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Das Jahr im Weinberg

Immer wieder werden wir gefragt, wann was im Weinberg zu tun ist, welche Arbeiten im Laufe eines Jahres für den Winzer anfallen. Im Folgenden haben wir versucht, dies einmal kurz zusammen zu fassen.

Januar
Während die Reben in der Winterruhe sind und jegliche Aktivität eingestellt haben, beginnt das Weinjahr mit dem Rebschnitt. Hiermit legt der Winzer nicht nur die Grundlage für die Erhaltung gesunder und ertragfähiger Weinstöcke, er steuert damit auch den Ertrag zu Gunsten der Qualität. Eine geringe Anzahl an Fruchtruten ergibt oftmals einen hochwertigeren Wein, da sich die wertvollen Inhaltsstoffe auf weniger Trauben verteilen. Jeder einzelnen Rebe wendet sich der Winzer individuell zu und schneidet sie von Hand. Eine fast meditative Arbeit, die aber höchste Konzentration erfordert. Auch im Keller hat der Winzer immer ein wachsames Auge auf den heranreifenden neuen Jahrgang und probiert die einzelnen Gebinde immer wieder, damit sich kein Fehler einschleicht.

Februar
Nachdem die Reben beschnitten sind und pro Rebstock meistens nur eine Fruchtrute stehen geblieben ist, muss das alte Rebholz entfernt werden. Auch dies geschieht meistens per Hand; bei jedem Wetter. Oftmals verbleibt das alte Rebholz im Weinberg, wird gehäckselt und später untergearbeitet, damit es als Dünger dem Weinberg wieder zur Verfügung steht. Nebenbei gibt es in den Weinbergen auch einiges auszubessern: so mancher Stickel wird erneuert, Draht nachgezogen oder Nägel eingeschlagen. Im Weinkeller steht die Jungweinprobe an. Die spannende Frage ist: wie sind die Weine geworden, brauchen sie noch ein wenig Restsüße oder können sie, so wie sie sind, in ein paar Wochen abgefüllt werden? Viele Winzer laden nun befreundete Kollegen ein und miteinander werden dann die einzelnen Weine beurteilt. Da kann schon einmal heiß diskutiert werden, aber am Ende überwiegt immer neu die Faszination für den neuen Jahrgang, der im Keller still herangereift ist.

März
Im März beginnen die Reben „zu bluten“, d.h. an der Schnittstelle tritt Saft aus. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Rebe langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die bisher gerade in die Höhe ragenden Fruchtruten werden nun nach unten gebogen und mit einem kleinen Stück sogenannten Gert-Drahtes an die Drahtrahmenerziehung angebunden. Das Biegen und Binden bringt die Rebe in eine bestimmte Form. Diese erleichtert das Jahr über die verschiedenen Arbeiten im Weinberg. In diesen Monat fällt bei manchem Winzer auch die Füllung des neuen Jahrganges auf Flaschen an. Bis jetzt hatte der junge Wein Zeit, in Ruhe in der Tiefe und Dunkelheit des Weinkellers seine ganz spezifische Note zu entwickeln. Nun warten schon einige Weinfreunde auf sein Kommen. Aber es braucht noch ein wenig Ruhe nach der Strapaze der Abfüllung, bevor sich der junge Wein in der Öffentlichkeit präsentiert und zeigen kann, was in ihm steckt.

April

Eine gesunde und vitale Bodenstruktur in den Weinbergen ist für den Wein von herausragender Bedeutung. So beginnt der Winzer spätestens in diesem Monat mit der Bodenbearbeitung. Mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie Grubber, Fräse oder Kreiselegge wird der Boden mechanisch aufgelockert. Dies regt das natürliche Bodenleben an und die verschiedensten Organismen können ihre Tätigkeit zum Wohl der Weinberge entfalten. Begrünungspflanzen werden gezielt ausgesät, wo es nötig ist, wird Kompost oder Dünger ausgebracht. Schließlich sollen die Reben bestens mit Nährstoffen versorgt werden. Eine ganz entscheidenden Faktor aber hat der Winzer nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht…

