Meditationen zu einzelnen Arbeiten

Die Stele auf dem Kindergräberfeld des Friedhofs in Rüdesheim/Rh.

Die Stele ist ,ihrer Form nach, einem Ur stein oder einem Findling nachempfunden. Der Urform unserer heutigen Grabsteine. Sie hat drei Seiten, denen vertikal wiederum drei Teile zugeordnet sind. Eine Seite trägt die allgemeine Information: „Grabfeld und Gedenkstätte für ungeborene Kinder“, eine weitere Seite das Wort aus Psalm 91,11: „Er hat seinen Engeln befohlen, dich auf Ihren Händen zu tragen.“ Die Seite, die dem heraufkommenden Besucher begrüßt zeigt einen Engel, der ein Kind, das sich ihm entgegenstreckt, aufnimmt und gleichzeitig in einer Gottesgebärde noch Oben weißt.
Auf den Psalmvers sowie auf die Gestalt des Engels möchte ich etwas näher eingehen. Auf die helle Farbgestaltung möchte ich nur hinweisen und sie Ihren eigenen Gedanke überlassen.
Was sind Engel? Um ihrem Wesen und ihrer Eigenheit ein wenig näher zu kommen, ziehe ich den biblischen Befund zu Rate. Wir sind bei unserer Vorstellung von Engel sehr von der Schutzengelmentalität des 19. Jhds. sowie den Putten des Barock geprägt. Engel im biblischen Sinne zeigen wesentlich sublimere und differenzierter Attribute des Göttlichen.
Mich hat es sehr erstaunt, feststellen zu können, dass von den 285 x die Engel in der Bibel genannt werden, 176 x dem NT zuzuschreiben sind, während Engel im AT, das doch 3x soviel Text hat, nur 109 x vorkommen. Engel sind also im NT wesentlich präsenter, sie gehören zu unserem ntlichen Glauben. In Jesus werden uns die Engel zu persönlichen, konkret ansprechbaren Begleitern. Aber das geschieht erst mit Jesus Christus, besonders anschaulich im Lukasevangelium. Nach der Offenbarung des Johannes (70x) sind hier die meisten Erwähnungen von Engelerscheinungen. Sie begleiten das gesamte Heilsgeschehen und leiten es ein: die Geburt des Johannes, die Geburt Jesus, die Leidensankündigung und die Auferstehung von den Toten. Aber diese Engel erregen Furcht, Angst und zuerst einmal Ratlosigkeit, wie es bei ausschließlich allen Engelerscheinungen des ATs der Fall ist: dort gibt es keine Stelle, in der Engel auftreten, ohne bei den beteiligten Menschen nicht Furcht und Angst auszulösen. Engel sind nicht niedliche Begleiter unserer neuzeitlichen Automatikgesellschaft, bei der alles auf Knopfduck geschieht: Engel sind Boten Gottes, sind Gott selbst und das bedeutet: das Geschöpf begegnet seinem Schöpfer, seinem Herrn.
Dass wir nur Geschöpf sind ist ein Wissen, das nicht mehr viele haben: abhängig zu sein ist nicht erwünscht. Deshalb ist der Tod, der uns unsere Ohnmacht vor Augen hält, so grausam für uns.
Aber die vielfache Gegenwart der Engel im NT zeigt uns die Gegenwart Gottes in den Engel hier und heute: wenn Jesus von den Engel spricht, dann entsteht zum ersten Mal in der Bibel diese innere Vertrautheit mit dem Göttlichen, dem Transzendenten.
