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Einführung in die Liturgie des Gründonnerstag

GRÜNDONNERSTAG

Nachdem uns mit dem Palmsonntag die „große Woche“ aufgenommen hat, treten wir mit dem Abendmahlsamt des Gründonnertages wie durch ein hohes Tor in die Feier des Leidens und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ein. Wir „feiern“ also das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Ebenso bezeugen wir ja auch bei jeder Eucharistiefeier, dass wir den Tod und die Auferstehung des Herrn „verkünden“, – dem haftet auch etwas Feierliches an. Zu Beginn des Abendmahlsamtes im Eingangslied heißt es ja: „Wir rühmen uns im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus . .“, ja, wir können und dürfen nicht anders, – es ist unerlässlich – opportet, so heißt es – wir müssen uns rühmen im Kreuz, – im Zeichen der Schwäche, des Scheiterns, des Untergangs, des Todes. Ist hier das Wort – „rühmen“ – im Zusammenhang mit Leiden und Tod nicht zu großartig? Ja, es ist großartig und muss es sein, weil Pascha Hindurchgang, Hinübergang ist, vom Dunkel und Leid ins Licht und in die Auferstehung.

Teilhard de Chardin sagt einmal: „Was in diesen Tagen vor den Augen unseres Herzens enthüllt wird, das ist die packende und unerforschliche Wirklichkeit des geschichtlichen Christus. Denn unter dieser packenden Wirklichkeit des geschichtlichen Christus, verbirgt sich ein geheimnisvolles Drama.“ Ein geheimnisvolles „Drama“, das Drama des Leidens und Sterbens und der Auferstehung. Das soll nicht einfach vor unseren Augen ablaufen, so dass wir es nur zur Kenntnis zu nehmen brauchten. Wir sollen vielmehr an diesem „Drama“ innerlich beteiligt sein, uns darin einbringen, mit-wirken. Aber wie?

Im Tagesgebet vom Dienstag in der Karwoche heißt es: „Dominicae passionis sacramenta per-agere,“ – wir mögen doch die „sacramenta“, die „mysteria“ die Geheimnisse des Herrenleidens so durch-agieren, durch-spielen (das Wort peragere stammt aus der Theatersprache) wie ein großer Akteur in einem Drama das Leben und Geschick seines Helden handelnd, leidend, durch-spielt, peragiert, so dass sozusagen ein eigener Anteil darin ist. Und wenn wir in dieses geheimnisvolle „Drama“ des Herrenleidens einsteigen wie in die Rüstung eines Stärkeren, wenn wir uns in diese „Rolle“ hinein-leben, sie mit durch-agieren, dann ahnen wir vielleicht, dass das gar keine „Rolle“ ist, – eine „Rolle“ kann man als solche ja auch wieder abwerfen – sondern dass das etwas mit unserem Leben zu tun hat, vielleicht mit unserem eigenen Anteil an Leid und Vernichtung. Es hat etwas zu tun mit der Gesetzmäßigkeit des Lebens überhaupt. Immer wieder kommt es darin zu einem PASCHA, zu einem geheimnisvollen Durchgang durch Dunkel, Tod Vernichtung; immer wieder muss Leidvolles angenommen und darf nicht abgewehrt werden, – das alles bleibt im Leben keinem erspart. Aber all das hat nicht das letzte Wort. Vom Mysterium, – vom „sacramentum passionis“, – vom Geheimnis des Leidens ist in dem Tagesgebet die Rede. Da geht es nicht einfach um „Mysteriöses“, sondern, wie Romano Guardini sagt: „Geheimnis, Mysterium, das ist ein Übermaß an Wahrheit“, – eine Wahrheit, ein Größeres, das mich einfach übersteigt, das über mein Begreifen hinausgeht. „Nur das Mysterium tröstet,“ so lautet ein Buchtitel. Und so können wir uns – getröstet und getrost – auf den geheimnisvollen Weg der Feier des Herrenleidens einlassen, mit auf diesem Wege sein.

