1 = Kreuzigungsgruppe2 = Die Beuroner Kunstschule3 = Die Gemälde der Apsis4 = Beuronisches Kreuz5 = Beuronische Ewiglichtlampe6 = Orgel7 = Die rechte (südliche) Seitenwand8 = Die linke (nördliche) Seitenwand9 = Darstellungen aus dem Leben der hl. Hildegard10 = Sakristei - und Rückwand
 

Darstellungen aus dem Leben der hl. Hildegard

Die Malereien in den unteren Bogenfeldern der nördlichen (linken) Seitenwand des Hauptschiffes sind der Patronin der Abtei, der hI. Hildegard von Bingen (1098-1179), gewidmet. Da P.Paulus Krebs sich selbst als ,,Maler der hI. Hildegard" betrachtete, sind sie mit besonderer Liebe und Hingabe ausgeführt. Der fünfteilige Bildzyklus zeigt wichtige Szenen aus dem Leben der Heiligen. Von hinten nach vorn gehend sind dies:
Wie St. Hildegard zur hI. Jutta auf den Disibodenberg geht. Im Alter von acht Jahren wurde Hildegard der Meisterin Jutta von Spanheim zur Erziehung übergeben. Mit ihr zusammen lebte sie fortan in einer Klause, die dem Mönchskloster Disibodenberg angeschlossen war. Erst im Laufe der Jahre entwickelte sich die Klause zu einem eigentlichen Kloster. Mit 15 Jahren legte Hildegard ihre Gelübde ab. Später; nach dem Tod Juttas, wurde sie zur geistlichen Mutter der Klostergemeinde gewählt.



Wie St. Hildegard auf den Rupertsberg bei Bingen zieht Im Jahre 1150 siedelte Hildegard von Bingen vom Disibodenberg zum Rupertsberg über; wo sie ein größeres Kloster hatte erbauen lassen. Der Rupertsberg wurde ihr eigentliches Kloster - hier entstanden ihre großen Visionsschriften. Von hier aus gründete sie auch das Kloster Eibingen.



Wie St. Hildegard in Ingelheim zu Kaiser Barbarossa spricht.
Hildegard war nicht nur Abtissin und Prophetin, sondern auch Beraterin vieler ihrer Zeitgenossen. Sie führte eine ausgedehnte Korrespondenz mit bekannten und unbekannten Persönlichkeiten und unternahm auch verschiedene Reisen, um zu lehren und Rat zu erteilen. Rheinaufwärts in Ingelheim, auf dem linken Ufer; hatte Kaiser Friedrich Barbarossa sein Hof- und Heerlager. Er wünschte, die berühmte Abtissin kennenzulernen. Was im einzelnen zwischen den beiden verhandelt wurde, ist nicht bekannt. Fest steht nur; daß der Kaiser Hildegard und ihrem Kloster offenbar sehr gewogen war und ihr im Jahre 1163 einen Schutzbrief ausstellte.


Wie St. Hildegard Eibingen gründet und in Rüdesheim einen blinden Knaben heilt. Der Ruhm der hl. Hildegard führte immer mehr junge Frauen in das Kloster Rupertsberg. Dieses aber war ursprünglich nur für 50 Nonnen gebaut worden. So wurde es bald zu klein, und Hildegard erwarb im Jahre 1165 ein ehemaliges Augustiner-Doppelkloster in Eibingen bei Rüdesheim, um es neu zu besiedeln. Hildegard blieb Abtissin des Rupertsbergs, fuhr aber zweimal wöchentlich mit dem Schiff hinüber nach Eibingen. Auf einer dieser Rheinfahrten soll sie einen blinden Knaben, dessen Augen sie mit Rheinwasser benetzte, wieder sehend gemacht haben.

Wie beim Tode St. Hildegards am Himmel Zeichen geschehen. Am Morgen des 17. September 1179 starb die hl. Hildegard von Bingen. Der Uberlieferung nach erglühte nach ihrem Tod am Himmel ein wunderbares Licht, in dessen hellem Schein ein rotschimmerndes Kreuz zu sehen war.

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