Das Jahr des Glaubens, zu dem Papst Benedikt XVI. aufgerufen hat lädt uns ein, unseren Glauben neu in den Blick zu nehmen, zu feiern, zu leben und in schöpferischer Weise auszudrücken. An der Schwelle dieses besonderen Jahres steht die hl. Hildegard, die zur Kirchenlehrerin erhoben wird.

„Mit Hildegard ins Jahr des Glaubens“ – ich darf Sie einladen, in den nun folgenden 20 Minuten, mit auf Entdeckungsreise zu gehen. Sich einmal zu fragen: was bedeutet es eigentlich, zu glauben? Und: wie steht es mit meinem persönlichen Glaubensbekenntnis, meinem Ja zum Glauben?

Der Mensch ist immer neu zur Antwort, zur Entscheidung herausgerufen. Doch: welche Gedanken und Stimmen sind gut und welche führen eher in die Irre? In ihrer zweiten Visionsschrift, dem Buch der Lebensverdienste (LVM), lässt die hl. Hildegard stärkende Gotteskräfte und verhängnisvolle Laster zu Wort kommen – amüsant und aktuell, realistisch und voll geistlicher Tiefe. Eine dieser Gestalten hält dort folgende Rede:

Ein anderes Leben kenne ich nicht als dieses hier, das ich sehen und fühlen und fassen kann. Welchen Vorteil könnte eine ungewisse Existenz mir bieten? Von diesem Leben aber kann ich ganz genau feststellen: Das ist da, oder es ist nicht da! Und wie ich sonst auch suche und forsche, und was ich auch zu sehen und zu hören und zu wissen bekomme, ich finde keine andere Wirklichkeit. Sollte ich aber bei dem, was die Natur so sehen lässt, einmal was zu packen kriegen, das mir nützte, würde mir das denn schaden? Ich gehe keinen Schritt weit und treibe keine Wissenschaft, als in den Bereichen, die ich genau kenne. Denn wenn ich auf den Flügeln der Winde fliegen will, so werde ich hingestreckt auf die Erde. Und wenn ich selbst Sonne und Mond befrage, was ich nun machen solle, sie würden mir kaum Antwort geben. Und sollte mir irgendwoher etwas zu Ohren kommen, woher wüsste ich denn, ob es mir nutzt oder schadet? Ich weiß ja in Wirklichkeit nichts von dem, was alles so daher gesagt wird. Nur das, was ich sehe, das weiß ich. Viele Gerüchte bekomme ich zu hören, viele Predigten und so manche Lehren, die ich doch nicht verstehe. Also will ich nur das tun, was mir den meisten Nutzen verspricht.

 

„Ein anderes Leben kenne ich nicht.“ 

 

Vielleicht haben Sie die Gestalt erkannt, die Hildegard hier zu Wort kommen lässt. Es ist der „Unglaube“, der zu verstehen geben will, dass es besser sei, kein anderes Leben zu kennen als das, was sich sehen, fühlen und erfassen lässt. Auf den ersten Blick verständlich. Man mag sich sogar an die Worte des „ungläubigen“ Apostels Thomas erinnert fühlen, der nach der Auferstehung des Herrn reklamiert: „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht“ (Joh 20,25). Doch der Apostel Thomas fragt nicht nach theoretischen Informationen, sondern sein Glaube sucht das Verstehen. Anders die Gestalt in der Vision Hildegards, die zwar Verlangen hat, dieses aber in egoistischer und egozentrischer Angstgebärde zum Ausdruck bringt: „Welchen Vorteil könnte eine ungewisse Existenz mir bieten?“ Was sich hier zeigt, ist eine verschlossene, resignierte Haltung: Noch bevor man sich vom wahren Leben berühren lässt, wird die Tür bereits wieder zugeschlagen; Rückzug ins Schneckenhaus der eigenen Selbstgewissheit: „Von diesem Leben aber kann ich ganz genau feststellen: Das ist da, oder es ist nicht da!“

Die Gestalt des Unglaubens reduziert das Leben auf das Beherrschen des Augenblicks und verwirft von dieser Warte aus das religiöse Leben – das Leben in scheinbar ungewisser Existenz. Doch der Unglaube irrt sich: der immer neue Aufbruch, der Exodus, gehört zwar wesentlich zum Christsein, allerdings nicht im Sinne existentieller Unsicherheit, sondern als täglich neue Bekehrung, Conversatio, ohne die es keinen Glauben geben kann.

