Noviziat

Professritus

Wortgottesdienst

 

Introitus / Eingangsgesang der Hl. Messe

Der Pontifex lädt die Profitentin ein:

Veni, filia, audi me, timorem Domini docebo te.

Komm, Tochter, höre mich, die Furcht des Herrn will ich dich lehren. (Ps 34,12)

Die Profitentin entzündet ihre Taufkerze und antwortet:

Et nunc sequor in toto corde : te timeo, et quaero faciem tuam videre. Domine ne confundas me : sed fac mihi juxta mansuetudinem tuam, et secundum multitudinem misericordiae tuae.

Nun folge ich dir aus ganzem Herzen. Ich fürchte dich und suche dein Antlitz zu schauen. Herr, verlass mich nicht, sondern handle an mir nach deiner Güte und nach deinem großen Erbarmen. (Dan 3,41f.)

Gloria

Erste Lesung

Graduale /Antwortgesang

Zweite Lesung

Alleluia

Evangelium

Homilie

 

Feierliche Profess und Monastische Weihe

Äbtissin:
Schwester N.N., durch die Taufe sind Sie der Sünde gestorben und dem Herrn geweiht. Wollen Sie sich durch die Monastische Profess noch enger an ihn binden und sich von ihm in seinen besonderen Dienst nehmen lassen?

Profitentin: Ja, ich will es.

Hymnus

hymnus

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft: erfülle uns mit deiner Kraft;
dein Schöpferwort rief uns zum Sein: nun hauch uns Gottes Odem ein.
Qui Paráclitus díceris,
donum Dei altíssimi,
fons vivus, ignis, cáritas
et spiritális únctio.

Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut, du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

Tu septifórmis múnere,
dextrae Dei tu dígitus,
Tu rite promíssum Patris
sermóne ditans gúttura.

Dich sendet Gottes Allmacht aus im Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund und machst der Welt die Wahrheit kund.

Accénde lumen sénsibus,
infúnde amórem córdibus,
infírma nostri córporis
virtúte firmans pérpeti.

Entflamme Sinne und Gemüt, dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut in deiner Kraft das Gute tut.

Hostem repéllas lóngius
pacémque dones prótinus:
ductóre sic te prævio
vitémus omne nóxium.

Die Macht des Bösen banne weit, schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn, dass Unheil uns nicht schaden kann.

Per te sciámus da, Patrem,
noscámus atque Fílium,
te utriúsque Spíritum
credámus omni témpore. Amen.

Lass gläubig uns den Vater sehn, sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt und uns das Leben Gottes bringt. Amen.

 

Äbtissin:
Schwester N.N., Sie stehen vor Gott und seinen Heiligen. In Gegenwart der hier versammelten Schwestern frage ich Sie: Wollen Sie in diesem Kloster der hl. Hildegard zu Eibingen beständig ausharren und unserer Gemeinschaft die Treue halten in guten und in bösen Tagen?

Profitentin: Ja, ich will es.

Äbtissin:
Wollen Sie unter der Führung des Evangeliums wahrhaft Gott suchen, sich um die tägliche Umkehr bemühen und ein Leben führen nach der Regel unseren hl. Vaters Benediktus?

Profitentin: Ja, ich will es.

Äbtissin:
Wollen Sie Christus nichts vorziehen und Gehorsam geloben?

Profitentin: Ja, ich will es.

Äbtissin:
Gott, der sein gutes Werk in Ihnen begonnen hat, möge es auch vollenden.

Alle: Amen.
Pontifex:
Liebe Schwestern und Brüder:
Gott hat diese unsere Schwester dazu berufen, im monastischen Leben Christus nachzufolgen. Lasst uns den allmächtigen Vater bitten, er möge seine Gnade über sie ausgießen und ihr helfen, das zu verwirklichen, was sie heute gelobt.

 

Allerheiligenlitanei

Der Diakon singt: Beuget die Knie!

