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Klostersprache von A – Z

 

A  B  C  E  H  I  K  L  M  N  O  P  R  S  V  Z

 

A

Abt / Äbtissin(lat. Abbas „Vater“) Von der Gemeinschaft eines selbständigen Klosters frei gewählt (auf Lebenszeit oder für ca. 12 Jahre) geistlicher Vater /geistliche Mutter. Abt und Äbtissin erhalten eine kirchliche Weihe.
AbteiHaus und Lebensbereich einer selbständigen Gemeinschaft von Mönchen oder Nonnen.
Askese(griechisch Askese „Übung“) Die Einübung in ein Leben, das ausgerichtet ist auf Gott und von diesem Ziel her den bewussten und gewollten Verzicht auf bestimmte Lebensvollzüge einschließt.

B

BenediktsregelDie Benediktsregel (Regula Benedicti) wurde um 529 vom heiligen Benedikt von Nursia als Lebensregel für Mönche und Nonnen verfasst. Ursprünglich galt die Regel für das von ihm gegründete Gemeinschaftskloster Monte Cassino in Mittelitalien. Seit dem Mittelalter ist die Benediktsregel die einheitliche Lebensgrundlage für alle Klöster des Ordens der Benediktiner (Ordo Sancti Benedicti, OSB).

Die Benediktsregel besteht aus einem Prolog und 73 Kapiteln:

  • Der Prolog und die Kapitel 1 bis 3 umfassen Grundlegendes zum Mönchsleben.
  • Die Kapitel 4 bis 7 befassen sich mit den monastischen Tugenden, vor allem Gehorsam, Schweigen und Demut.
  • Die Kapitel 8 bis 20 treffen Anordnungen für das opus Dei, den Gottesdienst, der im benediktinischen Leben einen großen Stellenwert einnimmt.
  • Die Kapitel 21 bis 30 klären Strafen für Verstöße gegen die Regel.
  • Die Kapitel 31 bis 57 geben Anweisung über die Verwaltung des Klosters, die Dienste der Mönche, die Versorgung der Mönche, die Aufnahme von Gästen und den Umgang mit den Handwerkern und Künstlern des Klosters.
  • Die Kapitel 58 bis 66 regeln die Aufnahme von Novizen, die Rangordnung in der Gemeinschaft, die Einsetzung von Prior und Abt und die Aufgaben des Pförtners. Gemäß Kapitel 58 umfasst das Ordensgelübde die Versprechen von Beständigkeit (Stabilitas loci, das heißt Bindung an ein bestimmtes Kloster, bzw. eine bestimmte Gemeinschaft), klösterlichem Lebenswandel und Gehorsam.
  • Die Kapitel 67 bis 72 gelten als Nachträge. Sie geben Weisungen für den Umgang der Brüder untereinander.
  • Kapitel 73 ist ein Epilog
Brevier(lat.: breviarium, von brevis „kurz“) Buch, in dem alle Psalmen und Gebete des Chorgebetes für die einzelnen Gebetszeiten enthalten sind.

 

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C

Cellerar / CellerarinEin Cellerar/eine Cellerarin ist der bzw. die Verantwortliche für die wirtschaftlichen Belange und die Verwaltung des Klosters. Die Aufgaben sind im Kapitel 31 der Benediktsregel beschrieben.
Chor / ChorgestühlRaum innerhalb einer Kirche, in dem das Chorgebet verrichtet wird.
ChoralEinstimmige Gesänge für die römisch-lateinische Liturgie mit eigenen Tonarten (auch Kirchentonarten genannt). Als musikalische Ausformung des biblischen Textes ist der Choral Bestandteil der liturgischen Handlung. Die ältesten Choral-Handschriften stammen aus dem 8./9. Jhdt.
ChorgebetDas im Chor der Klosterkirche mehrmals täglich zu festen Zeiten gesungene oder rezitierte Chorgebet strukturiert den Tag einer Klostergemeinschaft, die damit ihren kirchlichen Auftrag zum Stundengebet erfüllt.

E

EinkleidungEinkleidung ist der feierliche Akt der Übergabe des Ordensgewandes an ein neues Ordensmitglied zur Aufnahme in das Noviziat. Das neue Ordensmitglied erhält mit der Einkleidung in der Regel auch einen neuen Ordensnamen.
Eucharistie /Heilige MesseDas Wort Eucharistie bedeutet Danksagung. Die Eucharistie – auch Abendmahl – ist eines der sieben Sakramente. Die Liturgie der Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern. In allen Kirchen sind Brot (in der Regel Hostien) und Wein die verwendeten Elemente, die gespendet und empfangen werden (Brot = Leib Christi, Wein = Blut Christi).
ExerzitienExerzitien sind geistliche Übungen, die auf den heiligen Ignatius von Loyola zurückgehen; sie beinhalten Zeiten der inneren Einkehr, der Betrachtung der Heiligen Schrift, des Schweigens und des Gebets.

