BITTE BEACHTEN SIE:

Der für den 18. Oktober geplante 3. Weinwalk dieses Jahres muss leider coronabedingt ausfallen, da wir die vorgeschriebenen Abstandsregeln nicht einhalten können.

Wir hoffen, Sie im neuen Jahr wieder zu drei Weinwalks begrüßen zu dürfen.

Ihre Schwestern von St. Hildegard

Wir Schwestern der Abtei St. Hildegard versorgen – mit Unterstützung – unsere alten und kranken Mitschwestern innerhalb der Abtei selbst.

Für die Sicherung der pflegerischen Versorgung suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen/eine

Gesundheits- und Krankenpfleger/in (m/w/d)

Ihre Aufgaben:

  • Nach aktuell pflegerischer Erkenntnis stellen Sie die Versorgung und Betreuung der alten und kranken Schwestern sicher
  • Mitarbeit bei der Umstrukturierung der Krankenstation
  • Sie bringen sich ein, das Pflege- und Betreuungskonzept zukunftsfähig mitzugestalten
  • Mitarbeit bei der Vorbereitung von Anträgen zu Pflegeleistungen
  • Dokumentation der Pflegeleistung
  • Gute fachkundige Kommunikation im Innen- und Außenverhältnis

Ihr Profil:

  • Examen zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Berufserfahren
  • Offen für die Besonderheit einer Krankenstation innerhalb eines Klosters
  • Offen dafür, Veränderungen fachgerecht auf den Weg zu bringen
  • Einfühlungsvermögen gegenüber den zu betreuenden und dem Konvent angehörigen Schwestern

Unser Angebot:

  • Eine Beschäftigung in Teilzeit mit Vergütung im Rahmen der Arbeitsvertragsordnung des Bistums Limburg entsprechend TVöD
  • Ein interessantes Aufgabengebiet an einem nicht alltäglichen Arbeitsort
  • Eine den Grundsätzen der benediktinischen Regel entsprechende Arbeitsatmosphäre

Sie können sich vorstellen, mit uns die Zukunft zu gestalten? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung. Diese richten Sie bitte per Email mit den üblichen Unterlagen an: geschaeftsfuehrung@abtei-st-hildegard.de.

Bei Fragen zur Tätigkeit wenden Sie sich bitte an Schwester Christophora Janssen: sr.christophora@abtei-st-hildegard.de oder Tel. 06722/ 499172.

Unser neuer Besucherparkplatz ist seit Ende Juli in Betrieb. Beide Parkebenen sind ab sofort benutzbar und finden bereits regen Anklang. Ende Oktober wurden die Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt, so dass das Projekt “grüner Parkplatz” nun Realität geworden ist.

Bitte beachten Sie: der neue Parkplatz ist kein Abstellplatz für Wohnmobile und Wohnwagen.

Der Bau des neuen Parkplatzes wurde möglich dank großzügiger Zuschüsse des Hessischen Wirtschaftsministerium, zweier privater Spender, der Klosterstiftung Sankt Hildegard und des Vereins der Freunde der Abtei St. Hildegard e.V.

Der Parkplatz ist parallel zu den Höhenlinien und in möglichst geringem Landschaftsverbrauch ökologisch und denkmalpflegerisch vertretbar angelegt. Beidseitig einer festen Fahrbahndecke sind 34 befestigte PKW-Stellplätze, 58 Parkplätze in Schotterrasen sowie drei Behindertenparkplätze und drei Bus-Parkplätze entstanden.

Projekt eines naturnahen „grünen“ Parkplatzes

Die Besonderheit unseres neuen Parkplatzes ist die Bepflanzung mit 32 Bäumen regionaler Baumarten sein, die in der naturkundlichen Schrift der heiligen Hildegard von Bingen „Physica“ ausführlich beschrieben sind, u.a. verschiedene Ahorn-Arten , Felsenbirne, Hopfen- und Hainbuche, Blumen-Esche, Esskastanie und Speierling. Auf diese Weise ist nicht nur ein Parkplatz entstanen, sondern zugleich ein „hildegardischer Baum- und Pflanzen-Garten. Die Bäume sind in gleichmäßigem rhythmischem Abstand in 2er Reihen parallel zum Hang gepflanzt und nehmen damit das wohl geordnete Gleichmaß unseres denkmalgeschützten neoromanischen Klostergebäudes auf. Unterstützt wird diese Formation durch standortgerechte einheimische Hecken (Weißdorn) und Sträucher.