Der Gründonnerstag hat ein merkwürdiges Doppelantlitz. Es liegt über der Feier die warme Festlichkeit des ersten Abendmahles, das Jesus am Ende seines irdischen Lebens eingesetzt und sich darin den Menschen mitgeteilt hat. In ihm lässt sich Gott sozusagen konkret nicht nur auf, sondern in den Menschen ein, wohnt ihm ein in einer warmen Innigkeit. In der Geheimen Offenbarung sagt Christus: „ . . wo einer sich auftut und mich einlässt, bei dem will ich einkehren. Und wir werden Mahl halten, – ich mit ihm und er mit mir.“ Aber – und das ist das Doppelantlitz – diese warme Atmosphäre der Vertrautheit und Nähe wird dann mehr und mehr verdrängt durch die dunklen Schatten des Verrats, der Angst.

Das geheimnisvolle Mahl dieser Stunde ist nicht einfach spontan inszeniert, sondern knüpft an eine alte Tradition an. Die erste Lesung spricht davon. Der Auszug des Gottesvolkes aus der Knechtschaft Ägyptens in die Freiheit wurde mit dem Ritus eines Mahles begonnen, mit dem Paschamahl, so war es angeordnet. Nie wäre es Israel gelungen, aus eigener Kraft die Sklavenhaft abzuschütteln, Gott musste eingreifen, die Sklavenhalter außer Kraft setzen, um sein Volk herauszuführen und zu befreien. Aufbruchbereit soll das Paschamahl eingenommen werden. Diese Befreiung aus der Sklaverei durch das wunderbare Eingreifen Gottes ist etwas so Ungeheuerliches, dass alle Generationen in der überwältigenden Erinnerung daran alljährlich den Gedenktag feiern und das Mahl halten, – bis auf den heutigen Tag. An diese alte Tradition knüpft Jesus an und feiert mit seinen Jüngern das Paschamahl, Was dabei geschieht, wie aus dem rituellen Paschamahl jenes Mahl wird, in dem Gott mit uns Gemeinschaft feiert, das hören wir in der zweiten Lesung. Es ist der älteste Abendmahlsbericht aus dem Paulusbrief, den wir haben, denn die Aufzeichnungen in den Evangelien erfolgen alle viel später. Jesus nimmt nicht das Paschalamm, das zu schlachten ist, – das ist fortan ein Symbol seiner selbst, – sondern die Beigaben dazu, nämlich das Brot und den Wein. Und er nimmt sie, diese Beigaben, in seine Hände und erhebt sie, wohl in einem wunderbaren Gestus, weil ihn die Evangelienberichte eigens erwähnen, und gibt sich den Seinen: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut, – das bin ich – für euch.“ Während sie essen, diese Erst-Kommunikanten, werden sie kaum auf Anhieb begriffen haben, – doch was heißt hier schon „begreifen“, – dass sie die ersten sind, die auf diese Weise mit Jesus Communio, Gemeinschaft, innigstes Einswerden feiern. Aber von da an geschieht es durch die Zeiten, „vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang“, wie es im Traktusgesang heißt, dass Brot und Wein verwandelt wird in sein Fleisch und Blut. – „Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken geben?“, so hatten die Leute reagiert, als er dies nach der Brotvermehrung ankündigte. Sie hatten Anstoß an ihm genommen und ihn unter Protest verlassen. –

Sobald also das Wort in Jesu Auftrag über Brot und Wein gesprochen wird, vollzieht sich Wandlung, Umwandelung der Substanz, Trans-Substantiation: „Mein Leib, mein Blut, – das bin ich – für euch.“ – So kann Gott in uns eingehen. Es müsste eigentlich so sein, dass solche Wandlung uns wandelt, uns gottvoller macht und unser Herz glühend. Aber auch wir begreifen oft nicht, – es übersteigt uns alles. Lothar Zenetti sagt in einem kleinen Gedicht, das er „Inkonsequent“ betitelt hat: “Frag hundert Katholiken, was das wichtigste ist in der Kirche. Sie werden dir antworten: die Messe. – Frag hundert Katholiken, was das wichtigste ist in der Messe. Sie werden dir antworten: die Wandlung. Sag hundert Katholiken, dass das wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein: Nein, es soll alles so bleiben wie es ist.“