Deshalb ist die Darstellung des Engels auf der Stele auch sehr ursprünglich, herb- reduziert, freundlich, aber nicht süsslich, groß und beherrschend, aber nicht furchterregend. Ein Engel ist kein Schmusetier, Engel sind Realität Gottes und Wirklichkeit seiner Gegenwart unter uns: so will diese Darstellung verstanden werden.
Der Tod, insbesondere der Tod eines ungeborenen Kindes, ist ebenso wenig eine Angelegenheit für die Entsorgung, wie die einer romantische Gefühlsträumerei: sie ist die Begegnung Gottes mit den Menschen in reiner und ungetrübter Form: Gott hat das Leben gewollt, und dieses Leben ist in jeder seiner Phasen ganz und lebendig und beseelt. Und dieses von Gott gewollte und deshalb geschaffenen Leben kehrt nun, nach für uns unvorstellbarer kurzer Zeit zu Ihm zurück: das ist etwas Großes, Unglaubliches, Staunenswertes. Das ist es, was Engel in der Bibel und diese Darstellung des Engels auf der Stele uns lehren möchten: dass Staunen vor Gott.
So hat auch der auf der Stele angeführte Bibelvers eine Staunenswerte Geschichte: ohne auf den Zusammenhang des Psalmes selbst eingehen zu können und zu wollen möchte ich zwei Aspekte hervorheben: 1.: Psalm 91 wird in den Gebetszeiten der Kirche zur Nacht gebetet! Wir oben in der Abtei beten diesen Psalm jeden Abend gegen 19.30 h, zum Abschluss des Tages, zum Ende , zum Schlaf. So ist dieser Psalm am Ende des Tages auch ein Zeichen für das Ende des Lebens, denn der Schlaf ist immer auch als Bruder des Todes zu verstehen. Der Vers gibt also nicht nur den Trost der Geborgenheit und des Aufgehoben-seins in Gott, sondern auch der Erfüllung, der Vollendung. Dieses kleine, ungeborene Leben ist in Gott vollendet und erfüllt.
2. Im Lukasevangelium, wo 24 x von Engel die Rede ist, die die Heilsbotschaft einleiten, ist auch einmal die Rede von dem anderen Engel, dem Diabolos, dem Versucher. Und genau dieser Versucher nimmt diesen wunderbaren Psalmvers auf , um Jesus in Bedrängnis zu bringen: „werfe dich hinab,“ denn „...er hat seinen Engel befohlen, Dich auf ihren Händen zu tragen...“!
Dieser Psalmvers ist also auch ein Vers der Bedrängnis, der Versuchung! Und welche Eltern, die ihr Kind verloren haben, sind nicht in Bedrängnis und Versuchung, welche Eltern sind nicht voll Zweifel und Angst! Jesus selbst hat diese Versuchung erlebt und sie überstanden. So kann Er selbst in diesem Vers Hilfe, Kraft und Beistand geben, der Trauer und Angst ihren Raum zu geben, aber eben nur ihren Raum, und nicht den gesamten Lebensraum, damit wieder Kraft wächst für neues Leben und Trost da ist für die Zukunft.
Drei Seiten bildet die Stele, drei Seiten in drei Abschnitten. Ein kleiner Hinweis auf den trinitarischen Gott unseres Glaubens: ein Hinweis auf den Gott des Dialogs, des Miteinanders, des Zueinander. Denn Trinitarisch bedeutet: Zwiesprache, Kommunikation, Kontakt. Gott ist kein Monologe haltender einsamer Großer: Gott ist im Gespräch. Und dieser Ort des Gedächtnisses, diese Stele will ein Ort sein, an dem Himmel und Erde, Mensch und Gott, Geistiges und Menschliches sich treffen und miteinander kommunizieren, in den Dialog treten.