Ein besonderer Dank an alle Baumpaten

Für die 32 Bäume haben wir Baumpatenschaften vergeben. Inzwischen haben alle 32 Bäume eine Patin oder einen Paten gefunden. Wir danken Ihnen von Herzen für dieses Engagement!

Gerne nehmen wir auch weiterhin Spenden für die “Rundum-Bepflanzung” des neuen Parkplatzes mit Weißdorn- und Hainbuchen-Hecken sowie mit einheimischen Sträuchern entgegen. Jede noch so kleine Zuwendung ist uns eine große Hilfe!

Der Freundeskreis unseres Klosters ist bereit, auch weiter Spenden für die Bepflanzung des neuen Parkplatzes zu sammeln und an unsere Abtei weiterzugeben.  Das Konto des Freundeskreises ist: Rheingauer Volksbank BIC: GENODE51 RGG; IBAN: DE 04 5109 1500 0000 0996 86.

Wir danken schon im Voraus allen, die uns bei der Bepflanzung unseres neuen Parkplatzes helfen möchten und sprechen Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott zu!

Ihre Schwestern von St. Hildegard

Die Pfingstsequenz, die im 13. Jahrhundert entstanden und deren Verfasserschaft unklar ist, hat ihren liturgischen Ort in der Messe am Pfingstsonntag vor dem Evangelium. Am Ende der Osterzeit entläßt sie uns mit ihren flehentlichen Bitten in den Jahreskreis und leitet in diese über. Die Sequenz ist ein Gebet, das unseren Alltag begleiten, uns die gefeierten Festgeheimnisse von Advent bis Ostern vor Augen stellen und unser Leben daran auf- und ausrichten lassen könnte. Denn wie in allen Texten der geprägten Zeiten leuchten in der Pfingstsequenz auch adventliche und weihnachtliche Gedanken, sowie Motive des Osterfestkreises auf. Die Sequenz ist ein Gebet, mit dem wir alle Not und Bedrängnis in der Welt, der Kirche und in uns selbst vor Gott tragen können.
Die Sequenz besteht aus 10 Strophen mit jeweils 3 Zeilen. Gunda Brüske weist in einem Artikel im Schweizer Liturgieportal (Gunda Brüske, Veni Sancte Spiritus, in: www.liturgie.ch) darauf hin, daß die Strophen, von denen jeweils zwei zusammengehören, von außen nach innen zu lesen sind. Sie schreibt: „Die ersten beiden rufen viermal um sein Kommen, die letzten beiden rufen viermal nach seinen Gaben. Ein Rahmen bildet sich auf diese Weise, der Anfang und Schluss der Dichtung umrundet. Wie ein Passepartout schließen sich nach innen wieder je zwei Strophen an: die 3. und 4. Strophe nennen sechs Eigenschaften des Heiligen Geistes – die 7. und 8. Strophe rufen sechsmal sein Wirken herbei.“ Die 5. und 6. Strophe bilden den Höhepunkt und das Zentrum der Sequenz. Die folgenden betrachtenden Gedanken zu den einzelnen Strophen orientieren sich in der Reihenfolge an dieser Struktur.

Pfingstsequenz_PDF-Download

Der Rahmen – die Strophen 1 und 2, 9 und 10
1. Strophe

Kraftvoll beginnt die Sequenz und ruft das göttliche Licht gegen Finsternis und Nacht.
In diesen ersten Zeilen entfaltet sich schon die gesamte Spannbreite der geschaffenen Existenz, sie eröffnen den Raum, in dem sich das Leben abspielt, zwischen Finsternis und Licht, zwischen dem Chaos des ersten Schöpfungstages und der gottgeschaffenen Ordnung. So zeigt es sich am Anfang der Schöpfung im Buch Genesis: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ Der Geist Gottes schafft Licht und schafft Leben.
In dieser ersten Strophe der Pfingstsequenz können wir alle großen Feste mitklingen hören, er spannt sich aus wie ein Lichtbogen von Weihnachten bis zum Pfingstfest, der auch jeden einzelnen Tag unseres Lebens mit seinen Strahlen streift:
An Weihnachten feiern wir das göttliche Licht, das den Menschen geschenkt wird, so hören wir in der Lesung: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ (Jes 9,1)
An Ostern überstrahlt das unvergängliche Licht jegliche Finsternis mit einem Strahlen, vor dem kein Dunkel Bestand haben kann. So bitten wir Ihn, dass Sein Licht das Dunkel auch unserer Herzen vertreiben möge. Fünfzig Tage brennt die Osterkerze, bis wir in der Pfingstsequenz den Heiligen Geist rufen „strahle Licht in diese Welt“ und wiederum bitten: „komm, der jedes Herz erhellt.“.