Von diesem Brot, mit dem der Herr sich selbst uns geben will, heißt es in einem Kirchenlied: „Wollst unsern Hunger stillen,“ und ähnlich im Psalm 32: “Das Sinnen seines Herzens ist von Geschlecht zu Geschlecht darauf aus, sie dem Tod zu entreißen und sie im Hunger zu ernähren.“ Hunger ist sozusagen ein Alarmzeichen, dass dem Menschen Lebensnotwendiges fehlt. Um existieren zu können bedarf er der Speise und des Trankes. „Ich komme hier vor Hunger um . .“, sagt der verlorene Sohn im Elend der Fremde, und erst das ist der Stachel, der ihn nach Hause treibt. Dann erst, halb verhungert, macht er sich seine Schuld bewusst. – Die französische Schriftstellerin, Marie Noel, hält diesen geistlichen Hunger für ein großes Gut. „O diese Ungläubigen und Reichen“, so vermerkt sie in ihrem Tagebuch, „sie brauchen Gott nicht, denn sie haben schon einfach alles. Nur ein einziges fehlt ihnen: der Hunger. Es ist zweifellos eine große Not, dauernd gefüllt und satt zu sein.“ Gilt das nicht weitgehend auch für unsere Breiten? Es dürfte für den Menschen eine heilsame Frage sein, ob er bei allem, was ihm Erfüllung zu geben scheint, noch Hunger verspürt, Hunger als Synonym der Sehnsucht. In dem Sinne behandelt Franz Kafka dieses Thema in seiner Erzählung „Ein Hungerkünstler.“ Als es auf den Jahrmärkten noch Schaubuden gab, war da auch eine mit einem Hungerkünstler, der sich auf lange Zeit der Nahrung enthielt. Das fiel ihm leicht, wie er betonte. Doch im Laufe der Jahre wurde das eine Kunst, die keine Schaulustigen mehr anlockte, sie blieben aus. Aber der Hungerkünstler hungerte weiter. Schließlich fand man ihn kaum noch im Stroh. Er wurde gefragt: „Warum hungerst du denn noch?“ „Lass mich,“ sagte er, „ich muss hungern, ich kann einfach nicht anders.“ „Und warum kannst du nicht anders?“ „Weil ich nie die Speise finden konnte, die mir Genügen geschenkt und die mir wirklich geschmeckt hätte. Hätte ich sie gefunden, – glaub mir, ich hätte kein Aufsehens gemacht und mich voll gegessen wie ihr alle . .“ Das waren seine letzten Worte. – Er suchte also nach der Speise, die ihm wirklich hätte Genügen schenken können, und die eine, die das vermocht hätte, die kannte er wohl nicht. – Im Antwortgesang, die nach der ersten Lesung gesungen wird, heißt es: „Die Augen aller schauen voller Erwartung auf dich, Herr, du hast die Speise zu rechten Zeit“, die allein Genügen schenkt, allen Hunger und Durst stillt, alle Sehnsucht. Du gibst sie uns, – gibst DICH uns.

