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Hildegardisfest 2019

PROGRAMM

Dienstag, 17. September

07.30 Uhr: Lateinisches Choralhochamt in der Abtei St. Hildegard

10.00 Uhr: Pontifikalamt vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Hildegard, Eibingen, Marienthaler Straße 3

Hauptzelebrant: Erzbischof Edmundo Abastoflor, La Paz, anschließend Beichtgelegenheit

12.00 Uhr: Mittagstisch, Kaffee und Kuchen an der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Hildegard, Eibingen, Marienthaler Straße 3, und im Klostercafé der Abtei St. Hildegard

15.00 Uhr: Reliquienfeier

Festansprache: Frau Dr. Hildegard Wustmans

Kinderkatechese

Prozession mit dem Reliquienschrein (Der Reliquienschrein ist nach dem Pontifikalamt und nach der Reliquienfeier zur Verehrung geöffnet)

18.00 Uhr: Hildegardis-Vesper in der Abtei St. Hildegard

 

 

 

Konzerte von Sabine Lindner rund ums Hildegardisfest

Ruhe finden – aber wie und wo?

Viele von uns sehnen sich in diesen Wochen nach ihrem wohlverdienten Urlaub, nach Erholung und vor allem nach Ruhe. Ruhe klingt in unseren Ohren fast schon wie ein Zauberwort, so stark ist unsere Zeit von Unruhe bestimmt. Das liegt nicht nur an der gestiegenen Mobilität. Es muss auch unabhängig davon immer etwas los sein. Wenn es nicht Arbeit ist, dann Unterhaltung, Erlebnisse, Events. Wie unruhig wir leben, zeigt sich bei vielen gerade in den Ferien. Sie empfinden es als beunruhigend, wenn sie auf einmal ruhen sollen. Sie flüchten sich in neue Betätigungen und selbst produzierten Urlaubsstress. An Hektik und Aktionismus gewöhnt, fürchten viele zugleich die Ruhe, die sie sich wünschen. Dabei bedeutet Ruhe eigentlich viel mehr als nur Nichtstun. Wenn von Gott gesagt wird, dass er am siebten Tag ruhte, dann heißt das nicht, dass er sich gelangweilt hätte. Er schaute vielmehr mit bejahendem Wohlgefallen auf sein Werk und umgab es mit der Zusage, dass es sein soll und dass es gut ist. Menschliches Ruhen ist Teilnahme an dieser Ruhe Gottes. Wirklich zur Ruhe kommen wir deshalb nur im Vertrauen darauf, dass das Geheimnis auf dem Grund unseres Lebens voll Licht ist, und dass Gott zu Ende führen wird, was in unserem Leben unfertig und unerfüllt bleibt. Zur Ruhe gehört die Gewissheit, dass ein unumstößliches Jawort über unserer Welt und über meinem ganz persönlichen Leben steht. Eine solche Gewissheit aber können wir Menschen uns nicht selbst geben, wir können sie nicht machen, auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen. Wir dürfen uns also getrost von Gott die Last abnehmen lassen, unser Leben selbst vollenden zu müssen. Dazu braucht es nicht viel – nur den kleinen, aber entscheidenden Schritt des Loslassens unseres eigenen Ego, an das wir uns so verbissen klammern. Gottes Ja ist immer größer als unsere Vorstellungen. Nur wer sich hinauswagt in seine Unendlichkeit, wird Ruhe finden für seine aufgescheuchte Seele.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Urlaub!