 

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H

HabitHabit ist die Ordenstracht einer Ordensgemeinschaft. Das Wort ist abgeleitet vom lat. Habitus „Haltung, Gestalt“. Der Habit soll als einheitliches Gewand die Verbundenheit der Ordensmitglieder betonen und ist das äußere Zeichen eines einfachen Lebensstils:

  • Benediktiner: schwarzes Gewand
  • Zisterzienser, Kartäuser: weißes Gewand
  • Franziskaner: braunes Gewand
  • Dominikaner: schwarz-weißes Gewand
Hore(lat. Hora: „Stunde“) Stundengebete der Klostergemeinschaft.

Siehe Stundengebet

Hostie(lat. hostia „Opfer, Opfergabe“) Hostie bezeichnet das zur Eucharistie verwendete Brot.

 

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I

InfirmerieInfirmerie ist die Krankenabteilung in einem Kloster.

K

Kantor / Kantorin(lat. cantare „singen“, Kantor „Sänger“) Als Kantor/Kantorin wird der bzw. die Vorsänger/Vorsängerin oder Chorleiter/Chorleiterin im Gottesdienst bezeichnet.
KapitelRaum, in dem man sich zu Beratungen (Kapitelsitzungen) und wichtigen klösterlichen Vollzügen (Abtswahl, Einkleidung usw.) versammelt.
Klausur(lat. claudere „schließen“) Geschützter Lebensbereich innerhalb eines Klosters, der den notwendigen Raum der Stille und Sammlung ermöglichen soll und von Außenstehenden nur in Ausnahmefällen betreten werden darf.
KlerusAls Klerus bezeichnet man die Gesamtheit aller katholischen Geistlichen.
Kloster(lat. claustrum „verschlossener Ort“) Ein Kloster ist ein Gebäude, in dem Ordensgemeinschaften leben. Die monastischen Klöster des Benediktiner- und Zisterzienserordens werden Abtei genannt. Die dort lebenden Gemeinschaften werden von einem Abt oder einer Äbtissin geleitet.
Kommunität /Konvent(lat. communitas „Gemeinwesen“) Kommunität bezeichnet ebenso wie der Begriff Konvent die Ordensgemeinschaft als Ganzes. Konvent wird bisweilen auch der Wohnbereich eines Klosters genannt.
KompletSiehe Stundengebet
KongregationZusammenschluss mehrerer selbständiger Klöster und Abteien mit gemeinsamen Konstitutionen.
Konstitutionen(oder Deklarationen) Erläuterungen und Auslegungen zur Benediktsregel und für das gemeinsame Leben in den Klöstern..
Kontemplativ(lat. contemplari: „beschaulich, d.h. ganz auf Gott hin ausgerichtet leben,“) Kontemplation ist in philosophischen und religiösen Texten die Bezeichnung für ein konzentriertes Betrachten eines geistigen ungegenständlichen Objektes.
  
KreuzgangRechteckiger (offener oder überdachter), um einen Garten (Kreuzgarten) angelegter Gang, der die Gemeinschaftsräume eines Klosters miteinander verbindet und durch seine Anlage für Prozessionen wie auch für die persönliche Meditation genutzt werden kann.
Kukulle(lat. cucullus „Tüte“, in übertragener Bedeutung „Kapuze“) Vielfaltiger Mantel als Teil des Habits, der zum Chorgebet getragen wird.

 

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L

LaudesSiehe Stundengebet
Lectio divinaGeistliche Schriftlesung, Betrachtung und Meditation der Heiligen Schrift.
Liturgie(aus dem lat. „Gottesdienst“) Liturgie bezeichnet die christlichen und jüdischen Rituale zur Verehrung Gottes und zur Vertiefung des Glaubens in der Gemeinde. Liturgie ist die prägende Lebensmitte jeder Klostergemeinschaft, die sich in der Feier der Eucharistie und des gemeinsamen Stundengebetes entfaltet.