Hunger und Durst nach Erfüllung und Vollendung! Das nun folgende Evangelium beginnt mit der Aussage: „Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, liebte er sie bis zum Ende“, – bis zur Vollendung, bis zum Äußersten, bis zum Äußerstmöglichen. Im Griechischen der gleiche Wortstamm wie „Es ist vollbracht,“ vollendet, das Äußerste erreicht. – „Und das war das Äußerste seiner Liebe: sie hielten das Mahl. Nach dem Mahl stand er auf“, – es wäre gut, einmal auf die Gebärden achten, – „er legte das Obergewand ab, umgürtete sich mit einem Leintuch, goss Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und sie abzutrocknen.“ Petrus wehrte sich: „In Ewigkeit nicht“. – Wir vermögen es wohl kaum noch abzuschätzen, was es heißt, jemandem die Füße zu waschen, – ein Sklavendienst, vielleicht nicht einmal vergleichbar mit einem Schuhputzerdienst. Und die Antwort: „Was ich jetzt tue, verstehst du noch nicht, du wirst es aber später erkennen.“ Eine Antwort Jesu, die wohl immer dann gilt, wenn ein uns unverständliches Geschick im Leben trifft: „Was hier an dir geschieht, das verstehst du jetzt noch nicht . .“ – jetzt noch nicht.

Soviel jedoch sollten die Jünger im Abendsmahlssaal von dem Geschehen begreifen: „Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr, und ihr habt recht, denn ich bin es.“ Die Fußwaschung war nicht bucklige Demut, sondern getragen von göttlichem Selbstbewusstsein. „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit auch ihr einander so tut, wie ich euch getan habe.“ Diesem Beispiel folgend, findet nach dem Evangelium nun der Ritus der Fußwaschung statt, bei dem der Priester, – in Klöstern ist es der Abt bzw. die Äbtissin, – zwölf Gemeinde-Mitgliedern die Füße wäscht, während die Texte aus den Abschiedsreden bei Johannes gesungen werden. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander.“

Der Abendmahlsgottesdienst nimmt danach den normalen Verlauf, die Abschiedsreden, die mit dem Evangelium eingeleitet wurden, gehören zu diesem Abend und in diese Nacht, weil die Worte Jesu an Innigkeit und Wärme kaum zu übertreffen sind. So hat es die frühe Kirche schon gehalten. Sie beginnen: „Euer Herz ängstige sich nicht! Ich lasse euch nicht verwaist zurück. Bleibet in meiner Liebe! Ihr seid meine Freunde. Nicht Knechte nenne ich euch, sondern Freunde. Der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut, aber der Freund versteht.“ Der Theologe Eugen Biser weist nachdrücklich darauf hin, dass wir heute an einer Glaubenswende stehen. Der Glaube, so meint er, habe heute dann Anziehungskraft, wenn das Gottesverhältnis auf der Ebene der Freundschaft erwächst. Ein Glaube, der sich einem gebieterischen Gott zu unterwerfen hat und sich an Glaubenssätzen orientieren muss, wie man ja bis vor noch nicht allzu langer Zeit meinte, das ist ein knechtischer Glaube, – der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut, er ist lediglich Befehlsempfänger. Aber der Freund vermag zu verstehen, nicht vom Verstand her, sondern vielmehr von seinem Herzen her. Wer so versteht, der ist auch einverstanden mit dem, was ihm aus dieser Gottesfreundschaft erwächst, und nimmt das so an, gleichsam aus einer Art „liebender Mitwisserschaft“ heraus, im intuitiven Verstehen des Herzens. Das alles dürfte von dem Freund Jesu gelten, den das Mittelalter mit der sogen. „Johannesminne“ dargestellt hat. Es ist jene Idealgestalt, die das Evangelium mit dem Lieblingsjünger zeichnet, der beim Abendmahl an der Brust des Herrn lag. „Wer lange genug sein Ohr an Gottes WORT hat, kann schließlich sein Herz schlagen hören.“ Hier hat das Freundesverhältnis zu Jesus eine Innigkeit erreicht, die der Worte nicht mehr bedarf. Hier ist umfassende Annahme, restlose Geborgenheit, wortloses Verstehen und tiefstes Einverständnis. Nach Ignatius von Loyola gibt „nicht Vielwissen der Seele Sättigung und Genügen, sondern das Spüren und Verkosten allen Wesens von innen her.“ Die „Johannesminne“ macht solch ein Verkosten deutlich. Das ist wohl die Hochform von Gebet: „Beten ist, – nach Kierkegaard – „nicht Reden sondern Schweigen und stille sein, bis der Betende Gott hört.“