Von Sr. Philippa Rath OSB

Geistlicher Impuls zur Sommerzeit

Sommerzeit, Urlaubszeit, Zeit für Muße und Entspannung, vielleicht auch Zeit zum Sich-Gewahr-werden, zur Suche nach den eigenen Wurzeln und nach der eigenen Identität. Ich möchte Ihnen heute eine vielleicht etwas ungewöhnliche Ferienbeschäftigung empfehlen: das Sich-Erinnern. Das Wort „Erinnern“, „Erinnerung“ kommt vom „Inneren“, d.h. es hat zutiefst mit uns selbst zu tun. Erinnerungen sind ein Teil unserer selbst. Unser Gedächtnis ist dabei so etwas wie ein lebendiger Speicher – wie er genau funktioniert, das weiß die Wissenschaft bis heute kaum. Durch Anstöße, seien es Bilder, Worte oder bestimmte Reize, kann der Speicher, der vielfach auf unbewusste Weise wirkt, aktiviert werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem unsere fünf Sinne. Sie sind sozusagen Gedächtnisträger und können gerade in Zeiten der Entspannung und der Ferien neu geschärft werden Wir sehen ein bestimmtes Bild, ein Gesicht, eine Landschaft – und erinnern uns. Wir hören einen bestimmten Ton, eine Melodie, ein Lied – und erinnern uns. Wir nehmen einen bestimmten Geruch oder Duft wahr – und erinnern uns. Wir erfühlen oder ertasten eine bestimmte Oberfläche, einen Stoff, eine Form – und erinnern uns. Wir schmecken einen bestimmten Geschmack, eine Nuance in einem Gericht oder einem Getränk – und erinnern uns. Was ist das, was sich da in unserem Herzen und in unserer Seele abspielt? Scheinbar längst Vergessenes kommt mit einem mal wieder an die Oberfläche, und wir erinnern uns unserer Gedanken, Gefühle und Empfindungen von einst. In der zeitlichen Entfernung können wir diese ordnen und bewerten und damit bekommen sie eine ganz neue Bedeutung – auch für unser Leben heute. Die Erinnerung stiftet also meine Identität, sie lässt mich zu dem werden, der ich bin. Das gilt für den einzelnen ebenso wie für Familien und Gemeinschaften, für Völker und Kulturen, für Epochen und Generationen. Deshalb ist das Austauschen von Erinnerungen so wichtig und notwendig – sei es in der Familie oder im Freundeskreis, sei es in der Gesellschaft als ganzer oder sei es in meinem ganz persönlichen Umfeld. Nutzen wir die Zeit des Urlaubs vielleicht in Ruhe auch einmal zu einem erinnernden Gespräch – mit uns selbst, mit anderen und vielleicht auch mit Gott. Denn auch Religion hat etwas mit Erinnerung, mit erinnerter Geschichte zu tun: mit der Geschichte Gottes mit uns Menschen. Es lohnt sich, diese Geschichte wieder neu zu entdecken. Und so ganz nebenbei finden wir damit auch uns selbst.

Sr. Philippa Rath OSB

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Gründungsfeier der St. Hildegard-Akademie Eibingen e.V. am 10. Mai

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Mit einem feierlichen Festakt ist am Freitag, dem 10. Mai, die „ST. HILDEGARD-AKADEMIE EIBINGEN E.V. – ZENTRUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND EUROPÄISCHE SPIRITUALITÄT“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden. An der Feier, die am siebten Jahrestag der offiziellen Heiligsprechung Hildegards von Bingen, stattfand, nahmen der Hessische Kultusminister Alexander Lorz, der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, die Weihbischöfe Dr. Udo Bentz, Mainz, und Dr. Thomas Löhr, Limburg, sowie mehr als 200 weitere Gäste aus Wissenschaft und Kultur, Kirche und Gesellschaft teil.

Den theologischen und spirituellen Beitrag Hildegards für ein gemeinsames Europa fruchtbar machen

Angesichts der gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Herausforderungen in Europa ist es das erklärte Ziel der neu gegründeten Akademie, das Bewusstsein um die christlichen Grundlagen Europas zu stärken. Dabei stützt sich die St. Hildegard-Akademie auf die spirituellen und wissenschaftlichen Ressourcen unserer Abtei, die von der heiligen Hildegard im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Im Sinne der großen Heiligen, die gleichermaßen Theologin wie Politikerin war, verknüpft die Akademie die theologische Erforschung von Hildegards Werken mit der Übertragung wissenschaftlicher Ergebnisse in aktuelle gesellschaftliche Kontexte. Die neue Akademie will zu einer mutigen christlichen Gestaltung der europäischen Gegenwart und Zukunft inspirieren.