M

Magister / Magistra(aus dem lat.“ LehrerIn / NovizenmeisterIn“): Geistlicher Begleiter/Geistliche Begleiterin der jungen Nonnen und Mönche, die sich in ihrer Berufung prüfen und auf die Profess vorbereiten (Postulanten, Novizen, in Frauenklöstern auch die zeitlichen Professen).
Meditation(lat. Meditatio „Betrachtung“)
MittagshoreSiehe Stundengebet
Mönch(lat. Monachus „Mönch“): Männliches Mitglied eines kontemplativen Ordens.
MonastischBezeichnung im Christentum für das Klosterleben; d.h., alles, was der Benediktsregel, den Konstitutionen und den jeweiligen Hausbräuchen eines Klosters entspricht. Aus dem verwandten lat. Wort monasterium leiten sich in anderen Sprachen die Bezeichnung für Kloster und für bestimmte Kirchengebäude ab; z.B.: monastery (englisch), monastère (französisch) oder auch auf Deutsch „Münster“

 

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N

NonneWeibliches Mitglied eines kontemplativen Ordens.
NoviziatDas Noviziat ist die Probe- und Einführungszeit von Novizen / Novizinnen (neue Ordensmitglieder), um die Berufung für das Ordensleben zu prüfen (ein bis zwei Jahre).

O

OberinEine Oberin ist Leiterin einer Schwesternschaft und somit die Vorsteherin einer klösterlichen Gemeinschaft. Die Oberin einer selbständigen Abtei wird als Äbtissin bezeichnet.
Ora-et-labora(aus dem lat.„bete und arbeite“) ora-et-labora ist ein Grundsatz, der sich auf den Lebensrhythmus des Ordens der Benediktiner bezieht. Vollständig lautet der Grundsatz ora-et-labora-et-lege, Deus adest sine mora (bete und arbeite und lies, Gott ist da ohne Verzug). Obwohl der Grundsatz das Leben in den benediktinischen Klöstern bestimmt, ist er in dieser Form nicht in der Benediktsregel enthalten.
OrdenEin Orden ist eine Gemeinschaft (auch Ordensgemeinschaft) von Brüdern und Schwestern, Mönchen und Nonnen, die auf Basis einer bestimmten Ordensregel und durch Ablegen des Ordensgelübdes an ein geistliches Leben gebunden sind.

 

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P

Postulant / PostulantinAnwärter bzw. Anwärterin für das Klosterleben. Diese leben unverbindlich bis zur eventuellen Einkleidung und Aufnahme in das Noviziat in der Klostergemeinschaft.
PrimasOberster Repräsentant aller benediktinischen Ordensgemeinschaften auf der ganzen Welt mit Sitz in Rom.
Prior / PriorinStellvertreter des Abtes bzw. Stellvertreterin der Äbtissin.
Profess(aus dem lat. „Bekenntnis“) Bindung an eine kontemplative Gemeinschaft durch die drei monastischen Gelübde der Beständigkeit (Stabilitas), des klösterlichen Lebenswandels (Conversatio morum) und des Gehorsams (Oboedientia). Nach dem Noviziat legt der Novize /die Novizin zunächst die Gelübde für drei Jahre (sogenannte zeitliche Profess) ab; anschließend bindet er /sie sich auf Lebenszeit an eine Gemeinschaft (feierliche Profess).

 

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R

Refektorium(lat. refectio „Wiederherstellung“, „Erfrischung“) Das Refektorium ist der Speisesaal des Klosters. In den Klöstern, die ein Gästehaus haben, gibt es außerdem ein den Gästen vorbehaltenes „Gästerefektorium“.

S

Sakramente(lat. sacramentum „Zeichen des Heils“) Sichtbare Zeichen einer verborgenen Heilswirklichkeit. In den Sakramenten ist Jesus Christus selbst gegenwärtig und wirkt durch seine Kirche. Es gibt sieben Sakramente:

Taufe, Firmung, Eucharistie nehmen den Menschen in die Gemeinschaft der Gläubigen auf; Ehe und Weihe (Diakon- Priester- und Bischofsweihe) stärken die Empfänger für ihren Ehebund bzw. für ihren Dienst in der Kirche; Beichte und Krankensalbung sind die Sakramente der Heilung.

SakristeiDie Sakristei als Vorraum zur Kirche steht den Priestern zur Vorbereitung des Gottesdienstes zur Verfügung.
Scholastika(lat. scholastica „Die Lernende“) Die heilige Scholastika war die Schwester des heiligen Benedikt und gilt als Vorsteherin des ersten benediktinischen Frauenklosters. Scholastika ist ein, zumeist in Klöstern gebräuchlicher, weiblicher Vorname mit Namenstag am 10. Februar.
Silentium(aus dem lat. „Schweigen“) Festgelegte Zeiten des Stillschweigens, die dem einzelnen den Raum der lebendigen und persönlichen Begegnung mit Gott ermöglichen sollen.
Sr.Sr. ist die Abkürzung des lateinischen soror („Schwester, Ordensfrau“) und wird dem Namen der Nonne vorangestellt. Gesprochene Form: Schwester + Vorname.

Geschriebene Form: Sr. + Vorname.

