,

Jahresrückblick Advent 2018 – Advent 2019

Advent 2018 – Advent 2019

Liebe Mitschwestern und Mitbrüder,

liebe Verwandte und Freunde!

„Alle Jahre wieder…“ singt das bekannte Weihnachtslied und beschreibt auf kindgemäße Weise, was sich jedes Jahr an Weihnachten ereignet, ohne dass es den Kindern je zu viel würde. Trifft das auch auf uns zu, die wir erwachsen sind und so viele „wenn“ und „aber“ kennen? Alle Jahre wieder geschieht das Unerhörte, Ungesehene, Unbegreifbare – und viele gehen zur Tagesordnung über oder denken an Geschäfte und Geschenke.

Das Unerhörte, Machtvolle gibt auch dem Pinsel von Eberhard Münch, der in diesem Jahr eine vielbeachtete Werkausstellung in unserem Kunstkeller hatte, den Schwung, mit dem er im Titelbild unseres Jahresrückblicks die Weihnachtsszene gemalt hat: Da stürzt etwas von Himmel herab in einen kleinen Raum, wo ein paar Menschen versammelt sind – und zerschmettert sie nicht, sondern hält an, leuchtet, erhellt: ein Kind wird geboren! Wir sind eingeladen, diese Bewegung des Himmels nachzuahmen: das sich Hinneigen in Ehrfurcht, aber mit der ganzen Kraft und Glut der Liebe.

„Neige das Ohr deines Herzens“ – dieses Wort aus dem Prolog der Benediktsregel gab uns Mutter Dorothea zu Beginn des Jahres am 1. Advent mit auf den Weg. „Neigen, Zuneigen drückt eine elegante, einfühlsame, bescheidene und diskrete Bewegung aus. Wir sprechen auch im übertragenen Sinn von Zuneigung, wenn wir uns mit Empfindsamkeit, Liebe und Aufmerksamkeit einander zuwenden. Neige das Ohr deines Herzens: wer geneigt mit dem Herzen hört, kann vielleicht das Unmögliche hören, das er nie für möglich gehalten hätte – das ‚Unmögliche‘ vielleicht, dass etwas doch anders ist, als man es immer dachte, dass eine Wendung geschehen kann.“