„Ihr seid meine Freunde . .“ Die Freunde Jesu der letzten Stunde im Abendmahlssaal: einerseits die zarte Liebe dessen, der ihm mit jenem „Schulter an Schulter“ nahe war, – andererseits der, der trotz aller Beteuerung seiner Freundesliebe sie im gegebenen Augenblick doch leugnete – eben Petrus – und in noch größerem Kontrast dazu: Judas, der seine Geschäfte mit der Freundschaft machte und sie für 30 Silberlinge verriet. Alle miteinander kündigen Jesus die Freundschaft auf. „Es war Nacht,“ erwähnt der Bericht, Judas geht hinaus. In dem Augenblick wurde Jesus bis in Innerste erschüttert, er hatte ihn durchschaut. Judas kommt wieder, – mit einem Kuss. Offenbar war der Kuss wohl im Freundeskreis um Jesus üblich: „Freund, wozu bist du gekommen?“ – Alsbald dann die die Reue des Judas, aber das Geschäft ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Was bleibt, ist die Verzweiflung.

In der Kathedrale von Vézelay in Südfrankreich gibt es ein Kapitell, wo an einer Ecke Judas erhängt zu sehen ist, mit abgesunkenem Haupt, offenen Augen und herabhängender Zunge. An der anderen Ecke trägt ein Mann einen nackten Toten auf seinen Schultern, dessen Augen nun friedlich geschlossen und dessen Hände gefaltet sind, – nicht anders als auf vielen Bildern der Gute Hirte das verlorene Schaf trägt. Sollte nicht tatsächlich Judas jenes Schaf sein, dem in seiner Verlorenheit der Gute Hirt nachgeht, es auf seine Schultern nimmt und heimträgt? Der unbekannte Meister aus dem 12. Jh. hat wohl sehr tief den Geist Jesu und seine bedingungslose Liebe erahnt und ihm Gestalt gegeben. – Aber da ist noch das Wort aus dem Markus-Evangelium: „ . er, – Judas – wäre besser nie geboren, sondern in die Tiefen des Meeres versenkt worden.“ Nach den letzten großen Kommentaren zum Markus-Evangeliums, z. B. von Rudolf Pesch, ist dieses Wort kaum authentisch und echt, sondern in der urkirchlichen Gemeinde entstanden. Der Künstler von Vézelay widerlegt es vollends. Für die Vorstellung vieler durch die Jahrhunderte konnte Judas nirgendwo anders als im untersten Inferno, in der Hölle sein. Der neueren Theologie zufolge gibt es seit dem Abstieg Christi zur Hölle, ins Infernum, keinen Bereich mehr, und sei er noch so sehr auf den Widerspruch Gottes ausgerichtet, der nicht von seinem Erbarmen erreicht werden könnte. Wo aber Gottes Erbarmen präsent ist, da kann nicht Hölle sein, die ja Abwesenheit Gottes beinhaltet. So die Frohbotschaft. Und doch neigt der Mensch immer wieder dazu, sie in eine Drohbotschaft umzukehren.

Nachdem Judas sich abgesondert hatte, um die Pläne seines Verrats auszuführen, begab sich Jesus mit der Schar der Jünger zum Ölberg, den Ort der Auslieferung und Gefangennahme. Nun liegen dunkle, kalte Schatten über dem Gründonnerstag. Der Herr wird im tiefsten erschüttert und ringt im Gebet. Die Kirche versucht, diese Nacht auch betend zu durchwachen, während das Dunkel sich verdichtet und in den Karfreitag übergeht. Mit ihm beginnt dann ein Neues.

Sr. Teresa Tromberend OSB