StatioTeil des Kreuzganges; Ort der Sammlung und des Schweigens, an dem sich die Gemeinschaft zum Einzug in den Chor versammelt.
StundengebetDas Stundengebet bezieht sich auf das Apostelwort „bete ohne Unterlass“ und auf das Psalmwort „Siebenmal am Tag singe ich Dein Lob und nachts stehe ich auf, um Dich zu preisen“. Das Stundengebet ist am Zyklus des Tageslaufs, dem Wechsel von Schlafen und Wachen, Licht und Dunkelheit sowie Arbeit und Ruhe orientiert.

Der heilige Benedikt teilt das tägliche Stundengebet in Horen (lat. hora „Stunde“) ein:

  • die erste Hore nennt man Vigilien, sie ist das ursprüngliche Nachtgebet der Mönche und findet heute in der Regel am Vorabend statt
  • die Laudes sind das Morgengebet zwischen 5:30 und 8:00
  • die kleinen Horen wurden ursprünglich im Abstand von drei Stunden ( 6:00, 9:00, 12:00 und 15:00) gebetet. Diese sind
    • Prim, die heute in der Regel in Einheit mit den Laudes gebetet wird
    • Terz, die entweder unmittelbar vor der Heiligen Messe oder in diese integriert gebetet wird
    • Sext
    • Non
    • Heute ist es üblich, die beiden kleinen Horen Sext und Non zu einer Mittagshore zusammen zu fassen
  • Die Vesper ist das zentrale Abendgebet der Kirche und wird vor dem Abendessen gebetet (zwischen 17:00 und 18:00)
  • Die Komplet ist die letzte Hore des Tages, die zwischen 19:30 und 21:00 gebetet wird. Danach setzt das nächtliche Schweigen ein, das nur durch die Vigilien unterbrochen wird.

 

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V

VesperSiehe Stundengebet
VigilienSiehe Stundengebet

Z

Zelle(lat. Cella „Raum“): Gebets- und Schlafraum der Nonnen bzw. der Mönche. Die Zelle ist bevorzugter Ort mönchischen Alleinseins; der Mönch liebt sie als Stätte, in der er unter den Augen Gottes bei sich selbst zu Hause sein kann.
ZisterzienserDie Zisterzienser sind ein Reformorden, der im 11. Jahrhundert aus den Benediktinern hervorgegangen ist. Die Namensgebung erfolgte aus dem Kloster Cîteaux (lat. cistercium).

 

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Weihnachtskrippen-Meditation

Menschen auf dem Weg nach Bethlehem –
“Vorbildgestalten” im Glauben

Die wunderschöne provencalische Krippe in unserer Kirche zieht viele Menschen in ihren Bann. Sie stammt aus dem Benediktinerinnenkloster Ozon in der Provence – alle Figuren sind Unikate, d.h. wurden eigens für unsere Abtei hergestellt. Unser Konvent liebt diese Krippe sehr, nicht zuletzt deshalb, weil jede einzelne sich auf irgendeine Weise mit einer der Figuren identifizieren kann. Vielleicht wird es Ihnen ebenso gehen.

Machen wir uns also gemeinsam auf den Weg nach Bethlehem!

Krippenmeditation als PDF  

Die alte Bäuerin: 
Wer wartet und wacht, ist immer schon da

Die alte Bäuerin in unserer Krippe erinnert an die hochbetagte Prophetin Hanna, die – wie es im zweiten Kapitel des Lukasevangelium heißt – “gerade zu dieser Stunde kam, Gott pries und über das Kind mit allen redete, die auf die Rettung Jerusalems warteten”. Hanna war noch eine ganz und gar alttestamentliche Gestalt, die aus der erinnerten Vergangenheit des Exodus-Ereignisses lebte und daraus den Maßstab für die Erwartung der Zukunft gewann.

Auch unsere alte Bäuerin hat offenbar Zeit ihres Lebens auf den Erlöser gewartet, wohlwissend und unerschütterlich glaubend, daß sich ihre Erwartung eines Tages erfüllen würde. Sie ist eine einfache und wohl auch arme Frau, mit einem vom Wind gegerbten und vom Leben durchfurchten Gesicht. Sie gehört nicht zu den Gebildeten, wohl aber zu den Weisen.
Sie weiß um das Wesentliche, sie ist ganz wach: ihre gerunzelte Stirn, ihre klaren, hellwachen Augen und ihr heiteres, gütiges Lächeln verraten es. In Ruhe und Gelassenheit kommt sie herbei, kraftvoll zupackend, eine Gans in der linken Hand.
Sie bringt Gaben ihres alltäglichen Lebens zur Krippe – wertvolle Gaben, fast so wie die arme Witwe, die ihren ganzen Lebensunterhalt in den Opferkasten warf. Aber was noch wichtiger ist: die alte Bäuerin bringt sich selbst – mitten heraus aus ihrem einfachen alltäglichen Leben. Mit der ganzen Sehnsucht und Aufmerksamkeit ihres Herzens hat sie auf den Herrn gewartet. Und jetzt ist sie da. Sie hat den rechten Zeitpunkt erwischt, den Kairos, von dem im Alten Testament allein 196 mal die Rede ist. Jenen Augenblick, der vom Menschen begriffen und ergriffen werden will. So kann sie uns lehren, da zu sein, wenn der Augenblick kommt und beherzt zu antworten, wenn der Blick oder der Ruf Gottes uns treffen.

“Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm’ ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.”
(Andreas Gryphius)

Der Flötenspieler:
Spielen zur Ehre Gottes

Ein wunderbarer Kontrast zu der alten Bäuerin ist der Hirtenjunge, der auf seiner Flöte spielt. Fast noch ein Kindergesicht hat er – mit Stupsnase und aufgeblasenen Backen. Die Schafe drängen sich dicht an ihn heran, suchen bei ihm Schutz und Halt und Wärme. Oder ist es vielleicht umgekehrt?
Die Augen des Jungen verraten seine Scheu und Unsicherheit. Was mag dort geschehen sein – im Stall von Bethlehem? Was bedeutet die Botschaft der Engel? Der Junge bleibt zurück bei den Tieren, den Schal fest um den Hals gebunden – zum Schutz gegen die Kälte und vielleicht auch gegen die eigene Angst. Aber er spielt. Er spielt die uralten Weisen der Hirten, Melodien, die Zeit und Ewigkeit ineinander verschmelzen lassen.
Hirten sind Menschen des Advent – sie haben Geduld und sie können warten. Sie sind zeitlos sozusagen, immer wachsam und bereit. Nicht umsonst tauchen Hirten in allen Religionen als Prototypen des Wärters auf. Warten, so sagt das Grimmsche Wörterbuch, bedeutet, seinen Blick unverwandt auf etwas richten. Der Hirtenjunge richtet seinen Blick nach vorn und nach innen zugleich. Er ist ganz dem Spiel hingegeben und gleichzeitig ganz dem, für den er spielt.

Dem Liebenden schlägt keine Stunde, heißt es. Dem Spielenden wohl ebenfalls nicht. Im Spiel der Flöte, in der Musik wird dem Neugeborenen ein Lied gesungen, ganz zweckfrei, einfach nur so.

Der Schäfer: 
Teilen macht froh

Freudig-bewegt schaut er drein, der Schäfer mit dem grauen, ein wenig abgegriffenen Schlapphut, der wohl auch schon bessere Tage gesehen hat. Sein fröhliches breites Lächeln um das unrasierte Kinn wirkt fast schon ein wenig kess. Er scheint glücklich zu sein und strahlt das auch aus. Die Freude über die Botschaft der Engel hat ihn zur Krippe getrieben – und als Zeichen seiner Liebe bringt er mit, was er hat: ein halbes Brot, sauber geschnitten, ohne Verpackung und ohne viele Umstände. Die Armen teilen leichter als die Reichen, und sie teilen nicht nur das wenige Materielle, das sie haben, sondern vor allem die Freude und das Glück, das ihnen zuteil geworden ist: “Ich verkünde euch eine große Freude – heute ist euch der Heiland geboren”. Und auch er wird eines Tages im Zeichen des geteilten Brotes unter uns sein. Teilen stiftet Gemeinschaft. Das gilt für das Brot, das wir zum Leben brauchen, das gilt aber auch für die Zeit, die wir einander schenken. Verschenkte Zeit kehrt wie durch ein Wunder stets zum Gebenden zurück. Drum lasst uns teilen wie der Schäfer – froh und ohne zu rechnen.

“Teilst du dein Brot ängstlich
ohne Vertrauen, ohne Wagemut, überstürzt,
wird es dir fehlen. Versuch es zu teilen,
ohne in die Zukunft zu denken, ohne zu rechnen,
als ein Sohn des Herrn über alle Ernten der Welt.
Dann wirst du wahre Freude erfahren.”
(Helder Camara)

Der junge Mönch:
O wie staunenswert sind die Wunder Gottes

Staunen gehört zu den Urerfahrungen des Menschen. Wer nicht mehr staunen kann, hat aufgehört zu leben. Er ist wahrhaft armselig, weil er die täglichen Wunder Gottes nicht mehr sieht.

