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Kapitel 06:
Die Schweigsamkeit
1. Tun wir, was der Prophet sagt: "Ich sprach, ich will auf
meine Wege achten, damit ich mich mit meiner Zunge nicht verfehle.
Ich stellte eine Wache vor meinen Mund, ich verstummte, demütigte
mich und schwieg sogar vom Guten." (Ps 39,2-3)
2. Hier zeigt der Prophet: Man soll der Schweigsamkeit zuliebe
bisweilen sogar auf gute Gespräche verzichten. Um so mehr müssen
wir wegen der Bestrafung der Sünde von bösen Worten lassen.
3. Mag es sich also um noch so gute, heilige und aufbauende Gespräche
handeln, vollkommenen Jüngern werde nur selten das Reden erlaubt
wegen der Bedeutung der Schweigsamkeit.
4. Steht doch geschrieben: "Beim vielen Reden wirst du der
Sünde nicht entgehen." (Spr 10,19)
5. und an anderer Stelle: "Tod und Leben stehen in der Macht
der Zunge." (Spr 18,21)
6. Denn reden und lehren kommen dem Meister zu, Schweigen und Hören
dem Jünger.
7. Muss man den Oberen um etwas bitten, soll es in aller Demut
und ehrfürchtiger Unterordnung erbeten werden.
8. Albernheiten aber, müßiges und zum Gelächter
reizendes Geschwätz verbannen und verbieten wir für immer
und überall. Wir gestatten nicht, dass der Jünger zu solchem
Gerede den Mund öffne.
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