Mai

Je nach Wetterlage beginnt Ende April – Anfang Mai der Austrieb der Reben. Wenn es warm ist, geschieht dies fast explosionsartig, und man kann tagtäglich zuschauen, wie schnell die Reben wachsen. Schon früh lassen sich die sogenannten Gescheine erkennen, aus denen später die Trauben werden. Gerade die jungen Triebe sind aber sehr anfällig gegen verschiedene Pilzkrankheiten. Der Winzer muss nun im Herzschlag mit der Natur leben und zum rechten Zeitpunkt eingreifen. Er kann die Reben nur vorbeugend schützen, in dem er sie in regelmäßigen Abständen (10 bis max.14 Tagen) mit einem Pflanzenschutzmantel umgibt. Eine Medizin für kranke und befallende Reben gibt es nicht. Wer hier nicht achtsam und wachsam ist, kann die Ernte eines Jahres schon jetzt zu Nichte machen. Im Mai werden auch neue Weinberge angelegt. Die jungen Reben haben zu dieser Jahreszeit die besten Vorrausetzungen zum Anwachsen.

Juni
Während der gesamten Vegetationsperiode muss der Winzer das Wachstum der Reben durch verschiedene Laubarbeiten steuern und ordnen. Er bindet die jungen Reben an, er bricht die Doppeltriebe heraus und fängt wild wachsende Rebzweige in der Drahtrahmenerziehung ein, was man „heften“ nennt. Oftmals kommt der Winzer den bei günstiger Witterung schnell wachsenden Reben kaum nach. Aber er muss sich eilen, denn zu diesem Zeitpunkt brechen die Rebzweige bei starkem Wind oder heftigem Regen sehr schnell ab. Ende Juni beginnt die Rebblüte. Ein ganz feiner süßlicher Duft schwebt dann über den Weinbergen. Während der Rebblüte wünscht sich der Winzer trockenes Wetter, damit die Selbstbefruchtung der Rebe von kurzer Dauer ist und gut verläuft. Regen führt zur Verrieselung und zum Verblühen ohne Befruchtung.

Juli

Laub- und Bodenbearbeitung prägen diesen Monat. Denn noch wachsen die Reben stetig weiter und der Winzer hat alle Hände voll zu tun, damit eine gesunde und luftdurchlässige Laubwand erhalten bleibt. Regen soll von der Laubwand schnell wieder abtrocknen können, damit Pilzbefall vorgebeugt wird. Dem dient auch eine gezielte Entblätterung der Stöcke in der Traubenzone. Nur gesundes Laub ist aktiv und kann in die Trauben alles Gute einlagern. So geht der Winzer immer wieder durch seine Weinberge, steckt heraushängende Rebzweige in den Drahtrahmen ein, schneidet das Laub ab, wenn es zu lang wird und entfernt am alten Rebstamm die nachwachsenden Triebe. Regnet es in dieser Zeit wenig, muss die Begrünung immer wieder „gemulcht“, also sehr kurz gehalten werden. Sie darf der Rebe nicht das notwendige Wasser weg nehmen.

August

Mitte bis Ende August beginnt die Reifephase der Trauben. Beim Riesling hat es sich in den letzten Jahren bewährt, dass man die Trauben halbiert, wenn die Beeren erbsengroß sind. Dadurch zieht sich die Traube in die Länge, wird lockerer und die Gefahr, dass die Traube zu kompakt wird und die einzelnen Beeren sich gegenseitig kaputt quetschen, wird geringer. Auch dies ist eine Arbeit, die nur von Hand gemacht werden kann. Auch das Herausschneiden von „grünen Trauben“ geschieht von Hand. Die verbleibenden Beeren erhalten so mehr Kraft und der Rebstock kann seine Energie auf weniger Trauben konzentrieren. Eine immer gleichbleibende Arbeit, die dem Winzer Zeit lässt, seine Gedanken wandern zu lassen und neue Ideen zu entwickeln. Nirgends anders als bei dieser Arbeit im Weinberg unter Gottes freiem Himmel kommen die besten Ideen.

September
Der Winzer muß sich nun um die „Herbstvorbereitung“ kümmern: Eimer, Scheren und Legel richten, die Kelter aus dem Sommerschlaf wecken und vieles andere mehr.
Langsam beginnen die Trauben weich zu werden; immer mehr Zucker und Aromastoffe einlagern sich ein. Die weitere wird hauptsächlich nun durch die Witterung beeinflußt. Für den Riesling sind warme Tage und kühle Nächte entscheidend, damit sich seine unvergleichlichen Aromen herausbilden. Im Gegensatz dazu ist der Spätburgunder Ende September meistens schon reif. Nur gesunde, voll ausgereifte und durchgefärbte Trauben werden gelesen. Handlese ist dabei unabdingbar. Die Spätburgundertrauben entrappt man, d.h. die Beeren werden vom Stilgerüst getrennt. Der in der Beerenhaut vorhandene Farbstoff in den Most löst sich durch die Gärung in den Most. Alle 4-5 Stunden stampft man die Beeren immer wieder in die Flüssigkeit unter, damit die Farbausbeute möglichst groß ausfällt.