Der junge Mönch an der Krippe kann noch staunen. Er erscheint fast wie ein leibhaftiges O – O sapientia, O Adonai, O radix Jesse, O clavis David, O oriens, O Rex gentium, O Emmanuel.

Weit geöffnet ist der Mund des Jungen – voller Bewunderung, voller Ehrfurcht. Ob er selbst versteht, was sein Mund schon ausdrückt?
Die unschuldigen, fast noch kindlichen Augen verraten leichtes Zögern, unsicheres Abwarten, aber auch naive Neugier. Mund und Herz haben scheinbar schneller erkannt als Geist und Verstand. Die Hände sind weit nach oben hin geöffnet zur Orante-Haltung.

Der junge Mönch ist bereit zu empfangen – er öffnet sich für das Wunder, das da im Stall von Bethlehem geschehen ist und immer wieder geschieht. Da, wo alle Worte versagen, öffnet sich sein Mund zum stummen O zur Anbetung des Kindes in der Krippe.

Der Kantor: 
Singet und lobet den Herrn

Wie die alte Bäuerin, so ist auch der Kantor über das lebenslange Warten auf den Herrn alt und grau und wohl auch ein wenig müde geworden. Ein seltsamer Ernst schaut aus seinen Augen. Nachdenklich wirkt er und auch ein wenig skeptisch. “Ist es der, auf den wir gewartet haben oder müssen wir auf einen anderen warten?”, scheint er sich mit Johannes dem Täufer zu fragen. Und doch. “Die Zeit – das ist die Spanne meines Lebens, in der wird, was werden soll”, hat Karl Rahner einmal gesagt. Und so weiß auch unser Kantor tief in seinem Inneren: Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, jetzt ist er da, der Tag des Heils. Und so wird er wach und greift zum Buch. Wie oft mag er die Melodien in seinem Leben schon gesungen haben. Sie sind ihm inwendig vertraut; nun kann er sie auswendig singen. Wer singt, vergisst sich selbst und gibt sich ganz dem Größeren hin. Lobpreis und Dank, Ehre und Anbetung werden dem Kind in der Krippe zuteil. Heute ist uns der Retter geboren, Alleluja.

“Die Musik ist unsere Wahrheit. Wenn sie von Herzen kommt, ist die Schönheit, die wir aus ihr hervorbringen, vielleicht der einzige wirkliche Wegweiser, die einzige Quelle der Erneuerung. Wo andere hadern, können wir heiter sein. Wo andere Spiele betreiben, können wir Herzen bewegen. Wo die Habgierigen raffen, können wir schenken… Vielleicht ist es überhaupt nur die Musik, die das Mystische mit dem Rationalen versöhnen und darin fortfahren kann, die Allgegenwart Gottes der Menschheit vor Augen zu führen.” (Leonard Bernstein)

Joseph:
“… und seine Treue währet ewiglich”

Was ist diesem Mann nicht alles abgefordert worden. Doch er hat sich bewährt – im Glauben und im Gehorsam, in der Treue und in der Liebe. Ein wenig in sich versunken steht Joseph da: aufrecht, kraftvoll und wachsam. Sein rauhes, gegerbtes Gesicht zeigt, daß das Leben nicht spurlos an ihm vorüber gegangen ist. Aber er hat standgehalten und stellt sich nun schützend an die Seite Mariens. Er ist der Lichtträger, der Hüter der Flamme, die die göttliche Herrlichkeit aufleuchten läßt, die Licht schenkt und Wärme. Liebevoll, auch ein wenig stolz und zufrieden schaut er auf Maria und das Kind. Behutsam hat er die rechte Hand erhoben, um das Licht und das Kind zu schützen. Ob er weiß, daß da das “Licht für die Völker” in Windeln gewickelt in der Krippe liegt? Sein Sohn, der Gottes Sohn ist. Das Mysterium der Menschwerdung – wer kann es begreifen. Nur der, der täglich neu auf die Stimme Gottes hört, der dem Ruf folgt, der sich auf den Weg macht und seinen Weg in Treue bis zum Ende geht. “Die Treue”, so sagt Gabriel Marcel, “ist der Sieg über die Zeit.” Nur die Treue verleiht der Zeit Dauer und Bestand. Sie schenkt einen Vorgeschmack auf die Ewigkeit und lässt erahnen, was Gottes Liebe und Treue bedeuten.