2. Strophe
Die ersten beiden Strophen rufen zusammen vier Mal „Komm!“. Der Ruf ist uns auch aus vielen adventlichen Texten vertraut. So verbindet dieses Rufen die großen Feste miteinander, und so ist Pfingsten vielleicht die Vollendung nicht nur von Ostern, sondern von Weihnachten und nicht nur vollendet dieses Fest das im vorherigen begonnene Geschehen, sondern es eröffnet gleichzeitig die Zukunft, denn wie die Strophen 9 und 10 in das Wort bringen: wir sind nicht als Waisen in der Zeit geblieben.
„Komm!“ Auch in der zweiten Strophe der Sequenz klingt die Geschichte des Geschöpfes und seines Schöpfers, des Menschen mit Gott mit. Das Rufen ist ein gegenseitiges Rufen, das nach der Schöpfung beginnt. Gott ruft den Menschen: „Adam, wo bist du?“ (Gen 3,9) Aber die gefallene Existenz fürchtet und versteckt sich.
Im Evangelium ruft Christus den Menschen zum Leben, und in seine Nachfolge:
„Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen, sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach!“( Mk 1,16-20)
„Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? […] Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gibt das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mk 10,21)
Ein gegenseitiges Rufen. Wir rufen nach Seinem Kommen, Er ruft den Menschen zum Leben, und wir rufen um Seinen Geist, dass wir leben können.

9. und 10. Strophe
Die 9. und 10. Strophe sind ein Pendant zu der ersten und zweiten: Die ersten beiden rufen vier Mal „Komm“, die letzten beiden rufen viermal nach seinen Gaben.
Wie die zweite Strophe vertrauend weiß, dass der Geist „gute Gaben gibt“, so bittet die neunte Strophe um das Geleit dieser Gaben für sein vertrauendes Volk.
Die Universalität der ersten Strophe, die mit den Polen Licht und Finsternis die Spannbreite geschichtlicher Existenz eröffnet, nimmt die zehnte Strophe auf und führt sie schließend zu der Bitte: „Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit.“ Zielpunkt dieser geschichtlichen Existenz ist die Ewigkeit, das Sein bei Gott.
„Gib, dem Volk, das dir vertraut.“ Eine vertrauensvolle Bitte, die sich auf eine Zusage stützen kann, auf die Zusage, nicht als Waisen in dieser Welt gelassen zu sein, sondern im Schutz eines Beistandes:
„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. […] Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh 14,15-18.26f.)

Das Passepartout – die Strophen 3 und 4, 7 und 8
3. und 4. Strophe

Die Strophen drei und vier besingen sechs Eigenschaften des Heiligen Geistes. Er ist der höchste Tröster, der erfreuende Gast, eine köstliche, süße Labsal, das Geschenk der Ruhe, eine erfrischende Kühlung und der Spender allen Trostes. Der Geist ist lebendig und macht lebendig. Er wirkt nicht fern von uns, sondern dort, wo wir sind: in der Arbeit, in der Hitze des Tages, in den Sorgen und Nöten unseres Lebens. „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“, schreibt Paulus im Brief an die Römer (Röm 8,26). Der Trost des Geistes führt uns heraus aus dem Kreisen um uns selbst, hinein in die Hoffnung auf Gott. „Du stille Macht, du verborgene Kraft, Geist des Herrn, der in uns lebt und schafft, wohne du uns inne, uns anzutreiben; bete du in uns wo wir stumm bleiben“, so dichtet Marie Luise Thurmaier, die auch die Pfingstsequenz übersetzt hat, in einem anderen Lied (Gotteslob 248).
Auch die dritte und vierte Strophen können von außen nach innen gelesen werden. Die zeitliche Erstreckung unseres Daseins, das Ausgespanntsein zwischen dem Jetzt und der Stunde unseres Todes, bildet den Rahmen. Der höchste Tröster in der Zeit – Er ist es, der Trost in Leid und Tod spendet. Seine Gegenwart erfüllt, erfreut und erfrischt uns. In seiner Gegenwart darf das unstete Herz zur Ruhe kommen. Der Heilige Geist ist uns stets gegenwärtig und nah. Aber er ist kein aufdringlicher Gast, der Zeit raubt oder zur Last fällt. Er ist auch kein Wunscherfüller, der auf Knopfdruck und nach unseren Vorstellungen funktioniert. Seine Gaben sind einfache Gaben – aber sie verändern. Sie ermöglichen wahres und wahrhaftiges Leben.

Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.
7. und 8. Strophe

In den Strophen sieben und acht werden sechs Wirkungen des Heiligen Geistes besungen. Er reinigt, lässt neues Leben entstehen, heilt, wärmt, löst und lenkt. In den innigen Bitten (wasche, gieße, wärme) treffen zwei Urelemente aufeinander: Wasser und Feuer. Stichwort Wasser: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“, schreibt Paulus an die Römer (Röm 5,5). Im Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen, einem Gespräch, in dem es auch um die Frage geht, welches der richtige Ort für die Gottesverehrung sei, sagt Jesus: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“ Die Ausgießung des Geistes ist so einerseits ein erfüllt werden, aber andererseits auch ein Aufruf, selbst zu schöpfen: „Wer Durst hat komme zu mir und trinke.“ (Joh 7,38) Wir dürfen, ja wir müssen rufen: Herr, gib uns dieses Wasser und gieße Ströme des lebendigen Wassers über uns aus! Die Ströme des Lebendigen Wassers – „damit“, so schreibt es der Evangelist Johannes, „meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben.“ (Joh 7,38) Stichwort Feuer: Wenige Verse später, kurz nachdem Paulus das Bild von der Ausgießung des Geistes benutzt hat, schreibt er: „Lasst euch vom Geist entflammen.“ (Röm 12,11) Sich entzünden lassen, für etwas Feuer und Flamme sein, vor Begeisterung Funken sprühen. Die Wirkungen des Heiligen Geistes, die Paulus hier in wenigen Versen nennt, könnte unterschiedlicher nicht sein und doch haben sie eines gemeinsam: sie wollen den ganzen Menschen. Man kann nicht nur halb erfüllt sein und ein zündeln auf Sparflamme ist kein wahrhaftiges Brennen. Wieder ist es Marie Luise Thurmaier, die dies zu verdichten weiß: „Der Geist des Herrn durchweht die Welt gewaltig und unbändig; wohin sein Feueratem fällt, wird Gottes Reich lebendig.“ (Gotteslob 249)
Auch bei diesen zwei Strophen der Sequenz kann man den Blick von außen nach innen wandern lassen: von äußeren Zuständen (wasche mich rein und zeige mir den Weg, den ich gehen soll) – über bewusste Fehlformen (löse meine Erstarrung, befreie mich von den Fesseln meiner Angst und gieße mir neues Leben ein) – bis zu den tiefen, inneren Wunden der Seele (bring in mir das Eis zum Schmelzen, heile die mich quälende Krankheit an Leib und Seele). So kommt alles zur Sprache. Äußere und innere Wunden rufen nach Heilung. Geist Gottes, durchflute unser Leben.
Neben den sechs Wirkungen des Geistes darf man auch die Verfassung des Beters betrachten und sich in ihr wiederfinden (schmutzig, dürr/dürftig, verwundet, verhärtet, kalt und hart, erstarrt, fern vom Weg, einsam). Doch die Bitten sind nicht hoffnungslos, sondern voller Zuversicht, denn uns ist zugesagt: „Vertrau auf Gott, er wird dir helfen, hoffe auf ihn, er wird deine Wege ebnen.“ (Jesus Sirach 2,6) Wir dürfen, ja wir müssen bitten, denn wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten (Lk 11,13).