Oktober
Im Oktober dreht sich dann alles um die Weinlese. Trauben werden nämlich nicht geerntet, sondern gelesen. Immer wieder spannend ist es, den Beginn der Weinlese festzulegen. Wurden früher Vorlese, Hauptlese und Spätlese durch das Weinbauamt freigegeben, so bestimmt heute jeder Winzer selbst den optimalsten Lesezeitpunkt für seine Weinberge. Das ist gar nicht so einfach, denn verschiedene Faktoren sind zu beachten: Sind genügend Lesehelfer da? Sind die Trauben auch reif? Dabei ist die „Oechsle Zahl“ die angibt, um wie viel ein Liter Most dichter ist als ein Liter Wasser, nur ein Kriterium. Oftmals ist es besser, durch die Weinberge zu laufen und die Trauben in den Mund zu nehmen. Dabei kann man feststellen, ob sich das Fruchtfleisch leicht von den Traubenkernen löst und diese dunkelbraun verfärbt sind. Alles Kennzeichen für den Reifegrad. Wenn das Wetter mitspielt, pokert so mancher und versucht, die Trauben möglichst lange am Stock hängen und reifen zu lassen. Jeder Sonnenstrahl wird eingefangen, um eine optimale Qualität der Weine zu erreichen.

November

Manchmal dauert die Weinlese bis in den November hinein, wenn die Witterung trocken bleibt und die Sonne sich noch sehen lässt. Manch einer lässt auch Trauben hängen und hofft, bei Eiseskälte dann im Dezember einen Eiswein zu bekommen. Dafür muss es unter -7°C sein! Im Keller hat der Winzer nun viel zu tun. Seine Hauptaufgabe ist es, die einzelnen Weine zu begleiten und das im Weinberg grundgelegte Potenzial zu wecken und zu erhalten. Eine Kunst, die sehr viel Erfahrung und eine gute Zunge verlangt. Wichtig ist eine gezügelte Gärung bei ca. 18-20°C. So bleiben die Fruchtaromen und die bei der Gärung entstehende Kohlensäure erhalten. Nach der Lese wird es im Weinberg ruhiger. Die Reben tanken die letzten Sonnenstrahlen, der Saft in den Reben fällt wieder und wenn die letzten Blätter abgefallen sind, verfällt die Rebe in die wohlverdiente Winterruhe.

Dezember
Auch wenn im Weinberg jetzt keine Arbeit mehr zu tun ist, kann der Winzer seine Hände dennoch nicht in den Schoß legen. Seine Wege führen ihn nun immer wieder in den Weinkeller. Dort reifen die Jungweine in der Ruhe des dunklen Kellers in aller Ruhe heran. Der sogenannte erste Abstich steht bevor, bei dem der Jungwein vom Hefelager getrennt wird. Von da an lagert er noch eine Zeit nur auf der Feinhefe. Diese hilft ihm, seine eigenen Aromen weiter zu entfalten. Die noch übrige Zeit nutzt der Winzer, um seine Maschinen gründlich zu warten und zu pflegen. Auch das neue Jahr wird schon ins Auge genommen und überlegt, wie die einzelnen Weinberge nach den Erfahrungen des vergangenen Jahr vielleicht noch besser bearbeitet werden können. Am Ende des Jahres steht auch der Dank – für ein gutes Winzerjahr, für eine gute Ernte und für einen guten Weinjahrgang.

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Weinbrevier 2020/2021

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Der neue Besucherparkplatz ist in Betrieb

Unser neuer Besucherparkplatz ist seit 22. Juli in Betrieb. Auch wenn er noch ein wenig kahl ist, da die Bäume und Sträucher erst im Herbst gepflanzt werden können, sind die gepflasterten Parkplätze im unteren Bereich ab sofort benutzbar ubnd finden bereits regen Anklang.