„Mit einer europapolitisch angewandten Theologie liegt die Akademie in der Tradition der heiligen Hildegard“, so Sr. Maura Zátonyi OSB, Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie. Ziel der Akademie ist es, den theologischen und spirituellen Beitrag der Kirchenlehrerin Hildegard für ein gemeinsames Europa fruchtbar zu machen. Seit über hundert Jahren ist unsere Abtei in der Hildegard-Forschung aktiv. Aus dieser lebendigen Wissenschaftstradition kommend waren es nicht zuletzt unsere Mitschwestern, die maßgeblich zu den theologischen Vorbereitungen beitrugen, die zur offiziellen Heiligsprechung Hildegards durch Papst Benedikt XVI. am 10. Mai 2012 und zu ihrer Erhebung zur Kirchenlehrerin am 07. Oktober desselben Jahres geführt haben. Bereits damals reifte die Idee, eine Institution zur theologischen Erschließung der Werke Hildegards zu Gründung.

Drei wesentliche Aufgabenbereiche

Die entscheidende Initiative zur Gründung der St. Hildegard-Akademie ist nun Monsignore Michael H. Weninger, Mitglied des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog beim Heiligen Stuhl, zu verdanken. Die Akademie verbindet in einzigartiger Weise drei Aufgabenbereiche: Förderung der wissenschaftlichen Arbeit, Vermittlung von Bildungsaktivitäten und Entwicklung einer christlichen Gesellschaftslehre in europäischer Dimension.

Am 10. Mai 2019, dem siebten Jahrestag der offiziellen Heiligsprechung Hildegards von Bingen, stellt sich die St. Hildegard-Akademie in einer festlichen Gründungsfeier einer breiteren Öffentlichkeit vor und lädt Interessierte dazu ein, eines oder mehrere der Anliegen der Akademie als Mitglieder zu unterstützen.

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Einführung in die Liturgie der Osternacht

OSTERNACHT

Feier der Passion und der Auferstehung Jesu Christi. Mit dem gestrigen Karfreitagsgottesdienst wurden die Tiefen der Passion berührt, – jetzt stehen wir vor der Osternacht, die uns hinübergeleitet in das Fest der Auferstehung. Jemand hat einmal gesagt: „Auferstehung ist das Geheimnis aus dem wir leben, aber es ist unsäglich schwer, es in Worte zu fassen. Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen, es gibt allerdings auch Unaussprechliches, – es ist das Geheimnisvoll-Mystische . .“ Wir sind in diesen Tagen schon öfter darauf gestoßen. Das Geheimnis, so Guardini; ist ein Übermaß an Wahrheit, – eine Wahrheit, die meine Fassungskraft übersteigt. Und weil sich Worte hier so schwer tun, birgt die Osternacht eine Fülle von Bildern, die zum Sprechen kommen sollen. – Weiterlesen

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Lebensbild von Mutter Edeltraud Forster OSB

Am Nachmittag des 28. März ist unsere Altäbtissin Edeltraud Forster OSB nach einem langen und erfüllten Leben zu Gott heimgekehrt. Mutter Edeltraud war am 17. August 1978 vom Konvent zur Äbtissin gewählt worden und erhielt am 15. September 1978 vom damaligen Limburger Bischof Dr. Wilhelm Kempf die Äbtissinnenweihe.

Sie wurde am 09. November 1922 in Bottrop geboren. Nach dem Abitur und während des Krieges leistete sie Lazarettdienst als Krankenschwester. Ab 1946 studierte sie zunächst Religionspädagogik und später Theologie an der Universität Münster. Mit ihrem damaligen Lehrer und späteren Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, verband sie eine lebenslange Freundschaft.

1949 trat sie in unsere Abtei St. Hildegard ein und legte am 22. April 1954 ihre Ewige Profess ab. Viele Jahre war sie verantwortlich für die Betreuung der Gäste. Ab 1961 übernahm sie als Novizenmeisterin für 17 Jahre die Sorge für den klösterlichen Nachwuchs. Mehrere Generationen unseres Konventes wurden durch sie geprägt und geformt. Mutter Edeltraud war ein charismatischer, ganz und gar österlicher Mensch, der Lebensfreude und Hoffnung ausstrahlte. Zugleich war sie bodenständig, nüchtern und sehr lebenspraktisch und menschenfreundlich.