Das Zentrum
5. und 6. Strophe
Die Strophen im Zentrum der Sequenz, auf die die anderen Strophen sich zubewegen, setzen mit dem Ausruf „O“ an, „O du glückseliges Licht“. In diesem Ruf nimmt die Sequenz sozusagen einen letzten Anlauf, um das in den anderen Strophen Gesagte noch einmal im Bild des höchsten Lichtes zusammenzufassen, es darin aufzunehmen, einzufangen und zu einem Höhepunkt zu bringen.
Die Anrufung „O“ deutet wie immer, wenn sie in der Liturgie vorkommt, darauf hin, daß es um etwas Besonderes, im höchsten Maße Beachtenswertes geht. Der Ruf drückt Staunen und Erwartung aus, eine freudige, manchmal vielleicht auch erschrockene Erwartung dessen, was da kommen mag. Der Ruf hat etwas Flehentliches, was durch die der Anrufung gleich folgende Bitte „fülle Herz und Angesicht“ verstärkt wird.
Das glückselige Licht des Heiligen Geistes möge das tiefste Innere des Menschen erfüllen, sein Herz, den Grund seiner Seele erreichen, so betet und bittet hier der Dichter. Und das ist deshalb so notwendig, weil der Mensch ohne den Geist Gottes, ohne seinen lebensspendenden Anruf nicht zu leben vermag. Das zweimalige „nihil“ im Lateinischen weist darauf hin. Absolut gar nichts kann im Menschen bestehen ohne das Wehen des Geistes, er kann nicht leben und kein Heil finden.
Der Mensch wird erst durch den Geist Gottes, durch seinen Hauch und Anruf zum lebendigen Wesen, zur Person, deren Kern nicht zerstört werden kann. Er empfängt seine Bestimmung von oben. „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Joh 3,5) Der Mensch, der sich Gott wie eine leere Schale hinhält und öffnet, empfängt von ihm her durch das Wirken des Heiligen Geistes einen Lebensauftrag, ein Wort, das zum Heil führt.
Romano Guardini schreibt in einer seiner letzten Tagebuchaufzeichnungen 1964:
„Heute Nacht, oder es war wohl morgens, wenn die Träume kommen, dann kam auch zu mir einer. Was darin geschah, weiß ich nicht mehr, aber es wurde etwas gesagt, ob zu mir oder von mir selbst, das weiß ich nicht mehr. Es wurde also gesagt, wenn der Mensch geboren wird, wird ihm ein Wort mitgegeben, und es war wichtig, was gemeint war, nicht nur eine Veranlagung, sondern ein Wort. Das wird hineingesprochen in sein Wesen, und es ist wie das Paßwort zu allem, was dann geschieht. Es ist Kraft und Schwäche zugleich. Es ist Auftrag und Verheißung. Es ist Schutz und Gefährdung. Alles, was dann im Gang der Jahre geschieht, ist Auswirkung dieses Wortes, ist Erläuterung und Erfüllung. Und es kommt alles darauf an, daß der, dem es zugesprochen wird, es versteht und mit ihm ins Einvernehmen kommt. Und vielleicht wird dieses Wort die Unterlage sein zu dem, was der Richter einmal zu ihm sprechen wird.“ (Aus Romano Guardini, Stationen und Rückblicke/Berichte über mein Leben, 1995, S.20)
Jedem Menschen ist ein Wort, ein Lebenswort mitgegeben, das er ein Leben lang zu entschlüsseln hat und immer neu ausbuchstabieren muß. Dazu braucht er die Hilfe und die Kraft des Heiligen Geistes. Nicht im unfruchtbaren Kreisen um seine eigene Person verwirklicht er sich selbst, sondern indem er täglich neu auf das hört, was der Geist ihm sagen will. Gesund und heil ist letztlich derjenige, der seinen Lebensauftrag erkennt, annimmt und ihm sowohl in Freude als auch in Schmerz und Leid zu entsprechen sucht, der in dem Weg, der ihm gewiesen ist, das Heil findet. Wir brauchen den Heiligen Geist zur Unterscheidung der Geister. Der Geist schenkt uns Leben und führt uns, wie der Evangelist Johannes sagt, in die Wahrheit über Gott und über uns selbst. „Aber wenn der Helfer kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch anleiten, in der vollen Wahrheit zu leben.“ (Joh 16,13) Um diesen Beistand des Geistes bitten wir, wenn wir die Sequenz beten.

Oh, Heiliger Geist
des lebendigen Gottes,
wenn ich doch heute
so empfänglich wäre
wie Maria
für dich und das Leben,
deine Boten und deine Gnade,
für das, was von dir her
auf mich zukommt
und mich meint und will
und meine Antwort erwartet –
so oder so.