Der Bau des neuen Parkplatzes wurde möglich dank großzügiger Zuschüsse des Hessischen Wirtschaftsministerium, zweier privater Spender, der Klosterstiftung Sankt Hildegard und des Vereins der Freunde der Abtei St. Hildegard e.V.

Der Parkplatz ist parallel zu den Höhenlinien und in möglichst geringem Landschaftsverbrauch ökologisch und denkmalpflegerisch vertretbar angelegt. Beidseitig einer festen Fahrbahndecke sind 34 befestigte PKW-Stellplätze, 58 Parkplätze in Schotterrasen sowie drei Behindertenparkplätze und drei Bus-Parkplätze entstanden.

Projekt eines naturnahen „grünen“ Parkplatzes

Die Besonderheit unseres neuen Parkplatzes wird die Bepflanzung mit 32 Bäumen regionaler Baumarten sein, die in der naturkundlichen Schrift der heiligen Hildegard von Bingen „Physica“ ausführlich beschrieben sind, u.a. verschiedene Ahorn-Arten , Felsenbirne, Hopfen- und Hainbuche, Blumen-Esche, Esskastanie und Speierling. Auf diese Weise wird nicht nur ein Parkplatz entstehen, sondern zugleich ein „hildegardischer Baum- und Pflanzen-Garten. Die Bäume sollen in gleichmäßigem rhythmischem Abstand in 2er Reihen parallel zum Hang gepflanzt werden und damit das wohl geordnete Gleichmaß unseres denkmalgeschützten neoromanischen Klostergebäudes aufnehmen. Unterstützt werden soll diese Formation durch standortgerechte einheimische Hecken (Weißdorn) und Sträucher.

Ein besonderer Dank an alle Baumpaten

Für die 32 Bäume, die im Oktober gepflanzt werden sollen, haben wir Baumpatenschaften vergeben. Inzwischen haben alle 32 Bäume eine Patin oder einen Paten gefunden. Wir danken Ihnen von Herzen für dieses Engagement!

Gerne nehmen wir auch weiterhin Spenden für die “Rundum-Bepflanzung” des neuen Parkplatzes mit Weißdorn- und Hainbuchen-Hecken sowie mit einheimischen Sträuchern entgegen. Jede noch so kleine Zuwendung ist uns eine große Hilfe!

Der Freundeskreis unseres Klosters ist bereit, auch weiter Spenden für die Bepflanzung des neuen Parkplatzes zu sammeln und an unsere Abtei weiterzugeben.  Das Konto des Freundeskreises ist: Rheingauer Volksbank BIC: GENODE51 RGG; IBAN: DE 04 5109 1500 0000 0996 86.

Wir danken schon im Voraus allen, die uns bei der Bepflanzung unseres neuen Parkplatzes helfen möchten und sprechen Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott zu!

Ihre Schwestern von St. Hildegard

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Klostersprache von A – Z

 

A  B  C  E  H  I  K  L  M  N  O  P  R  S  V  Z

 

A

Abt / Äbtissin(lat. Abbas „Vater“) Von der Gemeinschaft eines selbständigen Klosters frei gewählt (auf Lebenszeit oder für ca. 12 Jahre) geistlicher Vater /geistliche Mutter. Abt und Äbtissin erhalten eine kirchliche Weihe.
AbteiHaus und Lebensbereich einer selbständigen Gemeinschaft von Mönchen oder Nonnen.
Askese(griechisch Askese „Übung“) Die Einübung in ein Leben, das ausgerichtet ist auf Gott und von diesem Ziel her den bewussten und gewollten Verzicht auf bestimmte Lebensvollzüge einschließt.

B

BenediktsregelDie Benediktsregel (Regula Benedicti) wurde um 529 vom heiligen Benedikt von Nursia als Lebensregel für Mönche und Nonnen verfasst. Ursprünglich galt die Regel für das von ihm gegründete Gemeinschaftskloster Monte Cassino in Mittelitalien. Seit dem Mittelalter ist die Benediktsregel die einheitliche Lebensgrundlage für alle Klöster des Ordens der Benediktiner (Ordo Sancti Benedicti, OSB).