“So sollst du denn erkennen, dass Jahwe, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Huld bis auf tausend Geschlechter denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten.” (Dt 7, 9)

Maria: 
” … mir geschehe nach deinem Wort”

Maria ist hier zunächst einmal die ganz und gar liebende und fürsorgende Mutter. Ihr Kind liegt auf ihrem Schoß, aus dem es geboren wurde. Heitere Ruhe strahlt sie aus, Sanftmut und seliges Glück. Ihr Gesicht leuchtet von innen; die zarten und feinen Gesichtszüge sind durchlässig für IHN, für das Licht. Fenster zu IHM, das will und das wird sie sein. Schon hier und heute wird das sichtbar. Ihre Augen sind gesenkt; sie schaut auf ihr Kind, hat gleichsam nur Augen für IHN. Die Liebe versteht auch ohne Worte; die Hände sprechen ihre eigene Sprache: bergend und haltend, schützend und freilassend zugleich. Sie kann ihren Sohn nicht festhalten – so wenig wie wir Gott festhalten oder festlegen können. Loslassen will eingeübt werden von Anfang an. Maria sitzt da wie eine Pietà. Später, viel später wird sie ihren gekreuzigten und gestorbenen Sohn genauso auf ihrem Schoß tragen. Ob sie darum heute schon weiß? Vielleicht ahnt sie es tief innen in ihrem Herzen. Dennoch lässt sie sich nicht beirren und ist ganz da in diesem ersten Augenblick. Eine gütige und sanfte, eine starke und mutige Frau, die ihr FIAT spricht zu allem, was Gott ihr zumutet. Das Leben ist die Spanne, in der wird, was werden soll. Im Vertrauen darauf geht Maria ihren Weg.

“Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort…
Selig, die geglaubt hat, dass sich an ihr erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.” (Lk 1, 38.45)

Das Kind: 
Die Zeit ist erfüllt

Zuletzt und doch eigentlich als Erstes liegt da das Kind in seiner Mutter Schoß: kahlköpfig, fast noch einem Embryo gleichend – der Mensch in seiner Urform und Vollendung zugleich.

In IHM hat die Zeit sich erfüllt, hat eine neue Zeit begonnen, begegnen sich Zeit und Ewigkeit. Selbstbewußt schaut es aus, ganz in sich ruhend, ganz bei sich. Ob es seiner Sendung schon gewahr geworden ist?
Den Kopf hat es leicht nach oben gerichtet, hinauf zu seiner Mutter. Aber es blickt sie nicht an, sondern schaut über sie hinaus und durch sie hindurch: “Wußtet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?” Die rechte kleine Hand liegt auf dem Herzen, so als ob es einen Eid zu schwören gelte: “Ich bin in die Welt gekommen, Euch zu erlösen. Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist da.”

“Denn ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt;
die Herrschaft ruht auf seinen Schultern.
Man nennt ihn wunderbarer Ratgeber,
starker Gott, Fürst des Friedens.”
(Jes 9, 5)

Sr. Philippa Rath OSB

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Weihnachtsverkündigung und Weihnachtssegen

Weihnachten – das Fest des Dankes für das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist, – das Fest der Sehnsucht nach Frieden – das Fest des Vertrauens in Gott, der seine Verheißungen erfüllt.

Wir wünschen Ihnen ein gnadenreiches und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

Die Verkündigung der Geburt Jesu am 24. Dezember nach dem “Martyrologium Romanum”

Milliarden Jahre waren vergangen, seit Gott im Anfang Himmel und Erde geschaffen;
Millionen Jahre, seit er den Menschen gebildet;
Jahrtausende seit der großen Flut.
Zweitausend Jahre waren vergangen seit der Berufung Abrahams;
1500 Jahre, seit Mose das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt;
1000 Jahre seit der Salbung Davids zum König. In der 65. Jahrwoche nach der Weissagung Daniels;
in der 194. Olympiade;
752 Jahre nach Gründung der Stadt Rom:
im 42. Regierungsjahr des Kaisers Octavianus Augustus,
als auf dem ganzen Erdkreis Friede war;
im sechsten Zeitalter der Welt;
vor zweitausend Jahren:
Da wollte Jesus Christus, ewiger Gott und Sohn des ewigen Vaters,
Gott von Gott und Licht vom Licht,
die Welt heiligen durch seine liebevolle Ankunft. Durch den Heiligen Geist empfangen
und nach neun Monaten von Maria der Jungfrau
zu Bethlehem in Juda geboren, wird er Mensch.
Er, das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Heute feiern wir den Tag seiner Geburt, das hochheilige Weihnachtsfest.
Heute singen wir mit allen, die glauben:
“Christus ist uns geboren: Kommt, wir beten ihn an.”