Zum Glauben gehört, dass er beweglich ist und in Bewegung bringt. Dies ist auch der tiefste Grund, warum der Glaube nicht äußerlich demonstrierbar ist: „Er ist eine Wende des Seins, und nur wer sich wendet, empfängt ihn. Und weil unser Schwergewicht nicht aufhört, uns in eine andere Richtung zu weisen, deshalb bleibt er als Wende täglich neu, und nur in einer lebenslangen Bekehrung können wir innewerden, was es heißt, zu sagen: Ich glaube“, so Joseph Ratzinger in seiner Einführung zum Christentum. In der Hinwendung zu Gott darf der Mensch erkennen, dass das Leben ein anvertrautes Gut, ein kostbares Geschenk ist, das gelebt und beantwortet werden will.

Zum Glauben gehört maßgeblich, dass er die Sehnsucht nicht restlos stillt, sondern das sehnsuchtsvolle Verlangen immer mehr entfacht. Die Apostelgeschichte erinnert uns daran, dass die Kirche, bevor sie sich „christlich“ nannte, als „der neue Weg“ bezeichnet wurde. So ist das auf-dem-Weg-Sein die ursprüngliche Seinsform christlichen Lebens, die ursprüngliche Dynamik des gläubigen Menschen: Nachfolge – und zur Nachfolge sind wir alle aufgerufen – ist ein suchendes Hinterhergehen, ein Bleiben in Treue und Liebe; auch Zweifel gehören dazu. Nachfolge ist ein lebenslanger Prozess des Findens, ein Weg der Geduld – mit sich und mit Gott.

Die Gestalt des Unglaubens in der Vision Hildegards ist dagegen unbeweglich, ja erstarrte Ruhe, die, so schaut es Hildegard, von den Knien bis zur Fußsohle in Düsternissen steckt. Der Geist Gottes aber weckt und belebt die Sehnsucht; er schenkt brennendes Verlangen und führt hinaus ins Weite, ja er schickt erst regelrecht auf den Weg – hin zu allen Menschen und bis an die Enden der Erde. Nicht die Einigelung ins eigene Ich, sondern die Hinwendung zum Mitmenschen und die Ausrichtung auf Gott schenken Sicherheit und Standfestigkeit in einer sonst oft friedlosen Welt.

Im Unterwegssein des Glaubens widerfährt das Unerwartete – hier begegnet man dem brennenden Dornbusch, hier brennen die Herzen wie bei den Emmausjüngern. Doch auch dies leugnet der Unglaube in der Vision Hildegards.

 

„Ich finde keine andere Wirklichkeit.“ 

 

Der Zustand des auf-dem-Weg-Seins ist nicht eine Bestimmung des Ortes, sondern, wie wir gesehen haben, die innerste Verfassung des Menschen. Die Antwort des Menschen, die dieser Pilgerschaft entspricht, ist die Haltung der Offenheit, der Erwartung, der Hoffnung. In der Hoffnung bejaht der Mensch, Geschöpf zu sein. Das Leben wird als Geschenk erfahren, das nicht der eigenen Machbarkeit entsprungen ist, sondern empfangen wurde.

Der Unglaube in der Vision Hildegards gibt jedoch den Weg-Charakter des menschlichen Daseins auf. Die Worte des Unglaubens entlarven geradezu seinen innersten Wesenskern – denn: Unglaube ist nicht einfach ein Nicht-Glauben. Der eigentliche Widerpart des Glaubens ist die träge „Unaufmerksamkeit“, die weder die Verantwortung noch die Schönheit des Lebens sehen will. Der Unglaube verfängt sich in den Fallstricken der sich isolierenden Verzweiflung, die Hildegard als nächste lebensverneinende Gestalt zu Wort kommen lässt: „Wer könnte mich trösten [] wer vermöchte mir beizustehen [] Was bleibt noch übrig für mich, wenn nicht der Tod? Keine Freude am Guten habe ich und auch keinen Trost mehr an der Sünde.“

Das Trostlose an dieser Gestalt ist nicht die Traurigkeit, sondern die Verweigerung des Trostes, ja des Trösters selbst. Wer sich von der Sünde Trost verspricht, wird schmerzlich erfahren müssen, dass solche „Trostpflaster“ schnell wieder abreißen und noch größere Wunden hinterlassen. Das Ziel des Glaubens ist jedoch nie nur die private Seligkeit. Wer glaubt, weiß, dass es im Leben einen Sinn gibt; dass die Zukunft mehr ist als das, was man selbst erschaffen kann. Wer glaubt, weiß, dass es trotz Rückschlägen – selbst wenn diese wie eine unendliche Sisyphusarbeit anmuten – hoffnungsvoll vorwärts geht, und nicht im Kreis. Doch der Unglaube in der Vision Hildegards verharrt gewollt in trostloser Unbeweglichkeit.