herrErbarme

V. Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heiliger dreifaltiger Gott

heiligeMutter

V. Heilige Jungfrau über allen Jungfrauen
Heiliger Michael
Heiliger Gabriel
Heiliger Raphael
Ihr heiligen Engel Gottes
Heiliger Abraham
Heiliger Mose
Heiliger Elija
Heiliger Johannes der Täufer
Heiliger Josef
Heiliger Petrus und heiliger Paulus
Heiliger Andreas
Heiliger Johannes
Heilige Maria Magdalena
Heiliger Stephanus
Heiliger Ignatius von Antiochien
Heiliger Laurentius
Heilige Perpetua und heilige Felizitas
Heilige Agnes
Heilige Katharina von Alexandrien
Heilige Margareta
Heilige Caecilia
Heiliger Gregor
Heiliger Ambrosius
Heiliger Augustinus
Heiliger Hieronymus
Heiliger Athanasius
Heiliger Basilius und heiliger Gregor
Heiliger Martin
Heiliger Liborius
Heiliger Vater Benediktus
Heiliger Bernhard
Heiliger Franziskus
Heiliger Dominikus
Heiliger Georg
Heiliger Franz Xaver
Heiliger Johannes vom Kreuz
Heilige Scholastica
Heilige Lioba
Heilige Hildegard
Heilige Gertrud
Heilige Theresia
Alle Heiligen Gottes

jesus_gnaedig

Von allem Bösen
Von aller Sünde
Vom ewigen Tode
Durch deine Menschwerdung und dein heiliges Leben
Durch dein Leiden und Sterben
Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt
Durch die Sendung des Heiligen Geistes

suender

Erfülle unseren Papst Franziskus und alle Bischöfe mit der Kraft des
Heiligen Geistes
Erneuere deine Kirche im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe
Führe alle Menschen zur Fülle des christlichen Lebens
Stärke in allen Klöstern und Orden die Liebe zu Christus / und erhalte sie
in der Treue zum Geist ihrer Gründer
Schenke den Völkern der Erde Frieden und Freiheit
Erweise allen, die in Bedrängnis sind, dein Erbarmen
Stärke und erhalte uns alle in deinem Dienste
Segne die Eltern und Angehörigen unserer Schwester und schenke ihnen
deine Gaben in reicher Fülle
Lass unsere Schwester Christus immer ähnlicher werden
Schenke unserer Schwester die Kraft zur Treue in der Nachfolge deines
Sohnes
Segne, heilige und weihe unsere Schwester
Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes

christus_hoere

Oration:

Herr, unser Gott, erhöre das Gebet deines Volkes. Mache durch deine Gnade das Herz unserer Schwester bereit und öffne es für das Wirken des Hl. Geistes. Er reinige sie von aller Schuld und erfülle sie mit lebendiger Liebe. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Alle: Amen.

Der Diakon singt: Erhebet euch.
Die Profitentin liest die Professurkunde vor. Anschließend unterschreibt sie die Urkunde, zeigt sie der Äbtissin und dem Pontifex, legt sie auf den Altar und küsst diesen zum Ausdruck ihrer Hingabe an Christus.

Die Profitentin singt den monastischen Professgesang:
Suscipe me, Domine, secundum eloquium tuum, et vivam; et non confundas me ab exspectatione mea. (Nimm mich auf, o Herr, wie du verheißen hast, und ich werde leben. Lass mein Vertrauen nicht zuschanden werden Psalm 119,116)

Weihegebet

Pontifex:
Wir preisen dich, Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott.
In Christus Jesus hast du uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig leben vor dir und deine Söhne und Töchter werden in deinem geliebten Sohn, zum Lob deiner herrlichen Gnade. Zu jeder Zeit hast du Menschen berufen, dir zu dienen im Gehorsam des Glaubens und vollkommen zu sein wie du vollkommen bist. So hast du Abraham gerufen und ihm geboten, das Haus seines Vaters zu verlassen und in das Land zu ziehen, das du ihm zeigen wolltest. Du hast dich Mose geoffenbart und ihm aufgetragen, dein Volk durch die Wüste zu führen. Auf dem Berg Horeb hast du zum Propheten Elija gesprochen und ihn erfüllt mit brennendem Eifer für deinen heiligen Namen. Unter den von Frauen Geborenen hast du Johannes den Täufer auserwählt und ihn zum Zeugen deines Lichtes gemacht.
In der Fülle der Zeit aber hast du deinen eigenen Sohn gesandt, Jesus Christus, geboren von der Jungfrau Maria. Du hast ihn gesandt, damit er uns den Weg weise zu dir. Er bestimmte zwölf Apostel und rief Männer und Frauen in seine Nachfolge. Sie sollten mit ihm leben und Zeugen seines Todes und seiner Auferstehung sein.
Am Pfingsttag hast du in seinem Namen den Heiligen Geist über sie ausgegossen. Der jungen Gemeinde, die sich in Freude versammelte, hast du zahlreiche Gläubige hinzugefügt. Sie alle waren ein Herz und eine Seele in der Treue brüderlicher und schwesterlicher Gemeinschaft. Seitdem hörst du nicht auf, deine Kirche auf ihrem Weg mit vielfältigen Gnadengaben zu stärken. Als eine dieser Gnadengaben hast du zahllosen Söhnen und Töchtern die Berufung zum monastischen Leben geschenkt.
Herr, schau voll Güte auf unsere Schwester. Heilige sie, segne sie, bewahre sie immer. Gib ihr die Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbe-herrschung. Dein Geist bestimme ihr Leben, dein Geist lasse sie handeln, dein Geist bewahre sie in seiner Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Alle: Amen.
Bei der Übergabe der Kukulle:

Empfangen Sie das Gewand des heiligen Vaters Benediktus. Tragen Sie es in Treue zu Ihren Gelübden, damit Sie zur ewigen Gemeinschaft gelangen mit Gott und seinen Heiligen.

Neuprofesse: Amen.
Bei der Übergabe des Schleiers:

Tragen Sie den Schleier als Zeichen, dass Sie nicht mehr sich selbst gehören, sondern Christus, und mit ihm verborgen sind in Gott.

Neuprofesse: Amen.

 

Der Chor singt dazu die Antiphon:
Regnum mundi et omnem ornatum saeculi contempsi propter amorem Domini mei Jesu Christi, quem vidi, quem amavi, in quem credidi, quem dilexi. Eructavit cor meum verbum bonum, dico ego opera mea Regi.

Das Reich der Welt und all seine Pracht habe ich verlassen aus Liebe zu meinem Herrn Jesus Christus. Ihn habe ich gesehen, ihm bin ich verbunden, an ihn habe ich geglaubt und ihn allein geliebt. Mein Herz strömt über von guter Kunde, ich weihe mein Tun dem König.

 

Der Pontifex steckt der Neuprofesse den Ring an mit den Worten:

Tragen Sie den Ring, das Siegel des Heiligen Geistes, als Zeichen Ihrer Bindung an Christus. Bleiben Sie dem Herrn in Treue verbunden.

Neuprofesse: Amen.

 

Der Pontifex übergibt das Stundenbuch mit den Worten:

Empfangen Sie das Stundenbuch der Kirche. Ziehen Sie dem Gottesdienst nichts vor, und bringen Sie zusammen mit Ihren Schwestern Gott, dem Schöpfer, den Lobpreis dar. Was Sie mit dem Mund singen, sollen Sie im Herzen glauben, und was Sie im Herzen glauben, im Leben erfüllen.

Neuprofesse: Amen.

 

Die Neuprofesse singt zum Abschluss der Professhandlung:

Ecce quod concupivi, jam video : quod speravi, jam teneo : illi sum juncta in caelis, quem in terris posita, tota devotione dilexi.

Seht, was ich begehrte, schon sehe ich es; was ich erhoffte, schon halte ich es: Ihm bin ich im Himmel verbunden, den ich auf Erden mit ganzer Hingabe liebe.

Die Eucharistiefeier wird nun in der bekannten Reihenfolge fortgesetzt:

Credo /Glaubensbekenntnis

Offertorium (Gabenbereitung)

Sanctus

Agnus Dei

Communio (gesang zur Kommunion)

Schlusssegen

Gott, unser Vater, der dich zum monastischen Leben berufen hat, schenke dir seine Gnade und seinen Segen.
Alle: Amen.

Dein Beten und Arbeiten diene der heiligen Kirche. Dein Leben werde zu einem Zeichen der göttlichen Liebe.
Alle: Amen.

Und Christus, dem du auf Erden dein Leben geweiht hast, sei am Ende deine ewige Erfüllung.
Alle: Amen.

Und euch alle, die ihr zu dieser Feier versammelt sein, segne der dreieinige Gott: + der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Alle: Amen.

Schlusslied

Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen
stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen,
rufen dir stets ohne Ruh’: Heilig, heilig, heilig! zu.

Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett’ aus Sünden, rett’ aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott.

Herr, erbarm, erbarme dich. Lass uns deine Güte schauen;

deine Treue zeige sich, wie wir fest auf dich vertrauen.
Auf dich hoffen wir allein; lass uns nicht verloren sein.

Prozession der Schwestern in den Kapitelsaal

Feierliche Profess unserer
Sr. Raphaela Brüggenthies OSB

Am 11. Juli 2014 – dem Fest unseres heiligen Vaters Benediktus – hat unsere

Schwester Raphaela Brüggenthies OSB

ihre Feierliche Profess abgelegt und die Monastische Weihe empfangen.

