Neid

Ich sah eine zweite Gestalt, ganz scheußlich im Aussehen. Kopf und Schultergürtel samt den Armen glichen einem Menschen; anstatt der Hände aber trug sie die Klauen eines Bären … Ihr Kopf war feurig, und sie stieß Flammenlohen aus ihrem Mund. Andere Kleider trug sie nicht; sie hüllte sich vielmehr ganz in die erwähnte Finsternis … Und die Gestalt sprach:

Meine Redensarten entsende ich wie Pfeile im Dunkeln, und alle, die sich gerecht im Herzen nennen, verletze ich. Meine Kräfte sind wie der Nordwind. Alles, was ich besitze, werde ich dem Haß überliefern; denn dieser stammt von mir ab, und er ist geringer als ich.

 

Liebe

Wie eine Schlange bist du, die sich selber den Tod gibt. Denn alles das, was in Festigkeit und Ehre Bestand hat, das kannst du nicht ertragen.

Ich hingegen, ich wirke bei Tag und bei Nacht die Tugend der Gerechtigkeit und der guten Tat. Ich breite meinen Mantel über den Tag und über die Nacht aus. Denn alle guten Werke wirke ich am Tag, und bei Nacht salbe ich alle Schmerzen, und so kann keiner mir auch nur das geringste vorwerfen. Ich bin die liebenswürdige Freundin am Throne Gottes, und Gott verbirgt mir keine Entscheidung. Das königliche Brautgemach, es ist mein, und alles, was Gott gehört, gehört auch mit. Und wo der Sohn Gottes der Menschen Sünden mit Seinem Gewande tilgt, da verbinde ich die Wunden mit mildestem Linnen.