Die Benediktsregel besteht aus einem Prolog und 73 Kapiteln:

  • Der Prolog und die Kapitel 1 bis 3 umfassen Grundlegendes zum Mönchsleben.
  • Die Kapitel 4 bis 7 befassen sich mit den monastischen Tugenden, vor allem Gehorsam, Schweigen und Demut.
  • Die Kapitel 8 bis 20 treffen Anordnungen für das opus Dei, den Gottesdienst, der im benediktinischen Leben einen großen Stellenwert einnimmt.
  • Die Kapitel 21 bis 30 klären Strafen für Verstöße gegen die Regel.
  • Die Kapitel 31 bis 57 geben Anweisung über die Verwaltung des Klosters, die Dienste der Mönche, die Versorgung der Mönche, die Aufnahme von Gästen und den Umgang mit den Handwerkern und Künstlern des Klosters.
  • Die Kapitel 58 bis 66 regeln die Aufnahme von Novizen, die Rangordnung in der Gemeinschaft, die Einsetzung von Prior und Abt und die Aufgaben des Pförtners. Gemäß Kapitel 58 umfasst das Ordensgelübde die Versprechen von Beständigkeit (Stabilitas loci, das heißt Bindung an ein bestimmtes Kloster, bzw. eine bestimmte Gemeinschaft), klösterlichem Lebenswandel und Gehorsam.
  • Die Kapitel 67 bis 72 gelten als Nachträge. Sie geben Weisungen für den Umgang der Brüder untereinander.
  • Kapitel 73 ist ein Epilog
Brevier(lat.: breviarium, von brevis „kurz“) Buch, in dem alle Psalmen und Gebete des Chorgebetes für die einzelnen Gebetszeiten enthalten sind.

 

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C

Cellerar / CellerarinEin Cellerar/eine Cellerarin ist der bzw. die Verantwortliche für die wirtschaftlichen Belange und die Verwaltung des Klosters. Die Aufgaben sind im Kapitel 31 der Benediktsregel beschrieben.
Chor / ChorgestühlRaum innerhalb einer Kirche, in dem das Chorgebet verrichtet wird.
ChoralEinstimmige Gesänge für die römisch-lateinische Liturgie mit eigenen Tonarten (auch Kirchentonarten genannt). Als musikalische Ausformung des biblischen Textes ist der Choral Bestandteil der liturgischen Handlung. Die ältesten Choral-Handschriften stammen aus dem 8./9. Jhdt.
ChorgebetDas im Chor der Klosterkirche mehrmals täglich zu festen Zeiten gesungene oder rezitierte Chorgebet strukturiert den Tag einer Klostergemeinschaft, die damit ihren kirchlichen Auftrag zum Stundengebet erfüllt.

E

EinkleidungEinkleidung ist der feierliche Akt der Übergabe des Ordensgewandes an ein neues Ordensmitglied zur Aufnahme in das Noviziat. Das neue Ordensmitglied erhält mit der Einkleidung in der Regel auch einen neuen Ordensnamen.
Eucharistie /Heilige MesseDas Wort Eucharistie bedeutet Danksagung. Die Eucharistie – auch Abendmahl – ist eines der sieben Sakramente. Die Liturgie der Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern. In allen Kirchen sind Brot (in der Regel Hostien) und Wein die verwendeten Elemente, die gespendet und empfangen werden (Brot = Leib Christi, Wein = Blut Christi).
ExerzitienExerzitien sind geistliche Übungen, die auf den heiligen Ignatius von Loyola zurückgehen; sie beinhalten Zeiten der inneren Einkehr, der Betrachtung der Heiligen Schrift, des Schweigens und des Gebets.

 

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H

HabitHabit ist die Ordenstracht einer Ordensgemeinschaft. Das Wort ist abgeleitet vom lat. Habitus „Haltung, Gestalt“. Der Habit soll als einheitliches Gewand die Verbundenheit der Ordensmitglieder betonen und ist das äußere Zeichen eines einfachen Lebensstils:

  • Benediktiner: schwarzes Gewand
  • Zisterzienser, Kartäuser: weißes Gewand
  • Franziskaner: braunes Gewand
  • Dominikaner: schwarz-weißes Gewand
Hore(lat. Hora: „Stunde“) Stundengebete der Klostergemeinschaft.

Siehe Stundengebet

Hostie(lat. hostia „Opfer, Opfergabe“) Hostie bezeichnet das zur Eucharistie verwendete Brot.

 

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I

InfirmerieInfirmerie ist die Krankenabteilung in einem Kloster.