Skulpturengruppe „Suchen“

Skulptur: hl. Benedikt
Die Suche nach Gott ist ein zentrales Thema in der im 6. Jhd. vom hl. Benedikt verfassten Regel, die auch heute noch für alle Benediktiner und Benediktinerinnen Lebensmaßstab ist. Die Figur des hl. Benedikt ist sitzend dargestellt, eine Ruhehaltung, auf dem Schoß ein Buch: „Höre“, steht da geschrieben, denn mit dem Wort „höre“ beginnt die Regel. Die rechte Hand am überdimensional großen Ohr versinnbildlicht die Aufmerksamkeit auf die innere Stimme, das Hören nach Draußen und auch nach Drinnen ist lebenswichtig für ein erfülltes Leben..
Das helle Blau der Glasur symbolisiert die Farbe des Himmels, der Transzendenz.
Jeder Mensch ist ein Suchender. Aber nur, wenn man zur Ruhe kommt, wenn man schweigen lernt und hören kann, wird man auch finden.

Skulpturengruppe: „Suchen“
• Skulptur: hl. Edith Stein- Sr. Benedicta a Cruce
Edith Stein hat von ihrer Kindheit an ganz konkret und existenziell nach der Wahrheit gesucht. Diese innere, philosophische Suche hat sie durch viele Tiefen schließlich zu Gott geführt. Gerade auch als Karmelitin hat in ihrer Suche keine Konsequenz ausgelassen. Sie ging in den Tod als Jüdin und als Christin und bezeugt so, dass wir Menschen immer Gott suchen müssen, doch dass Gott uns auch immer schon gefunden hat.
Die Figur dieser Heiligen zeigt Edith Stein im nachdenklichen Gehen, immer in Bewegung. Sie hält ein Buch in der Hand, auf dem in hebräischen Buchstaben der Name Gottes steht: Die Glasurfarben blau-lila-grün spiegeln einen Lebensweg zwischen Sehnsucht und Erfüllung, Angst und Hoffnung. Edith Stein hat die Wurzeln ihrer Herkunft nie verlassen.

Skulptur: Maria Magdalena salbt das Haupt Jesu
Die Gestalt der Maria Magdalena hat im Neuen Testament viele Fassetten. Sie ist eine „Sünderin“, wie es heißt. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die in ihrer Suche nach Liebe und Erfüllung, echte Erfüllung in Christus findet. Im Matthäusevangelium (26,6 ff) wird die Geschichte der Salbung des Hauptes Jesu erzählt. Anders als die Fußsalbung im Lukas – und Johannesevangelium. Nach der Auferstehung Jesu ist sie die erste, die dem Auferstandenen begegnet, die frohe Botschaft erhält und an die Apostel weitergibt. Die Skulptur zeigt Maria Magdalena, wie sie sich über Jesus beugt. Jesus öffnet seine Arme: segnend, tragend, dankend. Die gelbe Glasur spiegelt das Mystische der Verwandlung, die Maria- Magdalena durch die Begegnung mit Jesus erfährt.

Skulptur: hl. Franziskus
Der heilige Franziskus war ein Mensch, der in seinem kompromisslosen Leben in der Armut und völliger Christusliebe auch heute noch viele Menschen, auch Nichtchristen anzieht. Er hat in seiner Jugend nach Wahrheit und Fülle gesucht und nach seiner radikalen Umkehr ein Leben geführt, das völlig frei war von menschlichen Abhängigkeiten. Er hat allein den Willen Gottes gesucht und es nicht gescheut, andere deshalb vor den Kopf zu stoßen. Doch schlussendlich hat seine Suche nach Gott ihm die Menschen, die Tiere und die ganze Schöpfung zu Freunden gemacht.
Die Skulptur zeigt eine magere Gestalt lächelnde Gestalt, umgeben von Tieren. Die Eule als Zeichen der Weisheit, der Wolf erinnert an die Geschichte des Wolfes von Gubbio. Die rote Glasur ist von einen tiefen Blau durchsetzt: Rot ist die Farbe der Liebe, Blau die des Himmels.


Skulptur: Begegnung Maria und Elisabeth
Die Begegnung der beiden schwangeren Frauen bezeichnet im Neuen Testament (Lk. 1 ff) die Wende, wie wir sie heute noch in unserer Jahresrechnung markieren: die Geburt Christi. Das Fest dieser Begegnung wird am 2. Juli gefeiert und „Heimsuchung“ genannt. Ein mehrdeutiger Begriff der Gutes und Leiden beinhaltet. Eine Heimsuchung bedeutet in unserer Sprache meistens ein Unglück. Im Lukasevangelium wird berichtet, dass Maria ihre Tante Elisabeth in ihrem Heim (be)sucht. Beide sind durch ihre Schwangerschaft von Gott gesegnet. Ein Segen, der auch die Verachtung der Menschen mit sich bringt, viel Leid und Schmerz. Aber auch die Erfüllung der Verheißung Gottes und die Erfüllung der Suche der Menschen nach Gott, den Gott kommt, um die Menschen zu suchen.

