Karwoche/Ostern

Die Liturgie der Karwoche / Ostern

Wir gehen dem Beginn der großen, der „Heiligen“ Woche entgegen. Das Lukas-Evangelium berichtet das Leben Jesu fast in einer Art „Reisebericht“. Wir gehen mit Jesus die letzte Wegstrecke seiner irdischen Wanderung in Richtung Jerusalem „durch Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“, in das „himmlische Jerusalem“. Exemplarisch umschreibt ein Gebet die Stationen des Weges Jesu: „Gott wurde Mensch, er nahm Fleisch an und hat sich als Erlöser, als Heilbringer, als Salvator, dem Kreuz unterworfen.“ Darin gab er uns ein Beispiel der Demut, des Mutes anderen zu dienen. Auf diesen Weg der Nachfolge sind wir alle – durch Taufe und Firmung – berufen worden. Er führt durch Leiden zur Auferstehung. Allein schon dieses Gebet gibt uns reiche Anregungen, über unseren eigenen Weg nachzudenken. Deswegen frage ich mich seit Jahren immer wieder vor der Karwoche auf eine frühere geistliche Anregung hin: 

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Betrachtung zum Karsamstag

„Novi diluculo multa est fides tua – jeden Morgen neu, Herr, ist deine Treue“. Wohl kaum ein Wort aus dem Stundengebet ist so charakteristisch für den Karsamstag wie dieser Vers aus den Klageliedern des Propheten Jeremia. Novi diluculo – das ist Hoffnung wider alle Hoffnung, verhalten aufschimmerndes Licht am Ende eines langen Tunnels. Der Karsamstag ist ein geheimnisvoller, scheinbar schwebender Tag, ein Tag des Übergangs, des „Zwischen“, ein Brückentag zwischen Tod und Leben, zwischen abgrundtiefer Dunkelheit und langsam aufstrahlendem neuen Licht.

Vor allem anderen aber ist der Karsamstag der Tag der totalen Gottesfinsternis, des „Todes“ Gottes. Es ist der Tag der Grabesruhe, des Schweigens, der Leere und des Nichts. Die Jünger haben alle ihre Hoffnungen mit Jesus begraben. Sie sind enttäuscht und verzweifelt. Nichts ist ihnen geblieben außer ihren Erinnerungen. Ihre Träume und Hoffnungen sind zerbrochen. Was ihnen Halt gab, ist nicht mehr. War es überhaupt Wirklichkeit oder war es nur ein Wunschtraum? Sie zweifeln, sie klagen und sie weinen. Sie ziehen sich resigniert zurück und wenden sich irgendwann wieder ihren Alltagsgeschäften zu.

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Bildmeditation Kreuzweg

mit Abbildungen der Bronzereliefs von Max Faller

Im Kreuzgang unserer Abtei hängt ein von dem bekannten Würzburger Künstler Max Faller gestalteter Kreuzweg. Die vierzehn Kreuzwegstationen sind als Bronzereliefs gestaltet. Besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht und die Sonne diesen Teil des Kreuzgangs erleuchten, spürt der Betrachter, wie ausdrucksstark die einzelnen Stationen gearbeitet sind. Die nachfolgende Meditation unserer Sr. Christiane Rath möchte dazu einladen, den Spuren Jesu zu folgen und diese im eigenen Leben wiederzuentdecken.

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Gottesdienstzeiten Karwoche

Palmsonntag
8.15 Uhr Palmweihe
8.30 Uhr Choralhochamt

Gründonnerstag
18.00 Abendmahlsamt
anschließend Komplet (Vesper entfällt)

Karfreitag
15.00 Uhr Karfreitagsliturgie
19.20 Uhr Komplet (Vesper entfällt)

Karsamstag
18.00 Uhr Vesper (Komplet entfällt)
21.30 Uhr Osternachtsfeier

Ostersonntag
9.00 Uhr Terz/Choralhochamt
17.00 Uhr Vesper

Ostermontag
8.15 Uhr Terz/Choralhochamt
17.30 Uhr Vesper

 