Oh, Heiliger Geist Gottes,
wenn ich doch heute
in deiner Gegenwart
und meinem Leben
meine Fragen wüsste
und sie zu stellen wagte
wie Maria damals.

Oh, Heiliger Geist Gottes,
wenn ich doch heute
hören würde,
was wichtig ist
und was nicht so wichtig ist
und was eher stört –
dich hören würde, oh Gott,
inspirierend,
provozierend,
befreiend und
befruchtend.

Wenn ich doch heute,
ohne noch zu zögern
und für heute
die Antwort geben würde,
die das Leben bejaht und ihm dient
und Wunder in Gang setzen kann
und Gottes heiligem heilendem Wirken
Raum gibt
Den Raum unterm Herzen,
in dem das Leben heranwächst.

Komm, Heiliger Geist Gottes,
lehre mich in deinem Erbarmen,
was ich noch zu lernen haben,
und mitzutun,
was ich mittun kann
an deinem Heilsplan
für alle.
(Aus Johanna Domek, Andreas Felger, Atem Gottes, 2007, S.21 f.)

Credidimus caritati – wir haben der Liebe geglaubt. (1 Joh 4,16)

Am 6. Mai 2020, dem Mittwoch der vierten Osterwoche, legte unsere Schwester

Christiane Hildegard Rath OSB

geb. am 22. August 1951  –  Profess am 30. September 1979

ihr Leben nach langem Leiden zurück in die Hände ihres Schöpfers.

Als Chorleiterin, Organistin, Infirmarin und Novizenmeisterin hat sie unsere Gemeinschaft jahrelang kraftvoll mitgeprägt. Mitte der neunziger Jahre zeigten sich die ersten Anzeichen ihrer schweren Erkrankung. Immer tiefer tauchte sie nun ein in die Welt des Vergessens.  Sie trug ihr Leiden zunächst mit Widerstand, dann ganz in Ergebung in den Willen des Vaters.

Seit 2005 wurde sie zunächst von Sr. Simone (gest. 2014) und Sr. Philippa gemeinsam, später dann von Sr. Philippa und ihren treuen Pflegehelferinnen begleitet.

Trotz ihrer schweren Demenzerkrankung hatte Sr. Christiane bis zuletzt eine starke Ausstrahlung, der sich kaum jemand entziehen konnte, der ihr begegnete. Wir spürten, dass sie zwar nichts mehr wusste, aber alles verstand, und dass ihr Leiden immer mehr zum Segen für unsere Gemeinschaft wurde.

Zusammen mit ihrer Familie danken wir dem Herrn, der sie uns geschenkt hat.

Wir bitten um Ihr Gebet für unsere verstorbene Schwester.

Äbtissin und Konvent der Abtei St. Hildegard

Ursula Leffers und Barbara Lehnard mit Familien

 

Liebe Freunde unserer Abtei!

Ab Montag, 20. April, wird unser Klostercafé täglich von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr als Außer-Haus-Verkauf (“Café to go”) wieder geöffnet. Wir bieten Ihnen dann eine Auswahl der beliebten klösterlichen Spezialitäten zum Mitnehmen an.

Gerne können Sie Ihre Bestellung auch telefonisch unter 06722 / 499215 oder per Mail  klostercafe@abtei-st-hildegard.de aufgeben und dann am folgenden Tag während der Öffnungszeiten  abholen.

Bitte halten Sie sich an die vorgegebenen Abstandsregeln und tragen Sie, wenn möglich, eine Gesichtsschutzmaske. Bringen Sie gegebenenfalls auch etwas Geduld mit. Unsere Mitarbeiterinnen im Klostercafé freuen sich auf Ihr Vorbeikommen!

Unser Klosterladen wird ebenfalls ab Montag, dem 20. April, schrittweise wieder öffnen. In der Zeit von 12.00 Uhr bis 16.30 Uhr können Sie wieder in Ruhe bei uns stöbern und einkaufen. Bitte halten Sie sich auch hier an die vorgegebenen Abstandsregeln und tragen Sie, wenn möglich, eine Gesichtsschutzmaske.