Sr. Christophora Janssen
Abtei St. Hildegard


Die sieben Freuden Mariens

In allen Stationen finden sich verschiedene Perspektiven von Marienthal, die deutlich machen wollen: das Heilsgeschehen ist unter uns gegenwärtig.
Das Gnadenbild ist auch überall zu finden, außer in der Osterszene und dem Bild von der Himmelfahrt Mariens.
Die Farben sind hell gehalten. Die Freude Mariens und Menschenfreundlichkeit Gottes soll damit zum Ausdruck gebracht werden. Die Jünger sind vorwiegend in einem zurückhaltenden Blau: die Farbe des Glaubens, des Himmels, der Transzendenz. Christus trägt ein rotes Gewand: die göttliche, königliche Farbe, aber auch die Farbe des Leidens, des Blutes.
Maria ist den Farben, wie sie die Fresken in der Kirche zeigen gekleidet. Ein weißes Kleid für ihre Reinheit und ein hellblauer Umhang, wie sie in der Tradition immer gezeigt wird: umhüllt von der Transzendenz Gottes, aber hell und leicht und freudig.
Grün ist alles Erdige. Der Hintergrund beige- gelb, um die Farben der gestalten besser hervortreten zu lassen.
Die vorwiegend verwendeten Ascheglasuren zeigen bei näherem Hinschauen eine unterschiedliche Farbintensität und Farbevariabilität. Dadurch wirkt manches schillernd oder zuerst nicht eindeutig. Das macht aber auch die Lebendigkeit und Struktur der einzelnen Reliefs aus und will sagen: was nicht eindeutig ist oder zuerst nicht erkennbar, will zum Nachforschen, Nachdenken, zur Neugier anregen.
Wichtig in der Gestaltung sind die Gesichter und deren Ausrichtung und die Haltung der Hände.

 

Verkündigung: Das Geheimnis der Trinität

Grundlage für den Aufbau des Bildes ist das Fresko der Verkündigung in der Marienthaler Wallfahrtskirche. Maria sitzt, der Engel kniet vor ihr, damit ist die Rangordnung deutlich.
Doch auf dem Relief schaut Maria zum Himmel: dort zeigen sich in Symbolen von Hand und Taube Gottvater und der Hl. Geist. Von diesem geschlossenen himmlischen Kreis (der sich in der Himmelfahrt Mariens zur Erde hin öffnet) fließt die Gnade auf die Erde. Durch Maria durch geht eine gedachte Linie zu dem Buch, dem Wort Gottes auf dem Altar (von Marienthal): Das Wort ist Fleisch geworden durch das Ja Mariens: Gott will ohne den Menschen nicht sein, durch den Menschen Maria wird uns sein innerstes Geheimnis offenbart.

Weihnachten der Hirten: Frohe Botschaft für alle armen und einfachen Menschen

Auch hier ist der Bildaufbau dem Fresko in der Wallfahrtskirche nachempfunden.
Wie auf einem Thron sitzt der Christusknabe. Nicht nur Maria und Joseph, sondern auch Esel und Ochs umgeben ihn als Schutz und Staat: Gott will der Arme für alle sein. Von Oben trompeten die Engel, von Unten steigen einfache und schlichte aber frohe Gestalten (Hirten) zum Kind hinauf.

Dreikönige: Das Heil Gottes für alle Welt

Die Szene spielt deshalb außerhalb der Kirche.
Die Drei Könige und Weisen symbolisieren einmal die verschieden Völker der Erde: Afrika, Asien und Europa, die Kontinente, die man früher kannte. Ferner ist es ein junger Mensch, ein mittlerer und ein alter Mensch: Der Afrikaner zeigt auf den Stern = der junge Mensch ist noch unterwegs. Der Asiat zeigt auf Maria und das Kind = der Mensch im mittleren Alter hat schon gesehen, und lernt, stehen zu bleiben. Der Europäer kniet = als alter Mensch weiß er nur vor der Weisheit Gottes anzubeten.
Hier thront Jesus schon auf dem Schoß der Mutter Maria: nach alter Tradition der „Sitz der Weisheit“: die drei Weisen der ganzen Welt kommen zur Weisheit schlechthin.