 

„Ich gehe keinen Schritt weit und treibe keine Wissenschaft.“ 

 

Bereits die frühen Mönchsväter sahen den Anfang und die Wurzel der Verzweiflung in der Acedia, der trägen Traurigkeit und unbeweglichen Trostlosigkeit, die lähmt, beschwert und gefangen nimmt. Der Mensch möchte hier lieber weniger groß sein, weniger wissen, um sich der Verantwortung und Würde seiner Größe zu entziehen. Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, um wieder „vorwärts“ zu gehen, raten die Mönchsväter, das Kreisen um sich selbst einmal zu durchbrechen, eine sinnlose Hektik bewusst zu beenden. Das Ziel ist aber auch hier nicht die Ruhe als solche, sondern das geduldige Üben im Vertrauen. Immer neu aufzustehen und den Weg voll Zuversicht und Glauben weiterzugehen, das kostet Kraft und Mut, aber das heißt letztlich Christsein. Blicken wir auf Christus selbst: Jesus hat Jerusalem vor Augen. Er weiß, dass nun der Kreuzweg auf ihn wartet. Um ihn herum seine Jünger, die diesen Weg noch nicht verstehen können. Er belehrt sie in dieser Stunde nicht, sondern sagt: „Steht auf, wir wollen gehen“ (Mk 14,42).

Im Blick auf Christus dürfen auch wir getrost in die Zukunft – auch in eine ungewisse Zukunft – gehen; in der festen Hoffnung, dass Er, der selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, diese Strecken, auch die Glaubenswege die durchs finstere Tal führen, mit uns geht.

Halten wir an dieser Stelle fest: Glauben ist ein sich-Aufmachen, ein freies Einstimmen in die angebotene ganz persönliche Beziehung zu Gott. Der Weg des Glauben ist kein bloß intellektueller, kein bloß willentlicher, kein bloß emotionaler Vorgang, er ist alles dies zusammen: Akt meines ganzen Lebens. Glauben ist Bewegung, Vertrauen und Begegnung. Begegnung mit dem lebendigen Gott.

 

Glauben: üben, antworten, vertrauen

 

Der Glaube braucht ein existentielles Engagement: eine Auseinandersetzung, die sich einübt und betreffen lässt. Das Wort Gottes will in unserem Leben Gestalt finden; es will auch bei uns wieder Wort – Antwort – werden. Wenn wir unseren Glauben bekennen, so geschieht dies in Erinnerung an das Taufbekenntnis, das nicht einfach aufgesagt, sondern mit Leben, mit meinem Lebensweg und meiner Weggemeinschaft mit Jesus Christus gefüllt werden will.

Die Taufformel, die eigentlich ein dialogisches Credo (Frage/Antwort) ist, setzte in den ersten Jahrhunderten, in denen nur die Erwachsenentaufe üblich war, einen langen Lernprozess voraus. Doch auch heute will das Glaubensbekenntnis nicht bloß als Text verstanden und gelernt sein, sondern es muss als Ausdruck meines Glaubens eingeübt werden.

So wird deutlich: Das Sakrament der Taufe ist von Anfang an ein getauft werden, ein beschenkt werden mit der Gabe des Glaubens und der Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen. Niemand kann für sich allein festlegen, er sei nun gläubig. Sinn, der selbst gemacht ist, bleibt sinnlos. Denn Sinn, d.h. der Boden, worauf unsere Existenz als ganze stehen und leben kann, kann nicht gemacht, sondern nur empfangen werden.

Oft wird gesagt, Glauben bedeute Nichtwissen, und so möchte es ja auch die Gestalt in der Vision Hildegards suggerieren. Glauben aber ist mehr: es ist ein vertrauendes sich-Stellen auf den Boden des Wortes Gottes. Der Glaube ist seinem Wesen nach gerade die Herstellung von Beziehung, von der Kommunikation, weshalb auch das „Vaterunser“ von Anfang an das Gebet der Getauften ist. Wer glaubt, weiß nicht nichts – im Gegenteil: der Glaubende weiß, wer seine Hoffnung ist.