Ihren 20 Jahre währenden äbtlichen Dienst stellte sie unter das Leitwort „Inveniamur in Christo – Eins werden in Christus“. Die Gründung des Klosters Marienrode bei Hildesheim im Jahr 1988 und die Hildegard-Jubiläumsjahre 1979 und 1998 waren in ihrer Amtszeit von nachhaltiger Bedeutung. Am 20. September 1998 trat Mutter Edeltraud nach Erreichung des 75. Lebensjahres von ihrem Amt zurück.

Eine besondere Freude war es für sie, dass sie zusammen mit ihrer 2016 viel zu früh verstorbenen Nachfolgerin, Mutter Clementia Killewald, die Heiligsprechung und Kirchenlehrererhebung Hildegards von Bingen durch Papst Benedikt XVI. am 07. Oktober 2012 in Rom noch miterleben durfte.

Auch nach ihrer Emeritierung war Mutter Edeltraud noch eine vielgefragte Gesprächspartnerin. Ungezählte Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Ihr Charme und ihre besondere Ausstrahlung blieben bis ins hohe Alter unverändert: die Frucht ihrer unbändigen Lebensfreude und ihrer großen Glaubensstärke.

Ihre letzten Lebensjahre waren geprägt von den Mühen des Alters und den zusehends abnehmenden Kräften. Dennoch blieb sie immer ein froher und dankbarer Mensch.

Wir bitten alle, die sich unserem Kloster verbunden wissen, um ihr Gebet für unsere verstorbene Mutter Edeltraud.

 

Interview mit Sr. Philippa in “Frau und Mutter”

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transitZONEN: Die aktuelle Ausstellung im Kunstkeller

Künstlerische Betrachtungen am Rande der Komfortzone

Zum Thema Müll im Meer wurde schon viel geschrieben, gezeigt, gewarnt und düster die Zukunft
beschworen. Jeder weiß, dass wir unsere Wegwerfgesellschaft nicht länger ohne Konsequenzen ausleben
können. Aber außer einigen wenigen Versuchen etwas anders zu machen, geht es weiter wie bisher … Wir produzieren zuviel Müll, recyclen zu wenig und überhaupt fühlen wir uns nicht wirklich verantwortlich für das, was wir späteren Generationen auf dieser Welt hinterlassen.

Die Ausstellung „transitZONEN“ möchte weder einen weiteren Zeigefinger erheben, noch bietet
sie einfache Alternativen – sie will durch einen ästhetischen Blick auf die Spuren unserer Lebensweise
dazu einladen, unseren Konsum zu hinterfragen und darüber nachzudenken,
welche Rolle wir in der Natur spielen wollen.

Die Motivation der Künstler Johannes Höller und Claudia Raudszus ist der Versuch aufzuzeigen, dass zwischen Schwarz und Weiß immer ein Bereich liegt, der weder der einen noch der anderen Seite zuzuordnen ist – eine Transitzone. Nichts ist nur so oder so, von verschiedenen Blickwinkeln ergeben sich andere An- und Einsichten, die jeder für sich selbst als Schwarz oder Weiß festlegen muss.

So können wir den Müll am Strand mit Entsetzen betrachten, weil wir wissen, dass er zerrieben zu kleinsten Teilen über die Nahrungskette bald in unserem Körper landen wird … Oder wir konzentrieren uns auf die Schönheit, welche die Natur bei diesen Prozessen hervorbringt.

Intention der Künstler ist die Idee, dass wir mit unserer Kunst Menschen die Möglichkeit geben, sich einem Thema von einer anderen als der gewohnten Seite zu nähern, neue transitZONEN zu entdecken, die im Idealfall zu einer (positiven) Verschiebung der eigenen Wahrnehmung führen.

Die Ausstellung ist vom 2. März bis 2. Juni jeweils Mi – So von 15.00 -17.00 h zu sehen.

Die Künstler:

Johannes Höller ist freiberuflicher Fotograf und Künstler. Er studierte freie Kunst in Saarbrücken, ist Tutor, Dozent und Lehrbeauftragter, gibt Kunstworkshops für Kinder und Jugendliche und ist derzeit auch Vertretungslehrer für Kunst am Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim.

Claudia Raudszus absolvierte ebenfalls ein Studium der freien Kunst in Saarbrücken. Heute Dozententätigkeit, u.a. bei der Betreuung und Partizipation an diversen Kunst am Bau-Gruppenprojekten und Ausstellungen.