K

Kantor / Kantorin(lat. cantare „singen“, Kantor „Sänger“) Als Kantor/Kantorin wird der bzw. die Vorsänger/Vorsängerin oder Chorleiter/Chorleiterin im Gottesdienst bezeichnet.
KapitelRaum, in dem man sich zu Beratungen (Kapitelsitzungen) und wichtigen klösterlichen Vollzügen (Abtswahl, Einkleidung usw.) versammelt.
Klausur(lat. claudere „schließen“) Geschützter Lebensbereich innerhalb eines Klosters, der den notwendigen Raum der Stille und Sammlung ermöglichen soll und von Außenstehenden nur in Ausnahmefällen betreten werden darf.
KlerusAls Klerus bezeichnet man die Gesamtheit aller katholischen Geistlichen.
Kloster(lat. claustrum „verschlossener Ort“) Ein Kloster ist ein Gebäude, in dem Ordensgemeinschaften leben. Die monastischen Klöster des Benediktiner- und Zisterzienserordens werden Abtei genannt. Die dort lebenden Gemeinschaften werden von einem Abt oder einer Äbtissin geleitet.
Kommunität /Konvent(lat. communitas „Gemeinwesen“) Kommunität bezeichnet ebenso wie der Begriff Konvent die Ordensgemeinschaft als Ganzes. Konvent wird bisweilen auch der Wohnbereich eines Klosters genannt.
KompletSiehe Stundengebet
KongregationZusammenschluss mehrerer selbständiger Klöster und Abteien mit gemeinsamen Konstitutionen.
Konstitutionen(oder Deklarationen) Erläuterungen und Auslegungen zur Benediktsregel und für das gemeinsame Leben in den Klöstern..
Kontemplativ(lat. contemplari: „beschaulich, d.h. ganz auf Gott hin ausgerichtet leben,“) Kontemplation ist in philosophischen und religiösen Texten die Bezeichnung für ein konzentriertes Betrachten eines geistigen ungegenständlichen Objektes.
  
KreuzgangRechteckiger (offener oder überdachter), um einen Garten (Kreuzgarten) angelegter Gang, der die Gemeinschaftsräume eines Klosters miteinander verbindet und durch seine Anlage für Prozessionen wie auch für die persönliche Meditation genutzt werden kann.
Kukulle(lat. cucullus „Tüte“, in übertragener Bedeutung „Kapuze“) Vielfaltiger Mantel als Teil des Habits, der zum Chorgebet getragen wird.

 

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L

LaudesSiehe Stundengebet
Lectio divinaGeistliche Schriftlesung, Betrachtung und Meditation der Heiligen Schrift.
Liturgie(aus dem lat. „Gottesdienst“) Liturgie bezeichnet die christlichen und jüdischen Rituale zur Verehrung Gottes und zur Vertiefung des Glaubens in der Gemeinde. Liturgie ist die prägende Lebensmitte jeder Klostergemeinschaft, die sich in der Feier der Eucharistie und des gemeinsamen Stundengebetes entfaltet.

M

Magister / Magistra(aus dem lat.“ LehrerIn / NovizenmeisterIn“): Geistlicher Begleiter/Geistliche Begleiterin der jungen Nonnen und Mönche, die sich in ihrer Berufung prüfen und auf die Profess vorbereiten (Postulanten, Novizen, in Frauenklöstern auch die zeitlichen Professen).
Meditation(lat. Meditatio „Betrachtung“)
MittagshoreSiehe Stundengebet
Mönch(lat. Monachus „Mönch“): Männliches Mitglied eines kontemplativen Ordens.
MonastischBezeichnung im Christentum für das Klosterleben; d.h., alles, was der Benediktsregel, den Konstitutionen und den jeweiligen Hausbräuchen eines Klosters entspricht. Aus dem verwandten lat. Wort monasterium leiten sich in anderen Sprachen die Bezeichnung für Kloster und für bestimmte Kirchengebäude ab; z.B.: monastery (englisch), monastère (französisch) oder auch auf Deutsch „Münster“

 

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N

NonneWeibliches Mitglied eines kontemplativen Ordens.
NoviziatDas Noviziat ist die Probe- und Einführungszeit von Novizen / Novizinnen (neue Ordensmitglieder), um die Berufung für das Ordensleben zu prüfen (ein bis zwei Jahre).