Ostern: Mitte unseres Glaubens

Hier tritt die Kirche zum ersten Mal als Gemeinschaft auf: in der Gestalt der Apostel
Die mittlere Station ist die Station des Mittelpunktes.
Der Auferstandene steht neben dem Altar von Marienthal und zeigt seine Wunden: in der Feier der Eucharistie wird Jesus für uns lebendig sichtbar. Maria ist zugleich Thomas, der Jesu Wunde berühren darf , wie auch Maria Magdalena, der Jesus zuerst erschienen ist, denn in Maria verdichten sich alle Glaubenserfahrungen. Die Kirche, die Gemeinschaft der Apostel steht hier sozusagen hinter ihr.
Oberhalb sieht man den Engel am leeren Grab und links daneben die Gebäude von Marienthal: wir sehen Jesus nicht und können nur der Botschaft vom leeren Grab glauben, aber unser Alltag lässt Jesus in uns lebendig werden, wenn wir glauben.
Hier ist kein Gnadenbild zu sehen= der Auferstandene ist selbst das Gnadenbild.

Himmelfahrt: Gottes Gegenwart in neuer Dimension

Jesus steigt gleichsam von Marienthal auf. Segnend berührt er Maria, die weiß, dass Jesus erhöht werden muss. Hier ist kein Himmel zu sehen oder keine Hand Gottes, denn den ungläubigen Aposteln, die nicht in einem Kreis, sondern auseinandergerissen stehen, muss erst noch der Engel die Botschaft weitergeben: nun heißt es, nach Galiläa, also nach Hause zurückzukehren, damit der Hl. Geist wehen kann.

 

Pfingsten: Verheißung von Gemeinschaft und Leben

Eng in einem Halbkreis gedrängt stehen die Apostel um Maria. Der Bogen des Kreises geht nach oben zur Taube und ist zur Erde hin offen: Gott sendet allen den Heiligen Geist. Die Gestalten sind alle wie senkrechte Säulen: ganz nach oben gerichtet. Der Heilige Geist ist wie der Schlussstein der Kirche: er hält alles zusammen. Leicht angedeutet die Rippengewölbe der gotischen Wallfahrtskirche, aber es sollen hier der Kirchenraum schlechthin gemeint sein. Hier ist betende Gemeinschaft, keiner ist außerhalb oder getrennt. Der Geist wirkt unsere Gemeinschaft und hilft uns leben.

Himmelfahrt u. Krönung Mariens: Ganzheitlichkeit der Erlösungsbotschaft
Erstaunt schauen die Apostel auf das leere Bett, andere haben schon wahrgenommen, dass Maria ganz mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen ist: die unerhörte Botschaft der Erlösung von Leib und Seele wird hier sichtbar als Kern des christlichen Glaubens: Gott liebt auch die Schöpfung und den Menschen ganz. Hier schließt sich der Kreis zur Verkündigung: wo Gott Mensch werden kann und aufgenommen wird, kann der Mensch zu Gott gelangen .
Maria wird gekrönt: auch hier wieder ein Bild aus Marienthal: das Relief oberhalb des Eingangs: arm auf der Erde ist sie Königin des Himmels und Vorbild für uns.
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Der Osterleuchter

Während der Osterzeit, die in der Kirche bis Pfingsten gefeiert wird, steht in der Mitte der Figurengruppe der Bleibenden ein sogenannter Osterleuchter.
Dieser Osterleuchter will durch die Bilder, die sich auf drei Seiten in jeweils drei Abschnitten verteilen, das Ostergeheimnis verkünden.
Umrahmt von den Großfiguren bildet er die Mitte. Er ist Symbol für Christus als die Mitte unseres Glaubens.

Die Bilder auf dem Osterleuchter sind , wie folgt, immer von unten nach oben zu lesen, also immer in der Aufwärtsrichtung:
zum Portal hin sehen Sie die Seite mit den drei ersten Bildern:
die Fußwaschung: Jesus übernimmt diesen Sklavendienst um deutlich zu machen, dass es im Glauben um Dienst und Liebe geht. Man sieht den Jüngern an, das sie das nicht so schnell begreifen.
das Abendmahl: Jesus schenkt uns seinen Leib und Sein Blut als ewiges Gedächtnis an Seine Hingabe für uns und unsere Erlösung. In der Mitte steht Judas, der Ihn verrät, er ist schon auf dem Weg, doch er ist auch von Jesus angenommen. So sind auch wir mit unseren Fehlern von Gott angenommen und geliebt.
die Kreuzabnahme: „es ist vollbracht!“ Jesu Liebe zu uns hat sich vollendet. Und unsere Liebe zu Ihm zeigt sich in der Sorge um den toten Leib. Liebe, Innerlichkeit und Stille sind hier vorherrschend.

