„Aus der Tiefe rufe ich,
Herr, zu dir: Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,achte auf mein lautes Flehen!
Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als der Wächter auf den Morgen.
Mehr als der Wächter auf den Morgen soll Israel harren auf den Herrn.“

aus Ps 130

 

Liebe Mitschwestern und Mitbrüder, liebe Verwandte und Freunde der Abtei St. Hildegard!

Wieder schließt sich ein Jahreskreis, wieder dürfen wir ein durchlebtes Jahr in die Hände Gottes zurücklegen. In der Rückschau werden uns die unzähligen Zeichen der Fürsorge Gottes in unserem kleinen Alltag bewusst – und zugleich stehen uns die Heimsuchungen vor Augen, die in diesem Jahr mit gnadenloser Wucht über so viele Menschen herein-gebrochen sind. Das schwere Seebeben am zweiten Weihnachtstag mit der nachfolgenden ungeheuren Flutwelle,die mehr als 250.000 Menschen in Südostasien das Leben kostete und unzähligen anderen die Existenz und alle Hoffnungen zerstörte, das grausame Erdbeben in Kaschmir, die Wirbelstürme in Amerika, die Hungerkatastrophen in Afrika – das alles offenbarte in erschütternder Weise die Zerbrechlichkeit unserer menschlichen Sicherungen. Von unseren Versuchen, ein wenig zu helfen, berichten wir später. Doch mit allen Leidenden, mit allen, die auch aus unserer nächsten Umgebung geliebte Menschen verloren haben, rufen wir „aus der Tiefe“ zum Herrn des Lebens um seinen Trost, harrend auf sein Wort „mehr als die Wächter auf den Morgen“.

Das Jahr, das hinter uns liegt, ist von Papst Johannes Paul II. zum Jahr der Eucharistie erklärt worden. Eucharistie,Quelle der Einheit und der Gemeinschaft. Eine brennende Frage, und der Riss der Trennung geht mitten durch unser Herz.

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