 

 

Glauben: Leben der pilgernden Kirche

 

Der Inhalt des christlichen Glaubens hat seinen Ort im Zusammenhang des Bekenntnisses, das, wie wir sahen, eine Kehrtwende, eine Bekehrung ist. Ein Geschehen, das Beziehung stiftet. Bereits die frühe Kirche bezeichnet das Glaubensbekenntnis auch als „Symbolum“ (zusammenfallen, zusammenwerfen) und macht damit auf etwas ganz Entscheidendes aufmerksam: man besitzt nur einen Teil, der auf die Ergänzung im andern verweist und damit gegenseitiges Erkennen ermöglicht. In der Bezeichnung des Glaubensbekenntnisses als „Symbolum“ liegt eine tiefe Deutung seines wahren Wesens vor. Zu glauben heißt demnach, dass jeder Mensch den Glauben nur als einen Teil, als unvollkommenes Stück, in Händen hält, das seine Einheit und Ganzheit nur finden kann im Zusammenlegen mit anderen. Das persönliche Bekenntnis braucht das geschwisterliche Mitsein, das Leben der pilgernden Kirche, das Einstimmen in das Gotteslob der Gemeinde.

Das Credo, das wir als „Ich glaube“ beten, ist immer auch Ausdruck unserer Gemeinschaft – einer Gemeinschaft der Glaubenden, selbst über den Tod hinaus. Aber vergessen wir nicht: zu diesem wahrhaftig und geduldig gelebten Glauben gehört auch die Erfahrung der Nacht und des Zweifels. „Christlicher Glaube […] ist der auferstandene Glaube, ein Glaube, der am Kreuz sterben, begraben werden und auferstehen muss – und zwar in neuer Gestalt.“ Christlicher Glaube ist nicht pure Idee, sondern Leben, das sich entwickelt und sich so in verschiedenen Phasen befindet. Glaube ist nicht für sich seiender Geist, sondern Inkarnation, Menschwerdung – jeden Tag neu.

 

 

Resümee: Mit Hildegard ins Jahr des Glaubens

 

Das Credo ist meine Antwort an den mich rufenden Gott, meine Gegenliebe an seine sich schenkende Liebe. Aber bevor ich nach außen hin sagen kann: „Ich glaube an Gott“, muss ich, um es aufrichtig sagen zu können, in meinem Herzen gesagt haben: „Herr, mein Gott, ich glaube an dich“. Das „Jahr des Glaubens“, das in wenigen Wochen beginnt, kann ein Anlass sein, um wieder einmal still zu werden und seinem „Ja, ich glaube an dich, mein Gott!“ neu auf die Spur zu kommen. „Der Glaube – ähnlich wie die Liebe – ist untrennbar mit Vertrauen und Treue verbunden. Und Vertrauen und Treue bewähren sich in der Geduld.“ Zum Weg des Glaubens gehört die geduldige Suche, die zwar nicht den Weg, aber das Herz weit macht.

Mit der Heiligsprechung und der Erhebung Hildegards zur Kirchenlehrerin zeigt die Kirche: hier ist Christsein in Geduld und Liebe, mit Höhen und Tiefen, gelungen und Christusnachfolge lebendig bezeugt worden. An der Schwelle zum „Jahr des Glaubens“, dürfen wir daher die hl. Hildegard bitten, dass ihr Vorbild uns helfen möge, uns neu auf Gott auszurichten und unser Leben und unseren Glauben, aber auch die Sorgen und Nöte unserer Familien und Mitmenschen, vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen.

Am Fest Allerheiligen erinnert uns die Liturgie der Kirche an die Gemeinschaft der Glaubenden und an die verschiedenen Glaubenswege, die zu Gott führen, wenn wir beten: „Gott, du allein bist heilig, dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken. Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade und führe uns auf den Weg der Pilgerschaft zum ewigen Gastmahl, wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.“

 

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich, auch im Namen meiner Mitschwestern, einen gesegneten Festtag und auf die Fürsprache der hl. Hildegard ein bewegendes Jahr des Glauben!

Sr. Raphaela Brüggenthies OSB

 

HILDEGARD VON BINGEN: Der Mensch in der Verantwortung. Liber Vitae Meritorum (künftig: LVM), übersetzt von Heinrich Schipperges, Salzburg 1972, 140. Hingewiesen sei auf eine Neuerscheinung zum LVM, in der die 35 Tugenden und Laster künstlerisch in Farbe gesetzt und mit Kurzimpulsen erschossen werden: STÜHLMEYER, Barbara/BÖHM, Sabine: Tugenden und Laster. Wegweisungen im Dialog mit Hildegard von Bingen, hg. v. Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, Eibingen, Beuron 2012.

