Wollust

Die siebente Gestalt hatte wie die Form einer Frau, die auf ihrer rechten Seite lag. Die Beine hatte sie gekrümmt und hochgezogen, so wie ein Mensch dies tut, der es sich auf seinem Lager bequem macht. Ihre Haare waren wie Feuerflammen und ihre Augen weiß wie Kreide … Und sie sprach:
Die Gestalt des Ebenbildes Gottes ziehe ich in den Schmutz, was Gott sehr lästig ist. Und auf diese Weise werde ich alles verderben. Ich bin nämlich ruhmreich und hoch und ziehe alles an mich, was mir erlaubt ist durch die eingegebene Natur, die mir angeboren ist. Warum sollte ich enthaltsam leben und die Gefälligkeiten eines fröhlichen Lebens und der hüpfenden Sinnlichkeit von mir abschneiden? Wenn ich ein so winziges Teil meiner Sache ausführe, ist es etwa sündhaft? Doch wenn ich das nicht täte, was der Trieb meines Fleisches von mir fordert, dann würde ich zornmütig, hinterlistig, betrügerisch, verschlagen und in lauter Anfechtungen verwickelt werden …

Reinheit

Ich sitze nicht untätig umher, wie du Unflat bist, der du ständig mit der Unzucht spielst. Auf jenem Lager, auf dem du dich da wälzest, liege ich nicht, wo du gleichsam die Schändung zu dir rufst. Aus meinem Munde kommen keine giftigen Worte, die jeder schlüpfrigen Gemeinheit eine Lehre geben. Ich schöpfe vielmehr im Quell des Segens aus dem süßesten Tau meinen Trank, denn all mein Tun in der Erquickung mit Gott ist. Ich sitze in der Sonne und schaue auf den König der Könige, da ich alle guten Werke aus freien Stücken wirke.