Rechts sehen Sie die zweite Seite mit folgenden Szenen:
die drei Frauen am Grab: zusammengerückt stehen sie verängstigt und können der Botschaft des Engels kaum glauben.
Maria Magdalena verkündigt den Aposteln die Auferstehung Jesu: hier sind die Apostel verängstigt zusammengerückt, verschlossen in einen Raum, den Maria- Magdalena mit der Botschaft der Auferstehung Jesu durchbricht.
Thomas berührt die Wunde: der Auferstandene zeigt seine Wunden und ist gleichzeitig schon erhöht. „Selig, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Jesus.

Auf der letzten Seite sehen Sie von unten nach oben folgende Szenen:
Die Emmausjünger: nach der Auferstehung treffen zwei Jünger auf dem Weg Jesus, ohne ihn zu erkennen. Er erschließt ihnen das Geheimnis von Ostern und sie bitten ihn: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden“. Doch er entschwindet ihren Blicken und sie verstehen plötzlich, dass es Christus war.
Die Himmelfahrt: nachdem Christus sich vierzig Tage als der Auferstandene gezeigt hat, kehrt er zu seinem Vater im Himmel zurück. Der Engel weißt Maria und die Apostel an, nicht nach Oben zu starren, sondern auf der Erde bleibend, den Heiligen Geist zu erwarten.
Pfingsten: Die Apostel empfangen mit Maria in der Mitte den Geist von oben und sind so gerüstet, aus dem Haus zu gehen und Jesus Christus als den für uns Gestorbenen und Auferstandenen zu verkündigen.

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Das Pfingstrelief für das Kloster der Kapuziner- Klarissinnen in Pfaffendorf:

Ein kräftig dunkelroter, ungleichmäßiger Ring wie Feuer umkreist die Innenfläche.
Diese ist in einem hellen Rot gehalten: das dunkle göttliche Feuer ist in der Welt heller, leichter und immer nur ein Bild der Wirklichkeit des Hl. Geistes, deshalb auch schwächer.
Die Schwestern an der Seite Marias, wie damals zu Pfingsten die Apostel, der Mutter der Kirche, die aus der Ausgießung des Geistes entstanden ist: Pfingsten ist Gemeinschaft und wird in Gemeinschaft erfahren.
Senkrecht von Oben kommt nicht nur der Geist, sondern der Vater in der göttlichen Hand und der Sohn in der Eucharistie, wie sie in der Gemeinschaft ununterbrochen verehrt wird.
So, wie die Trinität gerade von Oben herabkommt, richten sich die Schwestern nach Oben. Ausrichtung des geistlichen Lebens ist die Vertikale.
Alles andere, auch die Monstranz zeigen einen Kreis oder Halbbogen, der Symbol für die Unendlichkeit ist: in der Unendlichkeit Gottes ist die Welt zusammengefasst, Gott umkreist das Irdische, damit die Menschen sich ausrichten können zu Ihm.
Rot ist die Farbe der Liebe, des Feuers, der Wärme, des Hl. Geistes.
In Blau sind die Schwestern gehalten, die Farbe der Unendlichkeit und Göttlichkeit, denn sie sind von Gott ergriffen.
Wie in der Klosterkirche die Monstranz weiß ist, ist sie es auch auf dem Relief: Zeichen der Reinheit.
Alles ist hell, leuchtend, froh und vielleicht auch blendend gemacht. Wir sehen Gott nur in Bildern, würden wir ihn ganz schauen, wären wir geblendet.