„Glauben bedeutet die Entscheidung dafür, dass im Innersten der menschlichen Existenz ein Punkt ist, der nicht aus dem Sichtbaren und Greifbaren gespeist und getragen werden kann, sondern an das nicht zu Sehende stößt, sodass es ihm berührbar wird und sich als eine Notwendigkeit für seine Existenz erweist. Solche Haltung ist freilich nur zu erreichen durch das, was die Sprache der Bibel ,Umkehr‘, ,Bekehrung‘ nennt.“ RATZINGER, Joseph: Einführung in das Christentum, München 32005, 45.

RATZINGER, Einführung, 45.

Vgl. Apg 9,2; 19,9.23; 224; 24,14.22. Vgl. auch BACKHAUS, Knut: Aufbruch ins Evangelium – Unruhe als christliches Existenzial, in: IkaZ 36 (2007), 554-566.

Christlicher Glaube kennt die Erfahrung von Trauer und Einsamkeit. Auch die Stunden der Prüfung, in denen das Schweigen Gottes zu einer bedrängenden Frage wird. Hier gibt es keine pauschalen Antworten, sondern nur das geduldige Ausharren, das feste Vertrauen darauf, dass das Leben den Tod besiegt hat. Vgl. dazu: HALÍK, Tomáŝ: Geduld mit Gott. Die Geschichte von Zachäus heute, Freiburg i.Br. 32011.

Vgl. LVM, 140.

Vgl. z.B. Mk 16,7; Mt 28,7; Lk 24,33; Joh 20,17.

Vgl. Dtn 6,4f.: „Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Lev 19,18: „Du sollst deinen Nächsten wie dich selbst.“ Jesus bringt beide Gesetze zusammen: „An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten“ Mt 22,34-40.

Vgl. PIEPER, Josef, Über den Glauben. Ein philosophischer Traktat.

RATZINGER, Einführung, 341.

In Mt 26,46 als Aufforderung an die schlafenden Jünger nach der Nacht am Ölberg: „Surgite eamus.“

Vgl. RATZINGER, Joseph: Was heißt Glauben?, in: Evangelium – Katechese – Katechismus. Streiflichter auf den Katechismus der Katholischen Kirche, 1995, 21-30.

„Nur wer Jesus als Weg lernt, kann ihn auch als Wahrheit finden.“ RATZINGER, Joseph: Taufe, Glaube und Zugehörigkeit zur Kirche, in: IkaZ 5 (1976), 218-234, 227.

Schon der Prophet Jesaja warnt: „Wenn ihr nicht an Jahwe festhaltet, dann werdet ihr keinen Halt haben“ Jes 7,9. Vgl. auch: RATZINGER, Einführung, 62-67: Glaube als Stehen und Verstehen. Interessant sind die Parallelen (Ritus und Terminologie) zwischen der Taufe und RB 58.

Den Hintergrund für diesen Begriff bietet ein antiker Brauch: zwei zusammenfügbare Teile, z.B. eines Ringes, galten als Erkennungszeichen für Gastfreunde oder Vertragspartner. Das entsprechende Stück zu besitzen berechtigte zum Empfang einer Sache oder einfach der Gastfreundschaft. Vgl. EMMINGHAUS, Johannes H.: Art. Symbol III, in LThK2 9 (1964), 1208-1210.

HALÍK, Geduld, 67. Hervorhebungen von Halík.

RATZINGER, Einführung, 88-91. „Der Glaube ist Gehorsam und Dienst: Selbstüberschreitung, Befreiung des Selbst gerade durch die Indienstnahme durch das von mir nicht Gemachte und nicht Erdachte; Freiwerden durch Indienstnahme für das Ganze“ ebd.

Vgl. DE LUBAC, Henri: Credo. Gestalt und Lebendigkeit unseres Glaubensbekenntnisses, Einsiedeln 1975, 258.

HALÍK, Geduld, 11.

Vgl. RB Prolog 49. „Diese Suche ist ein authentisches ,Vorspiel‘ zum Glauben, weil es die Menschen auf dem Weg bewegt, der zum Geheimnis Gottes führt. […] Dieses Bedürfnis stellt eine unauslöschlich ins menschliche Herz eingeschriebene ständige Einladung dar, sich auf den Weg zu machen, um den zu treffen, den wir nicht suchen würden, wenn er uns nicht bereits entgegengekommen wäre. Eben zu dieser Begegnung lädt der Glaube uns ein und öffnet uns vollends.“ Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu Proprio Porta fidei (11. Oktober 2011): VApS 191, 16.

Schlussgebet am Fest Allerheiligen.

(Vortrag am 17. September 2012)