O

OberinEine Oberin ist Leiterin einer Schwesternschaft und somit die Vorsteherin einer klösterlichen Gemeinschaft. Die Oberin einer selbständigen Abtei wird als Äbtissin bezeichnet.
Ora-et-labora(aus dem lat.„bete und arbeite“) ora-et-labora ist ein Grundsatz, der sich auf den Lebensrhythmus des Ordens der Benediktiner bezieht. Vollständig lautet der Grundsatz ora-et-labora-et-lege, Deus adest sine mora (bete und arbeite und lies, Gott ist da ohne Verzug). Obwohl der Grundsatz das Leben in den benediktinischen Klöstern bestimmt, ist er in dieser Form nicht in der Benediktsregel enthalten.
OrdenEin Orden ist eine Gemeinschaft (auch Ordensgemeinschaft) von Brüdern und Schwestern, Mönchen und Nonnen, die auf Basis einer bestimmten Ordensregel und durch Ablegen des Ordensgelübdes an ein geistliches Leben gebunden sind.

 

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P

Postulant / PostulantinAnwärter bzw. Anwärterin für das Klosterleben. Diese leben unverbindlich bis zur eventuellen Einkleidung und Aufnahme in das Noviziat in der Klostergemeinschaft.
PrimasOberster Repräsentant aller benediktinischen Ordensgemeinschaften auf der ganzen Welt mit Sitz in Rom.
Prior / PriorinStellvertreter des Abtes bzw. Stellvertreterin der Äbtissin.
Profess(aus dem lat. „Bekenntnis“) Bindung an eine kontemplative Gemeinschaft durch die drei monastischen Gelübde der Beständigkeit (Stabilitas), des klösterlichen Lebenswandels (Conversatio morum) und des Gehorsams (Oboedientia). Nach dem Noviziat legt der Novize /die Novizin zunächst die Gelübde für drei Jahre (sogenannte zeitliche Profess) ab; anschließend bindet er /sie sich auf Lebenszeit an eine Gemeinschaft (feierliche Profess).

 

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R

Refektorium(lat. refectio „Wiederherstellung“, „Erfrischung“) Das Refektorium ist der Speisesaal des Klosters. In den Klöstern, die ein Gästehaus haben, gibt es außerdem ein den Gästen vorbehaltenes „Gästerefektorium“.

S

Sakramente(lat. sacramentum „Zeichen des Heils“) Sichtbare Zeichen einer verborgenen Heilswirklichkeit. In den Sakramenten ist Jesus Christus selbst gegenwärtig und wirkt durch seine Kirche. Es gibt sieben Sakramente:

Taufe, Firmung, Eucharistie nehmen den Menschen in die Gemeinschaft der Gläubigen auf; Ehe und Weihe (Diakon- Priester- und Bischofsweihe) stärken die Empfänger für ihren Ehebund bzw. für ihren Dienst in der Kirche; Beichte und Krankensalbung sind die Sakramente der Heilung.

SakristeiDie Sakristei als Vorraum zur Kirche steht den Priestern zur Vorbereitung des Gottesdienstes zur Verfügung.
Scholastika(lat. scholastica „Die Lernende“) Die heilige Scholastika war die Schwester des heiligen Benedikt und gilt als Vorsteherin des ersten benediktinischen Frauenklosters. Scholastika ist ein, zumeist in Klöstern gebräuchlicher, weiblicher Vorname mit Namenstag am 10. Februar.
Silentium(aus dem lat. „Schweigen“) Festgelegte Zeiten des Stillschweigens, die dem einzelnen den Raum der lebendigen und persönlichen Begegnung mit Gott ermöglichen sollen.
Sr.Sr. ist die Abkürzung des lateinischen soror („Schwester, Ordensfrau“) und wird dem Namen der Nonne vorangestellt. Gesprochene Form: Schwester + Vorname.

Geschriebene Form: Sr. + Vorname.

StatioTeil des Kreuzganges; Ort der Sammlung und des Schweigens, an dem sich die Gemeinschaft zum Einzug in den Chor versammelt.
StundengebetDas Stundengebet bezieht sich auf das Apostelwort „bete ohne Unterlass“ und auf das Psalmwort „Siebenmal am Tag singe ich Dein Lob und nachts stehe ich auf, um Dich zu preisen“. Das Stundengebet ist am Zyklus des Tageslaufs, dem Wechsel von Schlafen und Wachen, Licht und Dunkelheit sowie Arbeit und Ruhe orientiert.

