anderen eben in ein Kloster treibt? Weiterlesen