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Zur Engelskulptur:

„Und der Engel, den ich auf dem Lande und auf dem Meere stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit...: es soll keine Frist mehr sein...“
Der Engel lebt außerhalb von Zeit und Raum und ist nicht diesen unseren weltlichen Bedingungen unterworfen.
Er verkündet, dass keine Frist mehr gibt.
Aber was ist ein Engel ?
Wenn die Vorstellung von Engeln heute so eine Faszination auf Menschen ausübt, so sind das nicht die Engel, wie ich sie meine.
In dieser Gestalt sollen einige wichtige Aussagen dazu ins Bild gebracht werden:
Die Skulptur ist gespannt und in der Oberfläche leicht aufgeraut. Die Glieder, von den Beinen beginnend, sind unnatürlich gebogen. Alles geht nach vorne. Die Figur macht eine Biegung wie ein gespannter Bogen. Flügel gibt es nicht.
Auch die Arme sind weiche Rundungen die sich bis in die Finger fortsetzen. Am Kopf sind nur die Augenhöhlen leicht angedeutet. Alles ist unnatürlich fremd und entspricht nicht den menschlichen Maßen.
Die beiden Zeigefinger, mahnend nach oben gebogen, suchen Aufmerksamkeit. Die Linke am Mund: das Schweigen.
Der Rechte ist frontal aufgerichtet. Achtung wird gefordert, Achtung und Schweigen. Aber wofür?
Rilke beschreibt es in seinem Werk „Das Marien- Leben“ so:
„Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung...“
Der Engel will eine Richtung anzeigen, scheint sie aber im ersten Moment noch gar nicht definiert zu haben. Der Engel ist in dieser, die Aufmerksamkeit fordernden Haltung.

Dante schreibt im Paradiso:
„Und wissen musst du, dass sie in sich schließen
Wonnen so viel, als tief sie schaun die Wahrheit,
Draus jedem Geiste Ruhe kann erfließen“
Ein Engel lebt in der Ruhe, weil er die Wahrheit schaut und aus ihr lebt. Transzendent außerhalb unsere Zeit- und Raumnot stehend, scheint er für viele Menschen Trost-Ort zu sein. Engel sind eschatologische Boten, sie künden von der Hoffnung auf Erlösung.

In der Offenbarung des Johannes, diesem endzeitlichen Buch der Bibel, das in der Erwartung auf einen baldigen neuen Himmel und eine neue Erde geschrieben wurde, sind Engel die wichtigsten Akteure.
In Erwartung auf Erlösung sind sie die eigentlichen Vermittler, helfen das Warten zu füllen.
Das cremefarbene Weiß des Engels ist matt .
Der Engel ist offen, zwischen Transzendenz und Immanenz schwebend ist er überall gegenwärtig und nicht eindeutig zu definieren. Der Engel ist nicht in sich verschlossen, sondern nach außen gerichtet und den Menschen zugewandt.
Er ist ganz Künder seiner Botschaft.

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Zum Dreikönigsrelief



Der Seher- ein Asiat- das mittlere Alter-
Ein Weiser- er trägt ein Buch
Zeichen für das Wort Gottes
Der Verkünder- ein Afrikaner- der junge Mensch-
Ein Künder- er trägt ein offenes Gefäß
Zeichen der Verkündigung
Der Anbeter- ein Europäer- der alte Mensch-
Ein Beter- er hat ein geschlossenes Gefäß
Zeichen der Innerlichkeit

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Disibodenberg – Stele

Drei Heilige Drei Wege
Drei Stationen im Leben des Menschen

hl. Disibod der Sehende :

er macht sich von Irland auf den Weg,
sieht seinen Ort und findet ihn
auf dem Disibodenberg

hl. Jutta die Bleibende :

sie hat ihren Ort auf dem Disibodenberg
gefunden und harrt bei sich selber
und bei Gott aus

hl. Hildegard die Suchende :

sie ist im sich im Suchen selber treu geblieben
und konnte so den Menschen
Gottes Weisungen mitteilen

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Verkündigung


Maria,
nachdenklich sitzt Du im Altarraum.
Hier empfangen auch wir
in Wort und Brot Den,
Den Du empfangen hast.
Ort des Empfangens.
Stiller Ort.
Dich spricht der Engel an.
Maria,
im Raum der Kirche
bis Du die Empfangende.
Du gabst uns Den,
Den Du empfangen hast.
Im Raum der Kirche
sind wir die Empfangenden.
Und wollen Gebende werden.