In Dankbarkeit und Freude blicken wir auf den schönen Tag zurück und empfehlen unsere neue Mitschwester auch weiterhin Ihrem Gebet. Als Professspruch, der sie auf ihrem monastischen Lebensweg begleiten wird, hat Sr. Raphaela ein Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja gewählt: “ Ego dilexi te – Weil ich dich liebe“. Er ist dem 43. Kapitel entnommen, wo es heißt:

„Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.“ (Jes 43,4f.)

Professritus von Schwester Raphaela Brüggenthies

Professritus von Schwester Raphaela Brüggenthies PDF downlaod

 

Zu Beginn der liturgischen Feier in unserer Abteikirche wurde der versammelten Familie, den Verwandten und Freunden unserer Sr. Raphaela der Ablauf des Ritus mit folgenden Worten erklärt:

Liebe Festgemeinde und alle, die Sie hier versammelt sind!

Wir möchten Sie herzlich willkommen heißen am heutigen Tag, an dem unsere Schwester sich in der Profess endgültig an Gott und unsere Gemeinschaft bindet. Wir freuen uns, dass Sie gekommen sind, um mit uns zu feiern und Zeugen dieser Bindung in der Feierlichen Profess und Monastischen Weihe zu sein. Die Eucharistiefeier bildet den Höhepunkt im liturgischen Tagesablauf einer klösterlichen Gemeinschaft. Deshalb findet die Feier der Profess, bei der unsere Mitschwester auf den Ruf Gottes mit ihrem Ja antwortet, innerhalb der Heiligen Messe statt.

Der Akt der Profess wird mit dem Hymnus „Veni creator spiritus“ eröffnet, in dem wir um den Beistand des Heiligen Geistes für die Profitentin bitten, in dem Wissen darum, dass man ein Leben im Kloster nicht aus eigener Kraft führen kann – wie ja auch ein Leben in Ehe und Familie nicht ohne den Beistand des Heiligen Geistes gelingen kann.

Danach legt die Profitentin vor der Äbtissin und dem Konvent drei Gelübde ab: im Gelübde der Beständigkeit verspricht sie, bei Christus im Kloster auszuharren bis zum Tod. Durch das Gelübde der Umkehr übernimmt sie die Verpflichtung, sich stets neu auf Gott auszurichten und ihr ganzes Leben von Christus her prägen zu lassen. Im Gelübde des Gehorsams zeigt sie ihre Bereitschaft, im Glauben auf den Willen Gottes zu hören und ihn im täglichen Tun umzusetzen.

Nachdem alle Anwesenden in der Allerheiligenlitanei die Hilfe Gottes angerufen haben, unterschreibt die Profitentin ihre Professurkunde, liest sie laut vor, legt sie auf den Altar, küsst den Altar und besiegelt damit ihren Entschluss für ein Leben unter der Führung des Evangeliums. Im Gesang des „Suscipe“, des „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben, und lass mich in meiner Hoffnung niemals scheitern“, dem benediktinischen Professgebet aus Psalm 118/ 119, bringt sie ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott ihre Zukunft in seine Hand nehmen wird.

Danach schließt sich die Monastische Weihe an, in der die Kirche als Volk Gottes die Profess unserer Mitschwester bestätigt und besiegelt. Ein Bischof oder ein Abt spricht als Vertreter der gesamten Kirche Gottes das große Weihegebet und überreicht der Profitentin die Insignien, die Zeichen für das monastische Leben in einem benediktinischen Frauenkloster: Die Kukulle, das liturgische Gewand aller, die unter der Regel des hl. Benedikt leben; den Schleier und den Ring als besondere Zeichen der Bindung an Christus, und schließlich das Stundenbuch der Kirche als Zeichen dafür, dass die Schwester gemäß der Benediktsregel dem Gottesdienst nichts vorziehen soll.

Danach setzt sich die Eucharistiefeier in der normalen Reihenfolge fort. Nach dem feierlichen Schlusssegen übergibt der Bischof oder der Abt, der die Weihe erteilt hat, den Professbrief der Äbtissin. Dann zieht der Konvent in den sogenannten Kapitelsaal, wo die Neuprofesse als neues Mitglied der Gemeinschaft von allen Schwestern begrüßt wird.