Einführung in die Liturgie des Gründonnerstag

GRÜNDONNERSTAG

Nachdem uns mit dem Palmsonntag die „große Woche“ aufgenommen hat, treten wir mit dem Abendmahlsamt des Gründonnertages wie durch ein hohes Tor in die Feier des Leidens und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ein. Wir „feiern“ also das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Ebenso bezeugen wir ja auch bei jeder Eucharistiefeier, dass wir den Tod und die Auferstehung des Herrn „verkünden“, – dem haftet auch etwas Feierliches an. Zu Beginn des Abendmahlsamtes im Eingangslied heißt es ja: „Wir rühmen uns im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus . .“, ja, wir können und dürfen nicht anders, – es ist unerlässlich – opportet, so heißt es – wir müssen uns rühmen im Kreuz, – im Zeichen der Schwäche, des Scheiterns, des Untergangs, des Todes. Ist hier das Wort – „rühmen“ – im Zusammenhang mit Leiden und Tod nicht zu großartig? Ja, es ist großartig und muss es sein, weil Pascha Hindurchgang, Hinübergang ist, vom Dunkel und Leid ins Licht und in die Auferstehung.

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Einführungen in die Liturgie des Karfreitag

KARFREITAG

Feier der Passion und der Auferstehung Jesu Christi. Nach dem Abendmahl hatte Jesus in einer Atmosphäre liebender Nähe und Vertrautheit die Abschiedsworte den Seinen zugesprochen, – es ist das Tiefste und Zarteste, das uns aus dem Munde Jesu überliefert ist. Da steht zu Beginn die Aufforderung: “Euer Herz ängstige sich nicht, es lasse sich nicht verwirren, durcheinanderbringen und erschüttern von Angst.“ „tarassein“, heißt es da im Griechischen, wofür wir im Deutschen gleich mehrere Begriffe brauchen, um das auszudrücken, was Jesus meint. „Lasst euch nicht ängstigen, verwirren, erschüttern . .“ Und doch berichtet das Evangelium von Jesus mehrmals die Aussage: „Jetzt ist meine Seele zutiefst erschüttert.“ Er hat diese Erschütterung nicht zu verbergen gesucht, die ihn offenbar angesichts des nahen Todes überwältigte.

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Einführungen in die Liturgie der Osternacht

OSTERNACHT

Feier der Passion und der Auferstehung Jesu Christi. Mit dem gestrigen Karfreitagsgottesdienst wurden die Tiefen der Passion berührt, – jetzt stehen wir vor der Osternacht, die uns hinübergeleitet in das Fest der Auferstehung. Jemand hat einmal gesagt: „Auferstehung ist das Geheimnis aus dem wir leben, aber es ist unsäglich schwer, es in Worte zu fassen. Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen, es gibt allerdings auch Unaussprechliches, – es ist das Geheimnisvoll-Mystische . .“ Wir sind in diesen Tagen schon öfter darauf gestoßen. Das Geheimnis, so Guardini; ist ein Übermaß an Wahrheit, – eine Wahrheit, die meine Fassungskraft übersteigt. Und weil sich Worte hier so schwer tun, birgt die Osternacht eine Fülle von Bildern, die zum Sprechen kommen sollen. –

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Den Schmerz umwandeln in ein Juwel – menschliche Leidbewältigung (ein Versuch)

„Verwundete Austern
lassen aus blutigen Wunden
eine Perle entstehen.
Den Schmerz, der sie zerreißt,
verwandeln sie in ein Juwel.“

(Richard Shanon)

Zur näheren Erläuterung dieses Leitmotivs soll so etwas wie eine Kindergeschichte beitragen, in der eine erfahrene weise Auster einen kleinen Auster-Nachkömmling ins Leben einführt und ihn den Sinn seiner Existenz verstehen lassen möchte. Zusammengerafft klingt das dann so:

Unter den Austern, so erklärt die weise Alte dem Kleinen, gibt es eine besondere Art, die zur Gattung der Perlmuscheln gehört. Die Perlmuscheln empfinden diese ihre Zugehörigkeit wie eine Art Auserwählung, denn sie haben eine Kraft, die die anderen Muscheln nicht haben: sie können Perlen bilden. „Das ist unser großer Reichtum, aber auch unser großer Schmerz“, so lautet die Erklärung der Alten, „denn ohne Leiden und Schmerzen gibt es keine Erwählung.“

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