 

Weihnachtssegen

Der barmherzige Gott, der in dem Kind in der Krippe Mensch geworden ist, segne dich.
Er wende dir das liebevolle Antlitz des göttlichen Kindes zu und helfe dir, seine Liebe weiter zu tragen.
Er erfülle dein Herz mit Freude darüber, dass Gott auch in dir Mensch werden und die Welt verändern will.
Er schenke dir und allen Menschen dieser Erde den Frieden, den die Engel an Weihnachten verkündeten.
Er geleite und behüte dich auf deinem persönlichen Weg zum göttlichen Kind in der Krippe.
Er führe dich durch alle Höhen und Tiefen deines Lebens und sei dir nahe allezeit.
So segne dich Gott, der Vater, der treu ist und barmherzig,
so segne dich Christus, der menschgewordene Sohn des ewigen Vaters,
so segne dich der Heilige Geist, der die Liebe ist und der Leben schafft heute und in Ewigkeit.
Amen.

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Grundpfeiler kontemplativen Lebens

Theodoret von Kyros, einer der bedeutendsten Theologen der griechischen Kirche des 5. Jahrhunderts und selber Mönch, gab seiner zwischen 444 und 449 entstandenen Schilderung des Mönchtums den bezeichnenden Titel: Geschichte der Gottesliebe. Er trifft damit genau jenen Punkt, der das Geheimnis, die Mitte und Seele des Mönchtums ausmacht. Nur eine leidenschaftliche Liebe zu Gott ist imstande, ein Phänomen wie das Mönchtum hervorzubringen, zu rechtfertigen und zu erklären. Davor verblassen alle anderen Motive, die es auch gegeben haben und geben mag. Das Mönchtum ist mehr und anderes als Protest, Weltflucht, Rückkehr zur Urkirche, Weltpessimismus oder individualistische Heilssorge; es ist in seinem Kern eine alles andere in den Schatten stellende Liebe zu Gott und Jesus Christus, Gottes- und Christusliebe im Ernstfall. Alles, was darunter liegt, reicht für ein Leben als Manch nicht aus. Es mag sein, daß diese Liebe stimmungs- und erfahrungsmäßig bald mehr als unstillbare Sehnsucht und Unruhe des Herzens, bald mehr als unwiderstehliche Anziehung und Begeisterung erlebt wird, das ändert nichts an ihrer Einmaligkeit und Ausschließlichkeit. Die Eigenart der für das Mönchtum typischen Gottesliebe wird sofort deutlich, wenn man auf ihren Zusammenhang achtet. Weiterlesen

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Zeit der Erwartung

Jemand muß zuhause sein, Herr,
wenn du kommst.
Jemand muß dich erwarten
unten am Fluß
vor der Stadt.

Jemand muß dich erwarten
oberhalb Rüdesheims und Eibingens
zwischen den Weinbergen, so könnten wir es umdichten.

Zuhause sein

Die Abtei ist unser Zuhause. Wir sind dort zuhause, weil jede von uns sich von Gott hierhin gerufen weiß, in Gemeinschaft zu beten und zu arbeiten. Aber die Abtei soll nicht nur für uns Schwestern ein Zuhause sein. Deshalb ist es ein Glück für uns, wenn ich Gäste an der Pforte erlebe, die öfter zu einem Gastaufenthalt kommen und sagen: “Jetzt bin ich wieder zu Hause.” Oder bei der Verabschiedung: “Ich fühlte mich hier wirklich zuhause.” Es ist schön ein Zuhause zu haben- wie viele Menschen haben es nicht!- und es ist schön zu hören, daß sich Menschen bei uns angenommen fühlen. Weiterlesen

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Maria: Mutter des Kommenden

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mit ewig im Gemüte steht.

Novalis

„Ich sehe dich in tausend Bildern, … doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt“. So ähnlich ergeht es mir – und so ähnlich wird es vielleicht auch Ihnen ergehen. Weiterlesen

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Johannes der Täufer: Urgestalt des Advent

In der orthodoxen Kirche sind Johannes der Täufer und Maria die beiden größten Heiligen. Zwei Menschen der Stärke und der Demut zugleich, von Gott erwählt, Unerhörtes zu vollbringen: Gott zu gebären und IHN zu taufen. Beide hat Gott ganz und gar in seinen Dienst genommen, beiden auch hat er das Härteste abgefordert. Und: beiden war nichts anderes aufgetragen, als allmählich und immer mehr in den Hintergrund zu treten – abzunehmen, damit er wachsen könne. Das Wegbereiten des Täufers bleibt ein Mysterium – ebenso wie die Mutterschaft Mariens.

Ich möchte hier einerseits die Gestalt Johannes des Täufers selbst in seinen wichtigsten Äußerungen befragen, andererseits sollen die Evangelisten in ihrem Zeugnis über ihn zu Wort kommen. Hören wir auf das, was sie uns zu sagen haben – und fragen wir uns, wie wir mit unserem eigenen Leben Antwort geben können auf ihren Ruf. Weiterlesen