 

 

 

 

 

Die Gelübde

„Eins nur erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
im Hause des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,
zu schauen die Freundlichkeit des Herrn
und nachzusinnen in seinem Tempel.“ (Ps 26/27)

Schon früh hat man zwischen der Taufe und der Profess auffallende Übereinstimmungen festgestellt. Die Profess wurde sogar oft als zweite Taufe dargestellt. Der Glaube, so sagte einst Tertullian, vollendet sich in der Taufe, dem „sacramentum fidei“. Durch die Taufe wird der Glaube in Worten und Gebärden gefeiert und erhält so seine Gestalt. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für das monastische Leben. Was die Taufe für den Glauben, das ist die Profess für dieses innere Ja-Wort. Auch im Ritus gibt es Übereinstimmungen. Die Taufhandlung ist begleitet von Tauffragen und Antworten. Auch die Profess kennt begleitende Fragen und Antworten, und man könnte vielleicht auch eine Parallele sehen zwischen dem Taufkleid und dem Mönchsgewand, der Kukulle, die bei der Profess überreicht wird.

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„Ob er Eifer hat für den Gottesdienst“

Gott, du mein Gott, dich suche ich;
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir verlangt mein Leib
Gleich einem dürren, lechzenden Land
ohne Wasser.
So schaue ich aus nach dir im heiligen Zelt,
deine Kraft und deine Herrlichkeit
möchte ich schauen.
Denn besser ist deine Huld als das Leben,
meine Lippen singen dir Lob.
Ich will dich rühmen mein Leben lang,
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
(aus Psalm 63)

Wenn der hl. Benedikt als erstes Prüfungs-Kriterium für den neubeginnenden Novizen nennt, „ob er Eifer hat für das Opus Dei“ (Benediktusregel Kap. 58, 7), dann zeigt sich darin, dass er eben dieses Opus Dei als den vornehmsten Ausdruck der Gottsuche und ein jeder Berufung betrachtet. Das gilt keineswegs nur für den Anfänger. Für jeden, auch für die, die das Leben der Nachfolge im Geist des hl. Benedikt schon lange leben, bleibt die Frage, ob er wahrhaft Gott sucht, ein Leben lang gültig und entscheidend. In diesem Sinne bleiben wir Anfänger ein Leben lang.

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„Ob er Eifer hat, Widerwärtiges zu ertragen“

Dieses Ich, das Wahrste meines Ichs, das Ich vor mir und das Ich über mir: Unruhe. Als Gott über meinen Erdenstand blies,um in ihn meine Seele einzupflanzen, muss er wohl zu heftig geblasen haben. Ich habe mich nie erholt von diesem Anhauch Gottes. Ich habe nie aufgehört, wie eine Kerze zu zittern,wie eine flackernde Kerze zwischen zwei Welten. Und doch …

(Marie Noël)

Das dritte O des 58. Kapitels der Benediktusregel fragt den Mönch, ob er Eifer hat für die „obprobria“. Der neue Regel-Text übersetzt das Wort mit „Widerwärtigkeiten“, während in alten Übersetzungen von „Verdemütigungen“ die Rede war. Wie immer man dieses in jedem Fall unbequeme Wort übersetzen mag, es geht um die Erfahrung, dass es in einem konsequent gelebten christlichen Leben manchmal hart und rauh zugehen kann. Der hl. Benedikt betont eigens: „Im voraus sage man ihm [dem Neuankommenden), wie rauh und schwierig der Weg ist, der zu Gott führt“(Benediktusregel Kap. 58,8). Diese Erfahrung trifft jeden von uns. Es kann sein, dass uns über lange Strecken unseres Lebensweges Gegen-wind ins Gesicht bläst. Wir geraten in die Feuerprobe, wie es in Psalm 66 heißt: „Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert“. Solche Zeiten der Krise, in denen wir bisweilen an der Richtigkeit und Sinnhaftigkeit unserer Lebensentscheidungen zweifeln, sind oft nur schwer zu bestehen.

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Das Noviziat

„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?“ (Psalm 34, 13; Benediktusregel, Prolog 15)

Wenn Sie das hören und erwidern: „Ich“, so sagen wir Ihnen heute mit Worten der Regel des hl. Benedikt:
„Kommt eine neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihr der Eintritt nicht leicht gewährt, sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: „Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.“ (Regel des hl. Benedikt 58, 1.2)

Das heißt konkret: Ihnen und uns wird eine lange Zeit geschenkt, in der wir gemeinsam prüfen können, ob das Leben mit Gott in unserem Kloster wirklich Ihr Weg ist. Diese Zeit dauert wenigstens 5 ½ bis 6 Jahre. Zunächst sind Sie zu einigen ganz unverbindlichen Besuchen und Gesprächen eingeladen. Erleben Sie die Atmosphäre vor Ort, hören Sie auf die Stimme Gottes in Ihrem eigenen Herzen, öffnen Sie sich in Gesprächen mit der Noviziatsleiterin und fragen Sie sich: Könnte das der von Gott für mich ausersehene Lebensweg sein?

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