„Gott ordnet alles gerecht und ruft die gläubigen Völker zur Herrlichkeit des himmlischen Erbes. Doch der alte Betrüger, der im Hinterhalt liegt, versucht sie davon abzuhalten und wendet die Künste seiner Bosheit gegen sie auf. Er wird aber dennoch von ihnen besiegt. Sie nehmen das himmlische Vaterland in Besitz und er erduldet Höllenqualen.“

Dieses Thema der letzten Vision des zweiten Teils wird in zwei Miniaturen dargestellt. Es geht über das Wirken des Teufels und seine Laster und um den Kampf der Gläubigen gegen den Teufel. Zwar hat der Sieg des Sohnes Gottes die Macht des Teufels überwunden, das Böse jedoch nicht endgültig vernichtet. Daher stellt der Teufel den Menschen in der Welt nach. Er tritt als Kaufmann auf, der den Menschen seine Laster werbend empfiehlt.

Ein brennendes Licht, groß wie ein gewaltiger hoher Berg, teilt sich nach oben in viele Zungen. Es stellt die Gerechtigkeit Gottes dar, die den Gläubigen die verschiedenen Gaben des Heiligen Geistes zuteilt. Vor dem Licht befindet sich eine Schar weißgekleideter Menschen, die durch ihre guten Werke gut und schön ausgestattet sind.
Vor ihnen ist etwas wie ein Schleier von der Brust bis zu den Füßen – durchsichtig wie Kristall – sie haben das göttliche Gesetz, die Weisung Gottes, immer vor Augen.
Die Miniatur zeigt noch eine Gruppe hellleuchtender Menschen vor dem Schleier der weißgekleideten Menschen, die den alten Verführer kraftvoll niedertreten. Das sind Jungfrauen, Märtyrer und übrigen Gottesverehrer, die mit aller Anstrengung das Irdische mit Füßen treten und das Himmlische ersehnen.

Auf dem Weg vor ihnen liegt ein ungeheuer großer und langer schwarzer Wurm auf dem Rücken, gefesselt an Händen und Füßen mit einer roten Kette. Seine Augen sind blutunterlaufen, aus seinem Unterleib quillt Unrat. Dieses Scheusal, der Teufel, ist am Ende. Dennoch versucht er mit seinen Verführungskünsten – durch die giftigen Pfeile – die Menschen zu treffen. Die alte Schlange als Wurm in der Finsternis des Unglaubens, ist borstig mit den Haaren geheimer Verführung. Sie verursacht große Unruhe unter den Menschen. Sie ist voller Geschwüre und Blattern, d.h. sie entehrt den Menschen im Schmutz und bedeckt ihn mit den Höhlen blinder Leidenschaft. Das Aussehen des Wurmes zeigt, dass der Teufel mit letzter Gewalt versucht, die Menschen in seinen Bann zu ziehen, Hände wie ein Mensch, Füße wie eine Viper. Fünf verschiedene Farbstreifen auf seinem Leib symbolisieren, dass die fünf Sinne des Menschen mit verschiedenen lasterhaften Leidenschaften angeweht werden, obwohl er gefesselt ist und sein Haupt so zerschmettert ist, dass seine linke Backe sich aufzulösen scheint. Durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes ist der Teufel zu Boden geschlagen und angekettet.
Aus dieser Darstellung könnte man annehmen, das Gute hat sich endgültig vom Bösen geschieden. Die Geretteten leben in der Strahlkraft und unter dem Schutz Gottes wie hinter einem Schild.