 

 

 

Immer offen ist für Sie weiterhin unser Online-Shop. Sie können alles, was wir in unserem Klosterladen anbieten, online bestellen: Bücher, Kerzen (mit und ohne Beschriftung), Keramik, Geschenkartikel und Devotionalien, sämtliche Dinkelprodukte, Gewürze, Marmeladen, Seifen und natürlich auch alle Weine, Sekt und Likör. Wir bemühen uns mit allen Kräften, Ihnen das Gewünschte zeitnah zuzusenden.

Bestellungen können Sie telefonisch aufgeben unter 06722 /499-116 oder per Mail versand@abtei-st-hildegard.de

Das Klosterweingut ist erreichbar unter 06722 /499-130 oder per Email weingut@abtei-st-hildegard.de

Gemeinsam werden wir diese schwierige Zeit durchstehen. Im Gebet sind wir Ihnen in diesen Wochen ganz besonders verbunden.

Ihre Schwestern von St. Hildegard

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine ebenso geniale wie einfache Methode, um kleinen und mittleren Unternehmen im Rheingau – auch uns – in dieser Krisenzeit zu helfen, wurde in der letzten Woche von der Initiative „RheingauLiebe“ entwickelt: Auf der Seite www.rheingauliebe.org finden Sie Unternehmen – auch unseren Klosterladen und unser Klostercafé – und deren jeweilige Bankverbindungen. Wenn Sie auf das angegebene Konto einen Betrag überweisen, bekommen Sie für diesen Wert einen Gutschein zugeschickt, den Sie einlösen können, wenn die Krise vorbei und die Geschäfte wieder geöffnet haben. Bitte machen Sie davon Gebrauch. Wir freuen uns schon jetzt, Sie „danach“ wieder zu sehen. Und: Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude

Um einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus vorzubeugen, finden in unserer Kirche derzeit keine öffentlichen Gottesdienste statt. Unser Gotteshaus bleibt aber weiterhin zwischen 9.00 und 17.00 Uhr (sonntags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr) für das persönliche Gebet geöffnet. In der Mittagszeit bleibt die Kirche von 11.45 – 13.00 Uhr ebenfalls geschlossen.

Wir folgen damit dem eindringlichen Aufruf unseres Bischofs Dr. Georg Bätzing, der in einem Brief an alle Gläubigen schreibt:

“Als Christinnen und Christen haben wir Verantwortung für unsere Mitmenschen und für unsere Gesellschaft. Wir müssen alles tun, um eine weitere und schnelle Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Der Verzicht auf Gottesdienste ist damit auch ein Dienst, den wir insbesondere denen erweisen, die durch eine Infektion besonders gefähret wären. Ausdrücklich will ich Sie ermutigen, jetzt andere Formen des Gebets und des Gottesdienstes zu pflegen: Regelmäßig werden Gottesdienste im Fernsehen und Internet übertragen, die Sie von zu Hause aus mitfeiern können. Auch lade ich Sie ein, sich Zeit zu nehmen für das persönliche Gebet und das Lesen der Heiligen Schrift.

Die Verbreitung des Corona-Virus fordert uns geistlich und konkret heraus. Sie ist gewiss keine Strafe Gottes, vor der wir Angst haben müssen und der wir nicht entkommen können. Gott liebt uns bedingungslos und er möchte, dass es uns gut geht. Dieser Liebe Gottes können wir uns ganz gewiss sein. Sie wird uns durch die kommenden Wochen und durch diese herausfordernde Zeit tragen. Lassen Sie uns eine betende, glaubende und hoffende Gemeinschaft bleiben. Lassen Sie uns achtsam, umsichtig, solidarisch und hilfsbereit sein. Denken wir an unsere kranken und gefährdeten Nächsten und bitten Gott für sie um seinen Segen.”

Wir Schwestern von St. Hildegard werden unser Stundengebet stellvertretend für Sie alle weiterhin beten und jede und jeden einzelnen, besonders die Erkrankten, alle in der Versorgung und Betreuung der Kranken Engagierten und alle, die jetzt in Angst und Sorge sind, in unser Beten einschließen.

Unser Bistum Limburg bietet täglich um 10 Uhr einen Livestream des Gottesdienstes aus der Kapelle des Bischofshauses auf www.bistumlimburg.de zum Mitfeiern an. Der Livestream wird auch auf dem Youtube- und Facebook-Kanal der Diözese zu sehen sein.