Der heilige Benedikt teilt das tägliche Stundengebet in Horen (lat. hora „Stunde“) ein:

  • die erste Hore nennt man Vigilien, sie ist das ursprüngliche Nachtgebet der Mönche und findet heute in der Regel am Vorabend statt
  • die Laudes sind das Morgengebet zwischen 5:30 und 8:00
  • die kleinen Horen wurden ursprünglich im Abstand von drei Stunden ( 6:00, 9:00, 12:00 und 15:00) gebetet. Diese sind
    • Prim, die heute in der Regel in Einheit mit den Laudes gebetet wird
    • Terz, die entweder unmittelbar vor der Heiligen Messe oder in diese integriert gebetet wird
    • Sext
    • Non
    • Heute ist es üblich, die beiden kleinen Horen Sext und Non zu einer Mittagshore zusammen zu fassen
  • Die Vesper ist das zentrale Abendgebet der Kirche und wird vor dem Abendessen gebetet (zwischen 17:00 und 18:00)
  • Die Komplet ist die letzte Hore des Tages, die zwischen 19:30 und 21:00 gebetet wird. Danach setzt das nächtliche Schweigen ein, das nur durch die Vigilien unterbrochen wird.

 

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V

VesperSiehe Stundengebet
VigilienSiehe Stundengebet

Z

Zelle(lat. Cella „Raum“): Gebets- und Schlafraum der Nonnen bzw. der Mönche. Die Zelle ist bevorzugter Ort mönchischen Alleinseins; der Mönch liebt sie als Stätte, in der er unter den Augen Gottes bei sich selbst zu Hause sein kann.
ZisterzienserDie Zisterzienser sind ein Reformorden, der im 11. Jahrhundert aus den Benediktinern hervorgegangen ist. Die Namensgebung erfolgte aus dem Kloster Cîteaux (lat. cistercium).

 

Wanderwege rund ums Kloster

Allen Wanderfreunden empfehlen wir folgende Wege, die alle an unserer Abtei direkt vorbeiführen:

Der “Rheinsteig”  ist ein inzwischen sehr bekannter, anspruchsvoller Fernwanderweg, der auf einer Länge von rund 320 Kilometern dem Mittelrhein und dem nördlichsten Teil des Oberrheins auf der rechten Rheinseite folgt.

Der „Rüdesheimer Hildegard-Weg“  wurde als Ergänzung zum “Binger Hildegard-Weg” angelegt und steuert auf 6,7 km Länge die rechtsrheinischen Wirkungsorte der heiligen Hildegard, d.h. die Wallfahrtskirche in Eibingen und unsere Abtei St. Hildegard, an. Der Weg, der speziell für Hildegard-Freunde und für die vielen Tagestouristen, die Rüdesheim besuchen, konzipiert wurde, ist ein leicht gängiger Wanderweg, der die wunderschöne Rheinlandschaft mit stiller Einkehr und einem ersten Einblick in Leben, Werk und Zeit der heiligen Hildegard miteinander verbindet.

Höher sind die Anforderungen dann wieder an den “Rheingauer Klostersteig”. Er verbindet Kloster Eberbach in Eltville und die Klosterkirche Marienhausen (auf dem Gelände des St. Vincenzstiftes in Rüdesheim-Aulhausen) und ist 30 km lang. Auf dem Weg macht er Station am ehemaligen Kloster Johannesberg, an den Klöstern Marienthal und Nothgottes sowie an unserer Abtei.

Der neue „Hildegard von Bingen – Pilgerwanderweg“  führt an den verschiedenen Lebensstationen der heiligen Hildegard vorbei. Der 136 Kilometer lange Wanderweg startet in Idar-Oberstein und geht über Bermersheim und Niederhosenbach, den beiden möglichen Geburtsorten Hildegards, weiter zur Ruine des Klosters Disibodenberg, in dem Hildegard 40 Jahre ihres Lebens verbrachte. Der Pilgerwanderweg führt schließlich über Bingen zum Schrein der heiligen Hildegard in der Wallfahrtskirche in Eibingen und hinauf zu unserer Abtei St. Hildegard.

Wanderkarten, Infomaterial und Pilgerpässe sind in unserem Klosterladen erhältlich! Pilgerstempel für den Klostersteig und den Hildegard von Bingen – Pilgerwanderweg bekommen Sie in unserer Abteikirche (am Eingang gleich rechts).

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Film über unsere Gemeinschaft